Ich mag Patina. Sehr.

Ich weiß gar nicht so genau, wie lange mich jetzt diese Billboardformation des Grauens schon anstiert. Fachlich richtig ausgedrückt, ist es ja eine Aneinanderreihung von … . Weiß ich auch nicht, es gibt da einfach zu viele verschiedene Formate. Vielleicht liest ja hier jemand mit, der dem Unternehmen Ströer nahe steht und Aufklärung bieten kann. Müsste zeitlich so im Herbst 2011 installiert worden sein. Zu meinem Pregame-Ritual gehört das Treffen mit Freunden in der Domschänke. Hier konsumieren wir Bier, hier erzählen wir uns Geschichten aus unserem Leben. Der Weg zur Domschänke ist für mich ein schrecklicher geworden. Was hat man sich hier eigentlich erlaubt?

Ich will meinen alten Holzzaun zurück. Überzogen mit Witterunsgpatina. Der war zurückhaltend, dezent. Demütig! Okay, da waren auch Werbeplakate dran. Aber die haben mich nicht gestört. Die waren weniger antiseptisch. Ich kann nur noch mit Kapuzenpulli zur Domschänke. Die Kapuze stülpe ich mir über den Kopf. Die schützt mich. Vor dem Anstarren, Anspringen, Anglotzen – vor der Fixierung der Werbetreibenden. Sie schützt mich vor denen sich ins Unterbewusstsein bohren wollenden Werbebotschaften. Ich denke immer: Tut mir nichts, dann tu‘ ich euch auch nichts. Vergeblich. Wo ist der alte Holzzaun?

Ich gehe weiter. Schnell. Die Domschänke zieht mich in sich hinein. Sie schenkt mir Sicherheit. Hier gibt es viel Patina. Sie klebt. Auf Tresen, Tischen und auf dem Boden. Sie gibt Haftung. Ich mag Patina. Sehr.

Ein Gedanke zu „Ich mag Patina. Sehr.

  1. und von der anderen seite gesehen: http://www.flickr.com/photos/spanier/5984244466/

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