Polizei Hamburg: die Schnüffelei in der Roten Flora geht weiter?

Weitere verdeckte Ermittlerin in Hamburg enttarnt, meldet das Blog Linksunten.

„Die LKA-Beamtin Astrid Oppermann ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Nachfolgerin von Iris Plate. Dafür sprechen sowohl der Zeitpunkt, als auch die lange Verweildauer und der Einsatzort der jeweiligen beiden Beamtinnen. Bereits hier wird deutlich, dass die Rote Flora nach wie vor im Fokus der staatlichen Repressionsorgane steht. Sowohl Plate als auch Oppermann wurden zum festen Bestandteil des Projektalltags, haben sich ihre Glaubwürdigkeit langfristig über Jahre erarbeitet und sind tief in unsere Strukturen eingetaucht.“

Die Polizei Hamburg und der Innensenator, der sich bis zu seiner Ernennung auch St. Pauli Fan nannte, wollen sich erst heute Nachmittag zu der Enttarnung melden.

-> Die Meldung bei indymedia zum Nachlesen

#Gefahrengebiet Zum 2-jährigen Jubiläum: Staatsanwaltschaft stellt Verfahren zu umstrittenem „Davidwachen-Angriff“ ein

Vor fast genau zwei Jahren etablierte die Polizeiführung Hamburgs ein riesiges, verfassungbrechendes Gefahrengebiet in Hamburg, das Tausende Hamburger betraf und unter Generalverdacht stellte. Auslöser für diese Maßnahme war ein Angriff auf die Davidwache, bei dem bis heute unklar ist, ob er überhaupt stattgefunden hat. Klar ist, dass die Staatsanwaltschaft Hamburg „im In- und Ausland“ (sic!) keine Betroffenen oder Verdächtige ermitteln konnte. Vielleicht auch deswegen, weil es niemanden zu ermitteln gab, wie der Abgeordnete der Piraten in HH-Mitte, Andreas Gerhold vermutet:

#2812 -Ermittlungen eingestellt.

Die Ermittlungen zu dem, von Beamten des PK 15 offensichtlich frei erfundenen Angriffs auf die Davidwache am 28.12.2013, wurden von der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Mit dieser taktischen Lüge hatte die Polizei den Ausnahmezustand (sog. „Gefahrengebiete“), der über weite Teile Hamburgs durch die Polizei verhängt wurde, begründet. Statt eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses und eines Rücktritts von Innensenator Neumann, veranstaltete dieser eine Sondersitzungs-Show und belohnte die Lügner mit 2 Millionen EURO Sonderzuwendungen.

(Und wenn mich jemand anzeigen möchte, weil ich die Beamten Lügner nenne, nur zu. Dann gibt’s wenigstens Akteneinsicht!)

Wer zündelt, kriegt nix zu trinken #fcspf95 #Pyro

Wer mit Feuerwerk zu tun hat, darf nix trinken. Das ist eine Binsenweisheit.

Nun hat die Polizei Hamburg diese Grundregel auf die gesamte Südtribüne des Millerntors ausgeweitet:

Aufgrund mehrfacher sicherheitsrelevanter Verstöße in diesem Stadionbereich versagt die Polizei für das Spiel gegen die Fortuna die Ausnahmegenehmigung für den Ausschank alkoholischer Getränke für die Südkurve des Millerntor-Stadions.

… lese ich eben auf der Homepage des Vereins.

Ach, ist mein erster Gedanke, das Bier gibts nur mit einer Ausnahmegenehmigung. Wie praktisch; sind die Fans nicht brav, gibts kein Bier?, oder was?

Könnte mir vorstellen, dass es am Montag eine Antwort der anderen Kurven und Geraden zu dem Thema gibt. Dann strahlt das Millerntor vor Solidarität. Und dann können wir ja mal sehen, wie lange das der Caterer mitmacht, bevor er beim Präsidium vorstellig wird; beim Polizeipräsidium ;)


Bengalo-Halbzeit-Show am Millerntor #Pyrotechnik
Foto: Stefan Groenveld

Bundesverfassungsgericht: „FCK CPS“ nicht automatisch Polizisten-Beleidigung

FCK CPS steht oft auf T-Shirts linker Demonstranten. Bei mir um die Ecke kann man Hoodies und T-Shirts damit kaufen. Angelehnt an ein Tourshirt von RUN DMC soll damit in der Regel das angespannte Verhältnis und eine Grundskepsis gegenüber Polizisten ausgedrückt werden. Immer häufiger werden Träger*innen dieser T-Shirts (siehe auch ACAB) angeklagt: wegen Beleidigung oder Beamtenbeleidigung. Das Bundesverfassungsgericht hat dieser Praxis nun im Wesentlichen eine Absage erteilt: Continue reading

Bürgerschaftswahl 2015: Parteien und Kandidaten in Hamburg-Mitte zum Thema „Kennzeichnungspflicht für Polizisten“

Die aktuellen Ereignisse um den hand- und fußfesten Einsatz der Hamburger Polizei am letzten Wochenende werfen die Frage nach der „Kennzeichnung von Polizisten“ im Dienst neu auf (siehe weiter unten). Wie sollen Polizisten, die nachweislich Grundrechte oder Demonstrant_innen verletzen, angreifen, treten, schlagen oder misshandeln dingfest gemacht werden, wenn die Beamten in ihren Kampfmonturen alle ähnlich aussehen und nicht unterschieden werden können?

Eine Frage, die schon seit Jahrzehnten die politischen Lager spaltet – und die zur Wahl der Hamburger Bürgerschaft zu den dringenden Fragen gehört, die ich meiner Wahlentscheidung zugrunde lege. Ich habe die Kandidat_innen zur Hamburger Bürgerschaft per E-Mail angefragt. Hier sind die Antworten (nach Eingangsstempel in meinem Postfach sortiert): Continue reading

Wieder rassistische Kontrollen auf St. Pauli – Lampedusa in Hamburg weiter unter Druck von Schillz Polizei

Achtung! Rassistische Kontrollen auf St. Pauli

Donnerstag 3. April, SOS St. Pauli berichtet von drei verschiedenen Kontrollen durch uniformierte und wie auch zivile Polizisten. Die kontrollierten Personen wurden festgenommen. Bisher gibt es keine Nachricht darüber, ob sie frei gelassen wurden. Bereits am Mittwoch waren zwei Mitglieder der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ kontrolliert und festgenommen worden. Es wurde eine Meldeauflage bei der Ausländerbehörde verfügt und die Festgenommenen nach einigen Stunden freigelassen. Continue reading

Never Ending Erregung – gerät die „Bullen aus der Kurve“-Debatte aus den Fugen?

Wenn es für Autoren rund um den FC St. Pauli einen „Alten Stamm“ gäbe, dann wäre Hermann Schmidt sein Präsident. Kaum einer hat so viele Erfahrungen und Anekdoten aus dem Leben als St. Pauli-Fan aufgeschrieben und als Bücher verkauft, wie er. Ich habe seine Art, seine Standpunkte klar, pointiert und auch provokativ zu vertreten, immer gemocht, auch wenn wir nicht immer – und zuletzt immer weniger – einer Meinung waren. Die Debatte über den „Bullen in aus der Kurve“, angestoßen durch einen Artikel in der basch #33, die Fragen, „Können Polizisten ultrà sein“ und „Wer hat das Sagen auf der Süd-Tribüne?“ bewegen nicht nur Verein und Fanschaft, sondern nun auch den Boulevard (Mopo, 11 Freunde und Spiegel Online – Keine Links wg. LSR). Und der Konflikt treibt unerwartet heftige Blüten: Hermann Schmidt ist über das Verhalten von USP und die Stimmlosigkeit des Präsidiums so erbost, dass er heute seine Mitgliedschaft im FC St. Pauli gekündigt hat.

