Schlägt nu die Stunde des Stefan Orth? #fcsp

Stefan Orth, Präsident des FC St. Pauli auf der JHV 2012, Foto: Stefan Groenveld, mit freundlicher Genehmigung
Stefan Orth ist einigermaßen unbeschadet aus der Jahreshauptversammlung des FC St. Pauli hervorgegangen. Allerdings nur weil seine beiden Präsidiumskollegen und Vizes, Gernot Stenger und Bernd-Georg Spies, im Zentrum der Kritik standen.

Insofern kann man sagen, ist seine Taktik des seichten Zurückhaltens aufgegangen. Wenn es denn eine war und kein Charakterzug. Nun könnte allerdings, nach einer intensiven und doch fruchtbaren JHV seine Stunde schlagen. Vielleicht der letzte Moment, an dem er seine Präsidentschaft mit Leben und Haltung erfüllen kann. Nicht als egomanischer Sonnenkönig, sondern als Vernetzer. Seine Art, niemandem ernsthaft böse zu begegnen ist für diese Art des Management by Understanding schon einmal hilfreich. Im Grunde fehlt nun noch das richtige Profil und eine klare Positionierung im Innen und Außen.

Tun wir mal für einen Moment so, als wäre dieses Blog das von Stefan Orth. Dann würde das unter der Domain fcstpauli.com/orthung zu unserer kommunikativen Schaltstelle und repräsentierte auch die neue Postionierung: Innen. Im Verein wird kommuniziert und das Gesagte, das Angedachte, die Schwierigkeiten und die Statusmeldungen von innen heraus in und an die Fußballwelt getragen. Meine erste Regel für den neuen Stefan Orth: Ich kommuniziere zuerst mit St. Pauli und dann als St. Pauli. Wenn das auch so gemeint ist, dann formatiert das auch den Umgang mit Medien und Verbänden oder anderen so genannten Bezugsgruppen, wie Stadt, Sponsoren oder Kreditgebern. Und es macht Kommunikation einfacher.

Aber Kommunikation ist nicht alles. Ich muss wissen, was ich kommunizieren will. Ja, ich muss eine Haltung finden. Stefan Orth muss zum Seismographen werden, oder Menschen um sich scharen, die das können, empathisch in den Verein hineinhören, Themen und Strömungen erkennen, abwägen und zu einer Vereinshaltung verdichten. Ich gehe das mal am Beispiel des DFL-Sicherheitspapiers, grds. am Thema „Sicherheit“ durch.

Mein 2do-Zettel sähe so aus:

  • #1 – Bernd Georg beauftragen, bei der SPD als Lobbyist St. Paulis aufzutreten. Klarer Auftrag: Werben für eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten. Fall des Jolly Roger Überfalls als mahnendes Beispiel in die Gremien der Deligierten tragen. Interview in der Mopo Basch dazu verabreden.
  • #2 – AG „Unterwerfung“ einberufen: Bis zum Anfang der Rückrunde klären wir in Grundzügen, worunter sich denn der FC St. Pauli „unterwerfen“ sollte, wenn er eine Verbandsgerichtsbarkeit anerkennt. Wichtiger noch: Wogegen wehren wir uns! Faustregel: Alles, was nicht direkt mit dem Fußballspiel zu tun hat, ist im Zweifel nicht Verbandssache.
  • #2 – Aufheben des Stadionverbotes gegen „Notwehrer“ vom Schweinske Cup. Klage gegen DFB vorbereiten.
  • #3 – Gernot beauftragen, sich mal zum Mittagessen mit dem Dekan der juristischen Fakultät zu treffen, um nachzufragen, ob Interesse an einer universitären Unterstützung besteht, Musterklagen gegen Drangsalierungsmaßnahmen der Exekutive und Verbände zu führen. Themen: Vollkörperkontrollen, Meinungsfreiheit oder Kollektivstrafen.
  • #4 – Mitfahrt mit USP zum Flüchtlingslager in Mecklenburg-Vorpommern vereinbaren
  • #5 – Jolly Rouge am Millerntor hissen.

Fällt euch noch was ein, was ich vergessen habe?

Nachtrag: mich bei Magischer FC zum Fanladen Bus nach Dresden anmelden

// Foto: Stefan Groenveld