Updated; St. Pauli Leaks – vom unsouveränen Umgang des Vereins mit Informationen

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Letztes Jahr erreichte mich der Link zur Video-Präsentation des neuen Trikots über eine E-Mailverteiler einer aktiven Sportabteilung, kurz nach dem Hinweis auf das Video auf Vimeo auf Facebook war das Video auch schon gelöscht. Die Infos zu dem neuen Trikot aber schon digital geleaked, Denglish für unwiderruflich veröffentlicht.

Dieses Jahr war das Aussehen der Trikots beim ersten Training Gesprächsthema. Warum auch nicht, kann man doch auf die Idee und die Symbolik stolz sein; ein tolles Trikot. Trotzdem macht man einen auf „Taraaa“-Effekt, mit Event und Fotoshooting für die Presse. Reagiert verärgert und verschnupft auf Vorabdiskussionen längst bekannter Fakten.

Warum nur? Weil man immer noch denkt, dass in einem solch kommunikationsfreudigen Verein irgendetwas „unter Verschluss“ bleiben kann? Oder will man es sich mit den Journalisten von Print und Co. nicht verscherzen, die immer noch nach dem Muster „Pressekonferenz“ ticken?

Ich halte das für Unsinn, und im Falle der Kiezhelden für ausgemachten Quatsch: da stickert man „Kiezhelden“ auf die Brust des neuen Trikots, und erklärt nirgendwo genau, was das sein soll. Da findet sich bei Google auf Seite eins der Suchtreffer eine Präsentation von Bernd Georg Spies, die jemand bei Slideshare hochgeladen hat. Sie wird dich irgendwo gehalten worden sein, oder? Vereinsöffentlich sogar? Nun hat jemand diesen Inhalt gelöscht, in dem erklärt wird was Kiezhelden will – und alle Links in sozialen Netzwerken und Blogs, die sich lobend und inhaltlich mit diesem Projekt auseinandersetzen zeigen ins Leere.

Ich finde, da braucht der Verein (also hier nicht als „Abteilung“ gemeint, sondern als soziales Gebilde) eine Strategie, wie man mit Inhalten umgeht, die einmal in der Welt sind, von einem professionellen Standpunkt aus gesehen. Als St. Paulianer finde ich das nur albern.

Update: Inzwischen habe ich vom Verein Rückmeldung erhalten.
Die verlinkte Präsentation war so sehr veraltet und hatte so viele Platzhalter, die zu Irritationen hätten führen können, dass man sich entschlossen hat, sie vom Netz zu nehmen. Ein ausführliches Update zum Projekt „Kiezhelden“ können wir gegen Ende Juli erwarten … bis dahin … noch eine Ereignisreiche Sommerpause.

 

Erik Hauth

Als waschechter St. Paulianer verpasst der passionierte Segler selten Heimspiele und fährt oft auswärts mit. Als Kolumnist schreibt Erik Hauth für Die ZEIT online über den FC St. Pauli.Twitter: @stpauli

 

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