Südkurve St. Pauli: Keine Gästefarben erlaubt

 

football scarf st. pauli
Football Scarf
Photo credit: Graeme Bird via Visual hunt / CC BY-NC-ND

Beim Heimspiel gegen Union Berlin sind auf der Südkurve keine Gästefarben (Trikots, Schals, Banner, etc.) erlaubt. Das stellt der FC St. Pauli erneut explizit klar – das ist irgendwie doch auch nachvollziehbar und hat nichts mit fehlender Toleranz zu tun.

Beim Heimspiel des FC St. Pauli gegen den 1. FC Union Berlin am Freitag (10.3., 18:30 Uhr) ist das Tragen von Fankleidung und Fanutensilien der Gästemannschaft auf der gesamten Südtribüne nicht erlaubt.

Südkurve ist die Kurve der Ultràs

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Am Millerntor ist wieder Feuer unterm Dach

 

 

 

 

 

 

 

Update Dresden-Banner:

Der FCSP akzeptiert eine Strafe des DFB (5000€). Die wichtige Nachricht ist jedoch die hinter der Nachricht:

„Im Rahmen der internen Aufarbeitung des Vorfalles …, wurde die Idee entwickelt, eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema Opfermythos und Geschichtsrevisionismus zu initiieren.“

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In Hamburg herrschen Minustemperaturen und dennoch hat man das Gefühl in der vergangenen Woche sei beim FC St. Pauli der Frühling ausgebrochen: nicht nur sportlich wittert die Mannschaft des FC St. Pauli Morgenluft, auch politisch schießen die Diskussionen ins Kraut.

Am Freitag hatte das Präsidium um Oke Göttlich eine Stellungnahme zu der akut und lautstark diskutierten Nähe des US-Ausrüsters Under Armour zu Donald Trump abgegeben, in der es den CEO, Kevin Plank, aufforderte, dass er im Sinne der Partnerschaft mit dem Verein „seine Aussage, gerade angesichts der Vielzahl an MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund, die viele Assets für seine Firma bringen, überdenkt“. Göttlich machte dann noch klar, dass „der (Leit-)Spruch ,Protect Our House’ … auch für den FC St. Pauli und dessen Werte“ gilt. „Am Millerntor ist wieder Feuer unterm Dach“ weiterlesen

Bombenopfer-Transparent: Ultrà Sankt Pauli polarisiert

Alter, Südkurve, was war das denn heute? Nicht nur, dass ihr die Gastmannschaft noch vor dem Anpfiff auspfeift – ihr verhunzt auch noch ein richtiges Anliegen mit doofer Boshaftigkeit.

Update: nachdem ich zu meinem Rant viele Hinweise bekam, möchte ich meine Meinung zum USP Banner konkretisieren. Ich halte die Wortwahl immer noch für missglückt. Statt Schrot, hätte ich mir das textliche Florett gewünscht. Nach den tlw heftigen Attacken gegen die Bannerschreiber_innen, dem ewig doofen Ultrabashing und Relativierungen, dem Applaus aus unerträglicher Richtung und vor allem nach den Berichten aus Dresden von heute Abend würde ich diesen Text nicht noch einmal so schreiben.

Ich halte die schnelle Entschuldigung des Vereins trotzdem für den richtigen Schritt, so merkwürdig das klingen mag.

Der Text bei Metalust hat mich sehr beeindruckt, also gerne lesen …

Und auch wenn ich die Oberzeile des Trasparentes immer noch als sehr mißlungen empfinde: Ich danke den Plakatmalern, dass sie mich wieder darauf hinwiesen, wo ich mittlerweile selbst den Weg des geringeren Widerstands oft wähle.

Sie haben schlicht aufgezeigt, wie nachhaltig der Opfermythos längst den Diskurs ganz und gar nachhaltig vergiftet hat.

Heftige Reaktionen auf Dresden-Banner

Man kann an Dresdens Fanszene sicherlich vieles kritisieren, gerne auch deutlich. Jede Medizin wirkt aber toxisch, wenn man sie überdosiert. Ihr habt dafür gesorgt, dass der Effekt die Aussage erschlägt. Schade!

Das Verhöhnen von Bombenopfern geht über das Maß erlaubter Polemik hinaus. Einen von Rechtsextremen überhöhten Opfermythos zu kritisieren, indem man die Bombentoten, die Großeltern der Dresdner Fans auf Transparenten beleidigt, diskreditiert das eigentliche Anliegen so sehr, dass die Scheisse euch zurecht um die Ohren fliegt.

„Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt. Gegen den Doitschen Opfermythos“

Man kann als Fanszene in der Sache richtig liegen und dennoch unerträglich daneben hauen. Das ist heute am Millerntor mit dem Spruch „Eure Großeltern haben auch für Dresden gebrannt“ geschehen.

„Es gibt Besserwisser, die niemals begreifen, daß man recht haben und ein Idiot sein kann.“ Martin Kessel

Scheiss auf eure „Tradition“

Oder: Euer Red Bull Leipzig Bashing ist so verlogen!

Man kann inzwischen die Uhr danach stellen: Wo der Brauseklub RB Leipzig auftaucht, gibt es von so genannten Fußballtraditionalisten Proteste, im besten Fall. Im immer häufiger anzutreffenden schlechten Fall gibts für die Fans von Leipzig aufs Maul, wie zuletzt beim Ruhrpotttraditionalisten Borussia Dortmund.

RB Leipzigs Fanszene: friedlich und fröhlich

Dabei kann man eine Grundregel beobachten: je weniger die Klubs noch echte Vereine sind, desto heftiger die Proteste. Es ist doch auch kein Wunder, dass die Anhänger von Aktiengesellschaften und KGaAs frustriert sind, ihre Mannschaften funktionieren auch nur, weil die Mitglieder ihres Vereines ihre Gestaltungsmacht an einen Sponsoren, Mäzen oder Investoren verhökert haben. Borussia Dortmund, Schalke 04 (Gazprom), Bayern München (Adidas) oder die Traditionssponsorenteams Bayer Leverkusen und VW Wolfsburg hassen den Spiegel, den ihnen Red Bull vorhält. Zuletzt der einst „stolze“ HSV, der seit einigen Jahren als HSV AG mit Beutemillionen versucht, die Liga zu halten.

„Ohne mich wäre die Borussia in der Oberliga“

BVB-Großaktionär Homm im Interview mit Spiegel Online

Wer von Tradition faselt und Anhänger eines Vereines disst, die in ihrer Mehrheit wenigstens ehrlich sind, wenn es um ihre Erwartungen an den modernen Fußball geht, der sollte bitte erst einmal vor der eigenen Türe kehren

Wie Metalust damals schon ganz richtig sagte, als auch beim FC St. Pauli dieses „Tradition gegen Red Bull“-Dings losging: „Soweit ich weiß hat deren Sponsor keine Zwangsarbeitervergangenheit“.

RB Leipzig nur logische Weiterentwicklung des modernen Fußball

<Rant>Ich verachte dieses Leipzig-Bashing ja inzwischen sehr, vor allem, wenn es von ausverkauften Aktiengesellschaften und ihrem Nazis-duldendem Anhang kommt! </Rant>

Das Übel liegt im Wesentlichen beim DFB und der DFL, die einem Ausverkauf der Demokratie im Fußball permanent Vorschub leisten, der einzigen Tradition übrigens, die im Fußball wert ist, erhalten zu werden.

50+1 ist faktisch tot

Wenn Hannovers Kind nach zwanzig Jahren ununterbrochener Einmischung die Mehrheit bei 96 übernimmt, dreht sich die Spirale ein weiteres Stück gen totaler Kommerzialisierung. RB Leipzig allein dafür zu dissen ist schlicht dumm. Schuld ist der Deutsche Fußball Bund und seine Idee von modernem Fußball.

Die Fans von RB Leipzig sind übrigens ausgesprochen sympathisch und haben sich am Millerntor wie echte Gäste benommen und offen gegen Homophonie und Xenophobie treten sie auch ein – und das in Sachsen!

Selbst, wenn manche bei uns das als Marketing diskreditieren, ich mag die.

Sexismus: Auto-Thomsen provoziert mit „Pussie-Bande“ am Millerntor

Der FC St. Pauli sorgt mit einer sexistischen Bandenwerbung für Nissan/ Auto-Thomsen (11 Mal in Hamburg) für Unmut. Anders, als bei der unglücklichen Heimniederlage gegen Stuttgart ist der Vermarktung des Klubs mit der Bande („Nix für Pussies“) ein echtes Eigentor gelungen. „Sexismus: Auto-Thomsen provoziert mit „Pussie-Bande“ am Millerntor“ weiterlesen

No Chewald, no cry

Gestern rief mich M. an und wollte mit mir wetten. „Wetten, dass Ewald heute nicht entlassen wird?“, rief er ins Telefon und ich dachte, gut dass wir schon befreundet sind, sonst fände ich das echt gemein – nicht mal an seinem Geburtstag hat der Mann seine Ruhe. So richtig witzig war mir auch nicht zumute. Nach Heidenheim schon gar nicht.