”Der Artikel “ Bullen raus aus der Kurve“ im Fanzine „Basch“ #33 ist am 23. Juli 2013 veröffentlicht worden. Ich bin gegen jede Form von menschenverachtender Diskriminierung. Bis heute gibt es nach meiner Kenntnis keine offizielle Stellungnahme des Präsidiums des FC St. Pauli zu diesem Vorgang. Daher habe ich nach 23 Jahren Dauerkarten-„Dasein“ und hunderten von Auswärtsfahrten sowie nach der Veröffentlichung von 4 Büchern über den FC St. Pauli meine Mitgliedschaft gekündigt. Hermann Schmidt.

Für mich ist das schwer nachzuvollziehen. Ich halte die Debatte für intensiv, aber (zumindest hier im Blog und bei Facebook) für ausgewogen. Die Ansichten alter Gegengeraden-Recken, Fußball-liebender Polizistinnen und Südkurvler (bitte hier nachlesen, u.a.), einiger kultur-philosphischer Betrachtungen dazu, die können viel Spaß machen. Und mal ehrlich, wer, wenn nicht wir, sollen so etwas diskutieren?

Leider bringen Konflikte mit USP auch immer das Schlimmste in unserer Fanschaft zutage, was man sehr gut an den Kommentaren unter dem basch-Artikel selbst erkennen kann. Da schwingen USP-Gegner verbale Keulen, die mit dem Thema selbst wenig zu tun haben, geschweige denn irgendetwas dazu beitragen. Ich möchte mich hiermit aus der Debatte zurück ziehen, ich halte das USP Basching (sic! ;) für übertrieben und teilweise aus den Fugen geraten. Continue reading

Nachtrag zum Nachtrag zur „Polizisten Debatte“: Können Polizisten ultrà sein?

Abgesehen von der Macht- und Definitionsfrage, wer wen von der Süd ausschließen darf, ist es ja wichtig zu diskutieren, wieso gerade der Beruf des Polizisten sich mit den Leben in der Süd nicht verträgt. Ein wichtiger Debattenbeitrag findet sich dabei bei Metalust von „Biber“, den ich mal hierher hole …

Polizisten sind im Allgemeinen Beamte und sie stehen “in einem besonderen Treueverhältnis zu ihrem Dienstherren”; ihr Verhalten muss sich an die “hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums” (vgl. auch Art. 33 GG) orientieren und das 24 Stunden am Tag.

Und man muss jetzt nicht mal Böses (Der gemeine Polizeispitzel) unterstellen, sondern kann sogar von einem legitimen Freizeitinteresse ausgehen. Was aber nichts daran ändert, dass ein Beamter, erst Recht, wenn er im Vollzugsdienst tätig ist, entsprechend seines Diensteides auch in seiner Freizeit (die er in diesem Sinne gar nicht hat) Straftaten, die ihm zu Ohren/vor die Augen kommen verfolgen oder zur Anzeige bringen muss. Das macht ihn zwangsläufig zum Spitzel. Tut er dies nicht (und ich gehe jetzt mal davon aus, dass es in der Süd genau wie in der Gegengerade den einen oder anderen strafrechtlichen Gesetzesverstoss während des Spiel gibt), dann besteht die Gefahr, dass dies, so es denn seinem Dienstherren zu Ohren/Augen kommt (und die Möglichkeit ist ja angesichts der Medienpräsenz durchaus gegeben) für die betreffende Person berufliche Konsequenzen bis hin zur Entlassung haben kann.

Ich sage nun nicht, dass es zwingend so ist, aber die Option muss ich mitdenken und von daher würde ich einen Polizisten, der bei uns stehen will, auch sehr höflich und nachdrücklich auffordern, sich ein anderes Plätzchen zu suchen (idealerweise vor seinem Fernseher).

Nachtrag zur „Polizisten-Debatte: „Wem gehört die Süd?“

Wenn man sich den Beitrag in der Basch #33 genauer ansieht, dann tritt hinter „Polizisten-Debatte“ eine weitere Frage auf, die vielleicht die treibende ist: „Wer hat das Sagen, die Definitionsmacht auf der Süd?“ – eine Frage, die seit der Südkurvenblockade ungeklärt ist.

Die Südkurve will eine „selbstorganiserte Kurve“ sein, mit eigener Ausgabe von Saisonkarten, eigener Organisiation. USP, Ultrà Sankt Pauli sind – meiner Wahrnehmung nach – eine dieser Gruppen und Fanclubs, die die Süd ausmachen, allerdings eine mit Gestaltungsanspruch.

Für uns steht außer Frage, dass die Eigenschaft Bulle zu sein und gleichzeitig Teil der Südkurve oder gar Ultrà Sankt Pauli nicht zusammen passen können und einen nicht auflösbaren Widerspruch bedeuten.

Die Bezeichnung „Kurve der Ultràs“ ist offensichtlich nicht nur so dahin geschrieben, sondern Anspruch von USP, was sich im Übrigen, so wurde es mir berichtet, auch durch eine besondere Verantwortung von USP ausdrückt, bspw. wenn es um Bandengewalt oder ähnliches geht. Und nun definiert USP für die gesamte Süd, „den gesamten Fanclub, wie den Bullen, aus unseren Strukturen auszuschließen. Es wurde daher allen unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie sich von der Gruppe USP sowie der Südkurve fernhalten sollen und auch der gesamte Fanclub nicht mehr Teil selbiger ist. – Bamm, das ist explosiv – und in seiner Tragweite nicht zu unterschätzen. Ich halte dies für den zugrunde liegenden Konflikt und den schwerwiegenderen: Wenn ich Teil dieses Fanclubs wäre, sähe ich das in der Tat als einen Fall für den Ehrenrat.

Was wäre eigentlich, wenn Fabian Boll (#17) nu USP (Ultrà Sankt Pauli) Mitglied werden wollte?

Es ist das Thema der Woche: USP überführen einen Polizisten, sich in seiner Freizeit in der Südkurve aufgehalten zu haben, und reagieren fundamental: Bullen haben in der Kurve nichts zu suchen …

Wir wissen nicht genau, was den Bullen dazu bewogen hat, sich in unsere Fanszene zu schleichen. Es erscheint nach dem jetzigen Kenntnisstand unwahrscheinlich, dass es sich um einen Spitzel handelt, der damit beauftragt war, uns auszuspionieren. Komplett ausschließen können wir es jedoch nicht. Allein die Berufswahl ist jedoch mit dem „Hobby“ ultrà am Millerntor unvereinbar. Es bleibt dabei: Keine Gespräche mit Zivis und sonstigen Bullen!

Das klingt nicht nur paranoid, und mir ist durchaus bewusst, welcher enormer Verfolgungsdruck zu dieser Haltung führt. Ich halte das persönlich mit der Kritik von ‚Momo‘; bitte lesen.

„Und was genau ist jetzt an Werbern besser als an Polizisten?“

Ich gehöre zu den Menschen, deren berufliches Leben und das im Stadion von ambivalenten Konflikten durchzogen ist. Es gelingt mir nicht immer, im Job St. Paulianer zu sein. Das Millerntor ist für mich das, was René Martens einmal „der richtige Fußball im Falschen“ nannte, eine temporäre und örtlich auftretende Utopie, die aber durchaus auch in mein bürgerliches, von Widersprüchen durchzogenes Leben beeinflusst. Im besten Fall geht es dem Polizisten in braunweiss auch so.

