Zecki Stani

Holger Stanislawski ist St. Paulianer und eine Legende. Der Mann war nicht nur unser letzer Erstligatrainer, sondern konnte auch immer gut mit Medien umgehen. Sein Pfund war, dass man ihn und sein Gespür oft unterschätzt hat.

Nach meiner Zeit hat St. Pauli immer gegen den Abstieg gespielt. Dann ins Stadion zu gehen macht sich nicht gut für den Kollegen. Es gibt Trainer, die gehen ins Stadion, um sich auch zu präsentieren. Ich denke, das bringt noch mehr Druck für den Kollegen, der da unten eh schon unter Druck steht. Die lesen dann am nächsten Tag in der Presse: Stand der neue Trainer schon auf der Tribüne? So was ist nicht meine Sache.

Gerade, so mein Gefühl, bringt er sich wieder ins Gespräch. Und zwar sehr stanislawskisch, indem er sich aus dem Stadion fernhält. Dabei ist seine Aussage natürlich Quatsch. Nicht alle seine Nachfolger haben gegen den Abstieg gespielt. André Schubert ist eher an dem verschleppten Neubeginn der Mannschaft gescheitert, der nach Stanis bocklosem Abgang schwieriger geworden ist. Auch Ewald Lienen spielt dieses Jahr nicht um den Abstieg.

Stani umarmt Truller
Es gibt also keinen Grund für Holger Stanislawski, so laut sich in Bescheidenheit zu üben: er kann gegen Bochum gerne ans Millerntor kommen. Mich stört er nicht und das Trainerteam sicher auch nicht. Aber es kann ja auch sein, dass der Zettel, den der Interviewer bei den Kollegen der ZEIT bemerkte ganz anders gemeint war: „Fleischtheke neu präsentieren“.

Sankt Pauli NU
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