Ich stelle mir schon länger die Frage, ob ich den Druck ausgehalten hätte, der schon seit ein paar Wochen auf dem Präsidium lastet und dessen leichteste Übung gewesen wäre, den sportlich Verantwortlichen, Ewald Lienen und seinem Trainerstab, die rote Karte zu zeigen und auf diesen unsteten Impuls zu setzen, der in der Sportpresse gerne zum „Gesetz des Profifußballs“ hochgejazzt wird.

#chewaldbleibt

Das Thema Ewald Lienen beschäftigt uns, die Suppporter der FC St. Pauli, mich natürlich auch. Ich habe das anfangs für eine gute Idee gehalten, sich als FC St. Pauli den vermeintlichen Regeln des Business zu verwehren und zu versuchen, das „Lienen-Loch“, in das alle seine Mannschaften auf allen Trainer-Stationen nach zwei Jahren fallen, gemeinsam zu durchschreiten. Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher.

„Du kannst nicht erst Treue schwören, die 2-3 Spieltage durchziehen und Ewald jetzt entlassen“

Heute Mittag kam W. auf einen schnellen Espresso vorbei. Wir haben kurz über seine Berlinreise gesprochen, kamen dann aber schnell zu dem Thema, das unsere Herzen gerade beschäftigt – der FC St. Pauli und natürlich Ewald Lienen. W. meint, dass der Verein erst in der Winterpause reagiert. Zum einen könne man nicht erst fulminant die Treue schwören und dann, nachdem man diese stoisch erfüllt, kurz vor Weihnachten den Trainer entlassen. Das macht keinen Sinn. Dann käme ja vermutlich kein neuer Trainer, sondern der neue Co-Trainer übernimmt – ob das den so dringend benötigten Impuls setzen würde? Wir bezweifelten das.

Evolution der Reset-Taste

Stanislwaski Wutrede Vertrauen (Youtube)
Stanislwaski Wutrede Vertrauen (Youtube)

Als W. sich verabschiedet, scheint die Wintersonne in mein Fenster. Draußen ist es kalt und wird es auch bleiben. Nasser wird’s und noch ungemütlicher. Darauf kann man sich als Supporter des FC St. Pauli gefasst machen. Im Moment passiert immer das sportlich Schlimmste. Zuletzt ist der einzig funktionierende Mittelfeldspieler, Buchtmann (Gute Besserung!), auch noch ausgefallen. Mehr Hypothek geht nicht.

Stani hatte in einer vergleichbaren Situation die geniale Idee, eine imaginäre Reset-Taste zu drücken. Alles zurück auf Anfang. Per Kick-off in den eigenen Mors aus der Krise; das Pech, das einen im Hamburger Starkregen unter Wasser zieht, über Bord pissen. Das braucht es jetzt – in einer Ewald Lienen Variante.

Lienen nehme ich bisher als Kopfmensch wahr, als ziselierenden Analytiker, der Gegner intellektuell zerlegen und ihre Schwächen offen legen kann. Eine halbwegs funktionierende Mannschaft kann diese Anleitung dann nutzen, um zu gewinnen. Kann das die aktuelle Mannschaft des FC St. Pauli auch? Ich befürchte das kann sie nicht – und hier liegt auch der Unterschied zu der Situation vor zwei Jahren.

Höchstens drei Spiele hat Ewald Zeit, die vielleicht grundlegendste Veränderung im Kader vorzunehmen: die Verwandlung vom Lehrer und Analysten zum Revolutionär – seine. Nach dem Tod Fidel Castros bleibt sowieso nur einer übrig, um die wenigen fitten Spielern im Kader unter einer revolutionären Ikone zu vereinen: Ewald muss tatsächlich zu Chewald werden.

Hasta la victoria siempre!

@StPauli ist bereit.

