fbpx

Sorry Cenk Sahin, aber das geht nicht!

Instagram Story von Cenk Shain – Leserzusendung

Update: Der FC St. Pauli hat Cenk Sahin mit sofortiger Wirkung freigestellt. Er darf anderswo trainieren und Testspiele bestreiten. Das wird vermitlich in der Türkei sein, bei seinem Kumpi Erdogan.

Wir haben in diesem Blog schon oft über Marken gesprochen, die sich urplötzlich in einer Diskussion darüber wiederfanden, was als Sponsor des FC St. Pauli geht – und was nicht. Zuletzt Förde Show Konzept aus Flensburg.

Was für Partner gilt, nämlich dass es etwas bedeutet, unsere Farben zu tragen, sollte auch für unsere Spieler selbstverständlich sein. Womit wir bei Cenk Sahin wären, türkischer Profifußballer und seit ein paar Jahren Boy in Brown.

‚Cenk Sahin auf Instagram: „Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und der Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!“ Hashtag ist der Name der Militäroperation. Aus meiner Sicht ist das mit unseren Werten nicht vereinbar.‘

Volker H. auf FB

Heute kursieren auf Facebook Instagram Stories von Cenk, in denen er pathetische Motive teilt, die die aktuelle Invasion Erdogans Truppen in Nordirak Syrien glorifizieren.

Einen Angriffskrieg zu supporten geht nicht, wenn man das Trikot des FC St. Pauli trägt

Nationalismus ist Kacke, auch türkischer – das ist nicht nur meine Ansicht. Und einen Angriffskrieg zu supporten geht nicht, wenn man das Trikot des FC St. Pauli trägt. Das scheint mir – auch wenn man den traditionellen Support der linken Fanszene für die kurdische Sache aussen vor lässt – Konsens auf allen Tribünen zu sein.

Die Frage: wer konfrontiert Cenk Sahin mit diesem Dilemma? Wenn es nach mir ginge, dann wäre das eine Aufgabe der sportlichen Leitung, des Präsidiums oder unseres technischen Direktors. Es wäre schade, wenn es erst soweit kommen sollte, dass Cenk im Freundschaftsspiel gegen Bremen für uns auflaufend von den Rängen „angesprochen“ würde.

Ich wünsche mir schon lange, dass die politische Farbe dieser Fan- und Mitgliederschaft deutlicher in die Profimannschaft wirkt. Nun haben wir einen echten Stresstest, inwieweit die Profis des FCSP dieses Dilemma auch als das ihre erkennen. Ich wünsche mir eine deutliche Reaktion – auch von Cenk. Denn es gilt auch für ihn, nicht nur für Sponsoren: „Entweder St. Pauli oder Frei.wild Erdogans Großmachtssucht – beides zusammen geht nicht“.

Cenk ist unser Spieler und hat nicht nur deswegen, aber in besonderem Maße unseren Respekt verdient. Ihm Gelegenheit zu geben, sich uns St. Paulianer_innen zu erklären, sollte uns Selbstverständlichkeit sein. Jeder von uns weiß, dass man in sozialen Medien auch mal übers Ziel hinaus schießen kann. Größer wird man dann nicht durch Ignoranz oder Schmollen, sondern durch Einsicht oder Konsequenz. Come on, Cenk.

Das wird das heißeste Testspiel aller Zeiten

Ultrà Sankt Pauli legt sich fest und entzieht dem Spieler Sahin die „Licence to operate“.

„Für uns Ultras steht deshalb fest, dass Cenk ?ahin nicht mehr im Trikot des FC Sankt Pauli aufläuft. Wir fordern den Verein auf, Cenk ?ahin am heutigen Freitag, den 11. Oktober zu entlassen!“

USP in ihrem Blog

Update: der FC St. Pauli nimmt Stellung zur Causa Sahin:

Der FC St. Pauli distanziert sich klar von dem Post und dem Inhalt, weil er mit den Werten des Vereins nicht vereinbar ist. Der Verein hat bereits mit dem Spieler gesprochen und arbeitet intern die Thematik auf. – Nie wieder Krieg!

