Mehr Liebe, mehr Lachen, mehr Fatalismus

Die Jungs, die mich vorletztes Jahr auf der neuen GG adoptiert haben, hören auf den lustigen Namen „Optimistische Fatalisten“. Es fällt mir nicht schwer, mich an Zeiten zu erinnern, als diese Haltung überlebensnotwendig für St. Pauli Fans war. Heute ist sie das wieder.

Vielleicht reagiere ich deswegen so allergisch auf Ausrufe, wie „Schluss mit Lustig“, die in Muster fallen, die näher dran sind an neoliberalen Verwertungs- und Leistungslogiken, als an dem, was für mich St. Pauli ausmacht. Ich sehe in Nöthe, Startsev, Daube, Thy, Himmelmann, Budemir und Co. keine Versager. Ich sehe St. Paulianer, die stoisch gegen ein unwahrscheinliches Pech und das verinnerlichte, fast körperlich sich ausdrückende Unvermögen anspielen. Ich lass mich gerne Hippie schimpfen, wenn ich mich stoisch weigere, ihnen gegenüber Leistung einzufordern.

Mehr noch: Ich rufe die Boys in Brown auf, sich zu nu, wo krampfen, kämpfen und kotzen nicht mehr hilft, sich mal herzhaft über sich selbst schlapp zu lachen. So schlapp, dass es einem den Atem verschlägt und diese Muster aus dem Körper zu lachen, indem das Zwerchfell überlastet wird. Ich würde mich nicht wundern, wenn Ewald Lienen diese Woche das Grätschen im eigenen 5-Meter-Raum üben ließe und das Kugeln auf dem Boden. Um aus unvermögenden Profis fatalistische Optimisten zu machen.

Flower_Power_demonstrator

Foto:
Photograph of a Female Demonstrator Offering a Flower to a Military Police Officer, 10/21/1967
US Department of Defense – This media is available in the holdings of the National Archives and Records Administration, cataloged under the ARC Identifier (National Archives Identifier) 594360

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