Congstar – woran man merkt, dass man den richtigen Partner hat

FCSP und Partner Aktion zur Woche gegen Rassismus

Congstar und St. Pauli, das ist eine gewachsene und gute Partnerschaft, auch dieses Blog hat bspw. über das Engagement des virtuellen Mobilfunkbetreibers für unsere E-Sportabteilung schon berichtet und ich habe keinerlei Anlass zu glauben, dass congstars Engagement generell oder aktuell bei der Aktion „Kein Platz fuer Rassismus“ geheuchelt ist.

Gegenseitiger Imagetransfer bleibt eine sensible Kiste

Vordergründig partizipiert der Sponsoring-Partner, so ist das auch gedacht und dafür wird ja auch bezahlt, vom positiven Image des FC St. Pauli. Wobei es natürlich erstrebenswert wäre, wenn dies auch andersherum wirkt; also positiv. Darüber hatte ich seinerzeit schon mit dem GF von Congstar, Peter Opdemon, im St. Pauli Podcast gesprochen. Negativer Imagetransfer von einem Werbepartner auf den Verein geht nämlich auch, wie wir ja immer mal wieder, am Beispiel von Astra oder Under Armour, feststellen.

Vor dieser Situation ist auch die beste Partnerschaft nicht gefeit, wie sich diese Woche zeigte.

Congstar schaltet Werbung auf ultrarechten Blogs, wie Zero Hedge – und reagiert auf Kritik

Auf Twitter hat eine Gruppe von Online Media Spezialisten, darunter die Horizont-Legende Thomas Koch, unter dem Hashtag #StopFundingHate 50 deutsche Unternehmen ausgemacht, die Werbung auf rechten Hetz- und Fake News Portalen schalten – und sie damit finanzieren.

Darunter ist auch Congstar, das bspw. auf dem rechtsaussen Blog Zero Hedge wirbt. warb.

Zero Hedge ist, das wird nach schneller Recherche klar, ein No-Go für Brands mit Anstand. Bei Twitter für immer gesperrt, fördert sich dieses Blog Verschwörungstheorien und bedient ultra-rechte Leser mit Hass und Hetze.

Negativer Imagetransfer zur Unzeit – und auch ein Problem für den FC St. Pauli

Thomas Koch hat Congstar dann in einigen Tweets aufgefordert, die Werbung zu stoppen und erhielt am Montag auch eine Antwort – eine, die einem Partner des FC St. Pauli gut zu Gesicht steht – und einer Partnerschaft vielleicht mehr nutzt als alle schönen PR-Texte:

„Vielen Dank für deine Nachricht. Wir sind bereits heute Morgen schon aktiv geworden und haben dafür gesorgt, aktuelle und auch zukünftige Platzierung in diesem Umfeld ausschließen zu können“

Congstar Hilfe auf Twitter

In einem solchen Fall ist schnelles Handeln angesagt und ich freue mich wirklich, dass Congstar so gut reagiert hat (uebrigens als eines der wenigen angeschriebenen 50 deustchen Unternehmen, die auf rechten Seiten werben). Der positive Imagetransfer ist gar nicht hoch genug zu ermessen, dieses Fehlverhalten eingesehen und abgestellt zu haben. So wird nämlich auch das Engagement in der Woche gegen Rassismus nicht beschädigt, was aus meiner Sicht ein Super-GAU darstellte.

Ein Kommentar

  1. Mhh, finde ich ehrlich gesagt ein bisschen einseitig. Insbesondere den Vergleich zu Astra.
    Astra hat sich meines Wissens damals ebenfalls klar von Fremdenfeindlichkeit distanziert und sich für das Plakat entschuldigt.

    Und auch wenn ich selbst der Meinung bin, dass das Astra-Plakat damals klar rassistisch war, die Finanzierung von Rechtsextremismus spielt für mich ehrlich gesagt nochmal in einer anderen Liga.

    Jetzt kann man das natürlich aufarbeiten, wie es dazu gekommen ist etc. Aber eine Gegenüberstellung von „Guter Sponser“ vs „Böser Sponsor“ ist hier meiner Meinung nach nicht zielführend.

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