Der schönste Absteiger aller Zeiten

Das war gemein, was da gestern ablief, mal wieder: Die Boys in Brown engagiert, spielfreudig und körperbetont. So sehr hatten sie den VfB Stuttgart im Griff, dass man sich die Augen reiben wollte: Wer will hier nochmal aufsteigen?

St. Pauli war stark aus der Winterpause gekommen, vor allem das Duo Cenk Sahin und Jerry Dudziak sprühten vor Energie, ließen den Bundesligaabsteiger immer wieder schlecht aussehen.

Boys in Brown besser

Die Rückkehr von Lenny Thy und die Premiere von Møller Dæhlin und Flummy schien zu glücken: Wer war hier die eingespielte Elf?

Und dann schlägt die Fußballweisheit St. Pauli einen Zahn nach dem anderen aus; natürlich ist Stuttgart immer für einen guten Konter gut – und der kam in der 85. Minute. Wenn man bis dahin keine zwei Tore geschossen hat, wird es duster.

Für eine gute Leistung kann auch St. Pauli sich nix koofen.

Am Ende, das befürchteten wir alle, als wir uns vor der Domschänke vor dem klammen Bier den Pessimismus auszureden versuchen, könnte St. Pauli der schönstspielende Absteiger aller Zeiten werden. ;(

Kurzkommentar zum Heimspiel FCSP vs VfB Stuttgart.
Elbvertiefung Newsletter Kurzkommentar zum Heimspiel FCSP vs VfB Stuttgart.

»St. Pauli verliert gegen den VfB Stuttgart mit 0:1. Mit einer energischen Leistung hielten die Kiezkicker den Bundesligaabsteiger in Schach, waren lange die bessere Mannschaft. Außer einem Lattenschuss gab es aber keine Torchancen für Braun-Weiß – da langte ein guter Konter in der 85. Minute für den Nackenschlag. So verdient sich St. Pauli nur den Titel »Bester Tabellenletzter aller Zeiten« …«

Zuerst erschienen im Newsletter „Elbvertiefung“ der ZEIT Online.

Sexismus: Auto-Thomsen provoziert mit „Pussie-Bande“ am Millerntor

Der FC St. Pauli sorgt mit einer sexistischen Bandenwerbung für Nissan/ Auto-Thomsen (11 Mal in Hamburg) für Unmut. Anders, als bei der unglücklichen Heimniederlage gegen Stuttgart ist der Vermarktung des Klubs mit der Bande („Nix für Pussies“) ein echtes Eigentor gelungen. „Sexismus: Auto-Thomsen provoziert mit „Pussie-Bande“ am Millerntor“ weiterlesen

Thank you Eric Cantona

Heute vor 22 Jahren schrieb Eric Cantona Fußballgeschichte und machte sich unsterblich. Als Feldspieler von Manchester United kickte Cantona einen Nazi-Hooligan mit einem Kung-Fu-Sprung aus dem Stadion. Huge.

On this day in 1995, Manchester United footballing legend Eric Cantona kung fu kicked a fascist football hooligan, Matthew Simmons, during a match against Crystal Palace. Simmons, who attended far-right National Front and British National Party rallies and has a raft of violent convictions including attacking a football coach who called him „Nazi scum“, allegedly heckled Cantona as a „foreigner“.

Generalprobe mißlungen – wo steht St.Pauli vor dem Rückrundenstart?

 

War Sotogrande erfolgreich?,

Die Wintervorbereitung ist vorbei, die Testspiele gespielt und die Boys in Brown auf dem Heimweg. Aber war das Trainingslager jetzt erfolgreich?

Ich meine jein:

  • Die Generalprobe gegen Zürich und Kiew ging verloren
  • Die Verletzten Robin Himmelmann und Christopher Buchtmann konnten am Ende 90 Minuten durchspielen
  • Ziere ist immer noch verletzt/krank
  • Testspiele sind Testspiele – was zählt ist der nächste Gegner

Nächstes Ziel: Die Rückrundenpremiere gegen den VfB Stuttgart am kommenden Sonnabend erfolgreich gestalten.

