HSV-Belgrad // St. Pauli schließt die Reihen gegen Nazihooliganismus im Hamburger Fussball und mögliche Polizei-Willkür

„Sollte es diese Verbindung von Roter Stern Belgrad und HSV-Fans tatsächlich geben, so schwappt da tatsächlich eine neue Qualität rechter Agitation inmitten Hamburgs in die Wildwasserarena im Volkspark. Die Angriffe auf die CSD-Parade jüngst haben weltweit für Resonanz und Entsetzen gesorgt, und um so unverständlicher – oder auch nicht – ist es, dass laut Pressemeldung von Ballkult der Eindruck entstehen konnte, dass die Polizei wenig dafür tat, den Mob vom Jolly fern zu halten.“ lese ich bei momo und weiter „Hier wäre auch das Präsidiums des FC ST. Pauli aufgefordert, Aufklärung der Vorfälle rund um das Jolly inclusive der Taktik der Polizei einzufordern, statt sich auf Abendspiele zu freuen.“

… und als ob es ihn gehört hätte, reagiert das Präsidium des FCSP ganz in meinem Sinne!

„Es macht uns traurig und wütend, dass die Fankneipe „Jolly Roger“ zum wiederholten Male Ziel von sogenannten Fans des HSV wurde. Wir verurteilen die Angriffe und Aggressionen auf die Fankneipe – und auch sonst im Viertel – auf’s Schärfste. Von den Verantwortlichen des HSV verlangen wir, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Einfluss auf Teile seiner Fanszene zu nehmen. Wir wünschen allen Verletzten schnelle und gute Genesung. Insbesondere der jungen Frau, die sich am Rande dieser Auseinandersetzungen bei der Kontrolle durch Polizisten beide Unterarme gebrochen hat und sich derzeit noch im Krankenhaus befindet.

Mit unserem Sicherheitsbeauftragen Sven Brux sind wir bereits im Austausch zu den Vorfällen. Im Anschluss werden wir das Gespräch mit der Hamburger Polizei suchen. In diesem Zusammenhang werden wir nicht nur deutlich den Schutz des „Jolly Roger“ fordern, damit solche Angriffe frühzeitig unterbunden werden, sondern wir verlangen auch die rückhaltlose Aufklärung der Vorfälle um das Eingreifen der Polizei rund um den Angriff auf das Jolly Roger, namentlich die Verletzung der genannten Frau. In diesem Zusammenhang steht auch, dass wir bis heute keine zufriedenstellende Antwort auf die Vorfälle bei dem polizeilichen Einsatz beim und im Jolly Roger vor eineinhalb Jahren haben. Auch dort sind wir nach wie vor um Aufklärung bemüht.“

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Kommentare 3

  • @ Peter: Ich glaube Du verwechselst da etwas. RS Belgrad hat mit den Roter Stern Mannschaften aus Deutschland gar nichts zu tun. Remember Genua?

  • meinst du evtl partizan belgrad? roter stern würde mich doch wundern.

    • Die Verwicklung der rechten Rowdies in die Politik hat eine lange Tradition. Unter dem Autokraten Slobodan Milosevic wurde 1989 der mehrfach vorbestrafte Zeljko Raznatovic, genannt Arkan, Vorsitzender der Roter-Stern-Fans. Aus den aggressivsten Vereinsanhängern rekrutierte der damals 38-Jährige eine „Serbische Freiwilligengarde“, die als „die Tiger“ in Kroatien und Bosnien Angst und Tod verbreiteten und in Serbien wirtschaftlich zu einer Macht wurden.

      Quelle: Tagblatt

      Am Abend der Absage des mit Spannung erwarteten Stadtderbys zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli randalierten Hunderte Hooligans auf dem Kiez. Anhänger des HSV, die zuvor offenbar von befreundeten ausländischen Vereinen Unterstützung nach Hamburg geholt hatten, versuchten, die St.-Pauli-Fan-Kneipe Jolly Roger an der Budapester Straße zu stürmen. Drei Polizisten und unbeteiligte Passanten wurden verletzt, ein Streifenwagen schwer beschädigt.

      Dass sich in der Nacht zum Sonntag lediglich die Wut über die Absage des Spiels entladen habe, glauben Ermittler nicht. Unter den HSV-Anhängern, die sich in der Nacht auf dem Kiez versammelt hatten, befanden sich nach ersten Erkenntnissen auch Hooligangruppen von Roter Stern Belgrad sowie aus Kopenhagen und Glasgow – sie alle werden kaum angereist sein, um das Fußballspiel der Hamburger Klubs zu sehen.

      Quelle_ Hamburger Abendblatt