Boss Hoss spielen am Millerntor, WTF?

Boss Hoss am Millerntor? WTF?
The BossHoss bei Rock im Park 2016
pitpony.photography – Eigenes Werk
The Boss Hoss @ Rock im Park 2016
CC BY-SA 3.0

 

Prosieben-Western-Machos promoten irgendwas und der FC St. Pauli bietet die Bühne?

Ich musste unwillkürlich lachen, als ich las, dass Boss Hoss, eine deutsche Schrammel-Rock-Band mit Privatsenderhintergrund, am Sonntag, beim Heimspiel gegen Holstein Kiel, ein Konzert auf dem Südkurvenvorplatz spielen wollen.
Mein Lachen wurde dann aber schnell bitter, so einen Kursrutsch in punkto Stil hatte ich selbst meinem Schrammel-Punk-Verein nicht zugetraut. Gegen Boss Hoss sind Slime ja noch echte Heroen widerständiger Kunst!
Dabei stört mich in erster Linie nicht, dass die Western-Macho-Attitüde so viel toxische Männlichkeit ausstrahlt, wie viele kritisieren. Auch will ich Boss Hoss nicht in Mithaftung nehmen für die kruden Ansichten ihres Co-Jurors bei „The Voice of Germany“; was mich zutiefst stört ist die Provinzialität, das winsenluhische, das die beiden verkörpern:

Party Pauli trifft Feuerwehrfest.

Podcast-Zwischenruf zu Boss Hoss beim FCSP.

Der FC St. Pauli braucht viel mehr Musik und Popkultur, das meine ich seit langem. Nur Punk-Rock macht auf Dauer auch spießig. Aber lieber FCSP, dass ihr dann Boss Hoss auf die Bühne holt, so ohne irgendeinen Twist, ohne Support, der die Jungs mal herausfordert; das hat mich erschreckt.

St. Pauli ist Mainstream, wie der HSV

Stellt euch doch mal die Frage, ob es einen Unterschied machte, wenn Boss Hoss beim HSV spielten; passen die nicht viel besser zu unserem Gast am Sonntag, zu Holstein Kiel? Wo ist denn der Unterschied zu Lotto King Karl, außer dass Letzterer Stadien füllt, warum auch immer.
Für mich ist das eine Band, die ich das erste Mal in einem Kinderfilm sah. Da passten die auch gut hin. Der Film spielt in der Heide und erzählt die Geschichte eines mutigen Mädchens, das ein Pferd rettet. Am Ende feiern alle und zwei Dorfrocker schrammeln auf der Gitarre.

St. Pauli: international Riot-Gear, zuhause spießige Provinz

Die Schere zwischen dem, was der FC St. Paulin zuhause am Millerntor zu bieten hat und wofür er im Ausland steht, wird immer krasser. Bei den Protesten um den Gezi-Park trugen einige Protestanten den Jolly Roger, unseren Jolly Roger. In Griechenland ein wenig später auch, als sich vor allem die Jugend gegen den germanischen Sparzwang zhur Wehr setzte. In den USA trägt man St. Pauli, wenn man vor dem Trump Tower ausspuckt und sich verhaften lässt, weil man diese vertrumpte Welt nicht mehr ertragen kann.
Zuhause inszeniert sich der FC St. Pauli dagegen gerade als Wohlfühlsender, als Host für Entertainer der ZDF-Generation. Schlimm.
Dabei habe ich gar nichts gegen Schrammelrock, singe den ja gerne selbst. Auch Punk hat einen unverrückbaren Platz in meiner Biografie und zurecht auch in diesem Verein. Aber wenn das alles andere überdeckt, dann haben wir ein Problem.
Initiativen, die andere Kunst ans Millerntor bringen, sind an dem Wegbeissen des Establishments gescheitert; lange her, dass „Fußball und Liebe“ Künstlerinnen, wie Sookee und Love Newkirk ans Millerntor lockten. Einzig die Millerntor Gallery trotzt da dem Mainstream-Backlash.
Dabei will der FC St. Pauli doch Plattform sein „für Menschen, die Sachen machen“, wie es Martin Drust zuletzt auf der Content Marketing Masters Konferenz in Berlin ausdrückte. Dabei war sicher nicht gemeint, einer erfolgreichen Prosieben-Band eine Promotion zu gönnen, oder?
St. Pauli Fans gegen Discophobie war seinerzeit ironisch gemeint, als Weckruf. Nun wird es zu einem Schlachtruf. Dafür ist das Thema zu wichtig. Immerhin geht es hier um Stil und Kultur, also um Leben und Tod!