Kurzkommentar in der Elbervertiefung von ZEIT Online:

»Der FC St. Pauli verliert seine beiden letzten Tests im spanischen Trainingslager, kann aber trotzdem mit dem Stand der Vorbereitung zufrieden sein. Am Sonnabend gab es gegen den FC Zürich und den Champions-League-Teilnehmer Dynamo Kiew eine knappe (0:2 in der Nachspielzeit) und eine deutliche Niederlage (1:3), trotzdem überwiegen die postiven Eindrücke aus Sotogrande. Robin Himmelmann und Christopher Buchtmann konnten nach ihren Verletzungen 90 Minuten durchspielen: Comeback also doppelt geglückt. Außerdem gilt auch auf St. Pauli die Regel, dass nach einer durchwachsenen Generalprobe eine fulminante Premiere folgt. Einem guten Spiel gegen den VfB Stuttgart am nächsten Sonntag (13.30 Uhr am Millerntor) steht also nichts im Wege.«

Zuerst erschienen im Newsletter für Hamburg von ZEIT Online: Elbvertiefung

Pizza Bande – keine Margherita für die Onkelz

Wie man im Viertel – neben leckerer Pizza – für noch mehr Zustimmung sorgt: Nazis verärgern.

Pizza Bande: „Keine Pizza für Nazis“

Pizza Bande Bewertung Trip Advisor
Screenshot: Pizza Bande Bewertung TripAdvisor – Klick für Vollbild
Die Teigbäcker der Pizzeria „Pizza Bande“ links der Reeperbahn gelegen (Lincolnstraße 10) hatten kurz vor Weihnachten eine schlechte Bewertung auf Tripadvisor erhalten.

Unter der Überschrift Unfreundlicher Empfang  beschwerte sich Steffi S. darüber, dass „der Empfang in dem recht kleinen Laden … für uns als Auswärtige eher unfreundlich (war), denn wir wollten eine Pizza essen und keinerlei politisches Aufsehen erregen.“

Die „unpolitische“ Reisegruppe, so stellt unter der Beschwerde der Geschäftsführer der Kiez-Pizzeria, Vito C.,  klar, trug einheitlich Böhse Onkelz Merchandise, die Insignien einer Band also, die ihren Erfolg auf den rechten Sumpf baut. Seine Entgegnung wird gerade in meiner Timeline abgefeiert:

„Tja Jungs, wenn Ihr alle im Partnerlook, mit euren Böse Onkels T-Shirts in die Bande kommt, darf doch wohl die Frage gestattet sein, ob Ihr Nazis seid!…
Bei uns gibts keine Pizza für Nazis und andere Menschenfeinde.“

Der spanische Winter ist mild

»Beim FC St. Pauli freut man sich über die kleinen Schritte: Im frühlingshaften Andalusien, wo die Kiezkicker ihr Wintertrainingslager aufgeschlagen haben, siegte man am Sonnabend gleich doppelt, gegen einen chinesischen Erstligisten (deutlich 6:2) und erkämpfte sich gegen den Schweizer Meister FC Basel den zweiten Sieg des Tages (2:1 nach einer kämpferischen Aufholjagd).

Ewald Lienen ist froh, dass alle gesund sind und er endlich die geforderte Aggressivität in seinem Team spürt.

Kommenden Samstag gibt’s den letzten echten Testlauf im spanischen Winter gegen Zürich und Kiew.«

Zuerst erschienen in der „Elbvertiefung“ für ZEIT Online

Ewald Lienen über den FCSP Kader der Rückrunde

Ewald Lienen – alter und neuer Boyscoach 2017 – stellte sich den Fragen der Hamburger Sportjournalisten. Nachfolgend die wichtigsten Informationen als Schlaglichter, die eine oder andere Überraschung ist dabei:

  • Fafa Picault ist nicht wieder mit ins Mannschaftstraining eingestiegen. Der FC St. Pauli hat ihm und seinem Berater nahe gelegt, sich einen neuen Verein zu suchen. Nicht überraschend, aber doch sehr schade. Ich hatte die „Gazelle“ tief ins Herz geschlossen.
  • Azziz Bouhaddouz ist – ein wenig überraschend – für den Afrika-Cup nachnominiert worden und nach dem Laktat-Test abgeflogen. Er verpasst große Teile der Wintervorbereitung. Ewald hofft, dass er fit und unverletzt zurück kommt. Puh, ja. Bitte!
  • Ziere, Kalla und Dudziak sind wieder fit und starten voll ins Wintertrining. Good News, auch wenn Ziere sich einen Infekt zuzog und noch ein paar Tage auskurieren muss.
  • Robin Himmelmann ist weiter verletzt – soll sich aber im Wintertrainingslager nächste Woche wieder rankämpfen. Das Gleiche gilt für Buchti, der nä Woche wieder ins Training einsteigt.
  • Lasse Sobiech hat eine doofe Entzündung am Oberschenkel, die ausheilen muss. „Er läuft noch ein paar Tage durch die Gegend“, sagt Ewald dazu.