So sehr ich die fundamentale Abwehr von USP nachempfinden kann, so falsch finde ich sie im Kern. Meine Empfehlung an Präsidium und alle, die nun sich empören: diskutiert mit USP, aber so, dass immer klar ist, aus welcher Haltung das hier passiert. Meine Erfahrung aus dem Südkurvenblockadedesaster zeigt: das geht, und vor allem mit USP. Nur aus dem Elfenbeinturm belehren lassen, das wollen die Jungs und Deerns mit den noch unkompromittierten politischen Ansichten sich nicht: zu recht.

Ein wenig polemisieren hilft da meistens: also USP, stellt euch mal vor, Fabian Boll würde morgen Mitglied bei euch werden wollen? – nee, mal im Ernst?

„Sicheres Stadionerlebnis“ – nu auch Du Gernot!

Die DFL brütet was aus.
Eine Kommission aus sechs Vereinsvertretern soll OHNE Beteiligung der Fans oder Fanvertretern die Repression und das disziplinarische Eigenleben dieses ominösen Verbandes weiterdenken, verschärfen und legitimieren. Mittendrin: Der Vize-Präsident des FC St. Pauli, Gernot Stenger.

Ich verweise an dieser Stelle auf die vorbereitenden Analysen vom „Magischer FC Blog“ und der „basch

Ich mag Gernot Stenger, vielleicht, weil er durch seine Erscheinung und die in Jahrzehnten abgeschliffene Art die Sprache eines Juristen zu sprechen eher unsympathisch wirkt. Ich habe bei ihm – und nur bei ihm – den Wunsch wahrgenommen zu vermitteln. Mich erreichen Berichte, nach denen er als einziger im Präsidium bereit war, mit der Stadt, der Polizei, all diesen Zirkeldemokraten in den Innenfight zu gehen. Vielleicht ist ihm das ja nicht gut bekommen.

Anders kann ich mir nicht erklären, wie man als Vize-Präsident des FC St. Pauli so vorgehen kann, wie es Gernot und Bernd-Georg tun (Orth ist ja, bis auf kurze Besuche in Lokalredaktionen, abgetaucht). Letztlich, so muss man feststellen, agiert dieses Präsidium GEGEN seine Fans. Am Ende der Analyse, ist den Herren der konsumierende Sympartysant näher, als die aktive und desorganiserte Fanschaft des FC St. Pauli.

Das war im Übrigen schon immer so, zumindest habe ich das so wahrgenommen, dass Fanschaft, Fanladen und Jolly Roger sich nicht immer vertragen haben mit der Organisation und Verfilzung eines Fußballvereins. Enttäuscht bin ich nicht, habe ich von diesen Herren nichts anderes erwartet. Fordern werde ich es aber immer wieder:

Schließt die Reihen, wendet euer Gesicht denjenigen zu, die uns kontrollieren, gängeln, und am Ende vertreiben gedenken – Seid souverän, autonom und Sankt Pauli.
Oder geht.

Es gibt kei­nen Mit­tel­weg, ihr müsst euch ent­schei­den, auf wel­che Seite ihr steht und ich habe Angst, dass alle un­se­re Träu­me und Hoff­nun­gen aber­mals bit­ter ent­täuscht wer­den, wenn ihr eure Wahl trefft. Ger­not, der du an die­ser Kriegs­er­klä­rung mit­wirkst. Du meinst es so gut, du hast so viel ge­lernt, wir haben so viel ge­spro­chen, und du bist ein her­zens­gu­ter Mensch. Lei­der zeigt das nur deut­lich, dass du genau weißt, was du tust. Bernd, ich er­in­ne­re mich wie ges­tern an die Hand­schlä­ge und un­se­re Gra­tu­la­tio­nen zur Prä­si­dent­schaft noch auf der Bühne des CCH. Du, der Schat­ten­prä­si­dent mit Am­bi­tio­nen, der tolle Typ. Dass du den “Kodex” un­ter­schrie­ben hast, ob­wohl du genau wuss­test, wel­chen Weg die­ser ebnen soll­te und dass es in un­se­rem Ver­ein, in des­sen Namen du das getan hast, tief­ge­hen­de Dis­kus­sio­nen zu den The­men gibt – ich konn­te es nicht fas­sen. Ist das wirk­lich der geile Ehr­geiz, der reine Op­por­tu­nis­mus dem Ver­band ge­gen­über? Ste­fan, gibt’s dich noch? Jens, Tjark, wo steht ihr?

… via basch
… der Autor ist Mitglied im „Club der 39“

Polizeiwache in der Gegengeraden – ein Thema für die JHV

Das Präsidium des FC St. Pauli macht es sich sicher nicht leicht, geht aber den Weg des vermeintlich geringsten Widerstandes, wenn es meint, das Thema „Stadionwache in der Gegengeraden“ hätte sich durch ein „alternativlos“ erledigt. Diese Annahme wäre dumm und arrogant.

Stadionwache in der Gegengeraden „alternativlos“? Continue reading

Meta-Fußball – zwei Hörtipps

Heute nach längerer Zeit mal wieder zwei Hörtipps.

Der erste liegt schon ein wenig zurück und ist vom 12.04.2012. Da Podcasts aber nicht schlecht werden, habe ich mir diesen Beitrag extra für die Sommerpause das Sommerloch aufgespart. Hier sprach Holgi innerhalb seines Podcastformates ‚wer redet ist nicht tot‘ mit Luis, dessen Freundin Polizeibeamtin ist. Die beiden diskutieren über die Polizeiseele. Kernthemen des Gespräches ist die Hundertschaft an sich und Luis‘ Eindrücke von einer Polizeivereidigung.
WR057 Ferngespräche XVIII – Hausbus Länge ca. 40 Minuten.

Direkt zum Abspielen im Browser

iTunes

Der zweite Tipp ist aktueller. In ‘HR2 Der Tag’ hieß es am 18.07.2012 „Joseph und seine Brüder – Das System Blatter“. Schöne Hintergrundinfos zur FIFA und zu seinem Sonnenkönig, dem Blatter Sepp. Länge ca. 51 Minuten.

Direkt zum Abspielen im Browser

iTunes

Viel Spaß beim Hören!

Keine Polizeiwache in der Gegengeraden – Fanpetition für ein Museum #Sozialromantiker

Die Sozialromantiker auf Sankt Pauli werden wieder aktiv und unterstützen die vielfältigen Aktionen gegen eine ständige und überdimensionierte Polizeiwache in der neuen Gegengeraden am Millerntor des FC St. Pauli.