JHV 2016: Das könnte ein heißer Ritt werden

Am kommenden Sonntag lädt der FC St. Pauli zur Jahreshauptversammlung (JHV) ins CCH (Beginn 11:00 Uhr). Dieses Jahr könnte es für das Präsidium um Oke Göttlich ein heißer Tanz werden: neben der sportlichen Misere treibt der neue Ausrüster des Teams die Mitglieder um, es liegt ein Antrag zur Abstimmung vor, den Vertrag mit dem US-Fabrikanten Under Armour sofort zu kündigen. „JHV 2016: Das könnte ein heißer Ritt werden“ weiterlesen

Amazing

Das war wirklich ein besonderer Moment, als gestern beim Kesselbraunweisses zu Love Newkirks Zugabe unser Fafa Picault zu ‚Amazing Grace‘ sich das Mikro schnappte. Da gingen Christopher Avevor vor Freude und Staunen die Augen auf. Und Jeremy Dudziak hätte am liebsten mitgespielt.

Einzigartig, was diese Frau mit ihrem Soul mit diesem Verein macht. Magisch. Wenn also diese drei plötzlich anfangen ihre Gegner leichtgehend zu dominieren, dann lag das auch an diesem traumhaften und stiftenden Moment.

***

„Ein Kessel Buntes“ war die Antwort der DDR auf die große Samstagabendunterhaltung des Westdeutschen Fernsehens in den Siebzigerjahren, bummelig ein Jahrzehnt, bevor der FC St. Pauli sich auf die Reise begab, die ihn bis dorthin geführt hat, wo er heute ist.

Es war eine Revue, die ein wenig spießig und putzig zugleich war, in seiner realsozialistischen Homogenität anheimelnd und gemütlich. Am Freitag fand das braun-weiße Gegenstück statt, der fünfte „Kessel Braun-weißes“, eine Revue, die das putzig-spießige, das ein Verein in Deutschland eben hat – auch der FC St. Pauli, mit vielen Sprenkeln bemerkenswerter Vielfalt mischte. „Amazing“ weiterlesen

„Kein Fußball den Faschisten“ – St. Pauli Fanladen ist Julius-Hirsch-Preisträger 2016

Dem Fanladen St. Pauli wurde wegen der Trikotaktion „Kein Fußball den Faschisten“, das am 21. Spieltag der vergangenen Saison auf den Trikots des FCSP stand, der Julius Hirsch Preis verliehen. Der Fanladen St. Pauli, eines von 57 vereinsunabhängigen Fanprojekten in Deutschland, hatte die Aktion beim Heimspiel gegen RB Leipzig am 12. Februar 2016 initiiert.

Mit dem Preis ausgezeichnet werden seit 2005 Personen, Initiativen und Vereine, die sich als Aktive auf dem Fußballplatz, als Fans im Stadion, im Verein und in der Gesellschaft für Demokratie, Menschenrechte sowie den Schutz von Minderheiten einsetzen.

Der DFB hatte den Fanladen schon öfter auf der Shortlist, dieses Jahr war es dann soweit: Glückwunsch – damit zeigt der DFB dann wohl auch späte Einsicht, dass „Kein Fußball“ allein keine Aussage ist. Der Preis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert und wird anteilig, je nach Platzierung, an die drei Preisträger verteilt.

Große Spendensammelaktion am Millerntor

Mich erreichte folgende Nachricht, die ich euch gerne ans Herz legen möchte:

Moin miteinander!

Mein Name ist A. und ich bin aktiv bei Hanseatic Help e.V.,

der Verein, der ziemlich genau morgen vor einem Jahr seinen Ursprung hatte.

Damals öffneten die großen Pforten der Kleiderkammer in den Messehallen.

Das feiern wir einseits mit dem morgigen Start eines neuen Logos und einer neuen Homepage, zum zweiten bereiten wir uns intensiv auf einen großen Hilfstransport von Hamburger Spenden nach Sizilien vor. Dort leben die über das Mittelmeer geflüchteten Menschen unter katastrophalen Umständen, daher wollen wir zusammen mit dem Verein Projekt Seehilfe und lokalen Organisationen ein Zeichen setzen und von hier aus unterstützen.

Hier sind weitere Infos:

https://www.betterplace.org/de/projects/45332-hilfsguter-von-hh-nach-sizilien-eure-spende-hilft-tausenden-gefluchteten

Um weitere Sachspenden zu sammeln, machen wir morgen vor dem ersten Heimspiel des FC Sankt Pauli eine mobile Annahme von Spenden vor der Südtribüne des Millerntor-Stadion.

