Herbie machte es spannend

 

„Herbie heißt ein legendärer VW-Käfer, der sich in Rennen gegen modernere und stärkere Autos behauptet. Gegen bärenstarke Unioner hielt St. Paulis ebenfalls „Herbie“ genannter Torhüter Heerwagen die abstiegsbedrohten Boys in Brown mit seinen Glanzparaden lange Zeit im Spiel, sodass es mit dem späten Anschlusstreffer zum 2:1 nochmal laut und spannend wurde am Millerntor.

Am Ende entschieden aber die körperlich und spielerisch überlegenen Berliner das Spiel für sich: ein Happy End blieb den aufopferungsvoll kämpfenden St. Paulianern am Freitagabend versagt.“

 

foto: wikicommons

Mutti, Mutti, mir gehts gut

Heute vor genau acht Jahren siegte der FC St. Pauli gegen das kleine Mordor von der Ostsee. Nicht irgendwie, sondern magisch.

FCSP-Hansa Rostock: Aufholjagd am Millerntor

Nach zwanzig fünf (!) Minuten lag St. Pauli gegen Hansa Rostock zuhause am Millerntor 0:2 zurück.

Zur Pause nebelten die Hansafans unser Wohnzimmer ein – genau die Provokation, die unsere Boys in Brown benötigten, um das Letzte aus sich und unserem wackeligen Stadion heraus zu holen.

6.3.2009

Es war ein 6. März, es war klamm und kalt, aber nach dem Ausgleich und dem Siegtreffer explodierte das Millerntor – und Rostock fuhr ohne Punkte und geschlagen an die Küste zurück. Der Verein hat sich von diesem Abend vor acht Jahren nie wirklich erholt. ;)

„Mutti, Mutti, mir gehts gut,
weißt nicht, was Dein Sohn so tut.
Hab die Kogge versenkt,
Drei Tore eingeschenkt.
Mutti, mir gehts gut!“

Kurzkommentar FC St. Pauli - Dynamo Dresden

FC St. Pauli – Dynamo Dresden Kurzkommentar (zum Spiel ;)

Kurzkommentar FC St. Pauli - Dynamo Dresden

»Der FC St. Pauli erspielt sich auf tiefem Boden einen ungefährdeten 2:0-Heimsieg gegen den Tabellenfünften Dynamo Dresden. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen – damit verlässt der FC St. Pauli die direkten Abstiegsränge. „Eine Präsenz, die man am Millerntor lange nicht mehr“ … . Vor allem das Energie kostende Pressing ließ Dynamo nie ins Spiel kommen.«

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Mopo #epicfail: Cenk Sahin mit der „Raute auf der Brust“

Bei der Mopo haben die Rauten in der Redaktion ein absolutes Übergewicht. Das ist keine neue Erkenntnis und auch beim Abendblatt so: Journalisten sind in der Regel schwarzweissblau. Manchmal manifestiert sich das auch in psychologisch verräterischen Bildunterschriften:

„Die Raute auf der Brust: Cenk Sahin bejubelt seinen Treffer und zeigt, für wen sein Fußball-Herz schlägt.“ – Quelle: Mopo.de

Ich geh jetzt schaukeln #fcspf95

Gut gespielt, wieder verloren: seit 180 Minuten schießt nur der FC St. Pauli die Tore; dummerweise immer ins eigene Tor. „Eigentlich ganz gut“, sagt meine Nebensteherin Claudia auf der GG, „jeder der Boys in Brown hat Ideen – doof nur, dass die Mitspieler sie nicht erkennen“.

So bleibt St. Pauli trotz Kämpferherz unbelohnt. Für Ewald Lienen wird es ganz eng – obwohl oder gerade weil man sich fragt, was er nun noch tun soll.

Ich doch auch nicht. Ich geh jetzt schaukeln:

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Kai Diekmann und der FC St. Pauli – da geht’s ums große Ganze #BILDnotwelcome

Vor bummelig einem Jahr zeigte der FC St. Pauli Flagge und lehnte eine BILD Kampagne ab. Kai Diekmann stieß das sauer auf und – wie er heute sagt – vergaloppierte sich in seiner Antwort. Das hat mir gefallen, dafür hatte ich unser neues Präsidium gewählt: es zeigte Haltung.

