„Herr Bruns, kommen Sie doch bitte nach dem Training nochmal in mein Büro“

Einer der größten Management-Fehler ist es, keine eingestehen zu wollen. Das ist in einer Kultur auch schwierig, die den Fehler an sich – den äußeren, den fachlichen und den inneren – negativ belegt und „Fehler machen dürfen“ auch immer Ausdruck einer Machtbeziehung ist. Mächtigen werden ihre Fehler ja auch immer dann erst zum Verhängnis, wenn ihre Macht schwindet.

Unser Präsidium ist ja auch eines, das beachtliche Energien darin investiert, sich keine Fehler vorwerfen lassen zu können. Was sich dann so ausgestaltet, dass bspw Herr Orth immer erst dann etwas zu einer Debatte beiträgt, wenn klar ist, welche Position tragfähig ist. Oder Herr Stenger so lange schwurbelt, dass ihm jede Haltung irgendwann nachgewiesen werden kann – Fehler kann man so nicht machen – ergo auch nicht richtig managen!

Was für Konzerne gilt, gilt eben auch für Fußballvereine: Gute Fehler machen, und möglichst viele, möglichst früh (in der Saison), das wäre doch mal was. Und imho, deswegen schreibe ich das ja auf, hat der Verein, insbesondere seine sportliche Leitung einen Fehler gemacht, als er Florian Bruns vorschnell die Vertragsverlängerung versagte, ohne dass bspw Funk oder Daube, Gogia oder Thy in der Lage wären die Rolle des Spielmachers zu übernehmen. Eines Spielmachers, der in seiner stpaulianischen Fehlbarkeit aber immer noch den Unterschied machen kann, durch seine Momentgenialität oder eben seine Erfahrung, auch mal einen Elfer herauszuholen.

Anders als bei der Demission Schuberts hat man übrigens den Moment, das berühmte Heft des Handelns in der eigenen Hand. Das ist dann auch nur gutes Management, wenn man aktiv Fehler macht – oder wieder korrigiert.

Michael, Rachid, Jens, Stefan, springt über euren gelernten Schatten, fangt an eure Fehler zu managen, und sprecht initiativ noch einmal mit Florian Bruns: „Herr Bruns, kommen Sie doch bitte nach dem Training nochmal in mein Büro, ich würde gerne noch einmal über ihren Vertrag sprechen“ … wäre schon mal ein Anfang!

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