Keine Antwort ist auch ne Antwort: Das Cap San Diego Management zum Frei.wild-Gerücht

Es geistert schon seit einer Weile durch die interessierte Fanschaft des FC St. Pauli: angeblich veranstaltet die rechtsoffene Band Frei.wild ein kleines Konzert auf der Cap San Diego.

Vom Fanclubsprecherrat des FC St. Pauli darauf hin angefragt, antwortet das Management der Cap San Diego ausweichend, dementiert aber auch nicht:

Vielen Dank für Ihre Anfrage.
In den Veranstaltungsräumen der Cap San Diego finden diverse Veranstaltungen statt. Die Veranstalter dieser Events stammen aus Kultur, Wirtschaft, Musikindustrie, Sport etc. Das sind für unsere Gastronomie ganz normale Geschäftsvorgänge.
Mit jedem Kunden werden individuelle, interne Veranstaltungsverträge zwischen der Gastronomie und dem Kunden, bzw. seiner Agentur abgeschlossen, deren Inhalt beide Vertragsparteien mit Verschwiegenheit behandeln.
Wir bewerten einzelner Firmen, Kunden oder Agenturen, die legal auftreten und hier an Bord legale Events planen und durchführen, nicht.
Bitte haben Sie dafür Verständnis, Ihnen keine weiterreichenden Informationen geben zu können.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Club eine erfolgreiche Saison.

Mit freundlichen Grüßen

Richtig bizarr wird es dann aber im weiteren Verlauf der E-Mail-Konversation, die der Fanclubsprecherrat auf Facebook öffentlich dokumentiert:

Von: „XYZ“ <XYZ@capsandiego.de>
Datum: 22. September 2015 um 09:19:01 MESZ
Hallo Herr XXX,

mit Interesse habe ich Ihre mail geöffnet und gelesen…und war dann leider doch ziemlich enttäuscht. Gerade Sie als Vertreter eines Fußball-Fanclubs sollten Ihre Worte mal selber lesen. Wer hat denn seine Fans nicht im Griff? Wer einmal bei einem Reeperbahn-Bummel zwischen die Fan-Fronten Hansa Rostock und St. Pauli geraten ist, glaubt doch nicht mehr an Fußball. Das ist doch pure Gewalt und purer Haß – Von Ihnen geduldet wegen des Kommerzes: Die Fußballclubs brauchen die verkauften Eintrittskarten und nach dem Spiel gibt es Randale – das ist dann ja außerhalb des Stadiums. Da darf dann auch gern die Polizei für Ordnung sorgen, und der Steuerzahler, auch der an Fußball nicht interessierte, darf das alles bezahlen. Dabei gäbe es so viele soziale Projekte in Hamburg, die dieses Geld sicher super gebrauchen könnten.
Die Versuche der Fan-Clubs, die Gewalt vor und nach den Speielen in den Griff zu bekommen, sind doch gescheitert. Hat das irgendwas mit der Menschlichkeit zu tun, die Sie in Ihrer Mail einfordern? Mir als unbeteiligtem Fußgänger ist es doch herzlich egal, ob die Flasche, die mir gegen den Kopf fliegt aus der Hand eines eher Linken oder eher Rechten kommt. Sie können das natürlich gern auf diese Ebene bringen und sich gut dabei fühlen – Sie können die Gewalt vielleicht auch besser verpacken unter
der „großen Fußball-Idee“, aber das ist doch durchschaubar.
Zudem empfinde ich den Inhalt Ihrer Mail als sehr reflexhaft. Was genau haben Sie denn an meinem Satz: „Wir bewerten einzelne Firmen, Kunden oder Agenturen, die legal auftreten und hier an Bord legale Events planen, nicht“ nicht verstanden?
Natürlich prüfen wir auf Legalität, sonst wüssten wir das ja nicht. Wir sorgen auch dafür, dass nur „legale Drogen“ inhaliert werden – Sie auch?
Aber mal ´ne Gegenfrage: Wissen Sie eigentlich, wer bei Ihnen eine Eintrittskarte zum Fußball kauft…und wen Sie damit in Ihr Stadion lassen?

Ihr enttaeuschter XYZ grüßt von der Elbe.

Cap San Diego Betriebsgesellschaft mbH
Überseebrücke
20459 Hamburg

So richtig klar ist deswegen nur eines: Auf der Cap San Diego hat offensichtlich der Klabautermann den Seelen den Verstand herausgeblasen. Ein passender Seelenverkäufer für die rechten Menschenfänger. Wenn er nicht an den ST. PAULI Landungsbrücken läge.

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Kommentare 25

  • Die erste (offizielle) Antwort ist eine Standardantwort, die in vielen Worten auf die ursprüngliche Anfrage eingeht und abgekürzt hätte werden können: was geht euch das an?!
    Die zweite allerdings.. erschreckend!!