Petition zeichnen

Unser Präsidium, so berichten gut informierte Kreise diesem Blog, ist hier grundsätzlich bereit, mit der Stadt und der Polizei dieses Thema nachzuverhandeln, braucht aber sicher ein breites Mandat. Deswegen ist es wichtig:

a.) die Nachteile einer solchen Wache zu benennen
b.) Alternativen aufzuzeigen

Beides tut die Initiative – DESWEGEN: Unterschreibt gerne

Das Rebellen-Dilemma #JollyRoger

oder „Young Rebels? HarrHarr!“

Jolly Roger Hissflagge
Jolly Roger Hissflagge

„Eine Strafe hier, eine Strafe dort. Das läppert sich zusammen und wird von uns nicht mehr tatenlos hingenommen. Ich erwarte, dass hier ein Umdenken in einigen Bereichen des Stadions und im Umfeld einsetzt. Wenn das nicht ab sofort der Fall ist, werden wir zum Handeln gezwungen„, kündigte er in einer Mitteilung des Vereins Konsequenzen an. „Diese Strafen tun dem Verein verdammt weh und gehen am Ende immer zu Lasten von uns allen. Es ist ein Punkt erreicht, an dem sich alle, die den FC St. Pauli ins Herz geschlossen haben, fragen müssen, ob wir wirklich so weitermachen wollen.“ Der Präsident weiß um die Situation des Vereins: „Allen sollte bewusst sein, dass wir uns auf dem Präsentierteller befinden und jede noch so kleine Verfehlung spürbare Konsequenzen für den Verein zur Folge hat.“

Ich zitiere hier das Hamburger Abendblatt einmal länger, auch weil es selbst aus lauter Zitaten besteht. Und eigentlich musste ich als erstes einmal laut lachen: „50 Pfennig hier, 50 Pfennig da, da kommt einiges zusammen“, legte sich mir doch ein Otto Waalkes Sketch über das Gesagte unseres Präsidenten – und tatsächlich, klingt dieses Statement ein wenig lächerlich. Diese Aneinanderreihung von Worthülsen, wilheminischer Großväter und bayrischer Innenminister würdig, sollen dem Boulevard (mit dem hat sich MFC auseinander gesetzt) signalisieren: Wir setzen jetzt mal ein Zeichen, wir, das Präsidium sagen Basta. – Aber zu wem? Continue reading

Rummel Rummel Rusch, de Bulle sit in Busch

Rummel rummel rusch,
de Neubau sitzt im Busch
Give mi nen lütten Astra oder ne lütte Wurscht!
Is de Wurscht to kleen, give me twey for een,
Is de Wurscht to groot, smeckt noch mal so god.
En Hus wieder sing wir Lieder,
En Hus achter wohnt Viva con Agua,
En hus voran
Wohnt de Schutzmann
Prost Gegengerade!
*

In Altona und anderswo in Norddeutschland und Dänemark ist man am Abend vor Neujohr durch die Nachbarschaft gelaufen und hat auf Rummelpötten, also Trommeln begleitet gesungen. Dieser Brauch ist innerhalb einer Generation fast gänzlich verschwunden. Süßigkeiten werden immer noch singend eingefordert, aber heutzutage zu Halloween.

Und dieses Schicksal droht auch dem Mythos „Gegengerade“. Wenn am Sonntag wieder junge Leute rummelnd durch den Stadtteil ziehen, dann fordern sie keine Süßigkeiten, sie fordern Gerechtigkeit. Und der Schutzmann wird sie begleiten. Vielleicht bis zum Millerntor, aber nicht hinein. Die Gegengerade ist zwar baufällig aber willkürfrei. Das wird sich mit dem Neubau dramatisch ändern.

Lassen Sie sich das nicht zu sehr auf der Zunge zergehen, denn Sie werden sie noch zum Schnalzen brauchen: Ein Kultclub. Ein Stadion. Fußball, Dramen, Totenkopffahnen. Eine Tribüne voller herrlich verrückter Freibeuter. Und direkt unter ihrem Hintern: der größte Stadion-Polizeipalast Europas.
Glauben Sie nicht? Wird gerade gebaut! Die neue Gegengerade am Millerntor! 10.000 Stehplätze. 3000 Sitzplätze. 570 Quadratmeter für Fanräume. Und gut 600 für ein Polizeirevier. Und zwar nicht irgend so ne Krümmels-Stadionwache wie in jeder X-beliebigen Arena. Dieses Baby ist nicht nur während der Spiele besetzt! Stattdessen „Rund um die Uhr, Tag für Tag!“ Mindestens, wenn Dom ist. Und das ist in Hamburg bekanntlich fast immer. Na, Groschen gefallen? Hier kommt Ihr Großkultrevier! „Wir waschen uns nie – St. Pauli!“ ist Geschichte! Die Zeit der Seifenopern beginnt.

schreibt Gerd in seiner beachtlichen Parabel auf das neue Großstadtrevier am Millerntor. Und mir wird so unbehaglich, wie lange schon nicht mehr. Dass die Gegengerade sich kulturell verändert, wenn sie neu erbaut wird, das war ja klar. Aber dass sich die Vollstreckungsbehörden mitten reinsetzen in die Gegengerade ist mir unerträglich. Was nicht so schlimm wäre, wenn es nicht auch gleichzeitig das Finale des Mythos der Gegengeraden wäre. Vergleichbar mit einer Roten Flora mit Schüco-Fenstern und Starbucks-Filiale.

Die DOM-Wache mitten in der Gegengeraden muss verhindert werden! Stelle mir gerade den Effekt vor, wenn der Wahnsinn, der polizeiliche Denke begleitet sich inmitten unseres Stadions breit macht.

*
Rummel Rummel Rusch ist das althergebrachte Halloween der Blankeneser gewesen. Ein schöner Brauch, den es heute nicht mehr gibt.
Als Kinder in Blankenese sind wir Silvester um die Häuser im Treppenviertel gelaufen und haben „gerummelt“, also das gemacht, was Kinder heute bei Halloween machen.

Innensenator Neumann und die Polizei von Schilda

Es ist nicht auszuschließen, dass nachfolgende Generationen dem SPD-Senat in Hamburg und der Hamburger Polizei manische Bewusstseinsspaltung attestieren. Sollte Innensenator Neumann schreiend und um sich schlagend aus seiner Senatskanzlei abgeführt werden, mich würde es nicht wundern. Zu absurd ist das, was seine Polizei und die Verwaltungsrichter in Hamburg zum Nordderby des FC St. Pauli gegen Hansa Rostock veranstalten.

Da wird zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga präventiv einem Gästeverein verboten anzureisen, indem dem Heimverein, dem FC St. Pauli, per Verbotsverfügung untersagt wird, Gästetickets auszustellen. Begründet und bestätigt von Verwaltungsgerichten wird das damit, dass dies die einzige Möglichkeit sei Sicherheit und öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Gäste wehren sich, und wollen dagegen in St. Pauli protestieren. Dies wird der Fanszene von Rostock nu untersagt. Nun, da keine Rostocker kommen dürfen, sollte die paranoide Beamtenseele seine Ruh haben. Hat sie aber nicht. Nu wird der Stadtteil St. Pauli noch zum Gefahrengebiet erklärt, was unter anderem ALLE in diesem Gebiet sich befindenden Bürger wichtiger Rechte beraubt, der Sicherheit wegen, die ja aber eigentlich gewährleistet sein sollte, denn zur Gefahrenabwehr hat man ja ursprünglich die Rostocker einmal ausgesperrt. Also muss man zu dem Schluss kommen: Wo die Polizei verfügt, ist Gefahr im Verzug.

„Herr Innensenator, diese St. Paulianer sind dran, sie wollen Sie an ihren Taten messen“, ruft die Referentin verzweifelt, „Blllll, Bllll“, dringt aus dem Zimmer des Innensenators. Der Bürgermeister hat das Handy aus und den Hörer lange daneben gelegt. Frau Leuthäuser-Schnarrenberger sei auch noch in der Warteschleife, sie tobe fast lauter, als diese Männer vom FCSP.

