Blumen für das Millerntor

St. Pauli wird bunter, denn nun wird ein Blumenkasten die Sitzplatzreihe einiger älterer Herren (ja, mit 90 darf man sitzen ;) verschönern. Sie hatten höflich angefragt und erstaunlicherweise eine positive Antwort erhalten: „So meine Herrschaften, der Verein hat mit geringen Auflagen (z.b. keine schwarzweißblauen Blumen) das Anbringen von Blumenkästen an der HT genehmigt.“

Der Kiezkicker hat mir nun ein Foto zugeschickt, das ich euch nicht vorenthalten möchte:

Foto: Pro Haupttribüne/ via Forum
Weitere Infos und ein fröhliches via an Kiezkicker.de

Bundesliga: Warum sind Montags-Spiele scheisse?

Da gibt es 1000 Gründe für. Hier sollten diese reichen (via):

* Montags ist die Anreise für Auswärts-Fans sehr schwierig;
* Auf den Montag folgt der Dienstag;
* Der Spielplan wird immer weiter auseinandergerissen: die zweite Liga spielt inzwischen regelmässig von Freitag bis Montag. Bei „englischen Wochen“ kommt dann von Dienstag bis Donnerstag gleich der nächste Spieltag. Wer soll denn das auf die Dauer ertragen?

„Sportler für Sportler“

DFL Deutsche Fußball Liga GmbH: Einladung zur Pressekonferenz: Vorstellung Bundesliga-Aktionstag „Sportler für Sportler“

Frankfurt (ots) – Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

der 19. Spieltag der Bundesliga-Saison 2008/09 steht unter dem Motto „Sportler für Sportler“. Mit dem Aktionstag unterstützen die 36 Vereine und Kapitalgesellschaften der Bundesliga, unter Einbindung der Deutschen Telekom, die Stiftung Deutsche Sporthilfe. Über den Aktionstag möchten wir Sie informieren und laden Sie herzlich ein zur:

Pressekonferenz am 4. Februar 2009, um 11 Uhr, in den Räumlichkeiten der DFL Guiollettstraße 44-46 60325 Frankfurt „„Sportler für Sportler““ weiterlesen

DFL, Premiere & TV-Fans: Das Diktat der Sesselpuper

Der Konflikt um die Spielzeiten der 1. und 2. Bundesliga verläuft mitten durch die Anhängerschaft des runden Leders.

Da sind zum einen die Fernsehgucker, Sesselsportler mit Premiere-Abo und Eheproblemen, denen nichts besseres passieren kann, als dass Bundesliga-Fußball aller Klassen und seine Übertragung ruhig die halbe Woche andauert. (…) und dann gibt es die Fußball-Liebhaber, die irgendwie ihren müden Körper bewegen müssen, um ihren Kick zu kriegen. Supporter, die in Stadien abhängen, die einmal erlebt haben womöglich, wie das gemeinsame Wünschen Spiele beeinflussen kann, und Menschen, die selbst Fußball spielen nicht zu vergessen. Das von den Fernsehmachern und DFL-Funktionären wenig ernst genommene Rückrat des deutschen Fußballs, die Amateure.

Und die DFL kann sich bei der Durchsetzung ihrer Fußball-feindlichen Pläne zu den Anstosszeiten 2009/2010 auf einen mächtigen Verbündeten zählen: Fernsehende Fußballfans mit kurzem Denken.

Das ewige Gejammere, die lieben Auswärtsfans könnten Montagsabends nicht vor Ort sein, kann ich unmöglich gelten lassen. Nach Rostock fährt auch am Sonntag kein Mensch. Vom Freitagabend einmal ganz abgesehen. Außerdem fährt man in einer Bundesliga-losen Stadt, die zudem weit, weit weg von der Spielstätte des eigenen Clubs liegt, sowieso gar nirgends hin. Man macht es sich lieber Zuhause bequem und lässt die Kugel rollen.

400.000 Dauerkarten für die Bundesliga – Fans

Von einer Depression der Stadiongänger kann in der Bundesliga keine Rede sein. Zumindest die Vereine der ersten Bundesliga setzen mächtig viele Dauerkarten ab.

Die Fußball-Bundesliga hat vor Beginn der neuen Spielzeit eine neue Schallmauer durchbrochen. Mit 406.290 verkauften Dauerkarten brachten die 18 Clubs bereits vor Saisonstart so viele Tickets wie noch nie an den Fan.

Ein Rekord, der interessanterweise auf der Rückkehr von Traditionsvereinen, wie Borussia Möchengladbach und dem 1. FC Köln beruht. Bleibt abzuwarten, ob sich dieser traditionell katholische Anhang auch gegen die neuen Anstoßzeiten der DFL 2009/2010 zu wehren weiß: 12:30 ohne uns – und 400.000 Menschen mit Dauerkarte VOR den Stadien in Köln, München und am Borussia Park Bökelberg, das wäre schon eine mächtige Demonstration.

