Warum die Entlassung von Trainer und Sportchef ein fatales Signal ist. #fcsp

Der FC St. Pauli entlässt Cheftrainer und Sportchef

Padauz: Der FC St. Pauli entlässt Trainer und Sportchef

Die vermeintlichen Gesetze des Profifußballs haben zugeschlagen: der FC St. Pauli hat „die Reißleine“ gezogen, „auf den Negativtrend“ reagiert und „stellt die Weichen für die Zukunft“. Vor allem will man sicher im Rennen um einen potenziellen Aufstieg „frische Impulse“ setzen.

BINGO!

„Entlässt die Mannschaft jetzt die Trainer?“

M. heute Morgen am Telefon

Podcast Trailer: Rant von gestern

Bereits gestern diskutierte ich im Mopo Podcast die lauten Rufe nach Entlassung – und mein Problem damit:

Mein Problem, dass ich damit habe: schon bei Janssen hatte man das Gefühl, dass die Mannschaft den Trainer entlassen hat. Im Herbst kursierten die ernst zu nehmenden Gerüchte, dass die Boys in Brown, zumindest Teile davon, Kauczinsky loswerden wollten. Ein Plan B lag wohl schon damals vor, wie mir aus gut unterrichteten Kreisen berichtet wurde. Es kam anders: Kauschis Truppe siegte, immer last Minute, immer durch „neue“ Spieler, die entweder neu in den Kader oder aus einer Verletzung kamen. Die Etablierten, diejenigen, von denen man Führung und Energie erwarten konnte, Buchtmann, Flum und Co. versanken in einer Lethargie, die an Bocklosigkeit grenzte; so meine Wahrnehmung schon im Herbst.

Die Untrainierbaren

Nach der Winterpause stockte die Entwicklung, St. Pauli verlor, nicht nur das Derby auf bittere Weise, sondern auch seinen Drive, sein Wollen und seine Harmonie; selbst Marvin Knoll ließ sich vom der bleiernden Unlust anstecken, so scheint es mir jedenfalls.

Das Bild von den „Händen in der Hosentasche“ an der Seitenlinie beschädigte Kauczinsky nachhaltig. So nachhaltig, dass Präsidium und Aufsichtsrat nun „einfach machten“.

Retardierte Auswirkungen

Vorbei scheinen die Zeiten, in denen mein Präsidium stoisch an den eingeschlagenen Wegen festhielt, Handlung einem „Einfach mal machen“ vorzog. Welche Rolle der scheidende GF Rettig hier spielt, ist mir nicht ganz klar. Ich befürchte aber, er spielt eine wesentliche. Vielleicht auch, weil er vermeiden will, dass jemandem auffällt, dass er als „Interim-Sportchef“ ein gerüttetes Maß Verantwortung für diesen Kader trägt.

Ich befürchte, dass jeder neue Trainer und Sportchef nun mit einer enormen Hypothek seinen neuen Job antritt. Beim ersten Konflikt mit Buchtmann und Konsorten wird er auf eine Mannschaft treffen, die sich ihrer Macht bewusst ist. Das wäre fatal!

Immerhin: mit Jos Luhukay kommt ein toller Trainer, der schon lange auf Willis Wunschliste steht. Das klären wir in unserem Podcast heute Abend.

Kommentare oder Fragen, die wir erörtern sollen?

Andere Stimmen:

Warum ist das so? Was läuft da falsch im Team seit der Winterpause? Als Fan bekommt man vieles immer nur recht bruchstückhaft mit. Mehrere Aussagen in Boulevard-Medien passen aber durchaus ins Bild der letzten Wochen: Alex Meier ist anscheinend unzufrieden mit der Einstellung des restlichen Teams, Johannes Flum schlug nach dem Sandhausen-Spiel in die gleiche Kerbe und stellte die Charakterfrage an das Team. Es scheint also nicht zu passen im Team.

Tim im Millernton Blog

8 Kommentare zu „Warum die Entlassung von Trainer und Sportchef ein fatales Signal ist. #fcsp“

  1. Pingback: Macht kaputt, was euch ausmacht. › St. Pauli Nu*de

  2. Es ist jetzt einfach, es der Mannschaft in die Schuhe schieben. Aufgestellt hat der Trainer, nicht die Truppe… Sicher ist es richtig, dass einige Spieler- scheinbar und von außen betrachtet- lustlos abgeliefert haben. Könnte man von einem Trainerteam allerdings auch erwarten, dass es darauf reagiert.
    Und, mit Händen in den Taschen und solchen Aussagen nach den Spielen, erreichst du eben nichts.
    Anschauungsbeispiel: Jürgen Klopp in der CL gegen Porto. Oder auch in jedem anderen Spiel.

  3. Burkhard Sievers

    Man kann nicht das Image eines etwas anderen Fussballvereins aufrechterhalte, wenn man so konventionell und einfallslos handelt. Trainerentlassungen gehören zum HSV.

  4. Gerüchteweise hat die AFM Druck aufs Präsidium ausgeübt: Stöver-Kautschi weg oder Einberufung einer Außerordentlichen JHV? Was ist da dran?

    1. Die Spekulation ist ja noch wilder, als meine hier ;) – nee, nix von gehört. Würde auch den Sinn nicht verstehen, was hat die AFM davon. Ich bin ja nicht als Fan der aktuellen Abteilungsleitung bekannt, obwohl ich in der Lage bin, ihre Verdienste durchaus zu honorieren; und auch wenn ich die Jungs für echte Politiker halte, das hört sich für mch nach einer Räuberpistole an.

  5. Falls es so (oder ähnlich) sein sollte, dann trägt der Trainer dennoch die Schuld für das Entstehen der Situation. Im Spiel wirkte es eher so, als dass die Jungs zu brav die passiven Konzepte des Trainers umsetzten. Bezeichnend seine Reaktion auf das 2:2 gg Union: er wollte es halten, nicht noch gewinnen. Das haben die Jungs ohne ihn gemacht. Insofern: er hat die Spieler nicht besser gemacht – und darauf hatten sie (wie ich auch nicht) keinen Bock mehr.

    1. Tatsächlich ist der Kern der Kritik ja auch mein Gefühl. Dann frage ich mich aber, warum Stöver auch gehen musste? Er scheint da anderer Ansicht gewesen zu sein. Und nu? Mit Rettig als lame duck in die Kaderplanung 2019/20? Ein Super-GAU, wenn Du mich fragst.

  6. Ich kann über die Mächte in der Mannschaft nicht viel sagen und ich hoffe nur dass es nicht so ist wie du schreibst! Aber für mich als Fan von dem Sport“ Fußball „und als Fan vom FC St. Pauli kann ich nur sagen das was Kauczinski hat spielen lassen diesen Angsthasen Fußball und wie er eingewechselt hat das hat mit Fußball auch nicht viel zu tun und da lag das aber sicherlich nicht nur an den Spielern.
    Ich hätte auch lieber dass wir wieder einen Trainer hätten ,mit denen wir ein paar Jahre zusammen den Weg gehen könnten aber wenn es heißt dass wir mit dem Fußball den wir diese Runde gespielt haben das machen müssen dann hat das mit Fußball wenig zu tun.

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