Es ist Freitag Abend, um 19:10, als der Senatssanitäter die Kollegen in der Geschlossenen anruft, der Innenminister droht, die Verfügung aufzuheben, er sei seelisch erschöpft heisst es und er murmelte, „Taten, Taten, an ihren Taten sollt ihr sie erkennen“, als die Polizei ihn nach Ochsenzoll geleitet.

FCSP vs Hansa Rostock: Organisierte St. Pauli Fans supporten vor dem Stadion #acabab #USP

FCSP - ACAB (Graffiti am Altonaer Balkon)
FCSP - ACAB (Graffiti am Altonaer Balkon)

Die Verbotsverfügung der Polizei Hamburg ist inzwischen vom OVG Hamburg vorläufig bestätigt worden, wonach es dem FC St. Pauli verboten wird, Hansa Rostock Gästetickets zu verkaufen. Das Ziel, die Hools unter den Hansa-Fans wegzuhalten allerdings wird wohl nicht erreicht, Hansa Rostocks Fans haben bereits eine Demo gegen „Polizeiwillkür“ angemeldet. Auch der FC St. Pauli wehrt sich gegen diesen schlimmen Eingriff in die Freizügigkeit von fußballschauenden Bürgern, so, wie die organisierte Fanszene des FC St. Pauli:

„Als Re­ak­ti­on wird es am Sonn­tag kei­nen or­ga­ni­sier­ten Sup­port oder Ak­tio­nen im Sta­di­on geben. Ein sol­ches Spiel ist nichts wert – es ist eine Farce und eine Ge­fahr! Der Treff­punkt für alle, die sich gegen die Maß­nah­men aus­spre­chen ist der Süd­kur­ven­vor­platz! Die Mann­schaft wird Hansa in die drit­te Liga schie­ßen, den Kampf um den Re­le­ga­ti­ons­platz span­nend hal­ten und wir wer­den drau­ßen dafür ein­ste­hen, dass wir auch in Zu­kunft dahin fah­ren kön­nen, wo un­se­re Mann­schaft spielt.“
… schreibt die basch, Magazin aus dem Umfeld der Ultrà Sankt Pauli. Und ich halte diesen Protest für richtig. Continue reading

Braunschweiger Polizei dreht eine Eskalationsstufe weiter: Öffentlichkeitsfahndung nach Pyro-Einsatz #Fortuna

„Chaoten“, der neue Kampfbegriff des Spiesbürgertums, werden von der Polizei Braunschweig öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben. Der Vorwurf: Durch den „illegalen“ Einsatz von Pyrotechnik hätten sich die Fans von Fortuna Düsseldorf „schwerer Gefährdung durch Freisetzen von Giften“ (Quelle: Express) schuldig gemacht. Die Exekutive dreht die Schraube ein Zahnrad weiter – ein imho unerträglicher Vorgang. Continue reading

Die Geister die ich rief

Zu der Causa „Geistertickets für das Millerntor“ der Verbotsverfügung Hamburger Polizei zum Spiel des FC St. Pauli gegen Hansa Rostock – möchte ich auf einen guten Beitrag von 1910blog verweisen:

„Nun stellt sich die Frage, warum haben nicht bereits andere Bundesligastandorte von dieser Klausel im Polizeirecht Gebrauch gemacht? Fanszenen bei denen das argumentativ genauso passen würde wie bei Rostock – St.Pauli gibt es zumindest aus Polizeisicht zuhauf. Und da kommen wir wieder auf die Rolle die unser Verein (ge)spielt (hat) zurück: Wir können leider nicht wegdiskutieren, dass der Verein bzw. das Präsidium Littmann selbst vor zwei Jahren (zumindest) einen Teilausschluss gefordert und forciert hat. Damit liefert man der Polizei Hamburg natürlich die Argumente frei Haus, die bei der Überprüfung durch das Verwaltungsgericht (und den vermutlich folgenden Instanzen) erstmal ausgeräumt werden müssen. Wie der Verein das Argument “sie selbst wollten doch vor zwei Jahren einen (Teil)Ausschluss der Rostocker Fans und die Situation hat sich ja nicht verbessert, sondern eher verschlechtert” wegdiskutieren will, ist für mich die spannenden Frage, natürlich neben der Rechtmässigkeit im Bezug auf die Verhältnismässigkeit dieser Polizeimaßnahme. Eben und insbesondere aufgrund des Präzedenzfallcharakters dieser Überprüfung durch die Judikative …“

Das ist in der Tat eine spannende Frage. Und ein echtes Dilemma.

„Sippenschutzhaft“ per Polizeianordnung: Gästefans von Hansa Rostock ausgesperrt

ACAB
ACAB Schriftzug am Millerntor (Polizeiwache DOM)
„Sippenschutzhaft“ wäre nur ein komisches Wort (via), wenn es sich nicht in letzter Zeit regelmäßig im Zusammenhang mit dem Deutschen Fußball (Bund) und der Gewaltdebatte manifestieren würde. Die Logik ist immer dieselbe: Ein Verein hat Problemfans, dann bekämpfen wir die Symptome mit einer Art „Breitband-Antifanikum“ und treffen damit alle Fans des Vereins.

Letzten Montag, das ist gerade zwei Tage her, gab es eine „Polizeianordnung“ an der Allianz Arena, die es dem Fanshop des FC St. Pauli verbot, Fanartikel zu verkaufen. Begründet wurde dies damit, schildern Zeugen diesem Blog, dass der TSV 1860 ein Fanproblem hat (nämlich eins mit Nazi-Hintergrund) und FCSP-Insignien diese zu Straftaten verleiten könnte. Schlimm. Aber es geht noch schlimmer …

Und heute erreicht uns die Nachricht, dass die Hamburger Polizei „eine Untersagungsverfügung für die Zweitligapartie gegen den FC Hansa Rostock am Sonntag, den 22. April 2012 (verfügt hat). Die Verfügung erlegt dem (FC St. Pauli) auf, keine Eintrittskarten an den FC Hansa Rostock für das Spiel im Millerntor-Stadion weiterzugeben.

Praktisch: die Exekutive braucht sich nie mehr den Einzelfall anzusehen – Und noch praktischer: als Sicherheitsbehörde kann ich das vielleicht sogar auf andere Gesellschaftsbereiche ausdehnen, wenn ich beim Fußball damit durchkomme. Also bald Castor-Transporte ohne Demonstranten, weil die ja durch gewaltbereite Beamte Personen verletzt werden könnten, oder durch ihre bunten gelben Sonnen die Landnazijugend provozieren?

Es ist gut und richtig, dass sich der FC St. Pauli gegen diese pauschalen Exekutivmethoden zur Wehr setzt und sich entschieden hat, „die Untersagungsverfügung der Polizei beim Verwaltungsgericht prüfen zu lassen. Es ist zu erwarten, dass der Ausgang dieses Verfahrens Präzedenzfallcharakter haben wird.“ – und das hoffe ich auch.

Man verstehe mich nicht falsch, persönlich kann ich auf die Fans von „Who the Fuck“ verzichten – so aber nicht!

Aufarbeitung der Gewalt beim Schweinske Cup – Untersuchungskommission von St. Pauli Fans eingesetzt – Aufruf an Augenzeugen Berichte anzufertigen

Schweinske Restaurant Reeperbahn (Foto)
Schweinske Restaurant Reeperbahn (Foto)

Am 14. Januar 2012 haben die versammelten St. Pauli Fans im Rahmen der Diskussionsveranstaltung vom Fanladen St. Pauli im Centro Sociale nach den Vorfällen beim diesjährigen Schweinske-Cup beschlossen, eine unabhängige Untersuchungskommision einzuberufen. Mit Herrn Prof Dr. Feltes von der Ruhr-Universität Bochum konnte ein Mitglied des
wissenschaftlichen Beirats der DFL dazu gewonnen werden, diese federführend zu leiten.

