Distortion Sankt Pauli

Photo credit: Rusty Russ on Visualhunt.com / CC BY-NC-ND

Mein Volontär sprach mich heute darauf an, was rund um unseren FC St. Pauli passiert. Er fragte mich, ob ich auch glaubte, dass Markus Kauczinski für die Lethargie, von der Oke heute sprach, allein verantwortlich sei? Schuld an der „bleiernden Decke“, die das Team ummantelt, es daran hindert Spitzenfußball zu zeigen. „Nein Paul“, sagte ich, „das glaube ich nicht“.

Klassischer Sündenbock mit den Händen in der Tasche

Es ist ein gefährliches Spiel, das Oke da spielt. In den Sportredaktionen wird schon heute, einen Tag nach der Demission, die Frage nach der sportlichen Kompetenz dieses Präsdiums gestellt, im Abendblatt, der Mopo und vermutlich auch bei Bild.

Dabei setzt unser Präsidium, zusammen mit dem Aufichtsrat auf eine Karte: den Aufstieg diese Saison. Wie sonst kann man das Pardauz-Manöver mit dem Aufstiegskönig von St. Pauli, Jos Luhukay erklären? Nu muss er kommen der Aufstieg, sonst wäre das Durchziehen gegenüber Uwe Stöver sinnlos gewesen.

Oke sprach heute auf der Pressekonferenz von den Verdiensten der beiden, dass sie den FC St. Pauli durch eine schwere Saison und den Verein in „ein ruhiges tabellarisches Fahrwasser“ gebracht haben. Ja, was anderes hast Du denn erwartet in 18 Monaten? Platz sechs reicht also nicht aus, um den FC St. Pauli ambitioniert auf die nächste Entwicklungsstufe zu bringen? Puh. Da fällt mir Markus Spruch in unserem Podcast ein: „In Kauschi sehen wir uns selbst, den Verein, und das, was wir sehen, das gefällt uns nicht“. Anstatt aber die Störung, die dieses Bild verursacht anzunehmen, ambitionieren wir uns einfach weiter, wir machen, machen. Hauptsache der Spiegel antwortet uns wieder: Du bist die schönste im ganzen Land.

Oke möchte „alle störenden Nebengeräusche ausblenden und sich auf die Leistung auf dem Platz konzentrieren“, soso. Und welche Nebengeräusche hat Kauschi denn so veursacht? Waren „wir“ das nicht selbst, wie immer? Pyro, Kapuzen, Banner; Geschrei auf dem Boulevard, dem braunweissen und dem roten?

Das alles hat mit dem Trainer wenig zu tun, sondern mit dem Verein, uns Supportern und den Jungs auf dem Rasen. Da hakt es, wie kann da ein Mann allein Schuld dran sein? Nee, das kaufe ich nicht.

Und Oke, sorry, den Support der Fans des FCSP muss man sich nicht „erarbeiten“ – den gibt es freiwillig, wie Liebe sein muss, sonst ist sie keine.

Ich bin einigermaßen verstört von dieser PK. Ich bin ratlos, was das Präsidium dazu getrieben hat, diesen Schritt vor allem gegen den Sportchef zu gehen. Ich halte im Übrigen „Störungen“ – Distortions – für nützlich, für essentiell, um sich selbst zu erkennen.

Nu ist es so, wie es ist. Ich stehe, wie immer hinter Oke, vermute da auch internen Druck im Verein am Werk, ohne dafür Handfestes vorweisen zu können – ist eine Störung der Macht, wenn ihr so wollt ;)

2 Kommentare zu „Distortion Sankt Pauli“

  1. In meinen Augen der entscheidende Satz der PK war: „Wir wollen eine Situation schaffen, die davon geprägt ist, Spiele zu gewinnen und nicht zu versuchen, Spiele nicht mehr zu verlieren“
    Und diesen Satz kann und muss man so unterstreichen! Natürlich ist das nicht allein die Sache des Trainers und das Team hat einen großen Anteil daran mitzuwirken. Allerdings wäre es MK gewesen, der vorneweg gehen muss um diese Situation zu schaffen und den Willen und die Zuversicht diesbezüglich auszustrahlen. MK hat eine recht erfolgreiche Hinrude mit der Mannschaft hinlegen können, wir stehen auf einem Platz auf dem sich sicher keiner von uns gewähnt hätte. Nur, so realistisch muss man auch sein, dieser Platz ist das Werk Fortunas und nicht das Werk eines MK. Seit Beginn seiner Trainerperiode bei uns tritt eben dieser MK lethargisch, lust- und ideenlos auf! Als Trainer ist er der Abteilungsleiter dieser Mannschaft und hat auch als ein solcher zu agieren. Dazu gehört nicht nur die fachliche Kenntnis -viel wichtiger in der Teamleitung (und das wird ein jeder mit Personalverantwortung bestätigen) gehört ganz besonders Motivation, Förderung, Stärkung und Teambildung zu einer „guten Truppe“ dazu! Hierbei ist es völlig egal ob man über ein Fußballteam, die Belegschaft eines Supermarktes oder den Handwerker ums Eck mit seinen drei Mitarbeitern spricht.
    Genau hier hat MK mit seiner Null-Bock-Ausstrahlung mit Händen in den Taschen, seiner lustlos und emotionslosen Art, ja sogar seiner Körperhaltung/-Spannung schlicht und ergreifend versagt – und dies nicht erst jetzt.
    Meiner Meinung nach kommt der Schritt der Trennung schon ein gutes Dutzend Spieltage zu spät!
    (Und ob der Herr Luhukay nun der richtige ist… Wir werden es sehen…)

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