St. Paulis Susis Showbar – sexy Table Dance auf der Großen Freiheit?

An der Ecke Reeperbahn und Große Freiheit befindet sich ein Relikt der Zeit, in der es auf dem Kiez Live-Sex-Shows gab. Wie im nahe gelegenen Dollhouse (ebenfalls Große Freiheit) tanzen in Susis Showbar leicht bekleidete Mädchen und Frauen zu eingängigem Pop und ziehen sich für die meist männlichen Zuschauer aus.
Dabei wird ein Tischgeld verlangt und erwartet, dass die Damen, die gerade nicht tanzen und den Menschen an den Tischen ihre Vorzüge, die körperlichen, feil bieten, einen Piccolo ausgegeben bekommen.

Table Dance – ein patriarchales Relikt wird zur Touri-Show

Susis Mädels erfüllen ein uraltes patriarchales Ritual, das es schon lange auf St. Paulis Reeperbahn gibt: die Spontanverfügbarkeit von Frauen zum sexuellen Gefallen. Soweit, so normal. Susis Showbar unterhält aber auch eine Loge am antisexistischen Millerntor des FC St. Pauli und das (er)regte im Zuge der Sozialromantiker Proteste Widerstand.

Susis Showbar Loge am Millerntor: Umstrittener Stangentanz

Susi versteht nicht, was „wir“ St. Paulianer gegen sie und ihr Etablissement haben.
Ritsch, ihr Wirtschafter zeigt sich aber kompromissbereit: „Wir haben zur Kenntnis genommen, dass einige Fans Frauen gegenüber nicht so freundlich eingestellt sind. Deshalb haben wir beschlossen, gegen Kaiserslautern genauso fußballbegeisterte Boys wie Mädchen einzuladen. Sie sollen unsere Freude über ein erzieltes Tor durch ihre Tanzdarbietungen an der Stange zum Ausdruck bringen.“
… schreibt die Mopo – und lässt das Zitat unwidersprochen, dass sich „nur“ wenige Fans des FC St. Pauli an der „Trockenfickerei“ an den Stangen in der Loge stören.

Susis Showbar vs.  FC St. Pauli

Susis Showbar, Ecke Reeperbahn Große Freiheit bei Tag – Photo credit: ukg.photographer on Visual Hunt / CC BY-SA

Der Konflikt liegt hier ganz woanders: Das was für mich und sicher auch andere St. Paulianerinnen unerträglich ist, sind die Macht und Machismen, die in Logen hinter getönten Scheiben nicht nur die Mädels zu Lustobjekten machen, sondern das ganze Millerntor zur Sexfolklore gleich mit. Gerade gestern habe ich ein kurzes aber wichtiges Gespräch darüber geführt, was denn der Unterschied zwischen Tita von Teese (Foto) und einem Tabledance auf der Reeperbahn ist.

Subjekt=sexy

Es ist schlicht die Kunst, Frauen als Subjekte zu erhalten, die in einer Rolle ihre Würde wahren können. Ob das gelingt, hängt elementar mit dem Umfeld (Loge) und den Betrachtenden (Männer, die Logen besuchen/sich leisten) zusammen. „St. Paulis Susis Showbar – sexy Table Dance auf der Großen Freiheit?“ weiterlesen

Freibier zum Nachschlag: congstar und der FC St. Pauli verlängern vorzeitig und geben einen aus

Die Beziehung zu Mobilfunkunternehmen ist beim FC St. Pauli ja eine besondere: die Aktion des nun zur Telefonica gehörenden VMNO Blau.de hatte seinerzeit die Sozialromantiker-Proteste ausgelöst. Seit einiger Zeit ist congstar, eine Jugendmarke der Telekom, Trikotsponsor des FC St. Pauli. Und das soll ersteinmal so bleiben. Heute, kurz vor dem Spiel, geben Oke Göttlich und der Marketingchef des Bonner Unternehmens sich im Mittelkreis die Hand zur Vertragsverlängerung bis Mitte 2019.
Und auch diese Ankündigung wird Wellen schlagen, nur anders, als damals die LED-Aktion 😉
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Brause-Klub: Lieber Premium Cola