Wir bitten daher alle Fans, ihre Beobachtungen und Gedächtnisprotokolle zu den Vorfällen beim Schweinske Cup 2012 an das Fanprojekt des FC St. Pauli, den Fanladen St. Pauli zu schicken. Per Mail an info@stpauli-fanladen.de oder per Post in die Brigittenstraße 3, 20359 Hamburg. Die Daten werden vertraulich behandelt, alle eingehenden
Berichte und Protokolle an die Untersuchungskommision weiter geleitet und abschliessend gelöscht und/oder vernichtet. Auf Wunsch werden die Protokolle auch nur anonymisiert weitergegeben!


Besucht euren Fanladen persönlich oder virtuell (www.stpauli-fanladen.de)
Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 15.00 bis 19.00 Uhr sowie vor und nach den Heimspielen der Profis
Quelle: Fanladen St. Pauli, Brigittenstr.3, 20359 Hamburg
Tel. 4396961, Fax. 4305119, email: info@stpauli-fanladen.de

A.C.A.B. vieldeutige Protestform statt Beleidigung #acabab

ACAB
ACAB Schriftzug am Millerntor (Polizeiwache DOM)

Ein Fan des KSC ist nun in der zweiten Instanz freigesprochen worden. Ihm war zur Last gelegt worden, dass das Halten des Spruchbandes „A.C.A.B.“ im Stadion eine Beleidigung aller anwesenden Polizisten darstellt. Das sah nun ebenfalls das Berufungsgericht am Landgericht Karlsruhe anders „und hielt den Freispruch des KSC-Fans … aufrecht. Das Gericht sieht in dem Schriftzug weitere Deutungsmöglichkeiten als die von der Staatsanwaltschaft aufgeführte. Womit eine Verurteilung gegen das Grundrecht auf Meinungsfreiheit aus Artikel 5 im Grundgesetz verstoße. (Stadionwelt, 20.01.2012)

In diesem Sinne ein fröhlich-kritisches A.C.A.B.A.B. aus Sankt Pauli.

p.s. – warum sich dieser Einzelfall nicht als Allgemeingültig verstehen lässt, lest ihr bitte vorher beim Magischer FC nach.

Dahin, wo es weh tut

Gibt es aus wissenschaftlicher Perspektive konkrete Anzeichen dafür, dass die deutschen Behörden im Allgemeinen, und die Sicherheitskräfte im Besonderen, ein Rassismus-Problem haben?

Kien Nghi Ha: Mehrere Studien aus dem Bereich der Rechtsextremismus- und Wahlforschung haben darauf hingewiesen, dass gerade Polizisten und Beamte überdurchschnittlich stark rechtsextreme Parteien wählen und mit ihrer autoritären, rassistischen und extrem nationalistischen Ideologie sympathisieren. Allerdings sind Polizisten beruflich besonders belastet, da sie fragwürdige Gesetze etwa in Form von Kontrollen und Verhaftungen auf Basis von „racial profiling“ oder das menschenrechtlich bedenkliche Abschiebungssystem in die Praxis umsetzen und sich damit identifizieren müssen. Der Rassismus bei der Polizei darf nicht länger als persönliches Fehlverhalten oder bedauerliche Ausnahmen verharmlost oder verdrängt werden, sondern muss als institutionelles Problem ernst genommen werden.

Das ganze Interview findet sich hier, via Lichterkarussel.

Die unheimliche Allianz der Medien und Politik mit dem „Team Green“

Ein seltsamer Kameradschaftsgeist wird hochgehalten in Deutschlands Polizeirevieren. Und wie kaum einer anderen sozialen Gruppe gelingt es der Polizei, sich in Zweifelsfällen vor der Wahrheitsfindung zu bewahren. Verschworener als Chirurgen und eiserner als Soldaten halten sich Polizisten an das ungeschriebene Gesetz des Schweigens, wenn es in den eigenen Reihen zu Straftaten kommt.
Der Spiegel 1/1999 (!)

Jede_r St. Paulianer_in kennt die Geschichten um den „Polizei-Überfall“ auf das Jolly Roger, oder die berichteten Übergriffe von Beamten beim Derby gegen den hsv oder nach dem Spiel bei Umion Berlin, wo bemerkenswerter Weise Frauen die Opfer waren. Kein Wunder also, dass man als fußballinteressierter Bürger immer skeptischer wird, wenn es um das Thema „Polizei-Gewalt“ geht – und da schließe ich die Anwendung des Gewaltmonopols mit ein. Aus der Polizei, mit rechtsstaatlich übertragender Macht, wird immer häufiger ein Akteur. Das „Team Green“.

Seit dem Artikel im „Sitten-Spiegel“ aus dem Januar 1999, aus dem das Zitat oben stammt, scheint sich also wenig geändert zu haben. Es gibt diese unheimliche Allianz zwischen Polizei und Politik weiterhin, unterstützt von Medien, wobei letzteres in meinen Augen am schmerzlichsten ist.

Oder hat sich doch etwas getan?
Kann man das Naherrücken der Sportjournalisten an die Exekutive erklären?

Eine wichtige Rolle spielen imho alte Reflexe, wenn es bspw. bei Springermedien um die Bewertung von vermeintlich Linken Aktionen geht. In positivem Sinne sind die differenzierten Berichte der taz Ausdruck desselben Rudiments. Die in jeder Hinsicht disqualifizierenden Äußerungen der Hamburger CDU folgen demselben Muster.

Übrig blieb bisher, dass sich Informierte und Involvierte empörten, alle anderen, wie der Medienrezipient des 20. Jahrhunderts zufrieden gaben, mit dem, was ihnen vorgesetzt wurde. Die spannende Frage: Hat sich das durch den Einzug von Social Media in die mediale Kommunikation geändert?

Schon seit 2008 sind meine wichtigsten Quellen für Informationen über den FC St. Pauli keine professionellen. Und dieser Trend ist vom Spezialisten- zu einem Mainstream angeschwollen. Wichtigstes Indiz hierfür scheint mir die Reaktion des FC St. Pauli selbst zu sein, der sich zwei Tage Zeit ließ, um Augenzeugen-Berichte und Aufzeichnungen auch von sozialen Medien (Videos, Twitter-Nachrichten und Blogposts) zu sichten und zu bewerten. Es erscheint mir einigermaßen erstaunlich, dass sich ein Verein öffentlich so differenziert aufstellt. Das kann er nur, weil die handelnden Personen mehr zu begutachten haben, als die offiziellen Statements der Polizei und Medien.

Ich mag keine Prognose abgeben, ob die Sportberichterstattung als nächstes Opfer einer medialen Diversifikation angesehen werden kann, zu einer bedrohten Art gehören sie nach dem Ablösen von Lokal- und Wirtschaftsjournalisten durch Blogger und andere informierte Micro-Publizisten imho auf jeden Fall. Und das mag auch der wichtigste Grund sein, dass sich Journalisten, vor allem die Uninformiertesten von ihnen, so panisch an diese alten Reflexe klammern.

Wir erleben vielleicht gerade, wie sich die Öffentlichkeit eine differenzierte Meinung bildet, während sich weite Teile der Hamburger Innenpolitik und Medien selbst aus diesem Prozess abmelden.

