Grossmann FC St. Pauli Krabbensalat

Oke, ich hab dich Krabben pulen sehen … #stpaulikrabbensalat

Ich habe kurz gedacht das wäre ein Scherz. Aber ein kurzer Blick nach draussen, wo sich die Blätter bunt färben verriet mir, dass ich keinem Aprilscherz aufgesessen bin.

„Fans des FC St. Pauli werden begeistert sein.“

Der FC St. Pauli hat nach dem „offziellen Wasserpartner“, ein Titel, den ich immer noch lustig finde, nun auch noch den „offiziellen Krabbensalat“ im Sponsorenangebot.

Via Der Übersteiger kam ich auf die Meldung des Fachblattes Lebensmittelpraxis, die in höchsten Tönen von der neuen Kooperation berichten.

Grossmann Feinkost kooperiert mit dem Fußball-Zweitligisten und bringt eine neue typisch-hanseatische Salat-Range zum 28. September in den regionalen Handel – gleich erkennbar durch das bekannte rote Club-Logo auf der Verpackung.

Während die Geschäftsführung des Vereins, laut Hamburger Abendblatt, gerade in Baltimore weilt, um den neuen Ausrüster Under Armour kennenzulernen – angeblich zusammen mit Aufsichtsräten und Vertretern der aktiven Fanschaft – und ihm hoffentlich ein paar Infos entlockt, wo und unter welchen Bedingungen die Ware, die unsere Boys in Brwon dann tragen sollen, hergestellt werden, pulen anderswo Menschen die Krabben für den „FC St. Pauli Krabbenpott“.

Mich würde interessieren, wo diese Krabben herkommen? Via Marokko, wie die meisten? Oder hat sich Grossmann bei der Koop mit dem FCSP etwas gedacht, werden die St. Pauli Krabben vielleicht von Kockens Pulmaschine gepult?

Ich habe bei Grossmann nachgefragt …

Zum Thema:

Update: inzwischen ist die Stellungnahme von Grossmann eingetroffen:

Sehr geehrter Herr Hauth,

nochmals danke für Ihr Interesse an unserem Produkt „Hamburger Krabbenpott“, das wir in Kooperation mit dem FC St. Pauli in dieser Woche auf den Markt gebracht haben.

Gerne nehmen wir im Folgenden zu Ihren Fragen Stellung:

Wir verwenden die Nordseekrabben und Shrimps (MSC Seabobs) unseres Lieferanten Heiploeg aus Holland. Die gesamte Prozesskette der Herstellung dieser beiden Seafood-Rohwaren ist im Eigentum von Heiploeg. Das Unternehmen verfügt über Werke in Marokko und Surinam, aus denen die Ware stammt oder verarbeitet wird. Heiploeg ist aktives Mitglied im BSCI – Business Social Complience Initiative – einer Initiative zum Schutz der Arbeitnehmerrechte und zur Einhaltung von sozialen Standards entlang der Wertschöpfungskette. Mit der Anerkennung des BSCI Standards verpflichtet sich Heiploeg zu umfangreichen Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer wie z.B.: Verzicht auf Zwangs- und Kinderarbeit, Gewährung von Versammlungsfreiheit inkl. Tariffreiheit und Organisationsfreiheit, Einhaltung von Standards bzgl. Arbeitszeit, Vergütung, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz etc.

Weitere Informationen zum BSCI Standard finden Sie hier:
http://www.bsci-intl.org/resource/bsci-code-conduct-2014-%E2%80%93-poster-version-german

Weitere Informnationen zum MSC erhalten Sie hier:
https://www.msc.org/?set_language=de

Der Sponsorenvertrag, den wir mit der FC St. Pauli Vermarktungs GmbH geschlossen haben, basiert auf den Leitlinien des Vereins.

Unser Produkt Hamburger Krabbenpott ist speziell für den FC St. Pauli entwickelt worden und überzeugt durch seine besondere Frische und den herausragenden Geschmack. Überzeugen Sie sich gerne selbst!

via:
https://mobile.twitter.com/DerUebersteiger/status/648847305567809536

36 Gedanken zu „Grossmann FC St. Pauli Krabbensalat

  1. Aber wo kann ich den Pott den jetzt kaufen – ich hab Hunger.

    P.S. Muss man aus jeder Krabbe einen Elefanten machen?

  2. Der Präsident entscheidet nicht über so was. Das ist auch nicht seine Aufgabe. So eine Kooperation wird von Vermarktung und mir verhandelt. Gemäss unserer Leitlinien. Wir machen nur 1 von 20 Lizenzanfragen. Wir bereiten gerade eine Stellungnahme seitens des Vereins vor. Erik, hast Du den Krabbenpott denn wenigstens mal probiert?

    1. Nee. (Danke für Deine Antwort) – Bitte erkläre mir doch auch, was aus diesem „Runden Tisch Marketing“ geworden ist, der mal eingeführt war oder eingeführt werden sollte nach dem LED-Drama ;)

    2. Martin danke für die erklärung. ich dachte da guckt noch AR oder präsidium drauf. sind die leitlinien denn öffentlich?

    3. Natürlich werden die großen Themen den zuständigen Gremien vorgelegt. Hier handelt es sich um ein Engagement auf Stammspieler-Ebene, also etwas, was wir selber entscheiden können. Unabhängig davon, holen wir uns bei, auch kleineren Sponsoriings, bei denen wir Diskussionspotenzial sehen einen Rat bei verschiedenen Leuten, aus Fanszene, Präsidium, AR, etc. Man kennt sich ja und spricht dann einfach dazu. In diesem konkreten Falle haben wir keinen Klärungsbedarf gesehen.

