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Bei HSV-Abstieg: kommen die jetzt alle zu uns?

In Hamburg herrscht nach drei Beinaheabstiegen des Vizestadtmeisters HSV kurz vor dem ersten tatsächlichen Rutsch in die zweite Bundesliga eine merkwürdige Ruhe. Auch in den Fanzirkeln des FC St. Pauli traut man dem Braten noch nicht so recht. Auch wenn der HSV so gut wie abgestiegen scheint, die Häme und der Spott lassen auf sich warten. Ein Phänomen, das mindestens vier gute Gründe hat. Ein Abstieg des HSV ist nämlich auch für den FC St. Pauli und seine Fans nicht ohne Nebenwirkungen.

 

Gewalt gegen St. Pauli Fans

Wer die Nachrichten der letzten Tage verfolgt, der denkt mit mulmigem Gefühl an den Moment, an dem der HSV auch rechnerisch abgestiegen ist. Die brutalen Übergriffe auf St. Pauli Fans, die wir in den letzten Monaten beobachten konnten, würden vermutlich zunehmen. Das kann man auch ohne tiefe Kenntnis der Szene befürchten. Wenn HSV-Ultras schon im eigenen Block auf Fans losgehen, dann wächst die Furcht vor Frustkeile; zumal diese in der Vergangenheit schon Menschen traf, die sich außerhalb von Ultra- oder Hooligan-Feindschaften bewegen.

 

Totgesagte leben länger

Auch wenn es übel aussieht für den Verein an der Müllverbrennungsanlage und auch die treuesten HSV-Fans sich langsam in ihr Schicksal ergeben – was macht eigentlich der Dino-Darsteller nächste Saison? – solange rechnerisch noch was drin ist, sollte man die Truppe nicht abschreiben. Man frage unseren aktuellen Trainer, was der HSV und sein Mythos in der Lage sind zu leisten. Der KSC hat das unter ihm ja leidvoll erfahren müssen.

Noch kann St. Pauli selbst absteigen (3. Liga)

„Lasst uns doch erst einmal selbst genügend Punkte holen“. schrieb Martin Drust, Marketingchef des FC St. Pauli, unter einen meiner Facebook-Kommentare letzte Woche. Das Spiel in der Pfalz, gegen den abstiegsbedrohten 1. FCK, schien diese Warnung zu untermauern. Gewinnt Aue gegen Greuther Fürth am heutigen Montag, dann beträgt der einst so komfortable Abstand auf den Relegationsplatz nur noch drei Punkte. Bei unserem schlimmen Torverhältnis eine echte Gefahr.

„Dann kommen die alle zu uns“

Bereits während des letzten Gastspiels des FC St. Pauli in der ersten Liga war ein Trend unverkennbar: plötzlich tauchten viele HSV-Anhänger aus Wirtschaft, Medien und Werbung am Millerntor auf, um sich Spiele gegen den BVB aus Dortmund oder Bayern München anzusehen. Verständlich aus Eventbesucher-Sicht, denn die sportlichen Ergebnisse sind vergleichbar (1:8 gegen Bayern München), dafür sind die Wege kürzer, die Stimmung besser und das Galao-Café in der Schanze zu Fuß zu erreichen.

Es gibt also genügend Gründe, sich bei aller Schadenfreude ein wenig zurück zu halten. Wer weiß, am Ende ist der Abstieg des HSV von langer Hand geplant, um die Derbypleite endlich vergessen zu machen?

 

{ 1 comment… add one }
  • Michael Justin 2018/03/20, 14:40

    …ein fast lustiger Ansatz bei diesem Thema…allerdings wissen wir eins…
    Der HSV gehört nicht in Liga II. !!!

    Mit 14 trug ich beim Bolzen noch voller Stolz das BP Trikot. Ein Jahr später (1985) stand ich mit 15 das erste Mal dort, wo ich auch heute noch stehe…bei uns…Gegengerade. Auf Grund von Zeitmangel fast schon selten, aber das Herz schlägt nicht ohne Grund seit 3 Jahrzehnten BRAUN-WEISS.
    Aber genau dieser Junge von früher, weiß das die SpVg Pinneberg/Stade einen Neuanfang nur dann beginnen kann, wenn es ganz hart kommt.
    3.Liga…keine Lobby, kein Kühne und die ganze andere Scheiße die da am dämpfen ist…das sich selbst die eigenen Helden von früher nicht mal mehr in den Volkspark trauen…
    In Liga 1 und 2 wird der sterbende Patient nur wieder an die Herz-Lungen Maschine angeschlossen…
    DAS ist kein Neuanfang…und die Lizenz für Liga II. scheint ja auch so sicher noch nicht zu sein…

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