Boykott der WM 2022 in Katar – Petition u Podcast

In unseren Podcasts war das ja schon Thema: je mehr und länger ich mich mit dem FC St. Pauli auseinandersetze und identifiziere, erlahmt das Interesse für die Nationalmannschaft auf nahe Null und ihre Events, die WMs und EMs, mich gar nicht mehr interessieren. Katar als WM Ausrichter passt da hervorragend in das von mir wahrgenommene Bild der korrupten FIFA.

Mitgefangen, mitgehangen – als Teil des Profifussballs soll der FC St. Pauli die WM in Qatar boykottieren

Guardian: „6.500 Wanderarbeiter sind in Katar seit der WM-Vergabe gestorben“

Das wäre es von mir zur WM eigentlich gewesen; ich hätte das Turnier weitestgehend ignoriert, vielleicht meinen persönlichen Außenseiter heimlich supportet, aber sonst nix. Die Meldungen des Guardian und anderer Medien, dass mehrere Tausend Gastarbeiter in Katar sterben und die anderen unter menschenunwürdigen Bedingungen dort für den König Fußball arbeiten; die anhaltenden Berichte über Diskriminierungen von Frauen und LGBTI+-gelesenen Menschen ändern meine Haltung grundlegend.

Norwegische Vereine, das Niederländische Parlament, Pro Fans – Aufruf zum Boykott der WM 2022 in Qatar wird lauter

Die ersten norwegischen Vereine haben mitgeteilt, dass sie und ihre Spieler die WM in Katar boykottieren werden; das niederländische Parlament erwägt dies ebenso wie die Organisation ProFans, aus deren Umfeld eine Petition ins Leben gerufen wurde, der sich dieser Podcast anschließt:

„Das WM-Turnier 2022 in Katar ist ein dem Fußball unwürdiges Vorhaben. Es werden so viele Gebote der sportlichen und politischen Fairness verletzt, dass es uns unverantwortlich erscheint, an diesem Ereignis teilzuhaben, ob als aktiver Sportler, Funktionär oder nur als TV-Zuschauer*in“

Boycott-Qatar.de

Boykott, gut und schön, aber was kann ich tun?

Als Konsument:

  • Die FIFA massenhaft mit Mails und Briefen eindecken, in denen wir unseren Protest ausdrücken,
  • Keine Produkte mit WM-Logo kaufen,
  • Keine Produkte von Firmen kaufen, die im Rahmen der WM aktiv werben und damit das Turnier sponsern, ne Kalle?
  • Nicht nach Katar reisen und zu Hause nicht an Public Viewings o.ä. teilnehmen.

Oder wie es in dem Aufruf heisst: „Unser Ziel ist es, das lukrative Zusammenspiel zwischen FIFA, Sponsoren und autokratischen Regimen zu stören. Es darf für sie nicht mehr attraktiv sein, die WM auf diese pervertierte Art zu präsentieren und den Fußball weiter zu ruinieren“

Als Hamburger: Petition an die Hamburgische Bürgerschaft

Ich habe in anderen Zusammenhängen gute Erfahrungen mit der Petitionsmöglichkeit unserer Hamburger Verfassung gemacht. Heute habe ich folgende Petition an die Hamburgische Bürgerschaft gesendet, die ihr euch gerne kopieren könnt:

Sehr geehrte Abgeordnete der Hamburgischen Buergerschaft,

in Anbetracht der Tatsache, dass auch die Freie und Hansestadt Hamburg und ihre Vereine Spieler zur FIFA WM 2022 nach Katar entsenden, bitte ich um folgende Feststellung.

Die Hamburgische Bürgerschaft möge beschließen:

Die Stadt Hamburg und ihre Vertreter:innen unterstützen den Aufruf, dass Spieler aus Hamburg oder von Hamburger Vereinen nur an der WM in Katar teilnehmen, wenn umgehend folgende Voraussetzungen nachprüfbar erfüllt werden:

  • ein diskriminierungsfreier Besuch des Landes und der Spielstätten für Jede:n, dies gilt insbesondere für Frauen, offen homo- und transsexuell Lebende.

Angesichts der, wie von renommierten internationalen Medien berichtet, tausenden Toten bei der Erstellung der Spielstätten im Land, sagt die Stadt Hamburg allen Vereinen, Sportlern und Einzelpersonen ihre volle Unterstützung zu, sollten sie eine Teilnahme an der FIFA WM 2022 verweigern.

Menschen und Institutionen aus dieser Stadt darf kein Nachteil entstehen, wenn sie die WM boykottieren.

Mit freundlichen Grüßen

Was noch fehlt: Ein Beschluss der FCSP JHV zum Boykott des FC St. Pauli der WM in Qatar

Mein St. Pauli Moment yet to come

Mein erster Impuls, als ich die Aktion des FC St. Pauli für seinen Sponsor Jack Daniels sah, war Ablehnung. „Was soll denn der Scheiß“, dachte ich. Vor allem, als ich den Satz las, dass beide (also der FCSP und der Industriewhiskey) für „Tradition und eine ‚Einfach-mal-machen‘-Kultur stehen. Beim Begriff „Tradition“ kriege ich inzwischen ja Pickel, zugegeben.

Und so wäre es bei einem launigen Tweet geblieben; wenn nicht in mir etwas angefangen hätte zu arbeiten … was wäre es denn, das mir dieser Sponsor ermöglichen sollte, was es so als „Normalofan“ nicht zu erleben gibt?

Jack Daniels x FCSP Gewinnspiel

Stadionsprecher für einen Spieltag?

Stadionsprecher für einen Spieltag; mit den Boys in Brown auflaufen; Freibier, aeh Freiwhiskey für alle?

Dabei fielen mir, passend zu Brittas, Lelles und Svens Filmchen lauter Dinge ein, die ich erlebt hatte. Mein Verkehrtherum-Homerun in der Halbzeitpause gegen den 1. FC Köln 1990, der von Schnee und Matsch verzierte Popo von Rothenbach, das magische Festival „Fussball und Liebe“ von meinem Freund Christian initiiert. Und so weiter und so fort.

Und dann kamen die Bilder von Momenten, die ich gerne noch erleben würde am ausverkauften Millerntor

1 Ein Heimspiel unserer ersten Frauen, unter Flutlicht und knapp 30.000 Zuschauer:innen. Eines, bei dem es um was geht; mindestens ein Pflichtspiel. Vielleicht, so stelle ich mir das vor, gestaltet unsere erste Herren das Programm in der Halbzeitpause?, lasst euch da mal was einfallen, lieber Rico Benatelli, Avevor und Co.

Alternativ oder gerne außerdem (wenn man einmal anfängt, sich Momente vorzustellen, dann stoppt das ja nicht nach dem ersten) wünsche ich mir ein Spiel gegen die „Nationalmannschaft“ von Rojava.

Einen Boykott unseres Vereins der WM in Katar, der auf jeder Jack Daniels Flasche auf dem Etikett supportet wird.

Und den Moment, wenn der FCSP nicht mehr für den DFB und die DFL aufläft, sondern einen cooleren Verband. Und es ist nicht der 1. April, wenn man das verkündet.

Das wären Momente, die mich in einen Rausch verfallen ließen, den kein Drink der Welt mir bescheren kann. Prost.

F.O.O.

Wer kennt noch den 80er Jahre Klassiker „Tote tragen keine Karos“? In der Schwarzweiß-Komödie geht es um eine Mordserie an Zeugen eines Schiffsuntergangs. Die Opfer tauchen auf einer Liste auf, die mit F.O.C. überschrieben ist, „Friends of Carlotta“ heißt das im Film. Analog dazu scheinen sich im Verein und auf dem Boulevard die Feinde unserer administrativen Leitung zu formieren. Neben Cheftrainer Schulle und Sportchef Bornemann haben sie unseren Präsidenten im Visier, Oke Göttlich.

Anlass genug, sich ungefragt auf die Liste der „Friends of Oke“ zu setzen und sich ein paar Dinge klarzumachen.

Friends of Oke

Ich bin nicht nur für die Fortführung des Abstiegskampfes mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und Menschen, ich stehe auch hinter dem im Sommer angegangenen Umbruch in Mannschaft und Trainerteam. Was ggf. bedeutet, dass andere Menschen in den Vordergrund rücken.

