Starcars doofer Sexismus – und was der FC St. Pauli damit zu tun hat

Foto: Pinkstinks

Der FC St. Pauli hat ein echtes Problem mit seinen Sponsoren. Zuerst die Panne mit der „Pussy-Bande“ vom Autohaus Thomsen, dann der grenzwertige Plakat-Rassismus des Hauptsponsors Astra, vom Sexismus der Biermarke ganz zu schweigen. Überhaupt haben die Marketingabteilungen der Partner des Kiezklubs ein echtes Machoproblem.

Zuletzt Media Markt (immerhin nicht im Stadion) und nun Starcar, immerhin Sponsor der Kategorie „Kapitän“ beim FCSP.

Platter Sexismus sells? Wirklich?

Sexistische Postkartenwerbung von Starcar

Seit letztem Monat gehen dutzendfach Fotos, wie das da oben, beim Werbemelder der Aktivisten von Pinkstinks ein. Dabei handelt es sich, wie mir die Pressestelle des FCSP mitteilte, nach Starcars Aussage um eine 2 1/2 Jahre alte Kampagne, die auf damalige Beschwerden hin, aus der Kommunikation genommen wurde. Warum diese jetzt wieder auftaucht, ist unklar.

Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass „Popo sells“ ein wirkungsvoller Marketingansatz ist, ist für mich aber klar: diese Art der Werbung passt nicht zu einem Sponsoren des FC St. Pauli. Punkt!

Geile Kiste? Ernsthaft? Am Freitag ist #Weltfrauentag. Was habt ihr euch bloß dabei gedacht?!

Pinkstinks auf Facebook

Imageschaden durch Sponsoren

Das Problem, dass sexistisches und anderweitig diskriminierendes Verhalten weniger dem Sponsor als dem FC St. Pauli schadet, habe ich hier schon einmal angesprochen. Inzwischen mutiert das Ärgernis zu einem echten Problem: die Marke St. Pauli nimmt Schaden!

Vertragsstrafen als probates Mittel

Ich halte es für essentiell, dass unsere Sponsoren sich auf gewisse Spielregeln verpflichten, da reicht augenscheinlich eine Broschüre gegen Sexismus nicht aus. Sponsoren muss klar sein, dass man sich mit dem Jolly Roger nicht schmücken kann, wie mit einem Federschmuck zum Fasching; eine Partnerschaft mit dem FC St. Pauli bringt Verantwortung mit sich – eine Verantwortung, die sich dringend auch in den Verträgen manifestieren muss:

  1. Vertragsstrafen bei Image-schädigendem Verhalten des Sponsors. Das kann der FC St. Pauli ja gerne in die Anti-Diskriminierungsarbeit stecken, dann haben alle etwas davon.
  2. Schulungen der Partner durch NGOs und Coaches: wie wäre es denn mit Präventivarbeit? Ich fordere, dass 5% jeder Sponsoringsumme für die Schulung der Sponsoren und Partner – und der Mitarbeiterinnen des FCSP – von Betroffenenverbänden und Coaches verwendet wird. Da kann man mit Pinkstinks anfangen und über Beraterinnen, wie Noah Sow und andere sich einen echten Benefit einkaufen.

Ich habe den FC St. Pauli um eine Stellungnahme gebeten, die ich hier nachtrage, wenn sie eintrifft. Ich habe schnell eine Antwort aus der Geschäftsstelle erhalten, danke dafür.

Ansonsten hat Starcar mit dieser Aktion mindestens einen langjährigen Kunden verloren: mich.

2 Kommentare zu „Starcars doofer Sexismus – und was der FC St. Pauli damit zu tun hat“

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.