„Ja, das ist es eigentlich vom Personellen her“, Ewald Lienen, FCSP TV

Ewald Lienen über die Aufholjagd 2017 und die Mission #Klassehalten: „Wir können das nur über eine Mannschaftsleistung schaffen“

Zu Lenny Thy: „Gehen wir mal davon aus, dass ihm der Aufenthalt in Bremen nicht geschadet hat“ ;) –

Das ganze Interview gibt es bei FC St. Pauli TV auf lau.

Willkommen zurück Lenny

Es war ein Highlight seiner Kiezkicker-Karriere, das Spiel in dem Lennart Thy alle vier Tore schoß. Dieses Spiel, so sind wir uns sicher, hat ihn auf den Einkaufszettel des Bundesligisten Werder Bremen gezaubert, der, soviel sei auch angemerkt, zu dem Zeitpunkt für die zweite Liga planen musste.

Lennart Thy als Spieler vom FC St. Pauli; Source: Wikimedia, Author: Northside

Nun ist Lenny zurück und wir heißen den Ex-St. Paulianer herzlich willkommen – Ex St. Paulianer wird er nämlich bleiben: als Leihspieler bliebt er Werderaner, der FC St. Pauli hat keine Option, ihn nach einer gelungenen Operation „Klassehalten“ länger zu verpflichten. Das ist schade und das finde ich auch echt doof. Andererseits braucht Lennart Thy wenig Zeit zum eingewöhnen. Ich würde mir wünschen, dass er seine vier Tore auf mehrere Spiele verteilt, dann weine ich ihm gerne ein oder zwei Tränen nach, wenn er wieder gen Bremen entschwindet. ;) „Willkommen zurück Lenny“ weiterlesen

St. Pauli auch 2017 mit Ewald Lienen …

… das vermeldet zumindest die Mopo „weltexklusiv“ mit der Schlagzeile:

„Rettig: Lienen bleibt unser Trainer!“

… und in der Tat wäre das so zu erwarten. Nach dem letzten Heimspiel gegen Bochum, nachdem der FC St. Pauli am darauffolgenden Sonntag zu einer Pressekonferenz geladen hatte, schossen die Spekulationen ins Kraut. Die PK wurde dann mit dem Hinweis auf eine „Verhinderung von Ewald Lienen durch eine private Angelegenheit“ verschoben, was die Gerüchteküche nur noch mehr anheizte.

Sonntag Abend telefonierte ich dann auch mit M. und bekam E-Mail von K. – es war viel los im St. Pauli Kosmos. Mit K. entwickelte ich dann die These, dass man 2017 mit Ewald weitermachen und das der Presse mitteilen wollte, durch den Bohei darum aber etwas überrascht, sich wieder zurück zog.

„Die haben bestimmt verschoben, weil sie gar nix Weltbewegendes zu erzählen haben“

Wenn der FCSP nun morgen – nach dieser Vorabmeldung, wenig überraschend – den Verbleib Lienens vermeldete, können Rettig und Göttlich mit Chewald konkret darauf eingehen warum und wie die Verstärkungen für 2017 aussehen sollen. Das hat irgendwie Methode und ist schon ein wenig putzig. Ist aber am Ende egal, denn die Entscheidung, Chewald auch 2017 den Kader einstellen zu lassen ist meiner Ansicht nach vor allem eines: Richtig.

In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten. Auf dass unter dem Baum ein Sechser und ein Stürmer liegen :)

Dem Phlegma entwischt: Boys in Brown siegen in Fürth 2:0

Die Wiederentdeckung seiner spielerischen Fähigkeiten hat Waldemar Sobota vielleicht selbst überrascht, aber seine beiden Strafraumdribblings machten heute den Unterschied. Zusammen mit Cenk Sahins Spielfreude und seinem sehenswerten Heber zur Entscheidung; 2:0 in der 91. Minute.

