Schweinske – Und nu? / Voraussetzungen für einen Dialog

Wenige Tage nach dem Nazi-Hools-Angriff auf den St. Pauli Block beim Schweinske Cup und dem nachfolgenden Polizeieinsatz, stellt sich die Lage anders da, als von Veranstalter und Polizei dargestellt und von den meisten Medien kritiklos kolportiert.

Die Pressekonferenz des FC St. Pauli und seine differenzierte Stellungnahme sind wichtige Schritte zur Aufarbeitung der Geschehnisse. Nicht zuletzt, weil dadurch erst ein Diskurs in die Wege geleitet wird, der die Möglichkeiten einer Entwicklung bietet.

Innensenator Michael Neumann hat via Hamburger Abendblatt zu diesem Diskurs eingeladen, der am Donnerstag beginnen soll. “St. Pauli”-intern ist er bereits in vollem Gange.

Imho sind einige wichtige Parameter und Annahmen aber Voraussetzung, damit ein solcher Dialog überhaupt sinnvoll beginnen kann:

1. Die Polizei und Innenbehörden sind als Exekutivorgane Akteure und müssen Subjekte Objekte der Ermittlungen sein.

2. Die Berichterstatter und Medien müssen sich hinterfragen und endlich journalistischen Grundanforderungen nach kritischer Begleitung der Staatsmacht genügen.

3. Fußball ist politisch.

4. “St. Pauli Fans gegen rechts” ist keine leere Formel – hinter der man sich allerdings auch nicht verstecken darf.

(5. Mehr Hippietum würde uns ganz gut tun.)

Ich bin gespannt, ob der Innensenator einen tatsächlichen Dialog führen kann. Von seinen bisherigen Äußerungen wird er dafür abrücken müssen!

2 thoughts on “Schweinske – Und nu? / Voraussetzungen für einen Dialog

  1. Dass Polizisten Subjekte der Ermittlungen sind, sehen sie sicherlich selbst auch so. Aber wenn sie unbeteiligte Zuschauer, darunter Kinder, durch Pfefferspray-, Hunde- und Schlagstockeinsatz verletzen, sollten sie m.E. auch Objekt von Ermittlungen sein. Sonst nimmt bei den erwähnten Kindern nicht nur das Augenlicht temporär Schaden, sondern dauerhaft ihr Demokratie- und Staatsverständnis.