Mehr Liebe, mehr Lachen, mehr Fatalismus

Die Jungs, die mich vorletztes Jahr auf der neuen GG adoptiert haben, hören auf den lustigen Namen „Optimistische Fatalisten“. Es fällt mir nicht schwer, mich an Zeiten zu erinnern, als diese Haltung überlebensnotwendig für St. Pauli Fans war. Heute ist sie das wieder.

Vielleicht reagiere ich deswegen so allergisch auf Ausrufe, wie „Schluss mit Lustig“, die in Muster fallen, die näher dran sind an neoliberalen Verwertungs- und Leistungslogiken, als an dem, was für mich St. Pauli ausmacht. Ich sehe in Nöthe, Startsev, Daube, Thy, Himmelmann, Budemir und Co. keine Versager. Ich sehe St. Paulianer, die stoisch gegen ein unwahrscheinliches Pech und das verinnerlichte, fast körperlich sich ausdrückende Unvermögen anspielen. Ich lass mich gerne Hippie schimpfen, wenn ich mich stoisch weigere, ihnen gegenüber Leistung einzufordern.

Mehr noch: Ich rufe die Boys in Brown auf, sich zu nu, wo krampfen, kämpfen und kotzen nicht mehr hilft, sich mal herzhaft über sich selbst schlapp zu lachen. So schlapp, dass es einem den Atem verschlägt und diese Muster aus dem Körper zu lachen, indem das Zwerchfell überlastet wird. Ich würde mich nicht wundern, wenn Ewald Lienen diese Woche das Grätschen im eigenen 5-Meter-Raum üben ließe und das Kugeln auf dem Boden. Um aus unvermögenden Profis fatalistische Optimisten zu machen.

Flower_Power_demonstrator

Foto:
Photograph of a Female Demonstrator Offering a Flower to a Military Police Officer, 10/21/1967
US Department of Defense – This media is available in the holdings of the National Archives and Records Administration, cataloged under the ARC Identifier (National Archives Identifier) 594360

via Wiki-Commons

3 Gedanken zu „Mehr Liebe, mehr Lachen, mehr Fatalismus

  1. Klar wenn man nur noch sich selbst feiert und sich für Fussball nur am Rande interessiert, mag das eine Lösung sein…. Nur Dritte Liga hatte ich schon….. Da haben Antidepressiva geholfen…..
    1. ich finde diese unterstellung, dass wenn man nicht eionklappt und alles verteufelt oder negativ sieht man direkt in die ecke des sich selber feierns gestellt zu werden. – ich finde, ein wenig eigenironie und galgen humor und dennoch zu 1910% andere wege zu suchen als negativ zu sein, hat bestimmt nichts mit sich selber feiern zu tun. – glaub mal, dass wir alle gleich leiden. bis auf ein paar ausnahmen vielleichtz
  2. Ich sehe in Nöthe, Startsev, Daube, Thy, Himmelmann, Budemir und Co. keine Versager = word. – und die ironie sich von einem bongraucher als hippie bezeichnen zu lassen, die muss ich noch irgendwie verarbeiten :D

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