Der DFB reagiert auf massive Kritik an seiner Strafandrohung gegen den FC St. Pauli #Naki

Was war passiert?

Der DFB hatte gestern seinen Kontrollausschuss Strafen für Hansa Rostock und den FC St. Pauli formulieren lassen, die den Vereinen bis Dienstag zur Sellungnahme vorliegen. Darin fordert das Gremium für Hansa Rostock ein „Spiel ohne Öffentlichkeit“ durchzuführen, und dem FC St. Pauli 20.000 EUR Strafe aufzubrummen.

Begründet wurde diese saftige Strafforderung damit, dass St. Paulifans beim Aufsagen der Aufstellung von Hansa Rostock „diskriminierendes“ gesungen haben sollen.

#Naki

Tatsächlich hatte der braunweisse Blog, Video-belegbar, jedem Hansa-Spieler den Nachnamen Naki verpasst, ganz im ironischen Sinne der Heldenwerdung unseres Deniz Naki. Dass dieser nun als „diskriminierender Ruf“ zu Werten sei, ist dann aber doch so abstrus, dass zum einen man annehmen muss, der DFB und seine Protokollanten haben wohl „Nazi“ verstanden und zum anderen deswegen merkwürdig, weil die immerwährenden und naiven Versuche des Rostocker Anhangs, unsere Fans und Spieler als „schwul“ zu diffamieren, nicht einmal Erwähnung finden.

Ironie als Selbstschutz

Gestern nun entspann sich über Twitter und Blogs ein so genanntes Meme, das diesen peinlichen Fauxpas des DFB aufnahm. So wurde unter anderem eine gründliche „Entnakifizierung“ des Zecken-Anhangs gefordert.

Auch müssen sich etliche St. Paulianerinnen beim DFB beschwert haben, denn uns erreichte via Facebook folgendes Schreiben, das anscheinend vom DFB stammt:

Martin G. via Facebook:

Die Pressestelle vom DFB antwortete mir übrigens heute Folgendes auf meine Einwände:

„Sehr geehrter Fußballfan,

haben Sie vielen Dank für Ihre Zuschrift zum Thema „St. Pauli / mögliche diskriminierende Rufe / Naki“. Sie haben heute – gemeinsam mit einigen anderen Fans – viele Hinweise an uns herangetragen (teilweise wurden uns Links zu Videos geschickt), für die wir uns bei Ihnen bedanken möchten. Sämtliche Hinweise werden dem DFB-Kontrollausschuss intern weitergeleitet, so dass er diese auswerten kann.

Momentan gibt es unterschiedliche Aussagen zu genanntem Sachverhalt. Von mehreren Seiten wird über diskriminierende Rufe berichtet, andere Seiten wiederum widersprechen dieser Darstellung. Die DFB-Gremien werden die Sachlage zu prüfen haben.

Momentan gibt es lediglich den entsprechenden Strafantrag des Kontrollausschusses – und damit ein schwebendes Verfahren. Ein Urteil des DFB-Sportgerichts steht noch aus.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr DFB-Team“

Kommentare 1

  • Wenn sie schon Einheitsmails vorformuliert haben (ich hab auch so eine), war der Maileinschlag schon ordentlich. Ich lass die auch nicht vom Haken, ich kann pestig sein. Wissen die auch *g*