St. Pauli und seine sexistischen Sponsoren

Werbung in einem Markt zu machen, der einem Verdrängungswettbewerb ausgesetzt ist, muss an die Seele gehen. Astra und nun fritz kola sind beide Sponsoren des FC St. Pauli und scheren sich einen feuchten Kehricht um die Stadionordnung oder die Vermarktungsrichtlinien des Vereins. Beide Unternehmen sind in ihrer werblichen Sprache laut, anmaßend und manchmal witzig; leider aber immer auch wieder sexistsisch. Man fragt sich ernsthaft, was diese Sponsoren beim FC St. Pauli zu suchen haben?

Astra wirbt nicht nur mit offen sexistischen Motiven, sondern verstößt nachhaltig gegen die Stadionordnung. Fritz kola, seit diesem Sommer Brause-Sponsor des FC St. Pauli, postet zum Valentinstag einen so dummen Post, dass man sich gruselt.

Hauptsache auffallen, provozieren und auf der maskulinen Welle mitsurfen. Fritz kola möchte „stark“ sein, maskulin. Da kam der so genannte „Schniblo“-Tag gerade recht. Ein letztes Aufbäumen der Männlichkeit gegen den Valentinstag. Ein Schnitzel und ein Blow-job, das ist doch wirklich nicht zuviel verlangt als Gegenleistung für ein paar Blumen.

Sexistische Kackscheisse, nichts anderes, und die hat am Millerntor nichts verloren.

Ich erwarte, dass fritz kola sich als Sponsor des FC St. Pauli an die Richtlinien unseres Vereins hält, das Posting löscht und sich dafür erklärt. Und von meinem Verein erwarte ich ein klares Bekenntnis: Gegen Sexismus und für eine Edukation seiner Sponsoren. Das darf man als Sponsor vom FC St. Pauli auch erwarten, dass man weiter entwickelt wird.

Titel: Screenshot der fritz kola Facebook-Seite

Kommentare 4

  • Puh. Nun ist der Schniblo-Tag, der übrigens aus Spaß an der Feude ins Leben gerufen wurde, auch schon sexistisch.

    Und Frauen die den Tag feiern sind dann autosexistisch, hmm?!
    Aber nein, es gibt gar keine Frauen die Spaß am Blowjob haben & wenn, dann wurden sie alle brainwashed, richtig?!

    Euer Leben muss ein einziger Schmerz sein, wenn man überall nur noch Sexismus, Diskriminierung etc. sieht.

  • Da interessiert sich jemand leider mehr für Genderfeminismus (Ausprägung: Deutschland 1969) als Fußball oder den FC St. Pauli.

    Hoffentlich überleben Verein und Anhänger diese neue, radikale Ideologie.

  • Gehts nicht mal ne Nummer kleiner? Der ganze Artikel ist selbstverliebte Prinzipienreiterei. Werd mal locker. Sexismus in WIRKLICHER Ausprägung ist selbstverständlich abzulehnen, aber hier wird ein wenig Werbung gemacht, die nun wirklich keinem schadet.

    Und ich vermute, dass mindestens 80% der Vereinsmitglieder und Stadionbesucher das auch so sehen.

  • Na, dass die Astra Werbung bewusst (und m.E. durchaus selbstironisch) sexisitsch gestaltet ist, ist nicht abzustreiten.
    Und bei #Schniblo keinen Sexismus erkennen zu können, wie „Axl Dope“, naja. Das muss man schon wollen.

    Der zweite Kommentator „Soni“ schreibt von „Genderfeminismus“. Dieser Artikel hier hat ja nu echt mal nichts mit „Gender“ zu tun, mit Feminismus vielleicht entfernt.
    Ein ausgleichendes Wort wie „Gleichberechtigung“ zu nutzen ist auf beiden Seiten ja eh schon länger nicht mehr gewollt, weil zu unmartialisch.

    Und @“Westküstenzecke“: Was unterscheidet denn den hier angesprochenen Sexismus von (deiner Meinung nach) WIRKLICHEM Sexismus? Muss Sexismus erst jemandem schaden, um von dir als wirklich anerkannt zu werden?
    Und woher kommen die 80%? Einfach mal ins blaue geraten?

    Ich als BVB Fan bin ja extrem begeistert, dass in eurem Verein so eine offene Debatte zu solchem Kram stattfindet. Bei uns sind wir ja schon froh, wenn die Nazis mal die Fresse halten. Bis zum moralischen Aspekt von „Evonik“ kommen wir garnicht in der Diskussion ;)
    Ach ja meine Meinung: Man muss nicht immer direkt das größte verfügbare Fass aufmachen, aber richtig finde ich es schon, dass hierüber diskutiert wird!