Oke bleibt nach vielen Wechseln in der Vergangenheit, die uns immer wieder in Abstiegsnot bringen, sowieso nicht viel anderes übrig, als auf Kontinuität zu bauen. Ich möchte die auch, und vor allem mit Oke als meinen Präsidenten.

Die strategischen Erfolge der Ära Oke

DIY, „Do it Yourself“ ist nicht erst seit Youtube ein Hit, sondern insbesondere Eigenschaft des Punk. Unabhängigkeit durch Selbermachen heißt dann eben auch, dass zur Not drei Akkorde und Geschrei statt Gesang ausreichen müssen, wenn es um Musik geht. Hauptsache die Kontrolle über das eigene Leben und Tun behalten. Sich auch Zugrunde richten dürfen, wenn man das für richtig hält. Das ist Punk und popkulturelle Basis für das moderne St. Pauli.

Nach der Ära Corny und dem Verwalter Orth suchte man einen Moderator zwischen der rigoros politischen Basis des Vereins und dem Mainstream, aus dem wir nun mal unser Profidasein ziehen: der Wirtschaft und dem Profifußball.

Okes Präsidium hat vollendet, was Corny begann, nämlich die wesentlichen Vermarktungsassets in den Verein zurück zu holen:

  1. Merchandisingrechte
  2. Vermarktung
  3. Ausrüstung

Es gehört zu Okes absoluten Erfolgen, dass dies nicht nur gelang, sondern (so höre ich aus dem Verein) sogar so gut funktioniert, dass man die Einnahmen aus Vermarktung und Merch signifikant erhöhen konnte durchs Selbermachen.

Oke und die DFL

Es gibt für den FC St. Pauli nur zwei Formen des Daseins als Fußballklub: als Mitglied der DFL (DFB, UEFA, FIFA) oder außerhalb. Und auch wenn ich persönlich anstrebe früher als später aus diesem korruptionsverdächtigen Haufen auszusteigen, ist der Auftrag der Mitglieder des FCSP doch klar: Profifußball soll er spielen, der FC St. Pauli – am besten in der 1. Bundesliga. Damit verbleiben Oke und Co. genau zwei Optionen: Fundamentalopposition oder Mitmachen und Mitwirken.

Oke hat sich für den Marsch durch die Institutionen entschieden und mit Andreas Rettig einen (inzwischen entfleuchten) gewichtigen Mitstreiter gefunden. Stichworte, wie faire Verteilung der TV-Gelder, solidarische Organisation des Profifußballs und nicht weniger als das Überleben des Profifußballs in 2020 waren da seine Themen.

Und auch wenn ich mir persönlich klarere Kante gegen Rummenigge und Co. gewünscht hätte, ist der Einfluss des FCSP unter Oke stetig gewachsen. Und wahrgenommen hat man uns: als Treiber von Reformen.

Oke und die sportliche Expertise

Okes Achillesverse ist sein fehlender sportlicher Sachverstand. Ein Malus, den er nie geleugnet hat. Im Gegenteil, Oke hat offensiv immer wieder betont, dass er hier Hilfe und Rat braucht und in Ewald Lienen und Andreas Rettig sich zwei Schwergewichte des Deutschen Fussballs an die Seite geholt.

Zwei Menschen, die vordergruendig gut zu St. Pauli passen, in ihrem Kern aber immer noch den Gesetzen der Parallelgesellschaft Profifussball gehorchen. Bei Ewald Lienen fiel mir das zuerst auf der Krisensitzung in der Umkleide auf, wo er lieber Anekdoten von sich gab, als zu signalisieren, dass ihn die prekäre Situation tiefer tangiert. Zu Rettig habe ich auch eine Meinung, die ist aber eher aus dem Bauch heraus negativ und weil er uns mit Luhukay ein echtes Ei ins Nest gelegt hat bei seinem Abgang.

Sei es drum, Oke hat nicht die besten Entscheidungen getroffen, kann man in der Rueckschau sagen. Ein Grund mehr, sich nun den vermeintlichen Gesetzen des Geschaefts Fussball zu entziehen.

Wir haben einen Sportchef, der seinen jungen Kader gerade zusammen gestellt hat. Wir haben einen Trainer, der stpaulianischer nicht sein könnte. Und wir haben einen Präsidenten, zu dem ich keine Alternative sehe. Ich bleibe ein Friend of Oke und hoffe, dass er und unsere Boys in Brown diese Phase auch der Anfeindungen schadlos überstehen.

E.O.O. – Enemies Of Oke

Das Framing, erklaert mir Markus, mein Podcast Co-Host, am Telefon, dass Oke vom Fussball keine Ahnung hat, werden wir jetzt verstärkt wiederfinden in Presse und Social Media. Seine Vermutung ist, dass daran gearbeitet werden soll, im Mai diese sportliche Flanke gegen eine Nominierung Okes für eine weitere Amtsperiode zu nutzen.

Cui bono?

Wem das allerdings nützte und wen sich die Kritiker, die lauthals Konsequenzen und Rausschmisse fordern, denn als Nachfolger:in vorstellen, bleibt bisher im Dunkel.

Und auch wenn das bisher nur Forumsgefluester ist: Stani will ich nicht zurueck. Weder als Trainer, noch als Sportchef oder Praesident.

Offenlegung: Ich bin seit unserem Kennenlernen auf der magischen Auswaertsfahrt nach Mainz mit dem Team und Freunden der Weinbar St. Pauli auch privat mit Oke befreundet. Wir stehen (ich als Blogger und Journalist, er als Funktionär) oft auf gegensätzlichen Positionen und haben uns daran gewoehnt, dass das auch OK ist. Ich habe ihn damals gewählt und würde das wieder tun.

Profifussball oder Anderssein, das ist hier die Frage, FCSP!

Mutlos, blutleer, panisch und verschreckt. Ohne Struktur und Gegenwehr. Das sind die Attribute, die sich die Mannschaft des FC St. Pauli derzeit anheften muss – und sie haften wie superstronges Gaffa-Tape.

Ich schaue aus dem Wohnzimmerfenster und sehe eine eiskalte Bö über den Platz vor meiner Tür fegen. Sie treibt eine Zeitung aus dem letzten Jahr vor sich her. Würde mich wundern, wenn da etwas anderes drin stünde. St. Pauli verharrt in Angst und vertieft die Winterdepression. Nicht einmal mehr Wut will sich zeigen, leer und duster ertrinkt das Projekt Neustart im kalten Matsch der Januarrealität. Ich kriege mich selbst nicht mehr motiviert, nicht einmal um mich aufzuregen. So schlimm ist es – wie kann ich dann erwarten, dass die Mannschaft das tut?

Aktionismus und die Gesetze des Profifussballs

Timo Schultz jedenfalls hat nach dem Drücken des berühmten Resetknopfes schon weit vor Weihnachten keine Patrone mehr im Gürtel, so scheint es. Anders lässt sich die merkwürdige Demission von Robin Himmelmann nicht erklären. Der erklärt sich derweil auf Facebook, pathetisch nichtssagend als gesunden Torwart mit einer Menge offener Fragen. Wird da nicht sauber kommuniziert?, fragt sich der geneigte Supporter und sieht unter dem in wohlklingenden Buchstaben gehüllten Wappenküssen der Ex-Nummer-1 den modrigen Geruch von Rette-sich-wer-kann hervor steigen.

„Ich bin topfit, kerngesund und hatte bislang nicht die Ambition diesen Verein zu verlassen“

– Robin Himmelmann

Knoll, Himmelmann, Avevor, Ziereis und auch Benatelli – von einer Horrorhinrunde verletzt und aussortiert, bilden den Trester des einst von Stöver zusammengestellten Kaders und eben kein Rückgrat, wie im Sommer noch gehofft. Im Fall von Knoll sogar gegen alle Einwände, wie man hört – von Innen und Außen.

Nach den Gesetzen des Profifußballs wird die Luft für Schulle dünn. Und auch wenn er pfeifend im Blätterwald verkündet, das Nachspielen gegen Würzburg wäre kein „Endspiel“, ahnt er zurecht, dass es doch eines ist.

Geht der Anschluss an das rettende Ufer verloren und spielt der FCSP das dritte Spiel in Folge so desolat, schaffen es die Boys in Brown nicht, die eingangs formulierten Attribute abzuschütteln, steht Schulle vor dem Scherbenhaufen seines Neustarts aus dem Sommer.