Überhaupt passte heute vor allem das Timing; nicht nur das der Jungs auf dem Rasen. Nieselregen begleitete mich die Straße runter, als ich pünktlich zum Anstoß im Kick&Company eintraf. Kurz nach mir erschien Roger Hasenbein, der seinen Zubringer nach Franken verpasst hatte und nun neben uns Platz nahm. „Na dann hoffe ich, dass Du das heute so richtig bereust“, flachste ich noch, als der Fürther Offensive den Ball ans Aussennetz drosch.

Sobota und Sahin entdecken sich wieder

Ein alkoholfreies Weißbier später war klar: das hier fühlt sich wie ein typisches Nullnullspiel an. St. Pauli hatte zwar gefährlich zu Flanken trainiert unter der Woche, nur der Abschluss fehlte; kein Torschuss in der 1. Hälfte vermeldete der SKY-Reporter und war dann doch sehr streng zu unseren Jungs.

An allen gefährlichen Aktionen beteiligt: Cenk Sahin, der sich genauso freispielte, wie Waldemar Sobota. Ihr Sieg gegen das Phlegma, das Misserfolge eben über Talente legen, war die Grundlage für St. Paulis Triumph am Ronhof.

kommt gut nach Hause Jungs!

Mein Kurzkommentar für ZEIT Online:

„Der FC St. Pauli holt die drei so wichtigen Punkte auswärts. Das 2:0 gegen Greuther Fürth ist der erste Auswärtssieg seit März (!). Die Kiezkicker überwanden in einem typischen Nullnullspiel zweimal ihr Phlegma und Cenk Sahin in der 91. Minute Fürths Keeper mit einem sehenswerten Heber zur Entscheidung. Fürth ist für die Hamburger, die sich vor allem defensiv stark zeigen, immer eine Reise wert.“

4-1-4-1 Ewald wills wissen #svggFCSP

Nur Nehrig auf der sechs, davor ein Viererriegel mit Neudecker, Sobota, Choi und Sahin. Das ist mutig und offensiv, bedeutet aber auch, dass gerade diese vier auch alles abgrätschen müssen, was an ihnen vorbei will.

Aux Armes

Hier die #fcsp-Start11:
Heerwagen
Hedenstad-Sobiech-Gonther-Keller
Nehrig
Neudecker-Sobota-Choi-Sahin
Bouhaddouz
#spvggfcsp

Heute müssen drei Punkte her – und St. Pauli zeigt mit seiner Aufstellung schon, wo es die Entsvheidung sucht: in der Hälfte der Fürther.

US-Shop: FC St. Pauli goes USA – because that’s why

ST. PAULI ERÖFFNET US-SHOP

Was haben die Proteste in Griechenland gegen das EU-Spardiktat, die Gezipark-Bewegung in Istanbul und eine urige Kneipe in Brooklyn gemeinsam? Überall trägt man den Jolly Roger aus unserem Stadtteil. Der FC St. Pauli und das womit ihn engagierte und extreme Supporter zuhause am Millerntor aufgeladen haben, ist längst ein internationales Phänomen.

Nur logisch, wenn der FCSP nun auch einen Online-Shop für die USA aufmacht – digital geht Internationalisierung eben schnell. Die Investitionen sind überschaubar, die Botschaft wichtig: St. Pauli emanzipiert sich ein weiteres Stück vom Fußball. „US-Shop: FC St. Pauli goes USA – because that’s why“ weiterlesen

Sicherheitszone Hamburger Karoviertel #OSZEHAM16

Die Polizei probt den G20-Ernstfall in Hamburg. Einen Tag vor dem OSZE Außenministertreffen in den Hamburger Messehallen ziehen über 13.000 Polizisten mit schwerem Gerät und Anti-Terror-Montur in der Schanze und in Altona auf.

Die Polizei hat eine Sicherheitszone eingerichtet

Angeblich soll es nur an den Zugängen zu dieser Zone „Durchlasskontrollen“ geben. Die Erfahrungen mit den Hamburger „Gefahrengebieten“ und die Benennung des autoritären Polizeiführers Dudde lassen aber vermuten, dass die Polizei-Drangsalierung über das versprochene Maß weit hinaus geht.

