Für immer Siebzehn – Die Rückennummer von Fabian Boll, die #17 soll beim FC St. Pauli nie wieder vergeben werden

Update, 17.2.: Azzouzi und Orth denken über „Rückennummer-Hall-of-Fame“ nach: „Kreative Initiative der Fanschaft“ – Quelle: FC St. Pauli

Beim Basketball und Football ist es Gang und gäbe, dass die Rückennummern verdienter Spieler „geblockt“ werden. Das Trikot wandert in die Hall Of Fame oder bei besonderen Verdiensten sogar unter das Hallendach, damit der Geist des Besonderen auf seine Nachfolger auf dem Feld abstrahle …

Fabian Boll, FC St. Pauli - Foto: wikicommons, Northside
Fabian Boll, FC St. Pauli – Foto: wikicommons, Northside
In der Bundesliga ist das nicht üblich, wird aber immer wieder mal gefordert. So nun auch von einer Reihe St. Paulianer_innen, die eine Online-Petition nach Bollers Rückennummer benannt haben (hier kann man online unterstützen …).

Die Rückennummer 17 gehört Fabian Boll. Sie sollte nach seinem Karriereende nicht wieder vergeben werden. Es sei denn, Boller geht selbst nochmal ran. Oder seine Tochter – als erste Mannschaftskapitänin der Herren-Bundesliga (bei dem Papa ist alles möglich).

… heisst es dort – und wer wollte diesem Wunsch widersprechen! Es wird allerdings heikel für die Verantwortlichen des FC St. Pauli, diesem Wunsch nachzukommen, denn der DFB und die DFL machen – anders als beim American Football oder Basketball – strenge Vorgaben über die Vergabe – und Nicht-Vergabe – von Rückennummern. So weiss Wikipedia, dass „den Vereinen der Fußball-Bundesliga und 2. Fußball-Bundesliga grundsätzlich nahe (gelegt wird), eine durchgehende Nummerierung der Rückennummern vorzunehmen, so dass die höchste Rückennummer in Relation zur tatsächlichen Größe des Spielerkaders steht. Mit Beginn der Bundesliga-Saison 2011/12, führte die DFL ein Verbot für Rückennummern jenseits der 40 ein. Sollte ein Kader mehr als vierzig Spieler umfassen, muss fortlaufend nummeriert werden.“

Nimmt man den aktuellen Kader von 30 Profis als Maßstab, dann könnte der FC St. Pauli genau zehn Mal eine Trikot-Nummer „einfrieren“ und für alle Zeiten einem verdienten St. Paulianer vermachen. Zehnmal, das ist nicht oft. Was ist mit Deniz Naki?, Florian Bruns, Holger Stanislawski (Stanis Nummer 21 wird ja tatsächlich nicht vergeben ;), dem Fußballgott?, Torwartlegende Volker Ippig? – das wäre inklusive Boll schon sechs Trikots, die im Museum des 1910 e.V. von der Decke strahlen würden. Und dabei habe ich noch gar nicht angefangen, Mazingu oder Ebbers zu erwähnen. Ich verstünde eine Absage des Vorstandes, mein Herz singt aber mit den Petitenten, denn „eine Karriere wie die von Fabian Boll hat es beim FC St. Pauli noch nicht gegeben: Von der Nordkurve in die Gegengerade. Von der Gegengerade in die Singing Area. Von der Singing Area aufs Spielfeld. Von der zweiten Mannschaft in die erste. Und von der dritten Liga bis ganz nach oben, Derbytor und Derbysiegertorvorlage inklusive.“

Ich mag ja Einmaligkeiten, die aus einer tiefen Emotion heraus entstehen: lasst uns die Regeln des DFB brechen und die #17 aus dem Verkehr nehmen – trotz und aus Trotz gegenüber den guten Argumenten dagegen. Vielleicht sollten wir auch mit der 40 anfangen, beim Torwart Tschauner, und dann runter zählen im aktuellen Kader.

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