Alerta! #EM2016

Eigentlich wollte ich über die #EM2016 gar nichts schreiben. Auch zu den Hooligans aus Russland nicht. Seitdem ich mich ernsthaft mit dem FC St. Pauli auseinander setze, kann ich mit Schland und „der Mannschaft“ und ihren internationalen Auftritten nicht viel anfangen. Ich bin davon überzeugt, dass die Studien, die den alle zwei Jahre gefeierten Party-Patriotismus mindestens als die hübscheren Zwilling von Nationalismus und Chauvinismus ansehen, fundiert sind. Und doch rege ich mich auf, wenn ich solche Bilder sehe:

Weil es niemanden gibt, der ernsthaft an einer Gegenwehr interessiert ist, weil die ANTIFA so outnumbered ist, so ohne Rückhalt bei denen, die das Spektakel befeuern. Medien und Verbände wollen am liebsten nur über ein „fröhliches Fußballfest“ berichten, verdrängen und pauschalisieren abwehrend und vergessen zu diskutieren, dass der Hauptgrund für das freie Ausleben von rechten und faschistischen Hools die fehlende Kultur des Party-Fußballs ist und das Geschehen erst möglich machen.

„Aktionen gegen Fangewalt haben in den vergangenen Jahren etwas an Bedeutung verloren, es gab andere gesellschaftliche Themen, mit denen sich der Fußball beschäftigte. Rassismus etwa oder Homophobie. Es braucht wieder mehr Symbolik.“, schreibt der ansonsten sehr geschätzte Kollege Spiller bei ZEIT Online … und regt mich weiter auf.

Was wäre denn mehr Anti-Hooligan, als ein Verband, eine Fussballkultur, die sich wirklich antirassistisch und homophil verhielte?, frage ich zurück. Und wer braucht hier Symbolik? Aktion wäre gefragt! Gegen menschenfeindliche Verbände und Fanschaften. Doch daran hat offensichtlich keiner bei der EURO2016 wirklich ein Interesse.

Titelfoto:
England v Russia – Group B: UEFA Euro 2016
Jun 11, 2016
MARSEILLE, FRANCE – JUNE 11: Fans clash after the UEFA EURO 2016 Group B match between England and Russia at Stade Velodrome on June 11, 2016 in Marseille, France. (Photo by Alex Livesey/Getty Images)

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