Andere Ziele

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Ja wir sind anders
Anders geblieben
Spielen andre Spiele
Haben andre Ziele
(Fehlfarben)

Die Auseinandersetzung des FC St. Pauli mit der DFL und ihrem, unserem Verband DFB und seinen Funktionären, die Diskussion über Zweck und Sinn von Fussball, vom FCSP selbst, das ist die Frage die hinter dem Abwahlantrag als vorläufigen Höhepunkt gegen Gernot Stenger steckt, einem Symptom der Frage: Was ist denn der FC St. Pauli und wozu haben wir diesen Verein?

Gestern postete Hermann Schmidt, Haus und Hof-Biograf unseres Vereins – wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, die Biografie von Fabian Boll ist toll! – auf seiner Facebook-Page ein flammendes Plädoyer für Gernot, sinngemäß, dass die aktive Fanszene mit ihm gerade den Falschen erwische, eine Einschätzung, die auch mich umtreibt, und schließt dann mit folgender Erkenntnis: „Der FC St. Pauli ist in erster Linie ein Profifussballverein, … ein Wirtschaftsunternehmen …“ – ist das so?

Ich meine Nein. Und alle meine Gespräche mit Offiziellen dieses Vereins prägen meinen Eindruck, dass hier die Konfliktkante verläuft.

Eben habe ich mir die Satzung nochmal angesehen, weil ich mir Aufschluss erhoffte, was denn nun Vereinszweck ist, diesem Gebilde aus Menschen (!), die gemeinschaftlich sich einer Sache verschreiben, denn genau dafür sind Vereine da. (Unternehmen imho auch, aber das ist eine andere Frage):

1. Zweck des Vereins ist die Pflege des Sports …

2. Der Verein verfolgt des Weiteren den Zweck der Förderung von Kunst und Kultur im Bereich des Sports, speziell des Fußballs.

… steht in unserer aktuellen Satzung über den Zweck unseres Tuns, und ihm sind alle Vereinsgremien unterworfen. Von einem Profifussballbetrieb kann ich da nichts lesen, vielmehr deuten für mich die Begriffe Kunst, Kultur und auch Pflege in eine andere Richtung. Das Fußballspiel, gerade am Millerntor als kulturelle Handlung zu begreifen, sie besonders zu machen, für alle Teilnehmer_innen, das lese ich daraus. Worte, die in mir genau das Gegenteil dessen auslösen, was die Rumsfeld-Rhetorik unserer Verbände und die Eventisierung der Liga bezwecken.

Und das ist auch genau mein Problem mit unseren Präsidenten, Spies, Orth und auch Stenger, und in dieser Reihenfolge. Sie dienen nicht meiner Idee von St. Pauli, die wir ja in letzter Zeit öfter woanders gelebt finden, bspw und ausgerechnet in Köpenik.

Ich fühle mich durch den Blick in unsere Satzung bestärkt darin, dass wir diese Herren genau daran messen sollten: wie sie ihren Zwecken dienen.

Kommentare 3

  • Ich habe ein paar Mal zu einer Antwort angesetzt und bin mal wieder zu dem Schluss gekommen, dass allles darin mündet sich über gewisse grundlegende Dinge klar zu werden. Was steht im Vordergrund: Wie professionell will sich der Verein aufstellen?
    Was geht und was nicht. Vision, Mission, Leitbild… ;- )
    So ist es für alle Beteiligten immer wieder frustierend: Es wird wirtschaftlich (sehr?) gut gearbeitet (s. Bilanzpressekonferenz), diese aber nicht gewürdigt sondern sogar noch (z.T. zurecht) kritisiert.

    Da ist unheimlich Konfliktpotential vorhanden. Wäre schön wenn wir den beim Fankongress eingeschlagenen Weg fortführen würden -also bitte keine ungeplanten Auf- / Abstiege in nächster Zeit! ;-)

  • Das ist vielmehr als ein Missverständnis: es geht um die Frage, was der eigentliche, der Ton angebende Zweck ist. Profifußball oder Fussballkultur. Imho steht St. Pauli immer noch für das Letztere. Meine Formel ist ganz einfach. Ziehe bei St. Pauli die Kultur ab, und Du erhältst MSV Duisburg, 1860 oder Rotweiss Essen.

    Dann lieber Viktoria oder Altona. Echt.

  • Hier sehe ich das Mißverständnis: Der Verein ist in erster Linie ein Wirtschaftsunternehmen -d.h. er ist dem wirtschaftlichen Wettbewerb ausgesetzt; so eine Tribüne bezahlt sich ja nun mal nicht von selbst. Aus solchen Gründen muss zuerst einmal die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hergestellt / erhalten werden, um weiter die in der Satzung festgeschriebenen Ziele zu verfolgen!