FCSP.com

9 Kommentare zu „Sorry Cenk Sahin, aber das geht nicht!“

  1. Pingback: Personae non gratae › St. Pauli Nu*de

  2. Hadi Öztürk

    Wenn, Cenk sich mit der PKK solidarisiert hätte, hättet IHR ihn AUF SCHULTERN GETRAGEN….. BRAVO CENK.

    1. Das wage ich zu bezweifeln; das war schon ein besonderer Zeitpunkt und eine besondere Provokation. Aber das willst Du wahrscheinlich ja gar nicht ernsthaft diskutieren, oder?

    2. Das Problem in der Türkei ist, entweder bist du mit Erdogan und somit in der westlichen Welt ein Völkermörder, oder du bist gegen Erdogan, dann bist du ein Verräter oder Terrorist. Kopf oder Zahl….
      Bin mit St. Pauli, der soll wieder nach Hause gehen und dort kämpfen.

  3. wenn man Mitglied einer Wertegemeinschaft ist und von dieser Wertegemeinschaft aufgenommen wird, und sein Geld mit diesem Menschen verdient. muss man sich auch an die Gepflogenheiten dieser Wertegemeinschaft halten! EgoWahn ist ein Kriegstreiber die Kurden ist ein Jahrtausende altes Volk und haben der Türkei nichts getan. nur um seinen Machterhalt und seine osmanischen Großmacht Träume zur Realität werden zu lassen. greift er zum Mittel des Krieges. ich bin auch für die sofortige Suspendierung ! und der Verein sollte gemeinsam mit den Mitgliedern und Fans entscheiden ob er für diesen Verein noch einmal auflaufen darf.

    1. Kahraman Türk

      Gegensatz zu dir ist er ehrlich und steht für sein Vaterland !

  4. Sankta Paula

    „Sorry, Cenk Sahin, aber das geht nicht!“ ??!?…

    Das ist m. E. eine viel zu weichgespülte und der Sache nicht angemessene Überschrift oder Ansprache…

    Aus meiner Sicht verhält es sich so:

    Sahin hat eine Entscheidung getroffen.
    Die Entscheidung, sich auf Seiten Erdowahns zu stellen.
    Die Entscheidung, den Einmarsch türkischer Truppen in Syrien und damit verbunden das Vertreiben von Kurden und anderen Menschen nicht nur zu goutieren, sondern – mit wehender Fahne… – zu verherrlichen.
    Die Entscheidung, sogar den Tod vieler Menschen und Zerstörung in Kauf zu nehmen.

    Es handelt sich um kein „Dilemma“ – FCSP-Trikot tragen und einen „Angriffskrieg [zu] supporten“.
    Es handelt sich darum, dass Sahin sich mit seiner Entscheidung selbst disqualifiziert hat.
    Für den FC St. Pauli sowieso.
    Mehr noch und viel schlimmer – er hat sich als Mensch disqualifiziert.

    Sahin muss mit keinem „Dilemma konfrontiert“ werden – Sahin muss klare Kante kriegen!
    Was wäre dagegen zu sagen, wenn er von den Rängen „angesprochen“ würde?!
    NICHTS!
    WIR MÜSSEN IHN DEUTLICHST DARAUF „ANSPRECHEN“!
    Als Menschen UND als Mitglieder oder Fans des FCSP.
    Jeder, der sowas schweigend hinnimmt, macht sich mitschuldig.

    Was ich hoffe?
    Dass der Technische Direktor, die sportliche Leitung und das Präsidium des FC St. Pauli (viel) deutliche(re) Worte finden werden.

    Was ich mir wünsche?
    SAHIN SOLL DAS TRIKOT ABGEBEN. UND ER SOLL NIE WIEDER FÜR DEN FCSP AUFLAUFEN.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.