Fritz Kola sponsert den FC St. Pauli. Die starke koffeinhaltige Brause steigt als Kiezkönig-Partner ein und versorgt zur neuen Saison die Stadionbesucher mit Brause und Cola. Ich bin über dieses Sponsoring nicht besonders glücklich, passt das Hipster-Image doch viel zu gut zu dem der Modemarke St. Pauli. Warum können wir nicht Premium Cola als Partner haben? Die kommen aus dem Stadtteil und passen in einem viel wichtigeren Aspekt zu unserem Club: Premium Cola ist strukturell kapitalismuskritisch, hackt mit seinem soldarischen und genossenschaftlichen Businessmodell den Markt. „Brause-Klub: Lieber Premium Cola“ weiterlesen

IDAHOT oder Der lange Weg zur Vielfalt

Heute, am 17. Mai, feiert die Welt die Vielfalt und ermahnt am International Day Against HOmophobia and Transphobia (IDAHOT), dass echte Gleichstellung noch ein zäher Kampf ist. Das gilt auch für Gemeinschaften, die sich auf dem richtigen Weg befinden, wie der FC St. Pauli.
Für diese sogar umso mehr, weil sie – wir – als Safe Place wahrgenommen werden, in dem dann Verletzungen eben noch schwerer zu ertragen sind. 2016 hat der Verein trotz des Ringens um die richtige Form einen Weg gefunden, seine Solidarität zu bekunden:

Statt Jolly Roger wehte an unseren Eckfahnen das Regenbogenbanner. „IDAHOT oder Der lange Weg zur Vielfalt“ weiterlesen

Bunt fängt bei den Füßen an – All Colours are beautiful gilt auch für Fußball(er)schuhe!

„Wenn Schachter jetzt weg ist, dann trägt ja keiner beim FC St. Pauli mehr schwarze Schuhe“

Ich gebe zu, ich habe mich aufgeregt, als mir W. diesen Satz entgegen schleuderte. Seit wann gibt die Farbe oder Nicht-Farbe eines Schuhwerks Auskunft über Charakter und Einsatzwillen eines Fußballprofis? So ein Unsinn! „Bunt fängt bei den Füßen an – All Colours are beautiful gilt auch für Fußball(er)schuhe!“ weiterlesen

Fanfeed: Sexistische Kackscheisse zur Frauen-Fußball-WM

Fanfeed aggregiert Inhalte zum Thema Fußball in eigenen Beiträgen und strickt darum herum Artikel-Füllstoff – das unter anderem auch für den FC St. Pauli für dessen Live-Fanfeed „Millerntorlive“. Nun ist gerade Sommerloch und Fußball WM der Damen. Da liegt es doch nahe, „die heissesten Geräte“, gemeint sind Spielerinnen, aus den Teams zu zeigen. Eine immer wiederkehrende sexistische Kackscheisse, Nationalspielerinnen zu Sexobjekten zu degradieren, hinter denen die Fußball spielende Person verschwindet. „Fanfeed: Sexistische Kackscheisse zur Frauen-Fußball-WM“ weiterlesen

Relentless Energy – Eine Coca-Cola Marke als Trikotsponsor des FC St. Pauli, das ruft nach kritischem Diskurs …

… Und das ist auch nötig, abseits von Marketing-Sprech wie gut die „Marken“ zusammen passen, gibt es zwischen einem global agierenden Zucker- aber vornehmlich Wasserkonzern und einem linksgerichteten Fußballclub diverse Themen, die ganz und gar nicht zusammen passen.
Das Lager der St. Pauli-Fans wird sich in diesen Tagen vor dem ersten Heimspiel sicher wieder in seine beiden Fraktionen spalten. Auf der einen Seite diejenigen, die froh sind, einen Trikotsponsor gefunden zu haben, um den Profibetrieb zu finanzieren, und die im Grunde auch gegen Erfrischungsgetränke wenig haben, und auf der anderen Seite die sehr kritische Fraktion, die das Marketing eines Me-too Energyproduktes direkt auch mit dem Gebaren seiner Muttergesellschaft Coca-Cola bspw. gegenüber Lateinamerikanischen Gewerkschaften in Verbindung bringen und dafür verantwortlich machen.
Coca-Cola wäre gut beraten, in diesen Diskurs einzusteigen, denn das zeigte die Ernsthaftigkeit dieses Engagements – und vielleicht passt dann auch irgendwann das Marketinggeschnatter zur St. Paulianischen Wirklichkeit. Ich sehe Relentless Energy nach wie vor kritisch, aber wer weiß, vielleicht kommt ja das Arschgeweih auf der Brust nochmal ins Museum 😉

Seid Ultra!