  • Warumwird auf Freiwild drauf gehauen? Sie waren nie eine Band der rechten Scene. Haben niemals auf Nazi Konzerten aufgetreten. Haben auf jedem!!! Album Lieder gegen Rechts Veröffentlicht. Werden in der rechten Scene als Punks und Antifa dargestellt. Wenn die rechts sind, ist Gysi ein Nazi.

    • Mir geht dieses ganze Gehetze gegen Frei.Wild auch tierisch auf den Sack. Und immer kommen nur die gleichen hohlen Texte, nichts was wirklich darauf schliesst, das sie wirklich Rechts sind.

      • Matthias, dazu müsste man in der Lage sein etwas weiter als 10m Feldweg zu denken.

    • Ok.

      Kaiserjäger ist vllt „Vergangenheit „, aber die freiheitlichen sind immer noch Bürgers Freunde!

      Zudem lasst euch nicht von Texten blenden. Kevin Russel hat auch mal erzählt er wäre nicht rechts bis man nach dem Unfall rechte Devotionalien in seinem Auto fand.

      Und Burger erzählt viel. Er wäre gegen Extremismus bla bla bla.
      Aber von seiner Vergangenheit will er nix wissen, geht aber mit den Kumpels „von früher“ einen saufen. Früher war im übrigen noch nicht so lange her.

      Ich hab ja weniger was gegen ihre versteckten nationalistischen Texte, aber gegen ihn hab ich was!

  • was heißt eigentlich „rechtsoffene Band“ ?

  • Die letzte Antwort von dem Cap San Diego Heini ist so dermaßen dämlich. Die trieft ja nur so im Niveau eines mopo-Kommentars. Nicht auf den Punkt kommen und dumm rumquatschen, über Sachen, von denen man keine Ahnung hat. Bei solchen Vollidioten sind die Nationalisten aus Süd-Tirol gut aufgehoben. Geistige Tiefflieger unter sich.

  • Warum will Frei.Wild unbedingt während der Zeit des Reeperbahnfestvals auf St. Pauli spielen? Was bitte soll das sein außer Provokation? Das müssten sich doch selbst einmal die hier fragen, die behaupten, dass Frei.Wild ja gar nicht mehr rechts sei. Frei.Wild weiß genau, welches Klientel sie anziehen und dass es krachen wird und dass sie und ihre „besorgten Bürger“-Fans sich dann wieder gut als Opfer/unschuldig Verfolgte präsentieren können und dass das dann wieder jede Menge Publicity für Frei.Wild bringen wird, die dann wieder ein Lied darüber schreiben können, wie unverstanden sie (arme „besorgte Bürger“) sind und dass sie sich aber nicht unterkriegen lassen wähwähwäh. Das ist alles so durchschaubar und die Cap San Diego gibt dem ganzen auch noch Raum. Ich könnte so kotzen. Ich bin ehrlichgesagt immer ganz gern aus der Cap San Diego gewesen, jetzt war es das für mich. Schade!

  • Zitat Jens Weber (Kapitän und Geschäftsführer der Cap San Diego) in anderem Zusammenhang: „Die Anklänge an Fremdenfeindlichkeit müssen wieder verstummen. Hamburg hat keinen Platz für reaktionäre Stammtisch-Rechte.“

    Mhm…

  • Auch wenn ich Frei.Wild nicht mag so frage ich mich dennoch , ob dieses Beharren darauf, das die Band „rechtsoffen“ sei euch nicht langsam peinlich wird.

    • Naja, Nationalismus ist einfach immer rechts. nur, weil sie sich vor ein paar Wochen deutlich geäußert haben, verändert sich das ja nicht…

    • Es gibt dennoch einen deutlichen Unterschied zwischen „Heimatstolz“ (wie auch immer man Stolz auf seinen zufälligen Geburtsort sein kann) und den PEGIDioten und Gesocks.

      Mit „dämlich“ könnte ich eher leben als mit der immer wieder geäußerten Behauptung, sie würden mit braunem Gedankengut kokettieren.

      Wenn dann auch noch ein Internetkrieger indirekt mit Gewalt droht („mein Zielfernrohr ist wieder gereinigt“) wird mir ehrlich gesagt schlecht.

    • Das ist blödsinn. Ich komme aus der dänischen minderheit in südschleswig und bekenne mich zu sammen mit vielen tausenden die in der dem südlichen teil Schleswigs wohnen zur dänische nation. Uns und die vielen anderen nationalen minderheiten, die es in europa gibt, rechts anzusiedeln ist schlicht falsch.

    • Horst Böttcher Was unterscheidet Euch denn von den Deutschen?

    • Das wir dänen sind….

  • Ich freu mich auf die frei-wild Fans! Zielfernrohr ist neu eingestellt! Gruss euer frei-wild-jäger!