Bilanz 2013/14 – Knapp zwei Millionen Überschuss – Gutes finanzielles Ergebnis für den FC St. Pauli

Das Noch-Präsidium des FC St. Pauli lässt sich fünf Minuten länger Zeit; als sie sichtlich entspannt zur Pressekonferenz in der Haupttribüne des Millerntors erscheinen ist klar: heute wird es überwiegend freudige Nachrichten geben. Das scheidende Präsidium feilt in den nächsten 45 Minuten an seiner eigenen Legende – und in der Tat können sich die Zahlen der Abschiedspressekonferenz sehen lassen:

Das Ergebnis des FC St. Pauli Konzerns (immer noch ein semantisch komisches Konstrukt für mich) liegt mit 1,86 Mio EUR im Bereich des Vorjahres; ein gutes Ergebnis, das zur Konsolidierung der enormen Infrastrukturinvestitionen (vulgo Stadionneubau und Kollaustraße) beiträgt.
Tjark Woydt erklärt dann, dass das Konzernergebnis nach Steuern von 730.000 € bereits zeige, dass der Verein eben (zu)viel Steuern zahlt; „mich das ärgert mich sehr“, schickt er noch hinterher, erklärt aber auch sofort, dass man als Verein eben keine ausgefeilten Steuermodelle entwerfen will – das sei auch nicht vereinbar mit dem Charakter des FC St. Pauli.

Der Verschuldungsstand ist hoch

Der Grad der Verschuldung des FC St. Pauli ist nach wie vor hoch, räumt Tjark Woydt dann auch ein, will aber keine genauen Zahlen nennen.

Michael Meeske: gibt ein wenig „Wasser ins Astra“: Erfeulicherweise steigen die Vermarktungserlöse wieder, nachdem es letztes Jahr eine Delle gab. Acchillesferse des Clubs ist aber nach wie vor der Schuldenstand: Stadion und Kollaustrasse sind Investitionsprojekte in einer Höhe von 62 Mio. Euro. Wovon noch 40 Millionen Schulden für Stadionbau et al abzutragen sind. Die Süd ist bezahlt; Nord wird vorauss. als letzter Bauabschnitt nach 20 Jahren getilgt.

Die Eigenkapitalquote des FC St. Pauli liegt mit 17% im außerordentlichen Bereich. Auf RB Leipzig angesprochen, sagt Tjark Woydt: „Das ist doch Tüdelkram, was die da machen“, schimpft ein wenig schmunzelnd in Richtung Boulevard-Kollegen, das sollte man nicht vergleichen.

TW: Wünsche jedem Finanzer, dass er mal eine Zeit in diesem streitbaren Verein verbringt.

Interessant empfinde ich vor allem die kleinen Geschichten in den Zahlen, die Tjark erzählt: Rachid habe die Verpflichtung Ante Budemirs (900.000 EUR) aus seinem Sport-Etat gestemmt. „Das wäre vor vier Jahren nicht möglich gewesen.“ Eine feine Spitze gegen Helmut Schulte?, ich habe das so verstanden.

Fototermin im Millerntor Stadion

Als dann die Nachfrage kam, was denn die scheidenden Präsidenten ohne ihre Ämter so machen, wurde es kurz ein wenig konfus, als diskutiert wurde, ob Orth und Co. Ehrenkarten bekämen. Am Ende noch ein paar nette Fotos vor der abzureissenden Nordtribüne und ein freundliches Mittagessen. Die Präsidenten Woydt und Orth hinterlassen einen strukturell funktionierenden Verein, der allerdings wenig Spielraum hat, um große Sprünge zu machen. Es sei denn, man erschließt sich Potenziale ausserhalb der eingetrampelten Pfade. Hier setzt dann wohl das neue Präsidium an … tbcWeiterlesen:

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