UltraSanktPauliIch habe ein besonderes Verhältnis zu USP. Ich kenne einige persönlich. Nicht sonderlich gut. Die meisten nur vom Sehen. Aber ich bin fasziniert von ihnen. Weil ich in jungen Jahren (jungen Fußballjahren) genauso empfand. Ich empfinde immer noch so. Nur organisiere ich mich nicht mit anderen. Würde ich nie tun, ist nicht mein Ding. Ich fuhr nicht immer auswärts, war aber immer dabei. Daheim. Nun schon seit 24 Jahren. Ich sang und singe immer laut – meistens etwas schief – aber immer laut. Permanent. Wer in meinem Dunstkreis steht und nicht singt, erntet böse Blicke. Wer sich während des Spieles über Familie oder Job unterhält, wird von mir angepöbelt. So bin ich. Nehmt mir das übel.
2004 schenkte mir meine Lebensabschnittsgefährtin (ist sie immer noch. Danke.) ein Bild. Hat sie selbst gemalt. Ultra Sankt Pauli mit dem unvermeidlichen Che. Sie wusste genau, dass mich das glücklich macht. Hängt jetzt in meinem Büro. Und wenn ich schreibe, telefoniere oder Sonstiges, das dem Broterwerb dient, mache … Ich guck da immer wieder hin. Zu dem Bild. Und es macht mich glücklich. Bewegt euch, seid Ultra!

St. Pauli, it's just fashion

St. Pauli its only fashion
Ist das so? Ist St. Pauli zu einer Modemarke verkommen? Nicht umsonst listet ein PR-Institut unseren FC St. Pauli als drittstärkste Sportmarke, oder?
Aber hilft da „Bring Back St. Paul?“ oder sind da drastischere Maßnahmen nötig? Oder ist das der Lauf der Zeit, dass Revolutionen vom Mainstream gefressen werden?
Foto: aus Niendorf, with compliments 😉

Fast zwei Millionen Euro Steuern!

Der FC St. Pauli hat das Geschäftsjahr 2011/12 mit einem Gewinn abgeschlossen. Beim erstmals erstellten Abschluss für die St. Pauli-Gruppe (Konzernabschluss), in den zusätzlich die Wirtschaftsaktivitäten aller Tochtergesellschaften einflossen, wurde bei Gesamterträgen von EUR 30,25 Mio. ein Betriebsergebnis von knapp EUR 2 Mio. (vor Steuern) erzielt, was dann zu einem erfreulichen Jahresüberschuss nach Steuer von EUR 0,15 Mio. geführt hat.

… meldet heute Fcsp.com auf der Homepage den ersten Konzernjahresabschluss der FC St. Pauli Gruppe, wie Tjark Woydt „uns“ letzte JHV ja auch schon nannte, und was sich mindestens komisch anhört und auch ein wenig piekst.
Ich traue mir trotz kaufmännischer Ausbildung nicht zu diesen Abschluss zu bewerten (Was? Nur knapp 10% Umsatzrendite? „Versager“ ;)), aber eines fällt mir sofort auf: Wir haben 2011/2012 (das Geschäftsjahr geht sinnigerweise nicht kalendarisch, sondern bis zum Abschluss einer Saison am 30.06.) fast zwei Millionen Euro an Steuern bezahlt! Und da besteht die Stadt auch noch frech auf eine weitere Beteiligung bspw an der Domwache? Ja geht’s noch?
Ich frage mich, ob man diese zwei Millionen Euro nicht besser in gemeinnützige, Spenden-fähige Projekte im Stadtteil investieren könnte? Geht das so, dass nur die Steuerlast gemindert wird? Das fände ich St. Pauli-like!

