Frei.wild oder Freibeuter – ihr müsst euch entscheiden, Förde Show Concept

Beides geht nicht!

UPDATE: Der Betreiber des Flens-Arena hat inzwischen das Frei.Wild Konzert abgesagt!

Photo credit: Maik Meid on Visualhunt.com / CC BY-SA

Die Flensburger Firma Förde Show Concept betreibt im dänischen Grenzgebiet die Flens-Arena und bewirtet außerdem uns Fußballfans beim FC St. Pauli an Spieltagen. Eine Partnerschaft, die selten in den Fokus der Öffentlichkeit gerät – bis jetzt.

Ausgerechnet am 20. April, an Hitlers 130. Geburtstag, toleriert der Partner unseres Antifa-Klubs ein Konzert der umstrittenen südtiroler Band Frei.wild.

Dagegen regt sich in Widerstand – nicht nur an der Flensburger Förde.

Ich meine, wer Partner des FC St. Pauli ist, dem sollte klipp und klar sein:

Entweder St. Pauli oder Frei.wild – beides zusammen geht nicht.

Inzwischen hat sich eine Online-Petition gebildet:

Ein buntes Flensburg lebt von der aktiven Auseinandersetzung darüber, wie wir in unserer Stadt friedlich in Vielfalt zusammen leben können. Rechtspopulisten aktiv eine Bühne zu bieten, gehört aus unserer Sicht nicht dazu. Wir werden dem geplanten Konzert daher nicht widerspruchslos zusehen.

Online Petition gg Frei.Wild in Flensburg

14 Kommentare zu „Frei.wild oder Freibeuter – ihr müsst euch entscheiden, Förde Show Concept“

  1. Bei uns in Österreich gibt es das antifaschistische Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW). Das DÖW ist eine Stiftung, die gemeinsam von der REPUBLIK ÖSTERREICH, der Stadt Wien und dem Verein Dokumentationsarchiv getragen wird und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Basis natürlich auch mit dem Rechtsextremismus von heute in allen Formen. Hier ist die Beurteilung von Frei.Wild durch einen staatlich anerkanntem Experten des DÖW: „Die Vergangenheit des Sängers war bedenklich, aber mittlerweile würde ich der Band aufgrund ihrer Positionierung GEGEN RECHTS sogar eine VORBILDWIRKUNG für ihre jungen Fans aussprechen.“ … Info zu Andreas Peham der auch unter dem Namen Heribert Schiedel publizierte: Er ist ein Rechtsextremismus- und Antisemitismusforscher. Fachbeiträge von ihm erschienen sowohl in wissenschaftlichen Zeitschriften (u. a. den Blättern für deutsche und internationale Politik), als auch in antifaschistischen Organen wie Der Rechte Rand, Antifaschistisches Infoblatt und Lotta sowie beim Informationsdienst gegen Rechtsextremismus, auf hagalil_com und in der linken Wochenzeitung Jungle World. Seit Ende der 1990er Jahre ist er zudem in der Lehrerfortbildung und im Rahmen der politischen Bildung an Schulen tätig mit den Schwerpunkten Rassismus und Antisemitismus, Adoleszenz und pathologische Gruppenbildungen. Überdies ist er seit 2016 als Experte des Mauthausen Komitees Österreich für thematische Rundgänge zu Denkmälern und Gedenkstätten in der Inneren Stadt tätig. http://www.noen.at/st-poelten/rechter-schatten-wilde-vergangenheit/11.394.083#

  2. Ich bin alles andere als Frei.Wild-Fan, aber diese Aktion ist ein bisschen scheinheilig. Dass der FCST in Klamotten der Military-nahen Marke Under Armour aufläuft, ist ja mittlerweile auch nicht mehr so schlimm. Die anfängliche Aufregung ist im Sande verlaufen. Der FCSP ist nur mehr ein Verein wie alle anderen auch Kommerz und Kohle. Wie sollten sie sonst auch 2.Liga spielen, geschweige denn, um den Aufstieg ins Oberhaus?

  3. Man darf FördeShow Concept nicht dafür in Regeress nehmen. Die Firma ist wie St Pauli sehr links. Aber in Flensburg verwalten Sie für die Stadt die Flens-Arena. Solange Freiwild auf keinem Index stehen, ist FördeShow Concept gezwungen dem Veranstalter die Räumlichkeiten zu bieten. FördeShow ist nicht der Veranstalter. Er muss aber die Meiningsfreiheit vertreten lassen und darf deswegen nicht das Konzert verbieten, auch wenn Sie es am Liebsten würden.

    1. MIr ist klar, dass das schwierig wird. Wer aber sich mit dem FCSP verpartnert, der schließt anderes aus, u.a. diejenigen, die am 20. April feiern. Da muss die Nachfrage gestattet sein, was die Förde Leute tun?

    2. Sorry – das ist mir zu einfach…
      Zum einen hat die Stadt eine Verlegung in eine andere Location abgelehnt. Und bei der Flens-Arena auf das Hausrecht verwiesen, was bei Förde-Show-Concept liegt.
      Als Hausrecht-Inhaber sind sie damit nicht „gezwungen“ – ganz im Gegenteil.
      Und wenn sie wirklich sooo Links sind, sollte klar sein, das solch eine Veranstaltung, an dem Tag – in Flensburg ein NoGo sein muss! Und man nicht 5000 (potentiellen) ultra-rechten solch eine Plattform bieten darf!

    3. Bernd Rathje

      Niemand kann gezwungen werden an Faschos Bier aus zu schenken. Ich würde streiken oder mich krank schreiben lassen.

    4. Hui, am 20. April werden wohl in diesem Jahr viele an Feuern feiern. Ist ja schliesslich Karsamstag, und die Osterfeuer lodern überall.
      https://www.hamburg.de/tickets/e/10974476/60er-osterparty-suzie-and-the-seniors/
      Da wird VOLKSMUSIK gespielt, von Alten Leuten. NAZIS!

      Das Ganze ist doch nun wirklich eine Lachnummer. Einer Band, die weder auf dem Index steht, noch in irgendeiner Form faschsitisch ist, einen Auftritt unter fadenscheinigen Begründungen zu verwehren, und dann sich auch noch „Toleranz“ und „bunt“ auf die Fahnen schreiben. Ich verstehe mittlerweile schon, warum einige Aussteigewillige aus der Rechten Szene sich fragen, ob es überhaupt einen Sinn macht, mit „Freundschaften“ zu brechen, wenn auf der anderen Seite NICHTS auf einen wartet. Nur eben, dass man, egal, wie lange man seine „Jugendsünden“ hinter sich hat, immer wieder nur darauf reduziert wird, und somit eigentlich keine Chance hat.
      Naja, genug Zeit verplempert, denn erfahrungsgemäss kommen jetzt hier ein, zwei Kommentare der Seitenbetreiber, die mir jetzt wahrscheinlich auch noch eine latente bis offene Rechtslastigkeit unterstellen (als bekennendem Linken und Kommunisten), und ansonsten wird nicht nachgedacht, reflektiert… Früher haben wir uns mit Themen intensiv auseinandergesetzt, um uns eine Meinung bilden zu können, heute hat man eine Meinung (zu haben, und zwar eine ganz bestimmte), und andere werden nicht zugelassen und bekämpft. Aus dem LAnd der Denker ist ein Land der Mitblöker geworden. Schade, schade.

  4. Ralf Schellschmidt

    Sehe ich genauso. Auf diese Art von zweigleisig fahrenden Partner sollte, nein muss man verzichten. Ralf

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