Der Podcast zum Thema „Schulles Endspiel“

Die strategische Frage: Anderssein oder Profifussball. – beides scheint nicht zu funktionieren

Dieser Neustart sollte ein stpaulianischer sein, mit einem Urgestein als Dirigent. Profifußball als Plattform, das sozial-kulturelle Anliegen des FCSP zu tragen; einen anderen Fußball möglich zu machen.

Nach dem nunmehr dritten Abstiegskampf in fünf Jahren muss man wohl zugegeben: dieser Ansatz scheitert – immer wieder.

Der letzte, der mit Schulle, weil sich auch dieser nicht durchringen kann, sein Versprechen konsequent einzulösen – nämlich losgelöst von SKY-Analysen und Zweitligarealitäten einen anderen, einen begeisternden Fußball spielen zu lassen – fröhliche Attacke, koste es, was es wolle.

Freibeuter-Attitude, die zu Beginn aufblitzte, nach einer Niederlagenserie aber verloren ging. Das ist die eigentliche Tragik, dass sich das Umfeld, der Trainer UND die Mannschaft an die Gesetzmässigkeiten des Profifußballs wieder klammern, die sie loszuwerden versprochen haben.

Der FCSP ist Braunschweig, Sandhausen und Würzburg entgegen getaumelt – nicht nur spielerisch, kaum noch von denen zu unterscheiden. Das ist die eigentliche Verletzung, für die Schulle und Bornemann die Verantwortung tragen.

Trotzdem wichtig: Kontinuität.

Ich bin auch kein Freund von Aktionismen, befürchte aber, dass sie eintreten – beharrt der FC St. Pauli darauf, diese hybride Strategie zu fahren; einerseits Andersseinwollen und andererseits stinknormalen Profifussball zu spielen.

Drei Optionen hat Oke nun, die alle nicht rosig erscheinen:

  1. Schulle feuern und einen erfahrenen Abstiegsrecken als Trainer verpflichten. Markus Favorit in unseren Podcasts vor Weihnachten: Friedhelm Funkel. Das bedeutete das Ende des stpaulianischen Experiments. Bornemann als Sportchef hat bisher auch kein Gespür dafür gezeigt, ein dezidiert stpaulianisches Profil zu haben. Also ginge alles den Gang des Profifussballs. Dies scheint mir die wahrscheinlichste Variante, sollte Schulles 11 die Kurve nicht noch kratzen.
  2. Back to Jugend: eine Variante wäre, Schulle aus dem Feuer zu nehmen und ihm die Leitung des NLZ anzuvertrauen. Back to the roots quasi. Wie das vonstatten gehen kann, ohne dass einer das Gesicht verliert, weiß ich aber nicht.
  3. Festhalten, komme was wolle: die dritte Möglichkeit, die Markus für am besten hielte. Kontinuität entgegen allen Zerrungen und Wirkungen von Boulevard und Fanschaft. Stimmt es im Team immer noch?, dann kann das klappen. Knolls Boulevardsucht und Himmelmanns Geunke aber zeugen von einem zerrissenem Team. Festhalten geht also nur durch das Wegschicken von Himmelmann und Knoll, das konsequente Neubesetzen des Kaders.

Das wären alles Maßnahmen, die dem hybriden Modell folgen würden. Eine strategische Neuausrichtung, weg vom Profifussball, hin zum Anderssein, erkenne ich nicht. Und das ist die Tragik der Situation: entscheiden wir uns nicht für das eine oder das andere, ist der Abstiegskampf unsere Zukunftsvision. Was nicht schlimm wäre, hätte das Kämpfen einen tieferen Sinn. ;(

Diego Maradona und andere Wild Boys (in Brown?)

Diese Woche hält gleich drei Nachrichten parat, über die wir dringend podcasten mussten: der plötzliche Tod von Armando Diego Maradona, die letzte Fussball-Ikone und Volksheld Argentiniens (und Neapels), der magische FCSP auf Platz 17 der 2. Bundesliga und ein coronagerechter Zoom-Call mit der sportlichen Leitung des FC St. Pauli, Schulle und Bornemann.

Wild Boys Podcast: warum der Tango dem Walzer überlegen ist.

Wenn Du magst, gib uns Feedback zum Podcast in den Kommentaren …

Foto: Diego Maradona – gesehen vom argentinischen Künstler César Jara, von den Piratas del Sur

Scheiss St. Pauli

Nach Chemnitz, Cottbus und Rostock haben sich nun endlich die Fans das Vizestadtmeisters HSV in die Liste derjenigen eintragen können, die sich partout nicht benehmen wollen, wenn sie auf St. Pauli und am Millerntor zu Gast sind.

Anti-St. Pauli Gesänge, wie „Scheiss St. Pauli“ kommen meist von rechts Osten

Die immer wieder gerne wiederholten, deswegen aber nicht kreativer werdenden „Scheiss-St. Pauli“-Rufe des HSV-Anhangs wurden seinerzeit nur noch durch das „Deutsche wehrt euch, geht nicht zu St. Pauli“ getoppt – sie zeigen aber immer wieder den tiefen Komplex, der einige Menschen befällt, wenn sie und ihre Aggressionen an der liebenswerten Ironie unseres Stadtteils abperlen.

Zum Derby hat „Scheiß Sankt Pauli“ Hochkonjunktur

Gestern stand ich eine Weile am Millerntorplatz herum, ein „Hansa“-Pils genießend, als eine kleine Gruppe HSVer, von doppelt so vielen Polizisten begleitet, ihren Sonntagsspaziergang zum Kiez unternahm.

„Scheiss-St. Pauli, Scheiss-St. Pauli“ schallte es herüber. Eine Einladung, die wir gerne annahmen und fröhlich einstimmten.

Die Freude, Mitsänger gefunden zu haben (immerhin gibt es tatsächlich einige Dinge, die Scheisse sind bei St. Pauli, die vielen Rauten in den Business-Logen zum Beispiel, aber das ist eine andere Geschichte) – nun, eben diese Freude, dass auch andere mitsangen, kippte und fiel, das konnte man der entgleisenden Mimik deutlich entnehmen, in blankes Unverständnis um, als erkannt wurde, wer da mit in das Grölen einstimmte. 🙂

Eine schmerzhafte Divergenz zwischen dem, was der Kerl da hörte (Feind des Pauli ist mein Freund) und dem was er da sah (lauter Jolly Rogers auf schwarzen Sweatshirts). … und weil das schon mal ein toller Auftakt zum feinen Derby war, mehr davon:

Wie zeitlos populär der auf den Sänger zurückfallende Schmähgesang ist, zeigt sich zuletzt beim Hamburger Derby im Volkspark. Obwohl wegen Corona nur 1.000 Zuschauer zugelassen und ausschliesslich HSVer anwesend waren, entblödete sich der gesamte Anhang des Vizestadtmeisters, statt seine 11 zu spporten, Scheiss St. Pauli zu rufen.

Es bleibt erbärmlich. Und witzig.

FC St. Pauli Podcast live vom Millerntor

„Bloggen mit Stimme“ – zusammen mit meinen Co-Hosts und Gästen spreche ich in meinem St. Pauli Podcast (alle Episoden) über den Stadtteil, Fußball und POP-Kultur – Konzerte, Musik, Kunst und Events auf dem Kiez und beim FC St. Pauli. Sehr persönlich, manchmal polemisch und polarisierend.

Aktuelle St. Pauli Podcast Episode anhören:

FC St. Pauli Podcast in the making
Bier und Podcasten – immer ein Thema 😉

St. Pauli – Schmelztiegel, Partymeile und anarchischer Lebensraum. Heimat des magischen FC St. Pauli.

Blogger und Podcast Host Erik Hauth und sein Nebensteher auf der Gegengerade Nordkurve sprechen über den Kiez, den Verein und die Menschen dort – immer persönlich, pointiert und spontan – live on tape vom Kiez und aus dem Millerntor in Hamburg Sankt Pauli.

Am alten Konferenztisch von Dieter Mast (Jägermeister), beim Griechen oder am Millerntor unterhalten sich Markus, Willi und ich über unseren Stadtteil, den FC St. Pauli, die Menschen und Sensationen rund um den Ausnahme-Kiez Hamburgs links der Reeperbahn.