SpOn über die Fan-Proteste gegen die DFL Anstosszeiten

Bemerkenswert fanfern, die Zitate der Verbandsleute. Bemerkenswert spalterisch, die Unterteilung von Fans vor dem TV und im Stadion.

Das Ende ist lesenswert, zeigt es doch, dass es eben um Kultur geht, wenn wir über lebendigen Fussball sprechen:

Philipp Markhardt von „Pro Fans“ formuliert eine ganz andere Prioritätensetzung: „Der Fußball lebt von den Emotionen. Die englische Premier League ist gespickt mit Stars und trotzdem fahren jedes Wochenende zahlreiche Engländer nach Deutschland. Weil sie hier günstigere Eintrittspreise vorfinden, im Stadion ein Bier trinken können und eben Fan sein dürfen. Und das machen sie auch ohne einen Giggs oder Rooney.“

Spon.

Die Welt: Paulianer führen Deutschland weiten Protest an

Welt.de über die Fanini der Sozialromantiker, das Sommerloch und den Protest gegen die Anstosszeiten der DFL ab 2009:

Ab der Saison 2009/10 blieben den Fans in dem Fall gerade einmal noch 22 Minuten, um in Freiburg an das andere Ende der Stadt zu gelangen und die Sicherheitskontrollen am Stadioneingang zu passieren. Immerhin: Wer am Sonnabend um 22.46 Uhr in den Zug einsteigt und eine Fahrtzeit von schlappen 10:13 Stunden in Kauf nimmt, ist laut Fahrplan um 8.59 Uhr in Freiburg.

Nicht zuletzt angesichts dieser unerfreulichen Aussichten hat sich eine vereinsübergreifende Fan-Initiative gebildet, die mit einer Petition die DFL zum Umdenken bewegen will. „Sonntags 12.30 Uhr – ohne uns“, lautet das Motto der „Sozialromantiker-Ini“, einer Aktionsgruppe aus der Fan-Szene des FC St. Pauli, die beim Protest federführend war.

via twitter: @fussball_lebt (follow us)

9:40 aus dem Haus,

und das an einem Sonntag im Jahre 2009:

Hallo? Um 12:30 habe ich als Vorort-Bewohner von Hamburg und nur-ab-und-zu-mal Heimspielbesucher ja schon ein Terminproblem noch zeitig ins Stadion zu kommen. Üblich ist sagen wir mal eine Stunde vorher da zu sein. Das hieße um 11:30 sollte ich ungefähr am Millerntor sein. Dazu muss ich bei optimaler Anbindung um 10:30 zu Hause los. Nun ist die Anbindung aber alles, nur nicht optimal. Ohne auf die Fahrpläne geschaut zu haben behaupte ich einfach, dass ich mit Bus und Bahn gegen 09.40 loskommen muss. Für ein Heimspiel. In der Stadt, die ca. 1.500 Meter von meiner Wohnung entfernt ist.

Neun Uhr Vierzig.

Weiterlesen im Blogbeitrag von CuriOusites

Linkliste: Am ersten Spieltag *vor* dem Stadion

ich habe einen Traum. Es ist der 15. August 2008. Um 18.00 Uhr treffen
der FC St. Pauli und Hansa Rostock gegeneinander an und die Fans
demonstrieren trotz der Rivalität gemeinsam gegen die neuen Anstoßzeiten
der DFL. Das Stadion bleibt mindestens eine Halbzeit leer. Und weil es
so schön ist, schließen sich zwei Stunden später die Fans vom BVB und
Schalke 04 im Dortmunder Westfalenstadion (ops-sorry neudeutsch:
Signal-Iduna-Park) bei ihrem Derby aus Solidarität mit den Klubs in der
Zweiten Liga an.

Das soll kein Traum bleiben, sondern die Form des Protestes, mit der alle deutschen Fußballfans am ersten Spieltag ihren Ausruf manifestieren: 12:30 Uhr, OHNE UNS!

weitere Links:

Nicht nur ein Traum: erste Halbzeit VOR dem Stadion, cajacore Blog

Vision?, santapauli weblog

Hallo Welt, hallo Fans, moin, moin DFL

Die DFL hat mit ihren Ankündigungen zu den neuen Anstosszeiten allen deutschen Fußballfans vor den Kopf gestossen. Überall regt sich Widerstand, der sich in verschiedenen Projekten und in mannigfaltiger Art äußert.

fussball lebt soll eine Newscommunity von kritischen Fans sein, bei der jeder von euch gerne eigene Beiträge, Links, Meinungen und Kommentare zum Thema „wem gehört der Fußball?“, wie schützen wir unsere Interessen vor dem Druck der Rendite, wie organisiert sich der digitale und reale Widerstand gegen eine Organisation, die wider ihren Beteuerungen kein Herz für Fans hat.

Meldet euch gerne an, und tragt bei, zusammen und tratscht. Willkommen und Moin, Moin.