Wozu brauchen Sportvereine noch klassische Medien?

Sankt Pauli ist die einzige Möglichkeit - Aufkleber
Sankt Pauli ist die einzige Möglichkeit - Aufkleber

„Ich mache das kurz und knackig„, schreibt Mark Cuban, Milliardär und „Besitzer“ der Dallas Mavericks in seinem Artikel „Whats the role of media for sports teams ?“. „Im Jahr 2011, brauchen wir da noch Reporter von ESPN und YAHOO!, die in unseren Umkleidekabinen herumlungern, vor und nach dem Spiel?“ – seine rhetorische Frage beantwortet er gleich danach: „Ich denke, dass wir nicht nur den Punkt erreicht haben, an dem wir besser direkt von Team und Spielern zu unseren Fans kommunizieren können, als jedes große Sportmedium, ich meine sogar, dass es in unserem Interesse sein sollte, denn diese Sportwebsites sind eher zu Paparazzis geworden, denn Reportern.“

I’m going to make this short and sweet. In the year 2011, I’m not sure I have a need for beat writers from ESPN.com, Yahoo, or any website for that matter to ever be in our locker room before or after a game. I think we have finally reached a point where not only can we communicate any and all factual information from our players and team directly to our fans and customers as effectively as any big sports website, but I think we have also reached a point where our interests are no longer aligned. I think those websites have become the equivalent of paparazzi rather than reporters.

Ob das auch vollumfänglich für den deutschen Sportjournalismus gilt, weiß ich nicht zu beurteilen, die Berichterstattung rund um den Becherwurf und die Sozialromantiker legt den Schluß aber nahe, dass wir hier Parallelen finden. Viel interessanter ist doch die Frage, ob sich Vereine in einer sozial vernetzten Welt, nicht einen wichtigen Kanal durch die Lappen gehen lassen, der es Team und Spielern ermöglicht, direkt mit ihren Fans zu kommunizieren, sei es via Twitter, Blogs oder Facebook. Wo finde ich denn die Gedanken eines Gernot Stenger zur Zukunft des FCSP?

Ich bin fest davon überzeugt, dass 1. die Deutungshoheit der klassischen Medien abnimmt, wie in allen Bereichen der Digitalen Medienrevolution, auch wird sich die Art zu kommunizieren ändern. Das tut sie nämlich bereits – und der FCSP täte gut daran, sich diesen Blogpost mal zu Gemüte zu führen.

Kommentare 5

  • Beim Besitzer eines US-Profiteams würde ich mal lieber keine hehren Gründe unterstellen, wenn er die Medien ausschließen will (zumal er dabei ja „any website“ mit einbezieht, also wohl auch Blogs).
    Entlarvend ist vor allem die Formulierung, dass er künftig online „zu“, aber nicht mit den Fans kommunizieren will, und für die gibt es dann auch nur „factual information“ (also frei nach Otto Rehagel: Nur Fragen zum Spiel). Mit anderen Worten: Wir stellen uns keinen kritischen Fragen mehr, sondern veröffentlichen nur noch offizielle, gründlich redigierte Statements und Presseerklärungen, in denen unsere schöngefärbte Sicht der Dinge steht.
    Klingt für mich eher nach Zensur, als nach moderner, offener Kommunikation…

    • Ja, Gott bewahre, Vorbild ist der Kerl keins, und die Situation im Detail eine andere. In Digital-Revolutionen befinden wir uns dennoch auch – und da kann es nicht Schafen, das zu diskutieren.

    • … ansonsten ist Deine Kritik aber richtig, der Blogpost in weiten teilen krude, dennoch finde ich den Diskurs über soziale Medien vs Boulevardpresse ja sehr spannend.

  • […] Sehr schön auch der nachfolgende Gedankengang: http://stpaulinu.de/?p=2360 – wer braucht heutzutage die klassischen Medien noch? « April, April? Der […]

  • es gibt irgendwo ein vortrag von oscar ugaz, real madrids social media man, über direkter kontakt mit fans der muss aber nur für eingeloggte zahlende kunden zu sehen sein. hier ein kurzer interview mit dem mann… http://www.youtube.com/watch?v=xcFsKY3I-fI