Zum Thema:

„Dahin, wo es weh tut!“

Zum Glück allerdings werden wir alle – sofern „wir“ nach 1960 geboren sind – das Ende dieser Art von so genanntem Journalismus noch erleben: Diejenigen, die Fußballstadien immer nur aus der Perspektive der VIP-Tribünen gesehen haben und dennoch der Meinung sind, dass das Abtippen von Polizeiberichten schon Ausweis ihrer beruflichen Daseinsberechtigung ist, werden ihr blaues Wunder in Zeiten des Internets schon noch erleben: Sport-BILD-Kommentator Hesse wird sicherlich viel Zustimmung für seine Abrechnung mit St. Pauli ernten, fraglich nur von wem. Viele Fußballfans, die sich zwar nicht zum Anhang der Braun-Weißen zählen, dafür aber selbiges bis Drei können, ahnen, dass ihr Verein der nächste sein könnte, der als Oberrandale-Sau durchs mediale Dorf getrieben werden könnte, während die Polizei auch den stümperhaftesten Einsatz kritiklos abbuchen kann. Die Unzufriedenheit mit dem etablierten Sportjournalismus hat bereits zu Alternativen wie den “11 Freunden” und dem “Ballesterer” geführt – und diesen eine große Leserschaft beschert. Es darf gemutmaßt werden, wer Publikationen wie die “Sport-Bild” langfristig lesen wird, aber knapp 15 Prozent Auflageverlust allein in den letzten zwei Jahren lassen ahnen, wohin die Reise gehen könnte.


oder allgemeiner …

Bombay, Twitter und die Journalisten

Angst und Schrecken

Christian Bönig, dem Pressesprecher des FC St. Pauli, soll es laut Hamburger Abendblatt die Sprache verschlagen haben, als er auf die Gegenrede der Hamburger Polizei zu dem Nazi-Hools Angriff beim Schweinske Cup 2012 angesprochen wurde. Kein Wunder:

Nicht nur, dass die Schilderungen der Polizei, völlig neu sind, keinerlei Augenzeugenberichte oder vorherige Polizeimeldungen hatten von einer Fangruppe der St. Paulianer berichtet, die vor dem Turnier „Angst und Schrecken“ verbreitet haben soll, ihre Kriegsrhetorik allein ist verleumderisch.

Erdbeben, wie in Chile, verbreiten Angst und Schrecken (Tagesschau) oder Dschingis Khan seinerzeit. Milizen in Syrien oder Nazis in Thüringen.

Mich erfüllt mit Schrecken, dass die Nazis aus Lübeck so agieren konnten und durften, und vor einer Polizei, und einer politischen Klasse, die solche Verleumdungen unwidersprochen lässt, habe ich Angst!

Update: Auch der Übersteiger Frodo fühlt sich verleumdet, und als Augenzeuge wohl zurecht.

Update2: Und die Bloggerin Jeky führt zum richtigen Humor zurück …!

Schweinske – Und nu? / Voraussetzungen für einen Dialog

Wenige Tage nach dem Nazi-Hools-Angriff auf den St. Pauli Block beim Schweinske Cup und dem nachfolgenden Polizeieinsatz, stellt sich die Lage anders da, als von Veranstalter und Polizei dargestellt und von den meisten Medien kritiklos kolportiert.

Die Pressekonferenz des FC St. Pauli und seine differenzierte Stellungnahme sind wichtige Schritte zur Aufarbeitung der Geschehnisse. Nicht zuletzt, weil dadurch erst ein Diskurs in die Wege geleitet wird, der die Möglichkeiten einer Entwicklung bietet.

Innensenator Michael Neumann hat via Hamburger Abendblatt zu diesem Diskurs eingeladen, der am Donnerstag beginnen soll. „St. Pauli“-intern ist er bereits in vollem Gange.

Imho sind einige wichtige Parameter und Annahmen aber Voraussetzung, damit ein solcher Dialog überhaupt sinnvoll beginnen kann:

1. Die Polizei und Innenbehörden sind als Exekutivorgane Akteure und müssen Subjekte Objekte der Ermittlungen sein.

2. Die Berichterstatter und Medien müssen sich hinterfragen und endlich journalistischen Grundanforderungen nach kritischer Begleitung der Staatsmacht genügen.

3. Fußball ist politisch.

4. „St. Pauli Fans gegen rechts“ ist keine leere Formel – hinter der man sich allerdings auch nicht verstecken darf.

(5. Mehr Hippietum würde uns ganz gut tun.)

Ich bin gespannt, ob der Innensenator einen tatsächlichen Dialog führen kann. Von seinen bisherigen Äußerungen wird er dafür abrücken müssen!

Schweinske Cup 2012 – Gegen die Ignoranz. FC St. Pauli, beziehe Stellung!

– be non established –

In die Berichterstattung über Gewalt bei Fußballspielen oder wie am Freitag geschehen, bei Hallenturnieren wie dem Schweinske Cup in Hamburg, hat sich seit einigen Jahren eine Geisteshaltung eingeschlichen, die sich nur vordergründig als journalistische Sorgfalt tarnt, der in Wahrheit eine gefährliche Ignoranz und mangelnde Differenz innewohnt. Aus allen werden Täter, regelmäßig. Opfer ist dann der Sport, oder der Veranstalter. Menschen nicht mehr.

Diese Distanz-schaffende Vermengung schlägt sich dann in Formulierungen nieder, die wir auch im Zusammenang mit dem Hooligan-Überfall auf unseren Block in der Alstersporthalle lesen konnten: von „rivalisierenden Fangruppen“ (des VfB Lübeck, des FC St. Pauli und des Hamburger Sportvereins – selbst die Aufzählung vermengt Angreifer und Angegriffene), die „randalierend“ von der Polizei „getrennt werden müssten“.

Eine einfache Form, mithilfe Journalisten, Veranstalter (oft ein Verband) und Polizei die Deutungshoheit über das Geschehene behalten wollen. Nicht zuletzt, weil man sich so wohlig die Machtmitte teilen kann. Unter dem Mäntelchen der Überparteilichkeit ist es warm.

Nach den vielen Augenzeugenberichten, die mich dieses Wochenende über soziale Medien, wie Twitter, Blogs und Facebook erreichen, wird mir dieses bigotte Kartell noch bewusster. Und ich fange an, mich aufzuregen.

Und ich fühle mich zunehmend parteiischer. Ich bin Sankt Paulianer, und darf mich genauso, wie 100% der unserer Fans und Spieler in der Alsterdorfer Sporthalle als Angegriffener fühlen.

Einige der Angegriffenen haben sich gewehrt, was auf den Fotos in den Gazetten recht gut dokumentiert ist. Zweifelsarm kann man ihnen das als Notwehr und Selbsthilfe auslegen. Unter anderen Umständen, einige sogar ob ihrer Zivilcourage als Helden feiern, und ins Schloss Bellevue einladen. Nu, das ist vielleicht ein wenig zu pathetisch, aber den Hans Frankenthal Preis gewinnt man ebenso, durch sich wehren gegen faschistische Parolen. Auch gegenüber Hools, die ihre Gesinnung als Provokation tragen.

Ich bin parteiisch, weil ich von meinem Präsidium erwarte, dass es seinen angegriffenen Fans zur Seite steht, die Aggression aus Lübeck klar benennt und anprangert, dass die Polizei statt St. Paulianer_innen zu schützen, Pfefferspray wahllos gegen Familien sprüht.