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Der St. Pauli Podcast, erscheint 2-wöchentlich – mit der freundlichen Bitte des gewogenen Feedbacks. Gerne in die Kommentare!

St. Pauli Podcast Host Erik Hauth

Podcast als Youtube Video Playlist

Fragen zum Podcast

  1. Warum gibt es keinen Feed?
    A: Ich habe bisher noch keine Lösung gefunden, die mich umhaut. Ich habe deswegen diesen Podcast erst einmal in meinen Soundcloud Account hochgeladen. Den Feed findet ihr hier bei Podigee.
  2. Gibt es den Podcast auch bei Itunes?
    A: Nee, noch nicht. Ja, Hier der Itunes Link
  3. Mehr Fragen? Bitte in die Kommentare – Antworten sammel ich denn hier.

Einen Nebeneffekt stelle ich jetzt schon fest: als Stotterer höre ich erst in dieser Aufnahme, wie sehr ich doch noch anstoße – etwas, wovon ich annahm, das hätte sich verwachsen. Ich betrachte das also nicht nur als großen Spaß, sondern auch als eine Art Selbsttherapie.

Als offizieller AFM Podcast danken wir dem FCSP und seinen Gremien für die ideelle Unterstützung.

Podcast: "Es gibt Dinge, die sind wichtiger als Fussball"

Markus und Erik über Fussball, den Sport für mittalte Maenner.

Timo Schulz“ Young Guns auf dem Rasen, auf den Tribünen mittelalte Männer. Was die Geister der 90er, die Nationalmannschaft und die Rolling Stones mit dem FCSP zu tun haben, besprechen Markus und Erik in dieser Episode des ST. Pauli POP Podcasts.

Dabei sprechen wir über das Geisterheimspiel gegen Heidenheim, das eben wie es Geister tun können, auch verzückte. Über Markus Antipathie gegen den Trainer von Sandhausen, die Nationalmannschaft und das Foto der alten Männer von 1990. Und wie wenig wir mit denen zu tun haben (wollen).

Was es heißt, Mainstream zu sein, und ob St. Pauli das schon lange ist, die Helene Fischer der Punkmarken sozusagen … und über den Musikgeschmack von Martin lästern wir auch ein wenig 😉

ps der Titel war ein wenig verwirrend, um Trump geht es gar nicht im Podcast – und deswegen habe ich, auch nach Kritik daran, den Titel geändert.

Paulihaus: "Merci für Nichts"

Auf St. Pauli wird wieder gross gebaut – und das ruft regelmäßig kritische Fragen auf und Reaktionen der Anwohner hervor. Das neueste Skandalprojekt: Das „PAULIHAUS“, das ein Berliner Milliardär von der Stadt HH quasi zum symbolischen Euro serviert bekommt.

Podcast Interview mit Clara und Steffen von „St. Pauli Code jetzt“

St. Pauli ist wütend und traurig. Die juristische Schlacht scheint nämlich um das Paulihaus geschlagen, und verloren gegangen zu sein: heute hat das Oberverwaltungsgericht HH die Sonderkündigungen bspw. des indischen Restaurants Maharadscha revisionssicher bestätigt. Die Baugenehmigungen nur noch eine Formalie.

Transpi: NEIN zum 6-stöckigen Büroklotz – St. Pauli Code statt Paulihaus

An diesem für die Stadttteilaktivist:innen rund um „St. Pauli Code jetzt“ ein schlimmer Tag – für die Mieter:innen erst recht. Trotzdem oder gerade deshalb, sprechen Clara und Steffen eine gute Stunde mit mir über die Aktion, den Wahnsinn, der sich Stadtentwicklung nennt und ihren festen Willen, mit ihrem Protest weiter zu machen …

St. Pauli Code im Netz

Webseite: www.StPauliCodeJETZT.de
You Tube Channel: https://www.youtube.com/c/StPauliselbermachen
Facebook: https://www.facebook.com/Paulihaus/
Twitter: https://twitter.com/StPauliCode

‚Macht die Logen auf‘ – Teilöffnung des Millerntor-Stadions

Nun ist es amtlich: der FC St. Pauli kann zum ersten Heimspiel der Saison 20/21 das Millerntor für Fans öffnen – zumindest für ca. 2.200.

Mein Podcast Zwischenruf zur Verlosung der Corona-Tickets

Heute am Morgen, als die Meldung dann offiziell über die Ticker kam (seit gestern rumorte es ja schon in der aktiven Fanszene deshalb), rief ich Markus an, um zu wissen, ob wir uns bewerben wollten für eine der verlosbaren Tickets für das erste Heimspiel gegen Heidenheim.

„Das ist billiger Ersatz. Ich geh da nicht hin“

„Das ist doch kein Fanerlebnis, wie ich das haben will. Das ist billiger Ersatz. Ich geh da nicht hin“, war seine Antwort.

„Wie läuft denn das?“, wollte er dann doch wissen. 15 EUR kosten die Tickets pauschal, habe ich ihm geantwortet. Unter allen Dauerkarten-Inhaber:innen werden die 2.200 und ein paar Zerquetschte dann verlost.

Infos beim FCSP.

Die Zahl der jetzt zugelassenen Zuschauer*innen ergibt sich aus den Absprachen des Vereins mit den Hamburger Behörden. Wenn alles gut läuft und die pandemische Lage es zulässt, besteht die Möglichkeit, das Konzept anzupassen und das Kontingent zu erhöhen.

Die Auslosung übernimmt das Kartencenter.

Presseabteilung FCSP

Wie steht es um die Plätze für die Behinderten?

In Absprache mit unserer Fanbeauftragten für Menschen mit Behinderung wird festgestellt, wie viele entsprechende Plätze z.B. für Rolli-Fahrer*innen zur Verfügung stehen. Wenn dann entsprechend mehr Menschen mit Behinderung sich auf Tickets bewerben, wird unter ihnen ebenfalls gelost.

Presseabteilung FCSP

Was ist eigentlich mit den Logen?

Soweit ich unterrichtet bin, gelten diese Konditionen nicht für die Logen. Mir wurde berichtet, dass diese eigene Mietverträge und deswegen eine eigene Nutzungsszenarien haben. Ich gehe davon aus, dass bei einer Teilöffnung des Stadions auch die Logen geöffnet werden. Wie wäre es denn, wenn man die eine oder andere Loge instantbesetzt – und diese Karten für diejenigen shanghait, die sich 15 EUR für ein FCSP Heimspiel nicht leisten können … was meint ihr?

Auswärtssiegerunentschieden

Ok, ich gebe es zu: an den Ausgleich habe ich auch nicht geglaubt. Aber wie die Boys in Brown aufgetreten sind, haette ich ihnen auch eine Niederlage nachgesehen. Das war eine starker Auftritt bei einem starken Gegner!

FC St. Pauli fightet in Bochum

„Klar, ich glaube immer an meine Mannschaft und ich meine auch, dass wir auch nach dem 2:0 noch gut im Spiel waren“; Schulle we love U!

Timo Schulle Schultz
Timo Schultz bei der PK

Transkript:

[00:00:00] moin moin St-Pauli Mitsubishi das war mal was ein Auswärtssieg
[00:00:05] Unentschieden es wäre ein wenig vermessen zu sagen ich hätte mir
[00:00:11] keine Sorgen gemacht nach dem 10 zur Halbzeit aber das war wirklich
[00:00:17] eine andere Nummer als gegen die Dinger aus dem Saarland das war eine
[00:00:24] Mannschaft die versucht hat spielerisch dagegenzuhalten gegen eine
[00:00:28] eingespielte Mannschaft die zum Favoritenkreis gehört diese Saison
[00:00:32] gegen Bochum die zu Hause vor Zuschauern Alter wie muss sich das
[00:00:39] anfühlen nach einem halben Jahr vor Zuschauern zu hönigmann das ist
[00:00:45] schon ein Brett und da musst du mal gegenhalten und da haben unsere
[00:00:52] Jungs finde ich auch schon da hier in der ersten Halbzeit ganz gut
[00:00:58] gehalten vor allem im Sinne von keine langen Bälle einfach mal nach
[00:01:05] vorne sondern die wollten das spielerisch lösen ich finde bezeichnend
[00:01:10] für die erste Halbzeit war das der Boss wieder da ist Christa revoir
[00:01:17] verdammte Hacke geiles Timing geiler Körper und zur Not auch mal da
[00:01:23] rein hauen also mit dem Morast einfach mal den Nacken weg rasieren im
[00:01:30] Mittelfeld sehr schön das hat mir gut gefallen und sein pauli ist
[00:01:37] eben wollen und an ist dadurch angreifbar sein gleichzeitig auf der
[00:01:42] rechten Seite die von Olsson und dem blutjung Kollegen wikov wie die
[00:01:49] sich abgewechselt haben hat mir gut gefallen und ich mein Gott so ist
[00:01:56] das eben denfeld der Ball mal zur falschen Seite und das dreimal
[00:02:02] hintereinander und ja dann macht der Kollege salasar bei 4 gegen 1
[00:02:08] ein dummes Foul und dann macht der Kollege Suhl oder wieder
[00:02:14] ausgesprochen wird ein Tor wohin wenn man wirklich echt extrem
[00:02:20] scheiße aussieht im Grunde genommen das ganze Spiel scheiße aussieht
[00:02:25] bis zu der Minute Wurst drauf ankommt nämlich wo wir den
[00:02:31] Anschlusstreffer erzielen und auf gar keinen Fall hinten noch eine
[00:02:36] rein darf dann ist jemand da dann hält der 23 geile Dinger
[00:02:42] tatsächlich habe ich nach dem 2 zu 0 auch gedacht ehrlich ich muss es
[00:02:50] zugeben das schaffen die nicht mehr und sie haben es trotzdem
[00:02:56] versucht mit spielerischen Mitteln Finn Ole Becker da rechtlich hat
[00:03:01] genau da angeknüpft wo das Lob von Jos Luhukay ihn hingebracht hat
[00:03:07] nämlich in die Spielmacher zentrale also der der hewa ich meine es
[00:03:14] war Kiri und diese wake up Chance in der sich meines war 75 Minuten
[00:03:21] oder so ähnlich das war ziemlich geil also St.
[00:03:26] pauli geiles Ding muss ich sagen dass es zwar einen wunder wunder
[00:03:33] wunderschöne Auswärtssieg Unentschieden.
[00:03:35] Wie man ihn schöner nicht erleben kann zwei Tore von dem der als
[00:03:40] Vorbereiter geholt wurde ich habe noch ich habe im im im Kirchenkampf
[00:03:45] angeguckt und zur Hälfte haben wir auch irgendwie wieder zur Nähe
[00:03:49] Bochum war besser aber wir waren jetzt nicht so viel schlechter also
[00:03:54] vielleicht noch mal eine Schippe drauf vielleicht ein bisschen mehr
[00:03:58] Glück und dann geht da noch was und es ging ja fast und also das
[00:04:04] finde ich einfach war schön das war einfach ein schönes erstes
[00:04:09] Auswärtsspiel obwohl ich es eigentlich gar nicht gucken wollte
[00:04:12] eigentlich hatte ich mit Markus heute telefoniert und gesagt zuerst
[00:04:16] Pauli im Profifußball und muss das sein an Dich lieber zu Altona 93
[00:04:21] und Daten Runde wir bestimmt auch ganz geil geworden aber ja ich bin
[00:04:27] zusammen pauli gegangen und bin bin ehrlich gesagt wegen tauschen
[00:04:31] worden ich hätte auch einen auch eine 21 Niederlage oder auch eine 20
[00:04:36] Niederlage hätte ich ertragen weil die Art und Weise wie St.
[00:04:40] pauli sich gewehrt hat mir imponiert hat ich finde als so junge
[00:04:46] Mannschaft solange die taktische Vorgabe wir wollen spielerisch
[00:04:49] hinten raus spielen bis zum Schluss durchzuziehen das ist schon cool
[00:04:54] also da musst du dann Trainer echt vertrauen dass das der richtige
[00:04:59] Weg ist selbst wenn du 20 hinten liegst boah das fand ich schon
[00:05:05] ziemlich cool und ich fand auch cool wie wie hättet kennen sich auf
[00:05:10] der linken auf unserer linken Seite durch getankt hat buballa hat mir
[00:05:16] gut gefallen Olsson großartiges Spiel zweimal da gewesen wo
[00:05:20] eigentlich in Bochum hätte sein sollen um das Tor zu machen großartig
[00:05:25] also ich bin gerade so ein bisschen im St.
[00:05:29] pauli Himmel wenn ich jetzt ein Bochum wäre würde ich mit euch noch
[00:05:35] durch die Kneipen ziehen und wenn ich das Ding am Stadion gesehen
[00:05:40] hätte würden wir es noch in der Weinbar sitzen und Weißwein trinken
[00:05:45] und darüber spekulieren dass genau dieses Spiel so wichtig ist um
[00:05:50] diese Truppe auf den richtigen Weg zu bringen also ich wünsche euch
[00:05:56] noch eine schöne Nacht egal wo ihr sie verbringt das war eine
[00:06:01] bonusfolge des FC St.
[00:06:03] pauli Pop Podcast liebe Grüße an Christa wie war das war ein schönes
[00:06:08] Spiel auch wenn du den Bock zum zwei zu null gemacht hast meinetwegen
[00:06:14] irgendjemand muss es ja machen salasar genauso schöner Box zum 10
[00:06:18] ansonsten hat mir das alles sehr gut gefallen was ihr außerdem
[00:06:23] gemacht hat es gibt doch dieses meme bei Facebook wo der Mathematik
[00:06:28] Professor so eine Gleichung macht mit Zähnen Gleichungen und am Ende
[00:06:32] baute einen Fehler ein und seine Studenten lachen und er sagt der
[00:06:37] Professor sieht seht ihr so sind wir konditioniert dass wir die
[00:06:42] Fehler sehen aber wir sehen nicht dass derjenige der das gerechnet
[00:06:46] hat neun Mal von 10 richtig gerechnet hat und das ist bei St.
[00:06:52] Pauli eben auch so heute gewesen neun von zehn oder acht von C und
[00:06:59] genauso wann in Ordnung oder Segen ist auch der Punktgewinn in
[00:07:04] Ordnung in Bochum und dass ich habe das so abgefeiert mit den
[00:07:10] Kollegen zusammen und auch so geile Tore so dies reinhämmern in die
[00:07:16] Maschen und Zack und ich will und diese ganze Körpersprache der ganze
[00:07:22] die ganze Spannung einfach weitermachen Maschine St Pauli geiles Ding
[00:07:27] gute Nacht das ganze Stadion beim nächsten Heimspiel hoffentlich
[00:07:32] immerhin paar ich würde mich freuen bis später

Der 23,5 Mio. Euro HSV-Deal Pokalaus Paulihaus Podcast

„Ich glaub das jetzt nicht“, hast Du das in den letzten Tagen auch öfter gedacht?

HSV Deal mit dem Stadiongrund, der Paulihaus Ausverkauf, Marvin Knoll in Engsberg, St. Paulis Pokalpleite und die Angst vor dem grossen Schulle-Irrtum?

Das sind unsere Themen, die Markus und ich heute in unserem Podcast besprechen:

Links:

SUPPORT your local Podcast: https://steadyhq.com/en/stpauli

PAULIHAUS SKANDAL: Youtube

HSV Deal: https://www.focus.de/regional/hamburg/fragwuerdiger-verkauf-fuer-eine-mark

Saison 20/21 Podcast: "Smells Like Team Spirit"

Justin Timberlage Podcast
Gage Skidmore Justin Timberlake speaking at the 2016 San Diego Comic-Con International in San Diego, California.

Wer wissen möchte, wie unsere Podcast Hosts Corona, das Heilmittel, das wir uns alle erträumen, Justin Timberlakes Placenta und Waldemar Sobota, den neuen Team Spirit eines Schulle in Einklang zu bringen versuchen, der starte diesen Podcast, nehme sich Zeit und Ruhe – und wer’s mag erweitere sein Bewusstsein durch Zuhören oder andere Substanzen.

Und sollte LSD tatsächlich gegen Covid-19 helfen, dann wisst ihr: wir hatten das Thema zuerst 😉

Links:

Foto: Gage Skidmore Justin Timberlake speaking at the 2016 San Diego Comic-Con International in San Diego, California.