"Fundamentalkritik" Heute: Präsidium

Mir wird immer wieder vorgeworfen, in meinem Blog zu einer Art „Fundamentalkritik“ zu neigen. Immer dagegen, selten irgendwofür. Das sei einfacher und Aufmerksamkeit-wirksamer. Und das stimmt natürlich auch. Blogger bloggen um gelesen zu werden. Das kann man ignorieren, ernsthaft dementieren wäre aber scheinheilig.
Zu meiner Art „Fundamentalkritik“ gehört Polemik und – in meinem Fall wichtig- der Blick von Außen. Ich kenne inzwischen eine Menge toller und auch anstrengender Menschen, die sich in den Tiefen unseres Vereins engagieren; trotz der schwer zu ertragenden Politik dort.
Heute will ich „eurem*“ Präsidium einmal aufmalen, wie ich es sehe.
Satirisch, persönlich und fundamental:

Unser Vorstand setzt sich satzungsgemäß aus dem Präsidenten und seinen Stellvertretern zusammen, die alle ehrenamtlich für den Verein tätig sind.
Am 14. November 2010 wurde das Präsidium durch die Mitgliederversammlung gewählt. Das Team setzt sich wie folgt zusammen: Stefan Orth (Präsident) / Jens Duve, Dr. Bernd-Georg Spies, Dr. Gernot Stenger, Tjark H. Woydt (Vizepräsidenten).

Stefan Orth:
Du fährst tatsächlich ein Auto mit einem Kennzeichen, das Deine Initialen trägt. Jeder im Verein, den ich spreche, findet, dass Du ein netter Kerl bist. Du tust keinem weh – und änderst Deine Meinung, eben deshalb vielleicht, permanent. Eine Haltung war Dir bisher noch nicht nachzuweisen.
Bis auf Zitate in Hamburger Boulevardmedien kommunizierst Du nicht bis gar nicht mit Deinen Mitgliedern. Zumindest kommt bei mir nix an.
Ehrlich, ob Du nun Präsident bist, oder in Paderborn kackt ne Kuh …?!
Bernd-Georg Spies
Dich sieht man immer seltener. Gibt ja auch wenig zu feiern derzeit, und noch weniger Gelegenheit die lockeren grauen Strähnen auf eine halbe Seite im Abendblatt zu lächeln. Vor allem seitdem ihr die Männer bei Springer so an der Nase herumgeführt habt im Frühjahr, dass sie euch – und Dir dem Schattenpräsidenten – einen eigenen Leitartikel schenkten.
Abgetaucht trifft es ganz gut, imho. War aber auch peinlich, dass Du Döspaddel neben Paderborn die medienwirksame Sicherheitstafel unterschrieben hast. So ein Foto lässt sich dummerweise schlecht dementieren – und Stress mit den Parteifreunden haste vermutlich seit der Schweinske-Cup Nummer sowieso. Warst Du das eigentlich, der damals gegen die tolle Stellungnahme des FCSP war?
Für Dich ist hier nix mehr zu holen. Bleib in Deckung und werde meinetwegen Senator in diesem SPD-Senat. Vielleicht ernennen Sie Dich ja zum Schirmherren der Reiterstaffel?
Und nun Du
Gernot Stenger:
Du hast mich enttäuscht. Als einziger, denn Deine Emotionen und Dein Mut, den Sozialromantikern entgegen zu treten, waren zwar inhaltlich falsch (imho) – aber zeigten ein erfrischendes Maß an Engagement, das sich bei den Verfahren vor dem DFB Sportgericht in Sachen Becherwurf zu einer Akzeptanz steigerte, bei der ich hoffte, Du könntest das Bindeglied werden, zwischen verfilzter Verbandsarroganz und dem, was St. Pauli ausmacht.
Leider, und das mag Dir so gar nicht vorgekommen sein, hast Du mit Deiner Rolle beim DFB-Sicherheitspapier die Seiten gewechselt. Am Ende hast Du vielleicht die Wahrnehmung der Dinge so lange verdreht, bis Du der einzige warst, der das Ergebnis noch als „St. Pauli Like“ gesehen hat. Schade!
Jens Duve:
War auch dabei, als das Jugendzentrum drei Sterne bekam. Also auf dem Pressefoto.
Tjark Woydt:
Macht in Anleihen. Ansonsten unauffällig.
* Der Autor gehört zum Club der 39, die das aktiuelle Präsidium nicht gewählt haben.