Gestern schoß Kai Diekmann – wir waren schon lange aus der Arena gestiegen – dann in der letzten Minute einer undefinierten Nachspielzeit den Ausgleich:

#wtf?

FC St. Paulis Vize Pawlik und Manager Rettig schenken Kai Diekmann ein Buch, ein Glas Honig (was sagt Ewald dazu eigentlich?) und einen Elfer ohne Tormann. Als der Twitter-Account des FC St. Pauli diesen Tweet auch noch retweetet, kocht die Fanseele über.

Das Große Ganze

Ein Faux-pas – ja -, einer der nicht passieren darf, der allerdings auch zwei wichtige Erkenntnisse bringt. Zum einen, dass BILD-Boss Diekmann abwarten kann – da kann man wirklich was lernen – und zum anderen, dass viele St. Paulianer enttäuscht sind, dass Pawlik und Rettig es versäumt haben, die großartige Haltung zu wiederholen – weiter am Leben zu erhalten, die der ersten Aktion zugrunde liegt.

Ich habe gerade mit einem netten Kollegen beim FC St. Pauli in einem anderen Zusammenhang über Haltung gesprochen und wie wichtig sie ist, auch wenn man sich in anderen gesellschaftlichen Sphären aufhält. Es ist wichtig, dass der FC St. Pauli ein Verein ist und kein „mittelständisches Vernastaltungsunternehmen“. Genauso grundlegend wichtig ist, dass der Verein eine grundkritische Haltung gegenüber der BILD einnimmt – immer und überall. Das ist schwierig, sehr sogar, wenn man professionell einem Kai Diekmann gegenüber tritt.

Diekmann, … habe Beischlaf mit Deinem Meniskus!” wäre vielleicht ein besserer Tweet gewesen…(Der Übersteiger)

Für mich treffen wir hier den Kern der Empörung: Es besteht die Gefahr, dass die Widerständigkeit des FCSP zum reinen Effekt verkommt, wenn nicht auch mit Einsatz gespielt wird. Die Scharaden mit dem DFB, die Andreas Rettig da ausficht, wirken plötzlich ihrer Substanz beraubt. Wie kann ich sicher sein, dass sie nicht nur Marketing sind, und sich die alten Haudegen bei der nächsten Versammlung nicht gemeinsam auf die Schenkel klopfen.

Was bleibt vom Gerademachen, das ist die Frage? – übrigens auch aus Marketing-Sicht. Haltung sickert nur langsam und durch stetes Handeln in eine Marke. Die Haltung kommt von der Basis, und wird der „Marke“ verliehen. Sie erst macht St. Pauli stabil (wenn der Wind zunimmt ;). Wenn ein Tweet von Diekmann reicht, diese Übereinkunft ins Wanken zu bringen, stimmt irgendetwas nicht, so mein Gefühl.

Es wäre sicher besser gewesen, man hätte den Tweet einfach so stehen lassen – No Comment ist manchmal wirklich cooler. Das soll kein Bashing sein – und auch ich weiß es nicht besser, zumal es als Blogger einfacher ist, eine Haltung zu vertreten, als für Vereinsvertreter.

Den Ausgleichstreffer müssen wir also wohl hinnehmen, können aber für die Zukunft was lernen – ausgerechnet von Kai Diekmann :)

#BILDnotwelcome

Es läuft die 91. Minute …

Kein Problem, Kai, nur geschenkt gibt es das Shirt nicht. Wenn du eines haben möchtest, dann kaufe es Dir doch bitte: sämtliche Provision aus den Verkäufen dieses Motivs gehen an die Braunweisse Hilfe. Das Shirt gibt es hier ->

FC St. Pauli, die ’sympathische Markenperle‘ #wtf

Der FC St. Pauli ist eine der starken Marken im deutschen Fußball. Schön und gut, das habe ich mir ja schon angewöhnt, mich dagegen nicht mehr zu wehren, denn zum einen stimmt das ja, und zum anderen sind „Marken“ ja per se nix schlechtes. Wenn mir aber bei Twitter echter Bullshit entgegen schlägt, wie derzeit unter dem Hashtag #DWSC16, dann schwillt mir die Halsader.

