Hinrichtung

Die Nachbarin schüttelt den Kopf: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Stefan so etwas gemacht hat.“ Nur ein kleiner Totenkopfaufkleber auf dem Kleinwagen in der Einfahrt lässt vermuten: Inmitten dieser dörflichen Beschaulichkeit lebt ein St. Pauli-Fan Amokläufer.*

… lese ich in der Mopo und kann mir vorstellen, wie sie im Vorörtchen über ihn herfallen, die Boulevardjournalisten und die Nachbarn. Ein Amokläufer, ist mein erster Gedanke, als ich den Text oben lese, wird immer ähnlich beschrieben. Im Alltag sei er immer freundlich gewesen, ein wenig verschroben, mit seinem Hang zu dem etwas Anderen und ihren gewaltverherrlichenden Symbolen.
Nein, oh Nein wie schrecklich, man hat ja nichts geahnt.

*Zitat Mopo, Durchstreichung und Ergänzung ring2

4 Gedanken zu „Hinrichtung

  1. Wo ist der kotz-Smilie? Die Presse hat doch echt den letzten Knall nicht gehört!
  2. Wahnsinn, der Typ hat einen Bierbecher geworfen und sich wahrscheinlich selbst am meisten erschrocken, als er damit den Linienrichter getroffen hat.
    Das ist und bleibt scheiße, und teuer wird’s obendrein – aber wo bleibt da bitte die Verhältnismäßigkeit, liebe Presse…?
    Aber laut Medien hat der FCSP durch den Wurf ja auch seine Unschuld verloren. Genau so’n Quatsch und höchstens in Bezug auf deren seit Jahren völlig unreflektiert verbreitetem Klischee von den immer lustigen und friedlichen Fans richtig.
    Das Perverseste daran: Hätte der Becher nicht getroffen, wäre alles, was am Freitag im Stadion passiert ist, medial als „hitzige Stimmung“ und „aufgebrachte Emotionen“ der „herrlich verrückten Fans vom Millerntor“ abgehakt worden…
  3. Schlimmer als ein Kinderschänder, vor dem Haus hängen die Ostereier, im Keller stellt das Monster Bierbecher aus Stahl her. Hier hat er auch seinen diabolischen Plan ersponnen.

    Es ist wirklich pervers.

    Gruß
    Patrick

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