Schulle, ist die einzige Möglichkeit

Timo Schulle Schultz – Cheftrainer FC St. Pauli – Foto: Arigrafie

Der FC St. Pauli hat einen neuen Cheftrainer. Einen alten Bekannten: Timo „Schulle“ Schultz. Und ganz St. Pauli jauchzt verliebt.

Sportchef Bornemann hatte es spannend gemacht und nach einer zweiwöchigen Evaluation, bei der Namen, wie der neue HSV Trainer Thioune oder die ehemalige Raute Grammozis gehandelt wurden – für mich eindeutig zuviel HSV 😉 – endlich Schulle als Lösung präsentiert.

Ob er damit Schulle schon beschädigt hat, bevor dieser anfangen kann, die Steine, die Luhukay umgeworfen hat, wieder aufeinander zu stapeln, wie er es selber sagt, bleibt eine müssige Diskussion. Schulle selber sprühte in seiner Vorstellungspressekonferenz vor Tatendrang.

Zu Schulle: „Endlich ein Trainer, bei dem man sich den Stadtteilrundgang sparen kann!“

Ich stellte Schulle in der PK eine Frage zu seinem Führungsstil, ist das doch die Hürde, an der Jos gescheitert war und die es nun besser zu machen gilt. Er sei ein offener Typ (der übrigens auch weiter twittern möchte, wie er verriet), dem Ehrlichkeit in Wort und Zugewandtheit am wichtigsten ist. Der Begriff „Innovation“ fiel mindesten zwei Mal, was darauf hindeutet, dass er den begonnenen Umbau weiter beschreiten wird.

Die Demission von Andre Trulsen ist ein erstes Indiz dafür, dass Schulle sich auch traut, unpopuläre Entscheidungen zu treffen

Innovation als zentraler Begriff für die Ära Schulle

Dies alles, gepaart mit „St. Pauli Siegeswillen und Frechheit“, soll den FCSP zuück in die Zukunft führen. Den Witz, dass Bornemann dabei die Rolle des schlohweissen Doc Emmett Brown einnehmen soll, schnallte ich erst beim abendlichen Podcasten mit den Jungs

Podcast zum neuen Trainer Timo Schultz

Die ganze PK kann man sich bei Youtube ansehen, unseren Podcast kannst Du hier supporten, und bei Spotify oder Itunes abonnieren

Legenden des FC St. Pauli – eine wohlwollende Buchkritik

Legenden des FC St. Pauli 1910
Legenden des FC St. Pauli 1910: Männer, Mythen und Malheure am Millerntor – (c) Arete Verlag

Hermann Schmidt war lange bevor es Blogs gab ein gewissenhafter Chronist des FC St. Pauli; seine Bücher mit den Schilderungen seiner Erlbenisse auf Auswärtsfahrten habe ich sehr gerne gelesen und sie dann mit meinen eigenen Erinnerungen verglichen.

Während seiner Lesungen und durchaus heftigen Diskursen online, bspw. nach der Südkurvenblockade lernten wir uns näher kennen und schätzen. In letzter Zeit war es still um Hermann geworden.

Umso mehr freue ich mich, dass er wieder kreativ wird.

Im Buch: Boll, Meggle, Oke, Corny, Schulle – dutzende Legenden unter dem Brennglas

Hermann Schmidt hat sich die Mühe gemacht, in einem Taschenbuch alle viele* Legenden des FCSP aufzulisten und ihren Stellenwert und ihr Engagement für unseren Verein zu beschreiben: immer sehr persönlich, manchmal launisch und mit irre viel Fakten unterfüttert.

Das Buch eignet sich für neue und alte „Paulis“. Eine kurzweilige Reise, zum Durchschmökern und immer wieder vorkramen.

Das Buch im Podcast

Das Buch „Legenden des FC St. Pauli“ bespreche ich auch in unserem Podcast ST PAULI POP, u.a. ab Minute 1:22:11

Verlosung: Der Arete Verlag hat uns 4 Exemplare für euch zur Verfügung gestellt. Hinterlasst bitte in den Kommentaren eure persönliche Legende des FCSP. Ich ziehe dann aus den Kommentaren die Gewinner:innen. Die Gewinner:innen sind gezogen und beanachrichtigt. Vielen Dazke fuers Mitmachen.

*Rouwen Hennings hat er vergessen und einige andere auch 🙂

Quo Vadis St. Pauli? – Corona Edition

Der moderne Fußball ist kaputt. Das haben wir, die den FC St. Pauli supporten, doch irgendwie schon immer gewusst. Corona hat uns nun das ganze Elend aufgezeigt, auf dem unsere Leidenschaft fußt. Wie in anderen Bereichen unseres Lebens, wirft uns die Corona-Krise nicht nur auf existenzielles zurück – und dazu gehört der Fußball eben nicht! – sondern sie zeigt uns auch, was entbehrlich ist.

Ich habe mich beinahe vom “#Bundesliga”-#Fussball entwöhnt, emotional verkatert frage ich mich jetzt: was bedeutet das für mein Verhältnis zum #FCSP?

ring2 auf Twitter

Was mir fehlt: die Menschen in meinem Verein, das Treffen vor und nach den Spielen, das Erschaffen eines politisch-kulturellen Gewebes, in dem es sich lohnt zu leben. Ein Gewebe, das meine Freunde Willi, Christian und Markus (um mal drei von vielen zu nennen), die Nord, den Wind und den Regen mit dem Rasen und dem Spiel verwebt; unsere Vorstellung einer gerechten Welt manifestieren zu lassen. Auf die Beschaffenheit des Tages selbst einzuwirken. Wer das einmal gefühlt hat, will das immer wieder – und nimmt auch Christian Seifert in Kauf.

Was mir nicht fehlt: der Profifußball mit seinen ultrakapitalistischen Regeln, seiner glatten, reinen Gier als Antriebsfeder. Seinen Logo-küssenden Soloselbstständigen, von denen wir uns in einer Art Stockholm-Syndrom einreden, dass sie zu uns gehören. Vielleicht fühlen das einige sogar, Mats und Max, bei Ralle und Kalla bin ich mir fast sicher – in einer Art gemeinsamer Geiselhaft.

Was ich mir eingestehen muss: Kritik habe ich viel geäußert, sogar kaputt machen wollten wir den FCSP in einem Podcast letztes Jahr. Im Kleinen haben wir sogar ein paar Siege davon getragen, gegen DFL und Co.. Dennoch muss ich, wenn ich darüber nachdenke, zugeben: ich bin Teil dieses modernen Fußballs, mein Verein ist Akteur – einer von 36 im deutschen Profifußball – und mein Präsident eines von sieben Präsidiumsmitgliedern der DFL. Ich bin Teil des Problem, mein Verein auch.

Was ich erkenne: Die Geisterspiele zeigen mir, der Profifußball braucht Menschen, wie mich nicht. Menschen, die ich in mannigfaltiger Form beim FCSP vorfinde. Und: ich brauche den Profifußball nicht. Die Geisterspiele des FC St. Pauli gehen mir eingermaßen am Mors vorbei. Ich fühle eine enttäuschte Traurigkeit, eine geisterhafte Vorführung dessen, was für mich Fußball ausmacht. Da hilft auch das famose AFM Radio nicht.

Es gibt keinen richtigen Fußball im Falschen

Jolly Rouge am Millerntor

Ich spüre, es ist die Zeit gekommen, uns vollständig infrage zu stellen. „Bring Back St. Pauli“, der Schlachtruf der Sozialromantiker von 2011 reicht nicht mehr. Es gibt kein Zurück aus der Selbsttäuschung, der wir kollektiv verfallen sind.

Der FC St. Pauli, wie wir ihn kannten ist kaputt, oder wie es ein Freund beschreibt: „In der strategischsten Situation seit Kriegsende kann der FCSP keine Alternative sein. Er ist mit Hinblick auf den Profifussball genauso ein Scheiss-Verein wie die anderen auch ( man sehe mir die krasse Ausdrucksweise nach). Er ist vom Grat gefallen und muss mit. Es ist wie Timm Thaler, der sein Lachen an den Teufel verkauft hat. Dafür ist kein Präsidium verantwortlich. Das sind wir alle, die dies auf jeder JHV auch so wollen. Ob das zu revidieren ist? Ich weiss es nicht.“, und spricht mir aus der Seele, wenn er mir schreibt, „Es wird an den eingeforderten Veränderungen liegen. Und daran wird man Oke messen. Ob das alles nur Lippenbekenntnisse sind, oder ob er es ernst meint und hier eine spürbare Opposition in der DFL aufbaut.“

Wir wollten eine Plattform des Guten im Profifußball sein. Ihn benutzen. Und sind gescheitert. Nun heißt es: neu erfinden oder kämpfen gehen.