„Sympathische MarkenPERLE!“

https://twitter.com/BarbFFm/status/798481224629178368/photo/1

Perle?, euer Ernst? Was bist du denn für ein Vogel?, ist mein erster Gedanke, den hab ich im Verein noch nie gesehen – und so trägt man am Millerntor auch seinen Schal nicht mehr, seit Michael Meeske ;). Und dann scrolle ich weiter durch die Präsentation und finde noch mehr Neues: der FC St. Pauli sei ein „mittelständisches Veranstaltungsunternehmen“ postulieren die Bullshitbingospieler dort. Ich dachte, wir wären ein Verein!

Macht euch mal die Mühe und schaut euch das in Ruhe an – nicht zu fassen, was man da für neue Buzzwords lernt. Der FCSP befindet sich demnach mitten in der „Digitalen Transformation“ – mit einem „Budget like Start-up“ und einem „Digital Challenge Board“ – stelle mir gerade Sven Brux da vor – sorry, just kidding ;). Das schönste aber ist, dass diese sympathische PERLE!, von einer „Bottum-up Power“ angetrieben wird … und am Ende hat das ganze irgendwas mit „Cpt. Future“ zu tun.

http://pic.twitter.com/l6iPcSkTmj

BOAH. Da muss ich mich erstmal setzen und in Ruhe an meinem Mate-Tee ziehen. Starker Tobak.

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Sympathische Marke. Will ich das? Ist das am Ende gerade unser Problem?

Die Boys in Brown hab ich ja alle sehr lieb, aber das sind sie eben auch: sympathisch. Das Anecken, auch das dem DFB ggü wirkt irgendwie rituell. Sportlich knallen wir die Bälle in letzter Zeit eher ans eigene Schienbein. „Eine echte Perle“, würde ich denken wenn ich Würzburger wäre.

Da kann unser Präsidium ja gar nichts dafür, dass solche Heinis mit unserer „Marke“ da draußen herum laufen. Beinahe wünscht man sich Hansa Rostock zurück, und die Geborgenheit dieses hässlichen Konfliktes. Um gegen die zu bestehen, muss der Verein aber – auch in seiner Außenwahrnehmung – weniger sympathisch sein. Gerne empathisch, das immer. Aber auch widerborstiger der Vereinnahme gegenüber. Ich wünsche mir das ja so sehr, dass diese Reaktion auch von den Spielern kommt – nett war gestern. Lustvoll den Gegnern die Socken glühen zu lassen, das wäre schön.

Sorry für den Rant. Musste gerade mal sein.

St. Pauli und seine sexistischen Sponsoren

Werbung in einem Markt zu machen, der einem Verdrängungswettbewerb ausgesetzt ist, muss an die Seele gehen. Astra und nun fritz kola sind beide Sponsoren des FC St. Pauli und scheren sich einen feuchten Kehricht um die Stadionordnung oder die Vermarktungsrichtlinien des Vereins. Beide Unternehmen sind in ihrer werblichen Sprache laut, anmaßend und manchmal witzig; leider aber immer auch wieder sexistsisch. Man fragt sich ernsthaft, was diese Sponsoren beim FC St. Pauli zu suchen haben? „St. Pauli und seine sexistischen Sponsoren“ weiterlesen

Für immer braunweiss: Ewald Lienen verlängert Vertrag mit St. Pauli

Kurz vor seinem 501. Spiel an der Seitenlinie des FC St. Pauli verlängern Verein und Trainerlegende wenig überraschend ihre Symbiose bis mindestens 2018. ich freu mich!