Was wird gesammelt?

Schuhe, Schlüppis und Sportklamotten.

Wo wird gesammelt?

Vor der Südtribüne des Millerntorstadions, Harald-Stender-Platz 1

Wann wird gesammelt?

Samstag, 13. August zwischen 12 und 16 Uhr

In der folgenden Facebook-Veranstaltung haben wir Ort, Zeit und Ziel der Aktion festgehalten.

https://www.facebook.com/events/1629713340692143

Falls Ihr diese teilen könntet oder auf die Sammlung anderweitig via Facebook hinweisen könntet, wäre das famos!

LG A.

Max Kruse der Wackelpudding

Ich erinnere mich noch gut an die ersten Spielzeiten des Ausnahmetalents Max Kruse am Millerntor; ich stand mit Schmiddl in der Nord und hörte seinen fundierten, liebevoll grantigen Fußball-Analysen zu (RIP Quote!): ‚Alibi‘ war der meistgenutzte Begruff dieses alten Kurvenstehers. Und jedes Mal, wenn Max seitdem in den Schlagzeilen auftaucht, höre ich seine Kommentare; ‚alles Show, alles Alibi‘.

Nun spielt Max Kruse ab nächste Saison für den SV Werder Bremen, was Willi Lemke sehr freute, und dessen Freude ich hier gar nicht schmälern will. Ich hoffe für Max, dass er eine Heimkehr hinlegt, die ihn zur Ruhe kommen lässt, dass er einen Trainer findet, der nicht nur seine sportliche Stärke sieht, sondern seine eklatante Schwäche: das Lustprinzip.

Gegen das es ja nix einzuwenden gibt, sondern nur, wenn es dazu führt, dass Menschen, professionelle Figuren, zu Ihren vermeintlichen Schwächen nicht stehen dürfen, sondern das absondern, was andere hören oder – im Falle eines erigierten Pullermanns – vermeintlich sehen wollen.

Ich wünsche Max Kruse, dass er seine Stimme findet, verstanden und gestärkt, durch eine klare Position: ‚ich lebe gern, ich fahre gerne dicke Schlitten, ich zocke besser als ihr alle, klei mi am Mors Nationalmannschaft‘ ;)

Wenn es ein Umfeld gibt, das dies ermöglichen kann, dann das beschauliche Werder Bremen, das schon so viele Exzentriker mit Genialirät hervor gebracht hat.

Alibifussball aber, den kann sich Max auch dort nicht leisten; da waren Stani, Quote und meine Wenigkeit mal zufällig einer Meinung. :)

„Nazishirt“ im Presseraum: die unerträgliche Provokation des Turbo D.

Was macht man mit einem Sportjournalisten, der wiederholt „Nazi-Shirts“ in Pressekonferenzen des FC ST. PAULI trägt? – das fragt sich aktuell die Fanschaft unseres bekennenden Antifa-Klubs. Auslöser war ein Twitter Posting von der Vorstellung eines neuen Sponsors (Levi’s), bei dem der kantige Vertreter einer großen Boulevardzeitung ein Shirt der Marke Yakuza trug, einschlägig als Rechtsextremenklamotte vermerkt. Dieser Pressevertreter soll schon einmal durch Zurschautragen eines Thor-Steinar-Shirts aufgefallen sein.

Ob da noch jemand an Zufall glaubt, oder ein Versehen? „„Nazishirt“ im Presseraum: die unerträgliche Provokation des Turbo D.“ weiterlesen

Polizei Hamburg: die Schnüffelei in der Roten Flora geht weiter?

Weitere verdeckte Ermittlerin in Hamburg enttarnt, meldet das Blog Linksunten.

„Die LKA-Beamtin Astrid Oppermann ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Nachfolgerin von Iris Plate. Dafür sprechen sowohl der Zeitpunkt, als auch die lange Verweildauer und der Einsatzort der jeweiligen beiden Beamtinnen. Bereits hier wird deutlich, dass die Rote Flora nach wie vor im Fokus der staatlichen Repressionsorgane steht. Sowohl Plate als auch Oppermann wurden zum festen Bestandteil des Projektalltags, haben sich ihre Glaubwürdigkeit langfristig über Jahre erarbeitet und sind tief in unsere Strukturen eingetaucht.“

Die Polizei Hamburg und der Innensenator, der sich bis zu seiner Ernennung auch St. Pauli Fan nannte, wollen sich erst heute Nachmittag zu der Enttarnung melden.