Schwule Antifa Module aller Vereine vereinigt euch

Beim Spiel des deutschen Meisters BVB Dortmund gegen Werder Bremen manifestiert sich das tiefdumpfe, stinkend dumme und menschenfeindliche Wesen tonangebender Dortmund Fans in schwer homophonen Transparenten. Das ist schlimm. Noch schlimmer ist es allerdings, dass die (mediale) Öffentlichkeit diese an Volksverhetzung grenzende Aktion nicht einmal diskutieren will. Im ZDF Sportstudio rang sich Moderator Steinbrecher eine verschwurbelte Stellungnahme ab, nach der man diese Banner nicht zeigen wolle, um den Chaoten kein Forum geben zu können. Wahrscheinlich hatte kein Kameramann draufgehalten, weil kein Pyro dazu abgefackelt wurde.
Dabei ist das Thema dringend zu diskutieren:
„Lieber ne Gruppe in der Kritik, als Lutschertum und Homofick“; und auf einem angeblich weiteren Banner: „Gutmenschen, Schwuchtel, Alerta-Aktivist, wir haben euch im ›20 gegen 100‹ gezeigt, was Fußball ist.“ (via Pottblog)
Das bedeutet zweierlei. Zum einen, dass der betroffene Verein, der BVB, ein Naziproblem unter seinen Fans hat, und dass diese Menschenverächter echte Dortmunder Fans sind. Ähnlich, wie in Aachen hilft es da nur den Grundgesetzfeinden in der Kurve, wenn der Verein nicht auch politisch Stellung bezieht. Mit klaren Aussagen und Unterstützung der lokalen Fan- und Ultragruppen, die sich – auch politisch – eindeutig positionieren.
Man kann da von Werder Bremen eine Menge lernen in Dortmund. Vor allem, dass man in vielen Ultrabewegungen Verbündete findet, wenn der deutsche Fussball endlich begreift, dass die Bundesliga eine politische Dimension hat, und die Vereine die Verantwortung tragen.
Seit einiger Zeit diskutiere ich immer wieder beim Mittagessen im Ofeuer, wie sich die Hetero-Mehrheitsfraktion in den Kurven, vornehmlich in unserer, eindeutig positionieren kann. Die Idee, mit Fummel in die Kurve zu gehen, finde ich schonmal super. Aber letztlich egal wie, Hauptsache wir Fans nehmen es nun in die Hand: macht die Kurven bunt, seien wir mal schwul beim Buffen.

Frozen St. Pauli Girl

Der Winter hat sich heute in einen kleinen Frühling verwandelt. Auf Sankt Pauli wars fast 15 Grad wärmer, als noch gestern. Das wird die Damen in Moonboots gefreut haben, auch wenn wegen des Alster-Eisvergnügens weniger Touristen auf den Kiez strömen werden am Wochenende.

Dieses St. Pauli Girl, nicht verwandt mit dem amerikanischen Bier-Hoax, fiert auf jeden Fall auch. Trotz der strahlenden Wintersonne über der Elbe.