Der FC St. Pauli verlängert Vertrag mit Ewald Lienen vorzeitig; Cheftrainer unterschreibt bis 2018

Der FC St. Pauli hat eine wichtige und zentrale Personalentscheidung getroffen. Der bestehende Vertrag von Cheftrainer Ewald Lienen wurde vorzeitig bis zum 30. Juni 2018 verlängert. Darauf einigten sich das Präsidium des Clubs mit dem Geschäftsleiter Sport Thomas Meggle und dem 62-jährigen Fußball-Lehrer.

Ewald Lienen hatte am 16. Dezember 2014 das Amt des Cheftrainers bei den Braun-Weißen übernommen und schaffte mit der Mannschaft den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Bislang erreichte er in 49 Spielen 74 Punkte und belegt derzeit mit den Kiezkickern Platz vier.

 

Stimmen zur Vertragsverlängerung

Präsident Oke Göttlich: „Ewald Lienen hat mit Authentizität, Leidenschaft und menschlicher Führungsstärke ein Team geformt, welches den Klassenerhalt geschafft und in dieser Saison eine tolle Entwicklung genommen hat. Diesen Weg wollen wir weiter gehen. Zudem wollen wir das, was Ewald Lienen und auch Thomas Meggle an der Kollaustraße strukturell um das Team aufgebaut haben, ambitioniert im Team kontinuierlich weiterentwickeln.“

Thomas Meggle, Geschäftsleiter Sport: „Die Zusammenarbeit mit Ewald in den letzten 18 Monaten lief absolut hervorragend, menschlich passt es sehr gut. Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung wollen wir ein Zeichen setzen, dass der FC St. Pauli mit Personen in verantwortungsvollen Positionen langfristig zusammenarbeiten möchte.“

Cheftrainer Ewald Lienen: „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mich sehr wohl fühle und sehr gerne hier im Verein mit den verantwortlichen Personen, aber auch den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle und bei uns an der Kollaustraße zusammenarbeite. Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam weiter beschreiten zu können.“

HSV 0:1 Sankt Pauli - Derbysieger 2011

Happy Derbysieger-Tag

„Heute kommen die Eindrücke von damals zurück: Von Benedikt Pliquetts weißen Beinen, die er immer magisch dorthin hielt, wo sie gebraucht wurden. Stanis strubbelige, graue Mütze. Die Ecke, Bolls Fuß, das Tor von Gerald Asamoah, und die gleichzeitige Explosion des St. Pauli Fan-Blocks. Mein Herumspringen in der Westkurve, die noch wohlwollenden Gesichter der HSVler, die sicher nur an einen kosmetischen Kratzer glaubten. Das Anrennen ihres Teams und das beherzte Verteidigen unserer Jungs. Dann, endlich: der Abpfiff.“ – EH @zeitonline

St. Pauli ist der erfolgreichere „Brause-Klub“

Beim 1:0 gegen den Brauseklub aus Leipzig war der FC St. Pauli nicht nur spielerisch ebenbürtig, sondern konnte auch in Sachen Energie mithalten. Ob das an dem neuen Energy-Drink-Sponsor liegt, der jetzt St. Pauli mit süßer Brause versorgt, konnte bis Redaktionsschluss nicht ermittelt werden.

Ein Vergleich der beiden Brause-Klubs fällt so aber eindeutig für den Kiezklub aus:#

  1. RB Leipzig hat seinen Vereinsnamen an den Sponsor anpassen müssen. Auf St. Pauli ist das anders, da heisst der Drink nach dem Präsidenten: OK.-e
  2. Red Bull hat zwei Fraben, rot und blau. OK.– ist bunt.
  3. Leipzig sind die Roten Bullen, und die haben einen roten Mannschaftsbus – St.Pauli hat blaue Bullen und die haben gestern ihre beiden schönsten Wasserwerfer vorgezeigt.

Ein klares 3:0 für den FCSP, so wie das Torverhältnis der letzten drei Spiele. Das ist doch kein Zufall – auch wenn Oke ob der Energydrinkwitze gestern ein wenig genervt wirkte ;))