Eine erste Demo gegen #OSZEHAM16 ist bereits geplant:
Donnerstag 8.Dezember 18:00 Uhr U Feldstraße

Für die Verpflegung der Demonstrant_innen ist eine „Küche für Alle“ eingerichtet:

Bei Problemen bietet der EA Hamburg eine Hotline, die für den gesamten OSZE-Gipfel geschaltet ist: 040-43278778

Weitere Infos:

ps dies ist ein wachsender Artikel, wenn ihr Quellen oder Infos habt, dann bitte per Kommentar oder PN. Dazke

„Lieber Frank-Walter Steinmeier“ #OSZEHAM16

Nachdem Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Vorfeld der am 8.12. beginnenden OSZE-Konsultationen die Hamburger Bürger_innen in einer handgeschriebenen Anzeige um Verständnis gebeten hatte, dass ihr Wohnraum durch massenhaft aufgezogene Polizei in Kampfmontur und Panzerung kaum noch betretbar ist, folgt nun die – ebenfalls handschriftliche – Antwort der „Interventionistischen Linken“.

Lieber Frank-Walter Steinmeier #OSZEHH16

In wenigen Tagen kommst Du mit Deinen Außenminister-Homies der „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit“ (OSZE) in Hamburg zusammen.

Auch wir finden Frieden super und arbeiten gerne mit anderen Menschen zusammen. Aber wie viele andere Hamburger_innen fragen wir uns, wie ihr auf die Idee kommt, dass genau ihr für diesen Frieden steht. Ihr hofiert und unterstützt den Diktator und IS-Unterstützer Erdogan, der mit aus Deutschland gelieferten Waffen einen blutigen Bürgerkrieg gegen die eigene Bevölkerung im Südosten der Türkei führt.

Ihr beratet darüber, wie sich „Schleuserbanden bekämpfen“ lassen, anstatt das einzig Richtige zu tun und mit sofortiger Wirkung das Massensterben im Mittelmeer zu beenden: Mit Fähren für Geflüchtete!

Ihr propagiert das brutale Spardiktat in Griechenland. Ihr repräsentiert die organisierte Traurigkeit einer kapitalistischen Verwertungslogik, den alle Menschen in Europe unterworfen sind.

Ihr seid die Eliten, die Krisenverwalter, die Neoliberalen und die Vergangenheit.

Gegen all das stellen wir uns in Hamburg!

Wir bitten dich daher nicht herzlich um Verständnis für etwaige Proteste – ist uns egal. Wir stehen ein für eine solidarische Gesellschaft mit Wohnraum für Alle, mit einem Recht auf Bewegungsfreiheit. Für die zukünftige Gesellschaft, min der niemand mehr für einen Hungerlohn ausgebeutet word oder vor den Toren der Festung Europa ertrinken muss.

Für euch gibt es daher beim OSZE-Gipfel und im Juli 2017 beim G20-Gipfel keine sprichwörtliche hanseatische Gastfreundschaft.

Wir sehen uns auf der Straße.

Mit kämpferischen Grüßen
Deine
Interventionistische Linke

Interventionistische Linke Brief an Steinmeier OSZE Hamburg
Team-Kreis FCSP

Ein Punkt für Ewald Lienen

Nach solchen Spielen, wie am vergangenen Freitag neige ich ja zu leichter euphorischer Übertreibung, aber auch nach einem Wochenende, an dem die anderen Mitbewerber um den Abstieg in die Dritte Liga sogar siegen konnten, überwiegt das gute Gefühl: diese Boys in Brown hatten sich den Sieg verdient und der zweiten Liga ein Signal gesendet, „wir wollen doch noch mitspielen, lieber Zug zum Klassenerhalt, bitte noch nicht abfahren“. „Ein Punkt für Ewald Lienen“ weiterlesen

No Chewald, no cry

Gestern rief mich M. an und wollte mit mir wetten. „Wetten, dass Ewald heute nicht entlassen wird?“, rief er ins Telefon und ich dachte, gut dass wir schon befreundet sind, sonst fände ich das echt gemein – nicht mal an seinem Geburtstag hat der Mann seine Ruhe. So richtig witzig war mir auch nicht zumute. Nach Heidenheim schon gar nicht.

