FC St. Pauli mischt die DFL auf

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„Dafür haben wir Oke gewählt“, schreibt mir K. am Abend. Da habe auch ich gerade gelesen, dass der FC St. Pauli zur DFL Sitzung am 2.12. einen Antrag gestellt hat, der Vereine, die mehrheitlich einem Sponsor gehören, von den Einnahmen aus der Gemeinschaftsvermarktung ausgeschlossen soll.

Aktuell wären das Bayer Leverkusen, Hoppenheim und Wolfsburg. Ab 2017 auch Hannover.

Die angepingten Verein, darunter auch Martin Kinds Hannover 96, reagieren erstaunt. Das hat sich noch keiner heraus genommen. St. Pauli zeigt Profil, genau, wie es der Aufsichtsrat und die JHV vor gut einem Jahr mit der Wahl Okes zum Präsidenten gewollt haben.

Am 10. November hatte der FC St. Pauli in einem Schreiben an Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball und DFL-Boss Christian Seifert gefordert, Vereine, die sich durch eine Ausnahmegenehmigung nicht an „50+1“-Regel halten müssen, „von der Verteilung der Einnahmen aus der Vermarktung von Spielen nach § 9 Nr. 1 auszuschließen“.

Dadurch würden die Werksvereine Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg als 100-prozentige Töchter der Bayer AG und des Volkswagen Konzerns sowie die TSG 1899 Hoffenheim, bei der Mäzen Dietmar Hopp die Mehrheit hält, bei der Verteilung der Einnahmen aus der Fernsehvermarktung sowie der Gruppenvermarktung (Adidas-Ligaball, Hermes-Ballbote, Krombacher) nicht mehr berücksichtigt. Ab 2017 könnte dies auch Hannover 96 betreffen, das nach dem Engagement von Präsident und Unternehmer Martin Kind über dann 20 Jahre von der „50+1“-Regel auf entsprechenden Antrag hin ausgenommen werden kann. – kicker.de

Ich kann die Erfolgsaussichten nicht beurteilen, halte aber eine ehrliche und rabiate Debatte über die 50+1 Regel, Wettbewerbsverzerrung durch Großsponsoren und die Solidargemeinschaft Fußballiga für dringend geboten. Und reden tun die Dickärsche eben nur, wenn man ihnen in denselben piekst.

Dafür hat der FC St. Pauli nun den besten Adjutanten, den man sich denken kann. Nun macht die Verpflichtung des Ex-GL der DFL, Andreas Rettig, erstmals für mich Sinn ;)

Kommentare 3

  • Klingt nach Beschäftigungstherapie!

  • Moinsen,
    es liegt doch auf der Hand, das in Anbetracht der nahenden Neuverhandlung des TV Vertrages ( nach UK erwartet man auch für D über € 1 Mrd. Nach gut € 600 Mio. ) auch über den Verteilungsschlüssel gesprochen werden muss und nun auch schon wird. Von der hierdurch ausgelösten Aufwärtsbewegung bei den Spielerwerten profitieren die grossen Clubs überdurchschnittlich, da sie die grössten Kader beschäftigen. Wie auch Heribert Bruchhagen schon argumentierte wird diese Situation bei unverändertem Verteilungsschlüssel dazu führen, das die Spreizung weiter zunimmt. Ergo gilt es eine verursachungsgerechtere TV Geld Verteilung zu erreichen. Die Einschaltquoten von so Gruselevents wie Wolfsburg gegen Hoffenheim bei Sky sind regelmässig knapp oberhalb von Null. Keiner will das sehen. Aber die so gepimpten Kapitalgesellschaften kaufen Dir erst die Spieler weg, dann nehmen sie Dir einen Platz in der Tabelle weg und das TV Geld. Auswärts kommen sie mit 150 Hanseln angekurvt und die Traditionsvereine können das restliche Gästekontingent wegwerfen. Und es kommen auch ein paar tausend Heimfans weniger weil den Kram niemand sehen will. Wer Einschaltquote macht und Stadionattendance sollte überproportional partizipieren. Darum geht es meines Erachtens. Und die BOX muss nun geöffnet werden, bevor die Synthetik Litfassäulen die Stimmenmehrheit übernehmen. Verhandlungen muss man mit Maximalpositionen beginnen. Wir kennen den genauen Antragswortlaut von Sankt Pauli (noch) nicht. Aber das gequake der anderen. Und die reden von einer Solidargemeinschaft? Die sie selber auf asozialste Weise ausnutzen. Ich kann nur alle Traditionsvereine auffordern, am 02.12. da kräftig in diese Richtung mitzuverhandeln. Sonst gibt nur noch so Dinger wie Wolfsburg, Leipzig ( die aber m.E. garnicht betroffen sind ), Hoppenheim und Ingolstadt irgendwann…und das wäre fatal. Hamburg ist Braun Weiss!