St.Pauli hier, St.Pauli da, St.Pauli ist einfach wunderbar! (Bericht aus Kopenhagen)

Dies ist der erste von hoffentlich mehreren Beiträgen, die mir die Betreiber der Minibar St. Pauli aus Kopenhagen zusandten. Viel Spaß – „En masse sjov at læse, når“

Das St.Pauli einen starken Anhang in Hamburg und Umland hat bedarf keiner Frage, auch weiß man von verschiedenen Bars in Köln, München, Berlin, etc. aber im Ausland? Ja im Ausland!

Neben den East River Pirates in New York, welche ihr ‚St.Pauli‘ in der East River Bar in Williamsburg genießen, gibt es nun auch ein weiteres Domizil in Europa für die St.Pauli Familie – in Herzen von Kopenhagen. Denn die größte Fangemeinde des FC St.Pauli, außerhalb von Deutschland, findet man in Dänemark. Auf knapp 100m2 treffen sich die St.Pauli Fans, ebenso wie Sympathisanten des Clubs.

An Spieltagen versammeln sie sich um die Spiele zu schauen und an restlichen Tagen um ihresgleichen zu finden.

Die Idee des Hamburger Pauli Fans entstand 2009, als Andreas Pfeif zum Klimagipfel COP15 gereist war, um dort die Aktivistengruppe ‚The Yes Men‘ zu unterstützen. Dort traf er auf eine dänische Umweltaktivitivistin, die genau wie er einen ausgewaschen St.Pauli Hoody getragen hat. „In Tagen des COP15, hat man viele Gemeinsamkeiten rund um St.Pauli herausgefunden und somit lag es nahe, dass ich gerne den dänischen ‚St.Pauli-Way of live‘ kennenlernen wollte. Allerdings gab es neben einigen St.Pauli Fan Clubs, keinen Treffpunkt für die Fans. Das war die Geburtsstunde für die Idee, eine St.Pauli Bar aufzumachen.“ sagt Andreas. Im Laufe 2010 ging es auf die Suche einer kleinen Location, welche dem original einer St.Pauli Bar so ähnlich wie möglich sein sollte. Viele werden nun denken, dass man die Bar im alternativen Stadtteil Nørrebro finden würde, dem Stadtteil in dem sich auch das Ungdomshuset (Kopenhagens Rote Flora) befunden hat und sich Punks, Alternative und Kreative auf den Straßen treffen. Gefunden wurde die Location allerdings im Stadtteil Vesterbro – zwischen Kopenhagens Rotlichtviertel und Schlachthof, in Nähe des Bahnhofs. „Vesterbro befindet sich mitten in der Gentrifizierung und somit wollte ich mit dem Standort auch ein Zeichen setzen, dass wir gegen Aufwertung von Stadtteilen sind – sozusagen Punk meets Juppie! Es ist manchmal nett anzusehen, wenn die Juppies und Hipsters irritiert dreinschauen, sobald sich auf unserer Terrasse Punks und Supporters in Totenkopf-Hoodies zu ein kalten Bier treffen – mitten in deren in Beschlag genommenen Viertel mit all den Juppie Cafés und Restaurants“ so Andreas.

Mittlerweile entwickelt sich die St.Pauli Bar auch immer mehr zu einem klaren Statement der linken Szene in Kopenhagen. Am 4. Mai diesen Jahres, dem Befreiungstag Dänemark von den Nazis, startet zum Beispiel die Demonstration zum Jahrestag direkt in der Bar – anfangend mit einem Kurzfilm, sammeln sich alle Teilnehmer vor der Bar. „Ein bisschen Jolly Roger Feeling“ so Andreas. Aber auch eine große Menge an Sozialarbeiter trifft sich in der Bodega und somit liegt es nahe, dass sich die St.Pauli Bar auch sozial in verschieden Bereichen engagiert. Besonders Stolz ist man in der Bar, dass man schon St.Pauli Fans aus der ganzen Welt am Tresen sitzen hatte. „Von Kalifornien, Australien, Neuseeland, Griechenland, Spanien, sogar aus Indien und natürlich aus St.Pauli hatten wir schon St.Pauli Fans hier – das sind die schönen Momenten in der Bar“ berichtet Andreas Pfeif begeistert. „Aber dennoch die Bar ist eine Bar und das soll auch so bleiben – jeder ist willkommen, solange man sich mit unseren Idealen arrangieren und vor allem sich benehmen kann“ so Andreas weiter.

Neben ASTRA und Jever darf auch nicht der berühmte Mexikaner fehlen. Die Preise gestalten sich gemessen an den dänischen Preisen als günstig – eben St.Pauli halt. Anders als in St.Pauli sind allerdings die Schließzeiten, da diese in Dänemark Pflicht sind – von Sonntags bis Donnerstags, muss die Bar um 24 Uhr und Freitags, sowie Samstags um 02 Uhr schliessen.

Bodega54 // St.Pauli Minibar
Halmtorvet 54
1700 Copenhagen – Vesterbro
www.bodega54.dk

Fotos: Lenseviews

Weiterlesen:

3 Antworten

  • Ist diese Bar wirklich eine Zeichen gegen die Aufwertung dieses Stadtteils oder doch ein Treffpunkt alternative und spezielle Lebensweisen? Für mich stellt sich hier die Frage, ob St. Pauli wirklich noch dasselbe Image verkörpert wie vor 20 Jahren oder ob St. Pauli nicht salonfähig geworden ist und auch ein beliebter Treffpunkt für sogenannte Gentrifizierer sein könnte.

  • Mir gefällt die Idee mit dem Standort der Bar ein Zeichen gegen die Aufwertung von Stadtteilen zu setzten. Mich würde interessieren ob es noch andere ähnliche Beispiele in Vesterbro gibt, also ob diesem Beispiel noch Andere gefolgt sind.

Kommentarfunktion geschlossen