FC St. Pauli: Heute Alabama und morgen 1. Liga

Da stehen sie vor der ermeuchelten Gegengeraden und sprechen von Lethargie, unsere zwei weißen Erfolgspräsidenten Orth und Spies, reden von einer Änderung der Philosophie und sich das Chaos, das eine Zäsur unseres Ausmaßes hinterlässt einfach so schön wie das Wetter am Millerntor.

Anders als Bloggerkolleginnen, weine ich Helmut Schulte keine Tränen hinterher. Spätestens als das Jugendzentrum noch nicht einmal einen Stern bekam, hätte es hier die Quittung geben müssen. Aber muss man dann gleich die Offensive herausposaunen, wie sie im Handbuch für Konzernvorstände steht? – „Regel 1: in Change Management Prozessen male das Land der Verheißung an die mediale Wand“ – wie im HA Interview von heute?

Orth: Wir haben in den Gesprächen mit Helmut festgestellt, dass sich unsere Philosophien auseinanderentwickelt haben.
Helmut Schulte stand immer dafür, dass der FC St. Pauli einen Platz unter den Top 25 der deutschen Profivereine anstreben sollte.
Spies: Und das reicht uns eben nicht mehr. Die Top-25-Strategie war vor vier Jahren genau richtig. Aber jetzt bauen wir ein Stadion, von dem wir früher geträumt hätten. Im Herbst haben wir ein Stadion für 29 000 Zuschauer. Wir investieren 2,5 Millionen Euro in unser Nachwuchsleistungszentrum. Mit diesen wirtschaftlichen Erfolgen müssen unsere Ziele auch steigen.

Jahaa, da wünscht man sich fast Helmut Schulte zurück, bei solchen markigen Ansagen. Mir kommt das ja so vor, als ob man in alle Brandherde schnell noch ein wenig Kerosin pütschert, um Aktion zu zeigen. Um der Aktion Willen.

… und dann, nach der ganz großen Trompete, erzählen uns die beiden, dass sie aber zu „teuer“ seien, um sie für den FCSP aus ihren Jobs herauszukaufen, sie aber doch gerne eine Entschädigung haben wollen. Ein Versorgungsposten Light sozusagen, aber ohne das ganze Risiko. Manchmal wünscht man sich bei solchen Frühstücksdirektoren Corny Littmann zurück an die Front. Und Michael Meeske reibt sich unterdessen verwundert die Augen … Schlimm!

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