Immerhin Derbysieger :( Das Highlight einer Heimneiderlage gegen den VfL Bochum war eine Lautsprecherdurchsage

Den Bericht über das Bundesligaspiel FC St. Pauli gegen den VfL Bochum beginne ich am besten von hinten. Die Sonne scheint und der kräftige Südost schickt kleine Wolken unter der Frühlingssonne übers Millerntor. Mit mir stehen da noch hundert andere auf der Gegengerade, wollen irgendwie nicht nach Hause gehen, als ob sie noch was erwarteten. Geht hier noch was?

Aber es geht nichts mehr. Wild fliegen die Reste der tollen Choreo gegen „Don Schillz und Sancho Neumann“ über die Nord. Irgendwo daneben feiern noch ein paar Bochumer. Die können das sicher auch kaum glauben, wie Bochum mit einer kompakten, aber nicht sehr präzisen Leistung die Boys in Brown besiegen konnte. Ich wünschte mich heute Nachmittag zum kleinen Derby. Highlight eines völlig verpeilten Spiels – eines Heimspiels wohlgemerkt. Dem dritten, das wir in Folge verlieren.

0:3, 0:2 und nu 0:1 – beim hsv wäre das eine aufsteigende Tendenz ;) – überhaupt habe ich den Eindruck, ich habe mich zuviel mit dem Dino beschäftigt zuletzt – und auf Sankt Pauli?, gähnende Langeweile.

Relegationsplatzangst, das ist wenn die Konkurrenz liegen lässt und die eigenen Pläne nicht sofort funktionieren, dann wächst der Druck, und doch fehlt das Pochen im Kämperherz. Blutarmut überall, Fehlpassfestivals, als hätten sie sich kollektiv verstritten, bei der Frage, wer wohl als nächstes von Fulham oder Werder angerufen wird. Immerhin, das Gesetz der Serie lässt auf ein Unentschieden (0:0) hoffen im nächsten Heimspiel. Dann ist ja auch Buchtmann wieder dabei.

Krass, wie wichtig der Buchti für unser Spiel ist. Dabei will ich auf Neupaulianer Trybull garnichts kommen lassen, herrlich, wie der dann sich die Kapitänsbinde doch überstreifte, als Thorandt sie ausschlug, und danach gleich aufblühte. Da dachte ich kurz: ‚Nu geht noch was.‘

Nöthe zuzusehen bringt mir auch heute Spass, ist aber traurig mitanzusehen, wie schon ab der 60. Minute bei ihm und allen Boys in Brown die Schultern sinken. Nix geht, Kalla irrlichtert durch das Stadion. Hätte mich nicht gewundert, wenn er irgendwann den Spielertunnel verteidigt hätte. Thorandt Tschauner später mit dem einzigen Signal zum Aufbäumen, als er die Genehmigung erbat bei einer Ecke vorne zu spielen. Sowas lässt sich aber leider nicht beliebig wiederholen. Nach Ratsches Lattentreffer sollte es dann eigentlich losgehen, wachte auch die schnarchende Gegengerade auf, und genau da pfiff Gagelmann ab. Gefühlt war da erst die 15. Minute „gespielt“.

Ein Fußballspiel für die Tonne. Hoffentlich verzeihen die Jungs sich ihr angstvolles Gewurste schnell und irgendjemand treibt ihnen bitte die offensichtlichen Flausen aus, am Millerntor Angst mitzubringen. Das ist doch nu wirklich unsinnig.

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