Freunde von Susi – Feinde von Susi #FCSP

Susis Showbar Loge am Millerntor, im Marketing-deutsch „Separée“ genannt ist Geschichte. Zumindest der Stangentanz vor, während und nach den Spielen. Mit überwältigender Mehrheit hatte das oberste Vereinsgremium, die Mitgliederversammlung auf seiner JHV, sexistische Darbietungen in Bikini am Millerntor im Sinne der Sozialromantiker-Ini untersagt.
Jegliche Darbietungen nicht oder nur spärlich bekleideter Frauen und Männer in Räumlichkeiten des Millerntor-Stadions werden per sofort untersagt. Dies gilt insbesondere auch für Mieter von Separées oder Säalen … Zu untersagende Darbietungen sind mindestens Stangentanz nackt, nur in Slip, Bikini oder vergleichbarer Kleidung, Striptease, Tabledance oder Vergleichbares. Mietverträge von Separées … werden, soweit die vertragsrechtlichen Bedingungen dies zulassen, umgehend außerordentlich gekündigt, wenn gegen dieses Verbot verstoßen wird. Sofern eine sofortige Kündigung aus vertragsrechtlichen Gründen nicht möglich ist, wird der bestehende Vertrag zum Ablauf dessen Mindestlaufzeit gekündigt bzw. nicht verlängert. Zukünftige Verträge müssen dahingehend verfasst werden, dass dem Vermieter bei Verstoß ein sofortiges Kündigungsrecht zugebilligt wird. Der Entscheid der Mitgliederversammlung muss für jedwede Gesellschaft … als bindend … formuliert werden. (Quelle FCSP, teilweise verkürzt)
Und nun brodelt der Boulevard (Dokumentations-Link zu einem BILD-Ausschnitt). Susis Freunde gehen zum Gegenangriff über und nutzen ihre Kontakte zu gleichaltrigen Showstars und zur Springer-Presse, um mindestens Dampf abzulassen. Wahrscheinlich offenbart sich hier einmal mehr, wer in dem Verein das Sagen, und am meisten gegen dieses Hereinregieren der Mitglieder vorzubringen hat. „Freunde von Susi – Feinde von Susi #FCSP“ weiterlesen

Scheiß-St. Pauli


Vorbereitung zur Auswärtsfahrt der „schwulen Hamburger“ (1) (im Gegensatz wohl zu sehen zu den „Heten aus Stellingen“?), und ein fröhliches „Scheiss St. Pauli“ an die Ostsee.
„Rostock ist ne schöne Stadt, die zu viele Nazis hat“
In diesem Sinne einen feuchten Kuss auf die Glatze und die Gewißheit, dass sich Wünsche manifestieren: je öfter man uns ansingt, desto sicherer trifft Deniz Naki nach Zuspiel durch Fin Bartels.
Wir sind bereit und bringen euch Erotik in euren Glatzen-Porno:

Alsterradio (106.8) der richtige Medienpartner? #profcsp

Nach Kalter Muschi und Stangentanz. Deklassiert sich gerade ein weiterer Sponsor vom Millerntor?
“Frauenfußball stärken“ war die Devise. Während der Aktion rief der Sender Frauen und Mädchen aus Hamburger Vereinen dazu auf, sich mit einem sexy Foto im Fußballdress online zu bewerben. Knapp sechzig! Bewerberinnen in Vereinsfarben schickten ihre Fotos ein. Aber nur eine konnte natürlich gewinnen. Dazu musste eine Jury schon einmal eine Vorauswahl von zehn Spielerinnen treffen. Danach hatten die Hörer von alster radio 106!8 rock ´n pop die Qual der Wahl. Sie mussten nun online für die hübschen Kandidatinnen abstimmen.-
via SUPRA Magazin

„Bäh, ist das widerlich: „Im Jahr der Frauenfußball-Weltmeisterschaft wollte alster radio 106!8 rock ´n pop einer Frauenfußballmannschaft in Hamburg mit einer Geldspende von mindestens 2.500 € unter die Arme greifen“, und als Gegenleistung mußten die Damen sich nur uttrecken. Das fällt den Herren von alster radio 106!8 rock ´n pop und FussiFreunde zum Thema Frauenfußball ein. Peinlich.“

Werber auf Sankt Pauli


»Die eine Hälfte meines Herzens schlägt für die Werbung, die andere für meinen Verein. Ich bin der Meinung, dass Werbung im Stadion weder die Überhand gewinnen darf, noch vom Spiel und dem Support unserer Jungs ablenken darf. Auch muss darauf geachtet werden, dass langjährige Fans von der Haupttribüne an den Rand verbannt werden.«
Patrik S. (mit St.-Pauli-Tätowierung) ist Senior-Produktioner in einer Werbeagentur
»All diese Werte können auch bei einer Love Brand wie die des FC. St. Pauli ganz schnell kippen, sobald selbige markenstrategisch geführt und damit kommerzialisiert werden. … Fans sind ja der wichtigste Teil des Markenguthabens. Ich glaube, die St. Pauli Fans wären auch gute Markenstrategen.«
Carl-Frank W. (Brandingexperte)
Alle Zitate aus w&v („werben und verkaufen“, sic!) – und da sehe ich den Kern des Mißverständnisses: der FCSP ist keine Marke – sondern ein Kulturereignis und wir haben keinen Markenkern der irgendwem „gehört“.