Aufsichtsratswahl FC St. Pauli: Die Qual der Kandidaten-Auswahl

Neben dem designierten Präsidium um Oke Göttlich haben sich gestern in der Südkurve des Millerntors die 16 Kandidaten für die Wahl zum Aufsichtsrat vorgestellt; das Vereinskontrollgremium wird zeitgleich auf der #JHV am Sonntag, den 16.11. gewählt.

Wenn ich dürfte, ich würde sie fast* alle wählen: den erfahrenen Roger Hasenbein, die redegewandte und sympathische Daggi Hansen, den nervösen Frank Tamschke, den jungen und forschen Anwalt Gerrit Onken oder den Aktentieftaucher Sönke Goldbeck. Stefan Groenveld, von dem auch das Titelfoto ist, fasste passend zusammen: „Sieben kompetente Aufsichtsratmitglieder zu bekommen, wird ein Leichtes sein.“

Ich habe aber nur vier Stimmen und wie das so unter Bloggern üblich ist, verrate ich meine Wahlfavorit_innen heute schon:

  1. Sandra Schwedler: Unermüdliche Gremienkämpferin für Fanbelange. Allein ihr Engagement und Know-how bei Pro-Fans ist eine Wahl wert.
  2. Christian Ott: Der Mann kann mit Rasen umgehen. Ausserdem gefiel mir seine launige Replik auf die komische Angewohnheit, dass sich da gestern alle in der Anzahl ihrer „Mitarbeiter“ überbieten wollten.
  3. Martin Paulekuhn: Der Pastor der St. Pauli Kirche hat mich letztes Jahr mit seinem Engagement für die Gruppe Lampedusa sehr beeindruckt; er steht für einen direkten Draht in den Stadtteil und Bezirk und könnte dafür stehen, dass auch die Gremien des FCSP immer vielfältiger werden.
  4. Unentschieden, ob Uwe Doll, Gerrit Onken oder Daggi Hansen: Kontinuität ist ja nu nicht gerade das Motto der Stunde. Uwe hat aus meiner Sicht am besten Rüberbringen können, wieso der bisherige AR sich für Oke entschieden hat. Das soll er nu begleiten dürfen. Andererseits will ich auch gerne einen Generationswechsel im AR mit meiner Stimme unterstützen, neige deswegen zu Gerrit Onken (der gestern übrigens beeindruckend frei sprach). Da mir aber außerdem unheimlich wichtig ist, dass beide Frauen auf der Kanditaten-Liste ins Gremium gewählt werden, könnte ich mich akut auch für Daggi Hansen erwärmen. Hach ist das schwer!

-> Kiezkicker mit O-Tweets aus der Veranstaltung.
-> Die AFM hat auch ihre Favorit_innen

* Ich werde Marcus Schulz nicht (wieder) wählen. Die Nachricht (vgl. taz von Heute), dass er mit Stefan Orth in einer Hinterzimmerallianz an der Rückkehr von Holger Stanislawski gewerkelt hat, stinkt mir. Martin Zimmermann hat gestern schlauerweise die Anhänger von Stefan Orth adressiert – einen Fundamentalkritiker haben wir nu aber schon, mich, und die sollten sich nicht im AR finden. ;) – Update: Marcus Schulz hat sich in diesem Blog geäußert in Form dieses Kommentars:

Moin, Erik, ich sage Dir, die Geschichte mit Stani und dem Hinterzimmer stimmt nicht. Stani war ein potentieller Kandidat des Präsidiums, das hat Stefan mir mitgeteilt und das fand ich auch gut (Begründung kann ich auch per PM mitliefern). Aber das war es auch. Es gab weder eine Absprache noch habe ich an irgendwas (wie zum Beispiel an einem Gespräch mit Stani) teilgenommen. Das Gerücht wurde ausschließlich von einer Mail befeuert, die jemand Drittes vom Hörensagen geschrieben hat. Es ist ok, wenn Du mich nicht wählst, aber bitte aus den richtigen Gründen ;-)

 

Erik Hauth

Als waschechter St. Paulianer verpasst der passionierte Segler selten Heimspiele und fährt oft auswärts mit. Als Kolumnist schreibt Erik Hauth für Die ZEIT online über den FC St. Pauli. Twitter: @stpauli

 

13 Gedanken zu „Aufsichtsratswahl FC St. Pauli: Die Qual der Kandidaten-Auswahl

  1. Also was Schulz und Sandra angeht stimme ich Dir zu. Ich finde aber nicht, dass Martin Paulekuhn in den Aufsichtsrat gehört. Er wäre ein idealer Kandidat für ein Gremium wie den Ehrenrat, also einer moralischen Instanz. Frank Tamaschke hat sich auf eigene Faust beim Alten Stamm als AR Kandidat vorgestellt, was ich sehr undemokratisch finde und allein das disqualifiziert ihn für mich. Daggi ist total sympatisch, aber meiner Meinung nach ist sie nicht geeignet für den AR.

  2. Die Kritik an Paulekuhn habe ich auch schon vernommen, halte aber seine Sicht aus dem Stadtteil auf unseren (manchmal) doch etwas klüngeligen Klub für ganz hilfreich.

  3. Wichtig ist, dass es keinen Fan AR gibt. Fan des Vereins zu sein, ist die Basis. Doch sollte man sehr genau schauen, was die Kandidaten in ihrem sonstigen Leben außerhalb des Vereins an Kompetenzen mitbringen,.

  4. Moin, Erik, ich sage Dir, die Geschichte mit Stani und dem Hinterzimmer stimmt nicht. Stani war ein potentieller Kandidat des Präsidiums, das hat Stefan mir mitgeteilt und das fand ich auch gut (Begründung kann ich auch per PM mitliefern). Aber das war es auch. Es gab weder eine Absprache noch habe ich an irgendwas (wie zum Beispiel an einem Gespräch mit Stani) teilgenommen. Das Gerücht wurde ausschließlich von einer Mail befeuert, die jemand Drittes vom Hörensagen geschrieben hat. Es ist ok, wenn Du mich nicht wählst, aber bitte aus den richtigen Gründen ;-)

  5. Stimmt! Wenn ich das hier als Außenstehender mal mit einwerfen darf. Wobei es natürlich auch durchaus kompetente Fans gibt. Einen klugen Vertreter aus den Reihen der Fans im Gremium zu haben ist sicher nicht verkehrt. Wir haben das beim FCM in den letzten Jahren auch so gehandhabt und sind bisher nicht schlecht damit gefahren.

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