St. Pauli als Plattform: was soll das sein?

Darüber muss ich noch ein wenig nachdenken, ergänze diesen Artikel also immer wieder …

In der Zwischenzeit: kommentiert gerne mit euren Gedanken und Ideen, und hört euch gerne Willis, Markus‘ und meine Gedanken dazu in unserem Podcast an.

Das neue FC St. Pauli Trikot 🏴‍☠️

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Das neue FCSP Trikot von Under Armour: Foto: FCSP

Anders als den Spielzeiten zuvor, spielt der FC St. Pauli diese Saison bei seinen Heimspielen in Trikots, die in den klassischen Farben Braun, Weiss (eigentlich beige) erhältlich sind, ohne die bunte Hommage an die queeren St. Paulianerinnen und mit klarem Bekenntnis zur Vielfalt zu vergessen.

Saison 2020/21: Das Regenbogen-Trikot ist wieder da!

Vorbei sind die Zeiten, in denen die Bemühungen der Fanschaft und des Vereins, sich gegen Homophobie zu stellen, an der Kabinentür endeten.

Trotz vieler Proteste stattet der US-Hersteller Under Armour die Boys in Brown auch zur Saison 2020/21 aus. Hier findest Du alle Infos zum Heim-, Auswärts- und Pokaltrikot des FC St. Pauli:

Das neue FC St. Pauli Trikot: klassisch braun mit Regenbogen-Applikation

Das neue Trikot ist online und im Handel erhältlich.

„Wir sind unheimlich froh darüber, in Trikots spielen zu können, die Symbole tragen, die für unseren Verein stehen und mit denen wir uns identifizieren. Das neue Design ist eine Hommage an alle, die die Werte des FCSP vertreten“

Bernd von Geldern (Geschäftsleiter der FC St. Pauli Merchandising GmbH).

Under Armour HICHTECH: HeatGear – Derbysieg ohne Hitzestau

Die neuen Trikots des FC St. Pauli sind immer noch aus Under Armour HeatGear® Material gefertigt – so wie letztes Jahr ;). Mit gerade einmal gut 100 Gramm sind die Trikots besonders leicht und zudem aus einem schnell trocknenden Material. Schweiß wird dadurch schnell vom Körper weggeführt und der Spieler freut sich über ein trockenes Gefühl. Wie schön.

Und verkaufen tun sich die Hightechleibchen auch, wie Geschäftsführer Andreas Rettig der W&V verriet.

„Ein deutlicher Zuwachs bei den Trikotverkäufen auch in der abgelaufenen Spielzeit zeigt uns, dass die Trikots von Under Armour – auch international – äußerst positive Resonanz erfahren“

FC St. Pauli ueber das neue Trikot

Funfact: Diese Saison debutierte der FCSP bereits am Ende der Vorsaison in seinen neuen Trikots: „Das Saisonfinale in Wiesbaden war das erste Mal in der Vereinsgeschichte, dass unsere Kiezkickers mit einem Auswärtstrikot der folgenden Saison spielten! Das hat man sich schon oft gewünscht und es ist in der Tat noch nie passiert, aber in diesem Jahr ist alles anders“.

FCSP

Trainerbeben beim FC St. Pauli: Luhukay schmeißt hin, Schulle und Kalla neue Chefs

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Foto: Northside, CC-by 3.0

Mitten in der Krise geht der Chef von der Brücke. Gestern Abend hat überraschend der Cheftrainer des FC St. Pauli, Jos Luhukay, das Handtuch geworfen und fristlos gekündigt. Der bisherige Cheftrainer des NLZ, Timo Schulz, übernimmt die Kiezkicker.

„Seit Wochen kein Fortschritt in der Mannschaft zu erkennen“

Jos Luhukay über die Gründe seines Rücktritts

Auf einer eilig anberaumten Pressekonferenz, stellte sich Jos Luhukay den Fragen der Journalisten. „Seit Wochen kann ich keine Fortschritte in der Mannschaft erkennen“, beklagte sich Luhukay. Schlimmer noch, als Teile der Mannschaft anfingen, statt im Real Life gegen den Ball zu treten, verbotene „FIFA 20“-Turniere mit Gleichgesinnten in anderen Clubs, bspw. Schalke 04 zu veranstalten, sei ihm die „Hutschnur geplatzt“.

„Die Spieler liegen auf dem Sofa und ich und mein Trainerstab stehen mit den Hütchen alleine da“, ergänzte ein sichtlich erregter Trainer.

Bornemann, Sportchef des FC St. Pauli, der in alte Chaos-Zeiten abzurutschen droht, präsentierte unterdessen eine interne Lösung.

Ein St. Pauli Tandem führt den FC St. Pauli: Timo Schulz und Schnecke Kalla bilden eine Doppelspitze

Mit Timo Schulz, bisher Cheftrainer des Jugendleistungszentrums und 129-facher Pflichtspieler übernimmt ein St. Pauli Urgestein den Cheftrainerposten. Ihm zur Seite gestellt, fungiert Jan-Phillip Kalla als „spielender Coach“. Der Verein hat schleunig den am Saisonende auslaufenden Vertrag mit dem als „Fußballgott“ verunglimpften Ur-St. Paulianer um drei weitere Jahre bis 2023 verlängert.

„Mit diesem Duo kehrt St. Pauli zu seinen Wurzeln zurück“, freute sich Präsident Oke Göttlich. Die Spielweise der beiden wird sicher bald schon das Spiel der Boys in Brown prägen. Die gepflegte Scherengrätsche wird dann festes Repertoire einer kampfeslustigen Truppe. Dann braucht auch niemand je wieder einen neuen Rasen: der wird ab jetzt jeden zweiten Spieltag umgepflügt und frisch mit Sauerstoff versorgt.

Corona und die Kaderplanung – bleibt alles bei den Alten?

In diesen Zeiten, in denen der Ball ruht, hat man viel Zeit, über seinen Herzensverein nachzudenken. Ich zum Beispiel lese alles, manchmal auch doppelt, was ich zum FCSP finden kann, und sei es nur um den omnipräsenten Corona-Nachrichten zu entgehen. Dummerweise haben die meisten Nachrichten, die unseren Verein betreffen, auch mit dem Corona-Virus und dessen Auswirkungen zu tun.

Photo credit: A.Davey on VisualHunt.com / CC BY-NC-ND

Manche davon, wie bspw. der Artikel in der Mopo, der sich mit „zehn auslaufenden Verträgen“ beschäftigt, regen meine Phantasie an. Und in dieser komme ich zu einem anderen Schluß, als die Mopo.

Unterm Strich sieht es selbst bei defensiver Schätzung so aus, als bräuchte St. Pauli mindestens eine Handvoll neuer Säulen plus den einen oder anderen Perspektivspieler, will man die Ziele höher stecken als bisher.

Mopo.de

Der Fußball Transfermarkt wankt

Wird die Saison verspätet zu Ende gespielt, wie es derzeit zu vermuten ist, dann wird Corona im internationen Fußball tiefe wirtschaftliche Spuren hinterlassen haben. Da wirken dann Beharrungskräfte, die kaum jemand für möglich halten würde: Spieler, die einen laufenden Vertrag haben, werden einen Teufel tun, den Verein zu wechseln. Vereine, die laufende Verträge haben, werden dasselbe tun – an ihren Spielern, vielleicht auch denen, die sie vorher abgeben wollten, festhalten.

Kontinuität als Chance: lasst sie spielen, die Boys in Brown

Dabei könnte das erzwungene Festhalten an einem Team, an einer Gruppe Fußballern auch dieser Glücksfall sein, den eben nur eine besondere Situation erschaffen kann. Bricht der Markt zusammen, oder kühlt sich spürbar ab, bleiben alle Spieler zusammen. Das hatten wir in der Vergangenheit erst einmal, als sich die Truppe um Boll, Bruns und Co. von der dritten in die erste Liga boxte. Als verschworener Haufen, den das Team des FC St. Pauli später nie wieder war.

