Präsident eines Fußballvereins zu werden, ist eine Scheißidee

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Jolly Rouge Blogger im Echoraum in der Ritze (St. Pauli)

Jeky spielt drüben in ihrem Blog gerade ein Szenario durch, dass ich für denkbar unwahrscheinlich halte, und vermischt das mit einer gehörigen Portion Kritik an Blogs im Allgemeinen und FCSP-Blogs im Besonderen. (Offenlegung: auch wenn ich glaube, dass in der Hauptsache ein anderes Blog gemeint ist, fühle ich mich angesprochen … und blogge lange genug, um das Wiederkehren dieser Resonanz-Diskussion gelassen zu betrachten ;)

Wäre ich Dr. Gernot Stenger, würde ich zu dem Ergebnis kommen, dass eine unentgeltliche, ehrenamtliche Tätigkeit für diesen Verein, bei der man, egal, was man tut, ohnehin nichts richtig macht, irgendwie Zeitverschwendung ist.

Ich bin seit langem der Ansicht, dass „Präsident eines Fußballvereines“ ein „Scheiß-anstrengender Job“ ist. Tatsächlich kannst Du es kaum allen recht machen. DFL, DFB, Banken, Stadt, Politik, den Sympartysanten vielleicht, den Fans, den aktiven und engagierten schon mal gar nicht. Aber das weiß man vor der Wahl. Und außerdem gibt es auch Vorteile, gerade für Menschen, die sich in ihrem beruflichen Leben eng an der Politik bewegen und denen Öffentlichkeit in diesem Sinne sehr nützlich ist, nicht wahr Bernd? Oder, und das kann man auch nicht ganz von der Hand weisen, deren Schaugeschäfte besser denn je gehen, seitdem man als Retter eines Stadtteilvereines gilt? So, mein Punkt ist wohl klar, ich glaube nicht, dass die Herrschaften (übrigens alles Männer!) das aus reinen altruistischen Motiven tun – sicher auch, und die einen mehr, als die anderen.

Dennoch, sie sind es, die in der Verantwortung stehen. Und zwar gegenüber ihrem Souverän, den Mitgliedern (und im speziellen Fall des FC St. Pauli auch der Fanschaft, denn diese, Mitglied des Vereins oder nicht, ist Erzeuger der wirtschaftlichen Grundlage, des so genannten „Mythos Sankt Pauli“ – und wir sollten an anderer Stelle diskutieren, was das genau ist, und wie der erhalten werden kann). Und das ist es, was hinter den vielen Kritiken und letztlich auch der Sozialromantiker-Bewegung steckt: die Aufforderung endlich sich einzureihen in die Reihe der meisten aktiven Fans und Mitglieder, sich gerade zu machen gegen Politik, DFL, DFB und Stadt. Ist das so schwer zu verstehen, Jeky?

Wenn nun mit der Goliathwache, den DFL/DFB-Charta-Wahnvorstellungen, der Werber-Loge und nicht zuletzt dem Schubert-Desaster offenbar wird, dass all der gute Wille, den diese Fanschaft diesen Doofmeiern entgegen gebracht hat, bewusst enttäuscht wird, weil einfach nicht verstanden werden WILL! (Deswegen Doofmeier) – dann soll man darüber nachdenken, ob sich nicht bessere finden.

Ich finde die Debatte wichtig und gut. Allein ich bezweifle, dass Bernd-Georg, Stefan, Jens und Tjark Zweifel an ihrer großartigen Präsidentschaft hegen. Ehrlich, Gernot vielleicht. Das Gegenteil konzidiere ich gerne, wenn die Herren mal anfangen zu kommunizieren.

Und das auch in Blogs. Die Meinung pur sind, persönliche Kommentarspalten, ja vielleicht auch der digitale Boulevard – aber was das mit diesem Thema zu tun hat, weiss nur Jeky allein. Vielleicht Blogger-Frust.

Außerdem widerspreche ich Deiner Ansicht, dass der Verein und alle Finanzierungen zusammen brächen, würde man keine Bänker und Headhunter, sondern Barbesitzerinnen und Busfahrer zu Präsidenten ernennen. Michael Meeske ist ja auch noch da – und der tritt sicher nicht zurück (ist ja auch nicht gewählt, sondern bestellt ;)

7. Unbedingt im Text Links zu meinungsführenden Blogs hinterlegen, da der eigene Link dann dort auch erscheint.