  3. … und nur für den Fall, dass jemand Torfrock (official) nicht mehr kennt. Der Titel ist die Anlehnung an einen herrlich blöden Songtext :)

  4. Ich finde das ja nicht so schlimm, das kann man alles delegieren. Nur an wen? Das frage ich mich genauso, wie Miguel.

  5. Vielleicht hab ich ne lange Leitung, aber worum geht’s dabei jetzt? Darum ob die Krabben verantwortungsbewusst aus dem Wasser gezogen werden? Ob der Hersteller seine Lieferanten und Mitarbeiter wie Menschen behandelt? Oder darum dass niemand informiert wurde, dass es jezt Krabbenbrötchen im Stadion gibt?

    1. Na, dann geh ich mir mal ne Packung Krabbensalat kaufen, vielleicht finde ich den Sinn von diesem Post bei der Zutatenliste.

  6. Cool, wieder was dazugelernt heute. Jetzt weiß ich wieder mehr – nämlich dass wir einen Krabbenpartner haben. Und noch immer weiß ich nicht, welchen Rasendünger wir benutzen. Aber vielleicht habe ich ja noch ein paar Tage im (Ehren)amt um auch dass bald über social media Kanäle zu erfahren. Still lovin‘ FCSP

  7. Wie wär’s, wenn du wenigstens eine Stellungnahme des Vereins eingeholt hättest. So ist mir das allzu billig. Ach ja, ich recherchiere gerade zu Levis. Stand bisher, noch eines der sozial- und umweltverträglichsten Produkte im Jeans-Markt, wenn auch kein Ökoprodukt. Wenn wir Profifußball wollen, dann müssen wir auch Sponsoring akzeptieren, und dabei leider gelegentlich Kompromisse eingehen. Wenn der Mittelständler Großmann aus Reinbek ein nachgewiesenes Scheißprodukt herstellt, dann können wir das Präsidium auf der nächsten MV gern mit Krabben bewerfen.

    1. „wenn auch kein ökoprodukt“ ist lustig. ökobilanzen sind immer so kompliziert. und es müssen immer verschiedene faktoren einbezogen werden. wir machen zb eine brause und wir verwenden lieber nicht bio zucker weil es regional ist anstatt überseebiozucker zu verwenden. diese ganzen labels darf man gar nicht mehr vertrauen.

    2. und was sponsoring angeht gibts ne faustregel. wer viel geld für marketing hat, spart meistens das geld irgendwo anders ein. es ist bei strom, mode, lebensmittel, autos, und und und… so. die produkte sprechen nicht für sich selbst, es muss lautes marketing her um sie zu verkaufen. die kleine marken die lieber ein gutes produkt machen, können sich keine grosse werbekampagnen oder sponsorings leisten. man kann nicht alles haben. der fc stpauli hat geld bedarf. und holt sich das bei eingermassen ertragbare partner. wir haben den besten präsidium und aufsichtsrat was man sich wünschen kann. ich habe sie gewählt und vertraue sie.

    3. Miguel, da gebe ich dir 100% recht, allerdings gibt es bei der Baumwollproduktion umweltfreundliche und weniger freundliche Produktionen. Dennoch glaube ich, dass der Verein sehen muss, welcher Kompromiss noch vertretbar ist. Bei Levis scheint er mir vertretbar. Bei den Krabben, keine Ahnung. Ich würde mich aber auch lieber an den großen abarbeiten als an einen kleinen mittelständischen Lebensmittelhersteller aus Schleswig-Holstein.

    4. Das „wenigstens“ habe ich mal überlesen :) – Ich blogge wachsende Artikel. Steht unten, dass ich den Sponsor angefragt habe (der Verein bekommt das auch mit). Sobald es etwas Neues gibt, erfährst Du es zuerst.

  8. coke, nike, lagardere…. es gibt schon einige partner des vereins die dubioses veranstalten. warum ausgerechnet der krabbenhersteller jetzt shitstormen wollen? fast jeder der heute industriell was anfertigt hat dreck am stecken. die shirts von upsolut sind nicht fairtrade. und die quietschente mit totenkopf ist nicht recyclebar! ein wenig kompromissfähigkeit muss wohl sein wenn wir im profifussball bleiben wollen. auch underarmour ist eine merkwürdige firma.

    1. die quietsche-entchen mit totenkopf sind sehr wohl recyclebar. 100% naturkautschuk!

    2. Ja sicher. Ich bin ja nicht naiv. Aber dafür, das meiste und beste aus solchen Koops heraus zu holen, haben wir Oke und Co. ja gewählt. Da erwarte ich wenigstens eine Info, weshalb das eine oder andere nicht geht.

      Weswegen da ja wohl auch gerade nach Baltimore gejettet wird. (find ich ja gut)

    3. wir könnten die entchen übrigens auch mit „premium“ bedrucken. oder sollen wir lieber bei fritz anfragen? :P

    4. st. pauli guckt der aufsichtrat da rauf bevor es abgesegnet wird? dann brauch ich kein bescheid. wir haben ein top AR! die sind fähig und kritisch genug meiner meinung nach.

    5. Es sollte doch mal nen Marketing-Tisch geben, der sowas bespricht. Wurde von Orth ja immer behauptet, dass es den gebe.

  9. Nicht den offiziellen Denim-Partner vergessen.

    „Levi’s® ist neuer Partner des FC St. Pauli. (…) der sozialen Seite des FC St. Pauli, und außerdem offizieller Denim-Partner der Kiezkicker, die künftig (…) .“

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