Who the fuck is Bambi, WTF is Sonny Black? #Bushido

Thema: Bambi für Bushido
Thema: Bambi für Bushido (Foto: wiki commons)

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) protestiert dagegen, dass der Burda-Verlag dem erklärten Homosexuellenfeind Bushido den Bambi 2011 in der Kategorie Integration verleihen will. Burda leistet sich damit einen krassen Missgriff. Bushido hetzt seit Jahren gegen Homosexuelle und ruft in Liedtexten unverblümt zur Gewalt gegen Schwule auf. Ist Burda blind gegenüber Hasstexten und Gewaltaufrufe, wenn sie sich gegen Schwule richten?

via Facebook Gruppe „Kein Bambi für Bushido“

Man muss schon Zyniker sein, wenn man Bushidos Homophobie und Frauenfeindlichkeit als gelungene Integration bepreist.

„Bushido, so heißt es … in der Begründung, setze sich ein gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft.“ – stern

Das ist natürlich Unsinn. Der erste Gedanke ist dann, bspw. diesen Brief der Organisation Terre des Femmes co-zu-unterzeichnen:

„Ich will nur eine… die nicht fremdgeht – flirten is schon fremdgehen,
nur ein Blick reicht – und ich lasse diesen Menschen stehen.
Es war ein Fehler diese Frau zu suchen,
diesen Engel unter 1000 Huren…
Sie meint, dass sie auf jeden Typen scheißt
warum hat sie dann n Minirock und High Heels…“
(„Gibt es dich?“ – 2007)

„Ich hab gehört ich soll die Frauen akzeptieren,
ich bin ein Mann und hab nichts zu verlieren,
du willst Respekt halt den Mund und hör zu!
Dein Silikon gehört mir und meiner Crew,
du willst von uns, dass wir dich auf Händen tragen?
Mit der Rechten werd ich wichsen mit der Linken dich schlagen…“
(„Mit dem Schwanz in der Hand“ – 1999)

Ein Mensch, der ein solches Frauenbild vertritt, erfüllt nicht im Mindesten eine positive Vorbildfunktion in der Gesellschaft. Im Gegenteil finden wir es im höchsten Maße problematisch, dass Sie durch diese Preisverleihung solch frauenfeindliche Einstellungen auch noch unterstützen! Wir fordern Sie auf, Ihre Nominierung nochmal zu überdenken und Bushido den Preis nicht zu verleihen!?

Mit freundlichen Grüßen,
Christa Stolle,
Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V

… und dann wird man Teil der Empörungsmaschine, die Burda da losgetreten hat – Schelme würden behaupten, wohlwissend was für einen Schwachsinn sie da verzapfen. Andere würden das als letzte Zuckungen eines sterbenden Hauses wahrnehmen, das unsere Empörungen braucht, um die Ausstrahlung im frei empfangbaren Fernsehen zu rechtfertigen. Und nebenbei, bei aller Empörurung, verfestigen sich Vorurteile, dass „Ausländer“ und „Immigranten“ alle Frauen- und schwulenfeindlich sind. Alle fühlen sich gut, wir haben uns ja empört.

Glaubt ihr nicht? Dann lest mal den Rolling Stone (ja den) mal aufmerksam:

Eine, sagen wir, mutige Entscheidung, denn auch wenn Bushido heutzutage den domestizierten Skandalrapper gibt, der lieber im Talkshowsessel als auf der Straße austeilt, ist es schon erstaunlich, dass die „provokanten Texte“ (ein gutes Beispiel ist der Text aus „Gangbang“ vom 2004er-Album „Electro Ghetto,) aus der Frühphase seiner Karriere und sein nicht gerade westlich-liberales Frauenbild, das zuletzt 2010 im Interview mit Sibel Kekilli deutlich wurde („Es ist doch ein Unterschied, ob einer seine Ehefrau zu Hause jeden Tag kaputt schlägt. Das macht man nicht, Punkt. Aber wenn ich in einer Disco bin und eine Frau sagt: ‚Pass mal auf, du Hurensohn …‘ – dann hau ich ihr auf die Fresse.“), so schnell in Vergessenheit geraten sind. Ein Kurzzeitgedächtnis dieser Art findet man sonst doch eher im politischen Journalismus…

Na? Zackbumm. „Westlich-liberales Frauenbild“ – das Feigenblatt der Dominanten, um auf den Immigranten zeigen zu können. Der eigentliche Brandstifter, … der feiert und schwimmt auf der Welle unserer Empörung.

Vielleicht lösche ich diesen Beitrag auch wieder, bin mir noch nicht sicher …

Kommentare 2

  • Ein paar Beispiele gefällig, was das macht?: (alle von der Seite „KEIN BAMBI FÜR BUSHIDO)

    Olivia L.: „Krasse PR für so‘ Microvollspucker, einfach ignorieren wäre schlauer, zumal der eh schon so aussieht wie Bambi!“

    Wolf E R.:“ bin ziemlich davon überzeugt, dass Bushido eigene Homosexualität hinter seiner Homophobie versteckt – da wäre er nicht der erste. Im Übrigen ist es richtig, jegliche verbale Entgleisung zu kritisieren.“

    Anton M. (Berliner Fotograf): „Ist das die Zukunft die Deutschland sich wünscht?“

    Anne F.: „Warum muss es ausgerechnet dieser Zahnstocherkauer sein. Schwulenfeindlich, ausländerfeindlich (obwohl er selbst einer ist) und ne großen Fresse dazu. Wenn ihr dem nen Bambi gebt, hab ich diesen zum letzten Mal geschaut!!!!!“

  • […] Hubert? Ja, mein Schatz. Der Buschido ist ja doch ganz nett. Ja, mein Schatz, sagt Hubert leise und […]