Corona und die Kaderplanung – bleibt alles bei den Alten?

In diesen Zeiten, in denen der Ball ruht, hat man viel Zeit, über seinen Herzensverein nachzudenken. Ich zum Beispiel lese alles, manchmal auch doppelt, was ich zum FCSP finden kann, und sei es nur um den omnipräsenten Corona-Nachrichten zu entgehen. Dummerweise haben die meisten Nachrichten, die unseren Verein betreffen, auch mit dem Corona-Virus und dessen Auswirkungen zu tun.

Photo credit: A.Davey on VisualHunt.com / CC BY-NC-ND

Manche davon, wie bspw. der Artikel in der Mopo, der sich mit „zehn auslaufenden Verträgen“ beschäftigt, regen meine Phantasie an. Und in dieser komme ich zu einem anderen Schluß, als die Mopo.

Unterm Strich sieht es selbst bei defensiver Schätzung so aus, als bräuchte St. Pauli mindestens eine Handvoll neuer Säulen plus den einen oder anderen Perspektivspieler, will man die Ziele höher stecken als bisher.

Mopo.de

Der Fußball Transfermarkt wankt

Wird die Saison verspätet zu Ende gespielt, wie es derzeit zu vermuten ist, dann wird Corona im internationen Fußball tiefe wirtschaftliche Spuren hinterlassen haben. Da wirken dann Beharrungskräfte, die kaum jemand für möglich halten würde: Spieler, die einen laufenden Vertrag haben, werden einen Teufel tun, den Verein zu wechseln. Vereine, die laufende Verträge haben, werden dasselbe tun – an ihren Spielern, vielleicht auch denen, die sie vorher abgeben wollten, festhalten.

Kontinuität als Chance: lasst sie spielen, die Boys in Brown

Dabei könnte das erzwungene Festhalten an einem Team, an einer Gruppe Fußballern auch dieser Glücksfall sein, den eben nur eine besondere Situation erschaffen kann. Bricht der Markt zusammen, oder kühlt sich spürbar ab, bleiben alle Spieler zusammen. Das hatten wir in der Vergangenheit erst einmal, als sich die Truppe um Boll, Bruns und Co. von der dritten in die erste Liga boxte. Als verschworener Haufen, den das Team des FC St. Pauli später nie wieder war.

Ich traue den jetztigen Boys in Brown zu, aus dieser Krise als sportliche Gewinner hervor zu gehen.

Der FC St. Pauli bekommt einen kompletten Kader voll 2020/21

Stammspieler mit einem laufenden Vertrag:

  • Robin Himmelmann (bis 2021)
  • Daniel Buballa (2021)
  • Luca Zander (2023)
  • Finn Ole Becker (2022)
  • Rico Benatelli (2022)
  • Ryo Miyaichi (2021)
  • Henk Veerman (2021)

Derzeit verletzte Stammspieler:

  • Christopher Avevor (2023)
  • Christian Conteh (2021)

Spieler aus der zweiten Reihe mit Vertrag

  • Kevin Lankford (2022)
  • Luis Coordes (2021)
  • Boris Tashchy (2022)
  • hinzu kommen die beiden ehemaligen Leistungsträger Christopher Buchtmann (2022) und Marvin Knoll (2022).

Spieler, deren Verträge auslaufen, die aber durch Corona zum Bleiben überredet werden könnten:

Jan Philipp Kalla: nie war er so wertvoll. Das Schnüffelstück zwischen Fanschaft, Vereinskultur und Profikader könnte der Katalysator für eine Entwicklung sein, aus der eine Gruppe zu einem echt stpaulianischem Team wird.

Östigard und Lawrence: Ja, die möchte ich auch behalten. Vielleicht zwingt Corona ja ihre Heimatvereine dazu, die Leihe zu verlängern. Beiden nehme ich ab, dass sie mit Wonne bleiben würden. Sportlich wäre das ohnehin eine Wucht. Das Gleiche gilt für Viktor Gyökeres.

Diamantakos: Ich bin mir nicht sicher, ob er will. Wenn ja, dann sei herzlich willkommen in diesem Haufen der Gestrandeten :)

Here to stay

Es mag sein, dass mir meine Phantasie gerade Streiche spielt, aber ich wünschte mir, dass Jos Luhukay ebenfalls an dieser Situation wächst. Wenn es keine Alternativen „zu kaufen“ gibt, dann geht er vielleicht den Weg weiter, den wir ihm in unseren letzten Podcasts ans Herz gelegt haben: den Weg der Teambildung – mit den Boys in Brown, die da sind – und die nu da bleiben.

Sankt Pauli NU
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