Die Jungs aus der Zwischenzeit

Die goldene Ananas zu gewinnen, ist schwieriger, als gedacht; am Sonntag begleiteten die Boys in Brown den 1. FC Köln mut- und lustlos bei seiner Aufstiegsfeier im sonnigen Müngersdorf. Irgendwie wirkten die Jungs wie außer Phase, also nicht synchron mit unserem Raum-Zeit-Kontinuum, wie ich das aus den Star Trek TNG Folgen mit Lt. Worf und Deanna Troy erinnere. Nur waren die nie so anteilnahmslos, wenn ihnen die Bruchstücke der jüngsten Vergangenheit und eine gefährliche Zukunft durch die Beine wirbeln.

Irgendwie um die 80ste Minute fängt das St. Paulianische Mittelfeld dann doch mal einen Ball ab, als Fabian Boll sich ein letztes Mal sein Herz nimmt und den Ball, um durch das Halbfeld in eine Schussposition sich zu tanken; gerade, als ich mit ihm die Lücke sehe (er von unten und ich von gegenüber und von oberhalb), schieß doch Bulle denke und Fabian Boll das letzte Mal abzieht in unserer Beziehung als Profifussballer und Auswärtsfahrer, stelzt sich Thy oder Verhoek in den Schuss und blockt den Ball des eigenen Mitspielers – seinen letzten. Unfassbar traurig.

Eigentlich die einzige Szene, die ich berichtenswert finde (Tschauner hält ja öfter mal schlecht geschossene Elfmeter;), und bleibt mir im Gedächtnis haften, genauso, wie der Gang von Fabian Boll über den Platz, nach dem Abklatschen am Zaun. Sonst fühle ich seit gestern diese dumpfe Ahnung im Kopf pochen, dass mit dem Weggang von Boll, ggf. Kringe, Bartels und Schindler wichtige Pfeiler der Mannschaft wegbrechen (ok, bei Schindler hätte es ein Pfeiler werden können, meine ich noch immer)

Lennart Thy, so gern ich ihn spielen sehe, ist seit Monaten ein Totalausfall, genauso wie Verhoek. Trybull höchstens mit Perspektive, und Buchtmann so unersetzlich, dass es schmerzt, wenn er oft fehlt. Ratsche kriegt keine Freistöße mehr und wird deswegen öfter einfach umgepustet; und alle bewegen sich auf dem Platz, wie Friseurlehrlinge, die so tun, als täten sie was, ohne irgendwas zu machen. Ist das schon die Freude auf Mallorca?, oder die (mit unserer Beteiligung bewirkte) Enteierung von Roland Vrabec?, wie das Alfetta gestern nannte?

Mir graut da so ein bisschen vor nächster Saison, wenn die ersten Spiele nicht so laufen und ein scheidendes Präsidium nervös wird.

Aber vielleicht brauche ich auch erstmal ein wenig Abstand, vor allem von dem Spiel gestern.

5 Antworten

  • War ja auch nur eine Ironie…“wegen der Party anlässlich des Aue Spiels“ …den HG besuche ich grds. auch nicht mehr, aber die eine oder andere Aufwartung im Bereich der Jolly Roger Bühne denke ich schon…

  • Hafengeburtstag?, komme aus Altona, da war ich seit 25 Jahren nicht mehr ;)

    Für mich war das ja tatsächlich das letzte Spiel der Saison, am 11. kann ich nicht ans Millerntor kommen, und deswegen irgendwie doch schön Boller nochmal zu sehen. RV hat nu noch die Sommerpause Zeit, sich ein Spielsystem zu überlegen, das auch einen Plan B im St. Paulianischen Sinne bereit hält.

    Wenn alle Stricke reißen, haben wir ja noch Thomas Meggle, aber das wünsche ich erst herbei, wenn es sein muss ;)

  • Du triffst es auf den Punkt, ich bin da auch etwas desorientiert zur Zeit, weil ich lange nicht mehr so schief gelegen habe wie mit dem Saisonverlauf nach der Winterpause und die Suche nach den Gründen lässt dunkle Wolken am Horizont befürchten. Seit der Niederlage ist für mich aber die Saison vorbei und ich bin beinahe zum „Party Pauli“ verkommen, da ich nichts mehr erwarte und eben auch nicht enttäuscht werde. Allerdings gibt es eben eine Erwartungshaltung für die nächste Saison. Und das ist es eben, was einem Bauchgrimmen bereitet. Aber mal sehen, was da noch so kommt von RA. Viel Spass auf dem Hafengeburtstag ;-))

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