Ich stelle mir schon länger die Frage, ob ich den Druck ausgehalten hätte, der schon seit ein paar Wochen auf dem Präsidium lastet und dessen leichteste Übung gewesen wäre, den sportlich Verantwortlichen, Ewald Lienen und seinem Trainerstab, die rote Karte zu zeigen und auf diesen unsteten Impuls zu setzen, der in der Sportpresse gerne zum „Gesetz des Profifußballs“ hochgejazzt wird.

#chewaldbleibt

Das Thema Ewald Lienen beschäftigt uns, die Suppporter der FC St. Pauli, mich natürlich auch. Ich habe das anfangs für eine gute Idee gehalten, sich als FC St. Pauli den vermeintlichen Regeln des Business zu verwehren und zu versuchen, das „Lienen-Loch“, in das alle seine Mannschaften auf allen Trainer-Stationen nach zwei Jahren fallen, gemeinsam zu durchschreiten. Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher.

„Du kannst nicht erst Treue schwören, die 2-3 Spieltage durchziehen und Ewald jetzt entlassen“

Heute Mittag kam W. auf einen schnellen Espresso vorbei. Wir haben kurz über seine Berlinreise gesprochen, kamen dann aber schnell zu dem Thema, das unsere Herzen gerade beschäftigt – der FC St. Pauli und natürlich Ewald Lienen. W. meint, dass der Verein erst in der Winterpause reagiert. Zum einen könne man nicht erst fulminant die Treue schwören und dann, nachdem man diese stoisch erfüllt, kurz vor Weihnachten den Trainer entlassen. Das macht keinen Sinn. Dann käme ja vermutlich kein neuer Trainer, sondern der neue Co-Trainer übernimmt – ob das den so dringend benötigten Impuls setzen würde? Wir bezweifelten das.

Evolution der Reset-Taste

Stanislwaski Wutrede Vertrauen (Youtube)
Stanislwaski Wutrede Vertrauen (Youtube)

Als W. sich verabschiedet, scheint die Wintersonne in mein Fenster. Draußen ist es kalt und wird es auch bleiben. Nasser wird’s und noch ungemütlicher. Darauf kann man sich als Supporter des FC St. Pauli gefasst machen. Im Moment passiert immer das sportlich Schlimmste. Zuletzt ist der einzig funktionierende Mittelfeldspieler, Buchtmann (Gute Besserung!), auch noch ausgefallen. Mehr Hypothek geht nicht.

Stani hatte in einer vergleichbaren Situation die geniale Idee, eine imaginäre Reset-Taste zu drücken. Alles zurück auf Anfang. Per Kick-off in den eigenen Mors aus der Krise; das Pech, das einen im Hamburger Starkregen unter Wasser zieht, über Bord pissen. Das braucht es jetzt – in einer Ewald Lienen Variante.

Lienen nehme ich bisher als Kopfmensch wahr, als ziselierenden Analytiker, der Gegner intellektuell zerlegen und ihre Schwächen offen legen kann. Eine halbwegs funktionierende Mannschaft kann diese Anleitung dann nutzen, um zu gewinnen. Kann das die aktuelle Mannschaft des FC St. Pauli auch? Ich befürchte das kann sie nicht – und hier liegt auch der Unterschied zu der Situation vor zwei Jahren.

Höchstens drei Spiele hat Ewald Zeit, die vielleicht grundlegendste Veränderung im Kader vorzunehmen: die Verwandlung vom Lehrer und Analysten zum Revolutionär – seine. Nach dem Tod Fidel Castros bleibt sowieso nur einer übrig, um die wenigen fitten Spielern im Kader unter einer revolutionären Ikone zu vereinen: Ewald muss tatsächlich zu Chewald werden.

Hasta la victoria siempre!

@StPauli ist bereit.

Ich geh jetzt schaukeln #fcspf95

Gut gespielt, wieder verloren: seit 180 Minuten schießt nur der FC St. Pauli die Tore; dummerweise immer ins eigene Tor. „Eigentlich ganz gut“, sagt meine Nebensteherin Claudia auf der GG, „jeder der Boys in Brown hat Ideen – doof nur, dass die Mitspieler sie nicht erkennen“.

So bleibt St. Pauli trotz Kämpferherz unbelohnt. Für Ewald Lienen wird es ganz eng – obwohl oder gerade weil man sich fragt, was er nun noch tun soll.

Ich doch auch nicht. Ich geh jetzt schaukeln:

hipstamaticphoto-501344917-891481