Ich traue den jetztigen Boys in Brown zu, aus dieser Krise als sportliche Gewinner hervor zu gehen.

Der FC St. Pauli bekommt einen kompletten Kader voll 2020/21

Stammspieler mit einem laufenden Vertrag:

  • Robin Himmelmann (bis 2021)
  • Daniel Buballa (2021)
  • Luca Zander (2023)
  • Finn Ole Becker (2022)
  • Rico Benatelli (2022)
  • Ryo Miyaichi (2021)
  • Henk Veerman (2021)

Derzeit verletzte Stammspieler:

  • Christopher Avevor (2023)
  • Christian Conteh (2021)

Spieler aus der zweiten Reihe mit Vertrag

  • Kevin Lankford (2022)
  • Luis Coordes (2021)
  • Boris Tashchy (2022)
  • hinzu kommen die beiden ehemaligen Leistungsträger Christopher Buchtmann (2022) und Marvin Knoll (2022).

Spieler, deren Verträge auslaufen, die aber durch Corona zum Bleiben überredet werden könnten:

Jan Philipp Kalla: nie war er so wertvoll. Das Schnüffelstück zwischen Fanschaft, Vereinskultur und Profikader könnte der Katalysator für eine Entwicklung sein, aus der eine Gruppe zu einem echt stpaulianischem Team wird.

Östigard und Lawrence: Ja, die möchte ich auch behalten. Vielleicht zwingt Corona ja ihre Heimatvereine dazu, die Leihe zu verlängern. Beiden nehme ich ab, dass sie mit Wonne bleiben würden. Sportlich wäre das ohnehin eine Wucht. Das Gleiche gilt für Viktor Gyökeres.

Diamantakos: Ich bin mir nicht sicher, ob er will. Wenn ja, dann sei herzlich willkommen in diesem Haufen der Gestrandeten 🙂

Here to stay

Es mag sein, dass mir meine Phantasie gerade Streiche spielt, aber ich wünschte mir, dass Jos Luhukay ebenfalls an dieser Situation wächst. Wenn es keine Alternativen „zu kaufen“ gibt, dann geht er vielleicht den Weg weiter, den wir ihm in unseren letzten Podcasts ans Herz gelegt haben: den Weg der Teambildung – mit den Boys in Brown, die da sind – und die nu da bleiben.

Corona-Absage: Kein Heimspiel für mich

Die Gesundheitsbehörde ist kurz davor, ihren Kollegen in Bremen und Schleswig-Holstein zu folgen und hat „Veranstaltungen ab 1.000 Personen aufgrund der Coronavirus Pandemie“ in Hamburg untersagt. Damit findet das Heimpiel des FC St. Pauli am Sonntag gegen Nürnberg „unter Aussschluss der Öffentlichkeit statt“. Das melden NDR und DFB. Davon ganz unanhängig habe ich mich selbst unter Solidaritätsquarantäne gestellt.

Ich gehe nicht ans Millerntor am Sonntag.

https://www.facebook.com/Fanclubsprecherrat/photos/a.634976999924659/2801208766634794
FCSR auf Facebook: lt. NDR untersagt die Gesundheitsbehörde HH alle Spiele ab 1.000 Zuschauer

Freiheitsrechte und die Absage nach Anordnung: ein Reflex wird zum Problem

Noch gestern war mein erster Reflex: das lasse ich mir doch nicht verbieten, ans Millerntor zu gehen und unsere Boys in Brown zu unterstützen. Da fassten altbewährte Synapsen in einanander, die in dem Virus-bedingten Versammlungsverbot einen feuchten Traum von Andy Grote vermuteten. Ich habe sogar überlegt, nach einer Absage zum Millerntor zu gehen und dann eben davor zu supporten: aus Trotz.

Nach der Absage trotzdem zum Millerntor?

Ich gebe zu, ich war und bin skeptisch, was die Einschränkung von Freiheitsrechten angeht; das ist aber so einleuchtend logisch und durch Daten evident (Stichwort Hong Kong Grippe), dass ich langsam in das Lager von „flatten the curve“ einbiege.

Mir geht es hier nicht nur um die Verantwortung des Einzelnen, meiner Verantwortung meinen Mitstpaulianer_innen gegenüber, sondern auch um den Diskurs, ob Einschränkungen der Freiheit druch den Staat auch wegen Corona hinnehmbar sind. Und ab wann?

Daran schliesst sich die Frage an, wer für eventuelle Kompensationen zu sorgen hat.

Nicht falsch verstehen: Corona zeigt uns eindringlich, dass der neoliberale Fetisch der Selbstoptimierung nicht funktioniert.

Wenn ich für richtig erachte, dass Menschenansammlungen zu vermeiden sind, muss ich zuerst die Menschen aus dem ÖPNV bringen, aus althergebrachten Arbeitsethiken, hin zu Homeoffice und Co.- und das sofort – vielleicht sogar diskutieren, vier Wochen nur noch das Nötigste zu produzieren und zu verwalten und allen anderen Netflix zu verordnen.

Diese Diskussion ist spannend und geht über den Fußball hinaus.

Bundesliga-Saison zu Ende spielen? Nicht unbedingt

Mich überzeugt die Idee, dass wir am Steigepunkt der Exponentialfunktion uns und unser Leben entschleunigen müssen. Dann eben keine Saison mehr. Keine Konzerte; Home oder Boat-Office.

Entschleunigung, die wichtige gesellschaftliche Themen wieder nach oben spült: die Ausstattung des Gesundheitssystems, der Krankenhäuser. Gesellschaftliche Solidarität. Ent-Globalisierung der wichtigsten Versorgungsgüter. Was ist dagegen ein Heimsieg gg Nürnberg?

Wettbewerbsverzerrung Geisterspiel

Kurz nochmal zurück zum Fußball und dem FCSP. Ich halte so genannte Geisterspiele – also Fußballspiele auszurichten ohne Zuschauer für eine nicht hinnehmbare Wettbewerbsverzerrung. Gerade der FCSP hat eine excellente Heimbilanz, was an der auch hier schon oftz beschriebenen Magie zwischen Fans, Rasen und Boys in Brown am Millerntor liegt. Verbietet man den Zugang zum Stadion, spielt aber trotzdem, ist das für den FC St. Pauli ein doppeltes Auswärtsspiel (nach dem in der Hinrunde in Nürnberg) und somit unzulässig. Die Liga MUSS abgesagt oder nachgespielt werden. Sagen wir doch die EM ab, dann wäre genug Zeit 😉

Das Derby ist mir schietegal

In knapp zehn Tagen steigt das Hamburger Derby gegen den HSV und es will sich bei mir partout keine Derbystimmung einstellen.

HSV-FCSP – ist schon wieder Derby?

„Das liegt daran, dass Du – genauso wie die Boys in Brown – vergessen hast, aus der Winterpause zurück zu kommen“, ruft mir M. hinterher, als wir telefonieren. Das mag sein, schmunzele ich, aber da ist noch mehr.

Es liegt nicht nur an den nervösen Deja-vues, die mir Herr Luhukay die ganze Saison lang schon präsentiert. Das unstete Dauerändern an Kader und Strategie, bei der ich immer wieder Hoffnung hege, es könne sich tatsächlich sowas, wie eine Idee im Spiel des FCSP etablieren. Wenn es dann aber ein paar Tage frei gibt, scheinen alle eingeübten und etablierten Mechanismen zu verkanten. Ich bin abstiegskampfmüde.

The Dino that would’nt leave

Da kann der HSV gar nix für. Und doch trägt auch der Ex-Dino dazu bei, dass keine Stimmung aufkeimt. Die Derbys sind einfach zu oft. Wie in John Belushis „Saturday Night“ Klassiker „The thing that wouldnt leave“, hat sich der Stadtvize in unser Wohnzimmer geflezt und haut einfach nicht mehr ab. Da ist es ein schwacher Trost, dass wir amtierender Stadtmeister sind.

Ich empfinde das schlimmste Gefühl, dass man in diesem Zusammenhang fühlen kann: Langeweile. Einen bleiernden Unmut darüber, jetzt wieder Klassenkampfgefühle aktivieren zu müssen, wo die letzten Kampfhormone noch nicht ganz abgebaut sind. Derby-Bore-out. Schlimm.