-> Die Meldung bei indymedia zum Nachlesen

Lost in Punkrock

Meine schönsten Erinnerungen rund um den FC St. Pauli sind die Momente, in denen wir berauscht vom Spiel der Boys in Brown, fasziniert vom Zusammenspiel mit unserer Magie oder bluesig wegen einer Niederlage zusammen stehen, meist vor der Domschänke, und uns Mut zusprechen.

Oft endet das im gemeinsamen Singen, Shanties waren dabei und Donna Summer, immer Lieder, die auch in anderen Zeiten und Welten magisches auslösten. Für mich wirken diese Momente Identität stiftend, ohne sie könnte ich kein St. Paulianer sein. „Lost in Punkrock“ weiterlesen

„St. Pauli Fans gegen Discophobie“

Geht es nur mir so?, oder findet sich im Stadion und darum herum ein sehr einseitiger Soundtrack aus Punk und Folk? Wo bleibt die Entsprechung der bunten Flaggen im Sound?

Ich war beim letzten Heimspiel einigermaßen erschrocken, dass von der Stadionregie nicht ein Tribut für Prince gespielt wurde. Immerhin war der Mann einer der größten Künstler der letzten 40 Jahre und hat am Millerntor 1988 Popgeschichte geschrieben. Woran mag das gelegen haben? Passt Disco nicht zum Fussball? Haben die Verantwortlichen – wer bestimmt eigentlich, was im Stadion gespielt wird? – vielleicht sogar ein wenig Bammel davor, dass allzu schmachtende Musik ausgepfiffen wird? Hatten wir bei Bad-Taste-Ausrutschern ja schon mal.

Würde Prince ausgepfiffen? Donna Summer? Ich befürchte ja. „„St. Pauli Fans gegen Discophobie““ weiterlesen

Don’t call us Blutsbrüder #fcspfcu

„Bei Union weisst Du nie, was Du bekommst. Der eine umarmt dich, der andere haut dir auf die Fresse“ – von wegen Blutsbrüder, fasste mir gegenüber Tommy das Verhältnis zu Union einmal zusammen. Und in der Tat gibt es wohl kaum einen Club im bezahlten deutschen Fußball zu dem das Verhältnis ambivalenter sein könnte, als zum Verein aus Köpenick. „Don’t call us Blutsbrüder #fcspfcu“ weiterlesen

St. Pauli gegen Olympia #fcspjhv

Erreichte mich eben…

Nach einer langen Abstimmungsdiskussion über Anträge und Satzungsfragen wird das folgender Kompromiss abweichend vom Antrag beschlossen:

„Die MITGLIEDERVERSAMMLUNG des FCSP lehnt eine Olympiabewerbung ab. Das Präsidium wird beauftragt diese Entscheidung öffentlich zu kommunizieren und sich nicht an Pro Olympia Kampagnen zu beteiligen“ 

Wer zündelt, kriegt nix zu trinken #fcspf95 #Pyro

Wer mit Feuerwerk zu tun hat, darf nix trinken. Das ist eine Binsenweisheit.

Nun hat die Polizei Hamburg diese Grundregel auf die gesamte Südtribüne des Millerntors ausgeweitet:

Aufgrund mehrfacher sicherheitsrelevanter Verstöße in diesem Stadionbereich versagt die Polizei für das Spiel gegen die Fortuna die Ausnahmegenehmigung für den Ausschank alkoholischer Getränke für die Südkurve des Millerntor-Stadions.

… lese ich eben auf der Homepage des Vereins.

Ach, ist mein erster Gedanke, das Bier gibts nur mit einer Ausnahmegenehmigung. Wie praktisch; sind die Fans nicht brav, gibts kein Bier?, oder was?

Könnte mir vorstellen, dass es am Montag eine Antwort der anderen Kurven und Geraden zu dem Thema gibt. Dann strahlt das Millerntor vor Solidarität. Und dann können wir ja mal sehen, wie lange das der Caterer mitmacht, bevor er beim Präsidium vorstellig wird; beim Polizeipräsidium ;)


Bengalo-Halbzeit-Show am Millerntor #Pyrotechnik
Foto: Stefan Groenveld