Refugees Welcome: das Schanzenfest 2014 wird zum Willkommensfest; hoffentlich!

28.09.2014 Refugees Welcome Schanzenfest
Hamburg zur offenen Stadt machen
Bleiberecht und Bewegungsfreiheit für alle!

Am Sonntag, den 28. September findet das diesjährige Straßenfest im Schanzenviertel statt. Wir wollen damit das Politikum Schanzenfest in die Waagschale werfen, für die Kämpfe von Lampedusa Geflüchteten und allen Refugees und Gruppen, die gegen rassistische Abschiebepolitik aktiv sind.

So beginnt der Aufruf zum Schanzenfest 2014 – und es könnte ein schönes Fest werden, denn um die weitere Unversehrtheit der unter uns lebenden Flüchtlinge, von der Gruppe #LampedusaHH und anderen, gewährleisten zu können, muss sich am emotionalen Spielplan des Schanzenfestes etwas Grundlegendes ändern.

Flyer Schanzenfest 2014Die Refugees, die wir auf der Schanze willkommen heißen wollen, können sich ein Involviertsein in Straßenschlachten mit der Polizei schlicht nicht leisten. Das wurde schon im Vorfeld der Dezemberdemo vor der Roten Flora deutlich, als sich die Gruppe Lampedusa sehr facettenreich zum Thema „Gewalt“ äußerte und dann der Demo fern blieb.

Wir erklären Hamburg mit dem Schanzenfest zur offenen Stadt.

Vernetzung und Kommunikation, Protest und Widerstand entstehen nicht aus einem sozialen Vakuum. Illegalisierte sind Teil des gesellschaftlichen Lebens, sind Nachbar_innen und Genoss_innen in sozialen Kämpfen um das Recht auf Stadt und im Protest gegen kapitalistische Verhältnisse. Wir wollen mit dem „Refugees Welcome Schanzenfest“ ein deutliches Signal gegen die unmenschliche Abschiebepolitik des SPD-Senates und das europäische Grenzregime setzen.

Das Fest soll unterschiedlichen politischen Spektren ein Forum bieten, um dem Hamburger Senat mit der gemeinsamen Forderung nach Bleiberecht und gesellschaftlicher Teilhabe zu begegnen: dies schließt Bewegungsfreiheit und die selbstbestimmte Möglichkeit zu arbeiten ebenso ein wie das gleiche Recht auf Stadt für alle Bewohner_innen und alle, die sich hier bewegen.

Es ist ein politisches Fest, das in diesem Jahr am Sonntag, dem 28.9. stattfindet und über die Bartelsstraße, Schanzenstraße, Ludwigstraße und Sternstraße bis zum Centro Sociale führen wird. Mit dem Fest und den Ständen wird Geld gesammelt für die Arbeit von Refugees und antirassistischen Gruppen. Es wird Musikbühnen, einen unkommerziellen Anwohner_innenflohmarkt und Infostände geben, aber auch Bereiche, in denen inhaltliche Veranstaltungen im Vordergrund stehen.

Wir wollen dabei gemeinsam und entschlossen auf Übergriffe und Provokationen reagieren, aber auch besonnen auf die Sicherheit von Teilnehmenden ohne Pass oder traumatisierten Menschen achten. Stärke entsteht nicht durch Heldentum und Männlichkeitsrituale, sondern durch die Herstellung einer gemeinsam getragenen Basis zur Aktion. Mit dem Schanzenfest wollen wir einen Teil dazu beitragen, diese weiter aufzubauen. Dies ist unser Ziel an diesem Tag und wir fordern alle auf, dazu beizutragen.

Wir bleiben auf der Straße für uneingeschränktes Bleiberecht und Bewegungsfreiheit für alle. Beteiligt euch am „Refugees Welcome Schanzenfest“ mit eigenen Ideen, politischen Ständen, Veranstaltungen und Diskussionen auf der Straße, mit Aktionen und Überraschungen.

Es klingt so, als sei aus dem letzten Dezember gelernt worden, als gerade diesigen ausgeschlossen waren, für die gekämpft werden sollte. Es kommt nu alles darauf an, dass den Geflüchteten und ihren Angehörigen glaubhaft vermittelt werden kann, dass sie tatsächlich willkommen und nicht hauptsächlich Projektionsfläche für alte weiße Rituale sind.

Lampedusa is here to stay – und vielleicht ein weiteres Mal in der Lage die eingerostete Hamburger Politik auf eine nächste Stufe zu heben. Kraftvoll und friedlich zugleich.

Aufruf und Logo via RWSF

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