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Schlagermove: „den will keiner auf St. Pauli“

… außer einer Interessengemeinschaft (IG St. Pauli) mit besten Verbindungen und guter PR-Abteilung.

Fuck Schlagermove: via Instagram

Das war mein erster Gedanke, als ich heute in der Mopo und im Hamburger Abendblatt verwundert Schlagzeilen, wie diese las:

  • Umzug nach Wandsbek? St. Pauli will Schlagermove behalten (HA)
  • Schlagermove 2019 in Hamburg: Jetzt kämpft St. Pauli auf einmal um den Schlagermove (Mopo)

„Dabei war doch alles gut“, denke ich überrascht. Sogar der Bezirk hatte sich den jahrelangen Protesten ergeben und angekündigt, den Umzug ggf. zu verbieten. Zu eindeutig schienen sogar der Marketing-versessenen Politik in Hamburg die Belastungen der Anwohner.

Und hier liegt auch der Hase im Pfeffer begraben, oder des Pudels Kern ;) – so offensichtlich sticht er einem mit seinem Hafer ins Auge, dass man sich wundert, dass man sich überhaupt gewundert hat: Die Interessengemeinschaft St. Pauli* vertritt nämlich gar nicht die „Interessen der Menschen auf St. Pauli“, sondern von einigen Geschäftsleuten auf dem Kiez.

Leute, die Macht und Einfluß haben … und vor allem sehr eigene Interessen, die primär monetär sind und mit dem, was die Bewohner St. Paulis wollen offensichtlich nicht übereinstimmen.

Für einige ihrer Mitglieder, so mein Eindruck, muss die Angst vor dem Umsatzverlust stärker sein, als die Furcht vor dieser Entlarvung, nämlich eigentlich kein lebendiges Teil St. Paulis (mehr) zu sein.

„Sich erst wortreich über zu viele Kioske und Billigalk zu beschweren und dann den Leuten hinterher zu trauern, die einen Großteil deren Kundschaft ausmachen, ist auch etwas irritierend …“

David Luther auf FB.

Die Menschen auf St. Pauli hassen den Schlagermove

Schlagermove Symbolbild: Photo credit: F. de Souza. on Visual Hunt / CC BY-NC-ND

Mit wem ich auch spreche, die Menschen auf St. Pauli, ob hipper Medienunternehmer, Kneipier, der über seinem Laden wohnt oder Lehrer im Stadtteil, sie alle haben gelernt, den Schlagermove zu hassen.

Vollgekotzte Straßen und Vorgärten, vollgepisste Hauseingänge, Kinderspielplätze mit kopulierenden Besoffenen. Das alles musste St. Pauli in einem Maß ertragen, das selbst dieses robuste Völkchen nicht länger hinnehmen wollte.

Und gerade als sich eine politische Lösung bietet, fällt wer den Menschen auf St. Pauli in den Rücken? Mit mächtig medialem Anlauf?

  • Der Verein, der 1985 als Interessensverband für die auf St. Pauli ansässigen Unternehmen und Betriebe gegründet wurde.
  • Er beeinflusst durch seine Aktivitäten das wirtschaftliche und soziale Geschehen im Stadtteil. Im besonderen Focus steht dabei die Entwicklung als touristischer Standort unter Berücksichtigung des eigenwilligen Charme und Flair St. Paulis. (mehr)

1 Kommentar zu „Schlagermove: „den will keiner auf St. Pauli““

  1. Pingback: Heckmeck um alternative Routen für den Schlagermove › St. Pauli Nu*de

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