Gezi Park Fiction – Solidaritäts-Demo auf St. Pauli

Gezi Park Fiction

Wer auf St. Pauli oder Altona aufgewachsen ist, kommt kaum ohne persönliche Verbindungen in die Türkei durchs Leben. Umso mehr schockiert uns alle das brutale Vorgehen des Regimes Erdogans gegen die Parkschützer vom Gezi Park und die Polizeiwillkür gegen eine ganze Volksbewegung.

Um wenigstens ein Zeichen zum Taksim Platz zu senden, treffen sich heute gegen 1800 Uhr St. Paulianer_innen am Park Fiction, um diesen Bürgerplatz solidarisch und symbolisch umzubenennen. In „Gezi Park Hamburg“.

Park Fiction wird Gezi Park Hamburg.

Gestern Nacht wurde der Gezi Park in Istanbul geräumt. Gewaltexzesse gegen alle; in den Strassen, in Hotels, in improvisierten Krankenhäusern: Grauenhafte Bilder des brutalen Polizeieinsatzes gingen gestern Nacht um die Welt. Eines davon ist besonders symbolisch: Polizisten setzen den Baum der Wünsche im Gezi Park in Flammen.
Uns reicht’s: Wir benennen den Park Fiction jetzt um. Kommt zahlreich zur Umbenennung des Parks, heute, Sonntag, 16. Juni, 18:00
Solidaritäts Fototermin, Kundgebung, öffentliches Anstossen
Symbolisch, denn genau darum geht es Erdogan: Er will den Menschen das Wünschen austreiben. Der Bevölkerung wird das Recht abgesprochen, selbst über die eigene Stadt, die eigene Lebensweise zu bestimmen.

Doch die Menschen in der Türkei nehmen das nicht mehr hin: Sie haben in den letzen 2 Wochen die drückende Ohnmacht abgeschüttelt, protestieren massenhaft auf den Strassen der Städte. Mit ihren einfallsreichen, liebenswerten und mutigen Aktionen haben die Leute in Istanbul und andernorts die Umrisse einer möglichen, anderen, freien, toleranten, gerechten Stadt und Gesellschaft gezeichnet. Ihr Ideenreichtum und Witz hat sich ganz direkt in die ganze Welt kommuniziert.

Nun rollen in den türkischen Städten Militärlaster auf, und der für EU-Fragen zuständige Minister und Erdogan selbst, drohen, alle, die den Taksim Platz betreten, “wie Terroristen” zu behandeln.

Viele türkische Nachbarinnen und Nachbarn waren in den letzten Tagen für ihre Freunde und Freundinnen, Genossinnen und Genossen und Verwandten auch auf Hamburgs Strassen unterwegs. Unterstützen wir sie.

Wir haben in den Neunzigern den Park zusammen mit türkischen Nachbarinnen durchgesetzt und entwickelt. Das Gummi-Tulpenfeld hat eine türkische Nachbarin entworfen. Wir wissen aus unseren kleinen Beispielen in Hamburg, wie wichtig es ist um öffentliche Räume zu kämpfen, die symbolisch für emanzipatorische Bewegungen stehen. Und wie wichtig diese Orte sind, wenn die Wünsche sich versammeln um auf die Strasse zu gehen – um die Welt zu verändern.

Taksim / Gezi ist genau das – in ganz groß.

Kommt pünktlich, wir fangen an mit einem Fototermin der Umbenennungszermonie auf der Palmeninsel. Schicken wir ein wuchtiges Unterstützungsfoto in die Welt. Dann besprechen wir vor Ort zusammen, was weiter geschieht.

Schafft zwei, drei, viele Gezi Parks. Lasst tausend Wünsche blühen!

http://park-fiction.net
http://florableibt.blogsport.de
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