Das Andererseits darf nicht fehlen und nicht ausgelassen werden. Allerdings aus einer eindeutigen Position heraus, die uns gegen Nazihoools aus Lübeck und dem Volkspark verortet, gegen Polizeigewalt und mediale Ignoranz.

Schweinske Cup 2012: „Fußball-Fans aneinander geraten“

Es war kurz vor 19:00 Uhr, als die ersten Meldungen über Twitter meinen Stream erreichten, Hools des VfB Lübeck hatten, unterstützt wohl von einschlägig bekannten Rautenhools, unseren Block überfallen, geprügelt und zwei Fahnen geraubt.

Die Polizei soll dann mit Startbahn-West Methoden, Pfefferspray und Schlagstockeinsatz, viele Unbeteiligte und Kinder getroffen haben.

„Okay, diese Typen kommen in die Halle, alle einheitliche Shirts, brechen sofort durch und werden nur von einer eher zufällig da rumstehenden Polizeieinheit daran gehindert, gleich rüber zu kommen. So ihr liebe Leser, habt nun den Taktikhut auf: Ihr habt 200 Kräfte vor Ort, ihr habt 80 Leute, deren erste Aktion ist einen Sturmversuch zu starten, ihr habt 1.000 Leute, die ziemlich derbe reagieren. Nun kommt die Meisterfrage, was macht ihr?

Denkt mal in Ruhe drüber nach. Wie wäre es mit folgender Lösung: Den 80 Leuten stellt ihr 10 Beamte an die Seite, ohne Helm und locker formiert. Die 1.000 Leute kesselt ihr mit behelmten Kräften komplett ein. Wärt ihr jetzt nicht drauf gekommen? Die Hamburger Polizei schon.“

Weiterlesen beim magischerfcblog

Reaktionen:

Aber Danke an alle Idioten, Schwachmaten und Hohlköpfe die das zu verantworten haben. Trefft Euch auf dem Acker Dienstags Abends aber lasst unseren schönen Sport in Ruhe – ihr macht ihn kaputt!!!!!
-Ralph Gunesch (fb)

VfB’ler sind in den Sankt Pauli-Block sowie in den Block i sich wild prügelnd eingedrungen. Sämtliche Bier- und Fressstände zerstört. Das Tränengas reizt die ganze Halle. Die Spieler Husten ebenfalls. Der Gästeblock ist jetzt leer.
-Mara C. (fb)

halle, security und polizei haben versagt. unfähig für sicherheit zu sogen. lübeck (inkl hsv) haben angegriffen und bannergeklaut. st.pauli hat nur flaggen verteidigt. polizei war überfordert und hat erstmal stpauli angesprayed. ich war 10 sitzreihen vom geschehen entfernt und habe pfefferspray abbekommen. schweinereicup.
-Miguel M (fb)

Die Brisanzmaschine

Police Line (Foto: Von loop_oh via flickr, cc-Lizenz by)
Police Line (Foto: Von loop_oh via flickr, cc-Lizenz by)

Die Brisanzmaschine läuft auf Hochtouren, das Präsidium der FC St. Pauli ruft mit dem des Gegners Hansa Rostock zur Friedfertigkeit auf. Wohlfeile Worte, allein es fehlt der Glaube, dass diese Wirksamkeit verbreiten können. Zusehr sind Medien und Staatsmacht auf Randale eingestellt, das strömt inzwischen so ungeniert aus dem Boulevard und aus den bekannten Gewerkschaftsmündern, dass ich mich ernsthaft frage, wer da an unserer demokratischen Grundordnung herumfingert. Folgenden Text lese ich beim Blog Lichterkarussel – und neige zur Zustimmung:

Für uns bedeutet diese Fahrt also kein sommerlicher Sonntags-Ausflug ins beschauliche Freiburg zu werden sondern bürgerkriegsähnlicher Ausnahmezustand. Schon in Altona wird die Bundespolizei die braun-weißen Fußballterroristen gebührend in Empfang nehmen und mit allem begegnen, was die dehnbare Rechtsstaatlichkeit der Bundesrepublik zu bieten hat. De facto bedeutet das die Kontrolle aller Menschen, die nach Rostock fahren wollen. In den Zeiten vor und nach dem Spiel wird es, so hat es die Polizei mittels einer Allgemeinverfügung erlassen, verboten sein Glasflaschen und pyrotechnische Erzeugnisse mitzuführen – allen Reisenden, auch Nicht-Fußballfans. In Rostock wird die Anreise zum Stadion zentralisiert vom Rostocker Hauptbahnhof mittels Shuttlebussen „gelöst“ werden. Kein Marsch von der Parkstraße, wie gewohnt. Über die Beweggründe lässt die Polizei die Öffentlichkeit im Ungewissen. Ich zumindest hasse es in Shuttlebusse gepfercht zu werden. Am Eingang erwarten uns dann noch Sprengstoffspürhunde und verstärkte Videoüberwachung. Darüber hinaus munkelt man über Hubschrauberbegleitung der Züge aus Hamburg.

… und Sätze beider Präsidien, wie dieser; „Es hat sich immer häufiger gezeigt, dass Menschen solche Spiele nutzen, um ihre demokratiefeindlichen Ideologien zum Ausdruck zu bringen.“, lassen mich wirklich ratlos zurück. Spielen da die Vereinsvertreter mit bei dem Spiel, Delinquenz sich herbeibeten zu wollen? Was ist denn an (durchaus verachtenswerter) Randale „demokratiefeindliche Ideologie“? Damit können doch nur die Nazi-Hools aus whothefuck gemeint sein, oder einzelne Polizeivertreter, die das Gewaltmonopol überreizen … oder wen meint ihr damit, Gernot, Bernd, Stephan?

Update: Diese krude Formulierung mit der „demokratiefeindlichen Ideologie“, ist auch anderen St. Pauli Bloggern aufgestossen. SPNU unterstützt die Gemeinsame Erklärung zur Gemeinsamen Erklärung.

St. Pauli wird wieder Gefahrengebiet #Schanzenfest

Wenn man sich als Bürger oder Besucher des Schanzenfestes auf St. Pauli und den angrenzenden Bezirken bewegt, dann kann das gefährlich werden. Event-orientierte Männer (und seltener Frauen), wie die gewaltbereiten jungen Menschen (viele kommen gar nicht aus HH, sondern aus dem benachbarten Schleswig-Holstein) genannt werden, ruinieren regelmäßig ein fröhliches und politisches Fest rund um die Rote Flora.

Auch dieses Jahr hat die Polizei Hamburg wieder ein so genanntes Gefahrengebiet ausgewiesen, das vorübergehend paradiesische sichere Zustände wiederherstellen soll*.

Gefahrengebiet St. Pauli - Karte Continue reading

Bundestag Petition: Bundespolizei – Restriktiverer Einsatz von Pfefferspray

… auch für Fußballfans relevant:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, den Einsatz von Pfefferspray (bzw. Reizmitteln mit dem Wirkstoff Capsaicin und PAVA) seitens der Bundespolizei gegen Versammlungen, Menschenmengen und Einzelpersonen mit Ausnahme der Notwehr zu verbieten. Außerdem möge der Deutsche Bundestag prüfen, inwieweit er mittels eines Bundesgesetzes sowie im Rahmen der Innenministerkonferenz darauf hinwirken kann, dass diese Einschränkung Eingang in die Gesetze für die Polizeien der Länder findet. Continue reading