Einer von Millionen Sympathisanten

Porsche an der Elbchaussee mit St. Pauli Kuriertasche von Upsolut
Porsche an der Elbchaussee mit St. Pauli Kuriertasche von Upsolut


Es ist mir noch nicht ganz klar, was zuerst da war, die Tasche oder der Porsche. Es soll ja auch Leute geben, die sich ihren Windhund passend zur Leder-Farbe der Sofagarnitur aussuchen. Die wohnen dann oft auch mal an der Elbchaussee. Und dieser hier fährt auch noch die gleiche Automarke, wie unser Präsident. Und ist vielleicht als Student tatsächlich aus anderen Motiven vom Millerntor angezogen worden … und inzwischen womöglich mit Kanzlei an der Großen Elbstraße oder Investment-Karriere huckepack auf Papas Kohle mittelalt geworden und angereichert und ergraut.

Und doch noch ein wenig „Rebell“, weil es vom Image besser passt, als das Lancia-Möchtegern der Leute aus dem Altonaer Wald.
… und ihr macht euch über G.Alao lustig, dass der nicht genau das trifft, was Gernot einst „Millionen von Sympathisanten“ genannt hat.

ps deswegen ist es wichtig, dass der Verein für solches Merchandise wenigstens monetär entschädigt wird. Für die Schmerzen.

pps Update: Der Begriff „Sympathisant“ ist wohl falsch. Wie mir berichtet wurde, ist der Inhaber des Porsche alter St. Paulianer. Ich möchte sowieso darum bitten, das obige Bild, das im Übrigen bewusst keine Hinweise auf den Halter enthält, als Symbol für eine Diskussion zu sehen, die ich hier polemisch und zu kurz anreisse, die ich aber für überfällig halte …

Kommentare 8

  • Für mich war/ist der Fc immer etwas kompromissloses. Das bedeutet dann in gewissen Situationen auch ein gewisses Handeln an den Tag zu legen. Wird z.B einer inna Kneipe ausfällig und beleidigt eine nette Dame/, einen netten Herren, dann ist er gefälligst mit Bestimmtheit vor die Tür zu setzen. Es gibt tausender solcher Beispiele.
    Auf dem Kiez funktioniert das noch ganz gut finde ich. Und wenn ich irgendwo in der Welt in einer Kneipe bin, in welcher die Leude sich vornehmlich als St. Pauli Fans zu erkennen geben, fühle ich mich dort meist sicher, da ich davon ausgehen kann, dass bei Pöbeleien ich „vernunpftige“ Leude im mich rum habe, die mir zu Seite stehen. Nun frage ich mich immer, wenn ich Lackschuh- oder eben Porsche- „Fans“ sehe, ob sie das auch verkörpern können, oder sich eher aus dem Staub machen wenns brennt. Oder eben doch dann hier und da mal eine Immobilie auf dem Kiez teurer machen.

    Wer gerne Bundeswehruniform trägt ist eben kein Freigeist und ich werde mich auf der Party neben dem langweilen oder ihn zum kotzen finden. So ähnlich verhält es sich auch mit DEM Porschefahrer. Macht er das Maul auf, sitzt er zuhause und druckt Flyer für den Fc oder geht er bei 0:3 nicht doch mal ne viertel Stunde eher, weils dann zuhause bei Frau und Kindern schöner, wärmer, bequemer wäre?

    Wäre nicht Kompromisslos zumindest.

    Uns so verstehe ich es auch, wenn jemand sich denkt „haha, Porsche und Pauli. haha!“ und es dann in seinem Blog kund tut.

  • @Marcel – nu, das genau ist doch die Frage, um deren Beantwortung oder wenigstens Diskussion „wir“ uns alle aweng drücken … merke ich hier gerade sehr deutlich (auch wenn der Aufhänger ein wenig flapsig sein mag, sehe ich das wie Du, die Fragen dahinter sind wichtig!)

  • Ich glaube, da müssten wir generell jetzt ’ne Grundsatzdiskussion führen, was ab wann wie sehr „St.Pauli-like“ ist und was nicht!
    Generell in den letzten Jahren find‘ ich das sehr schwierig, da wir als Verein uns sehr verändert haben, durch Stadionneubau und 1.Ligazugehörigkeit, weiß gar nicht wie es damals 2001 war, bin da mit meinen 21 Jahren etwas zu jung für um das damals beurteilen zu können! ;)

    Grundsätzlich finde ich es wichtig, dass man hinter dem Verein steht! Und Dinge wie pfeifen wenn es mal schlecht läuft oder Auswärtsfans beleidigen geht auch nicht!
    Aber dann kann man halt nicht mehr so sehr sagen, was St.Pauli wirklich auszeichnet, weil unser Publikum so breit gefächert ist, von den Gegengradlern, über die Ultras in der Süd bis zu den Champagnertrinkern in den Separees.
    Tolerieren tu ich sie alle, aber die Frage ist, in welche Richtung diese Vielfalt das Bild unseres Vereins und damit auch die Werte rückt!

    Ich glaube das Image des Underdogs aus der 3., der die großen ärgert, des etwas anderen Vereins bröckelt! Wir werden mehr und mehr zu einem Profifußballverein wie jeder andere!
    Wie wir trotzdem unsere Einzigartigkeit und Glaubwürdigkeit behalten liegt jetzt an uns, den Fans!

  • Mein Gott – kann ein Fußballfan nicht einfach Fußballfan sein, unabhängig davon, ob und welches Auto er fährt? Muss ich als Paulianer konsequent eine Abneigung gegen teure Autos haben und die Identifikation des Halters einer Nobelkarosse mit seinem Verein in Zweifel ziehen? Ich hoffe nicht. Ich fahre übrigens einen gebrauchten Citroen, der neu mal über 25.000 gekostet hat, jetzt vielleicht noch 3.000 wert ist. Hoffentlich pauli-konform. Und ich komme aus Billstedt; ist zwar nicht Blankenese, aber auch nicht gerade direkt neben St. Pauli. Habe ich mir jetzt auch nur aus Imagegründen diesen Verein erwählt? Bin ich besser angesehen, weil ich selbst mit Papas Kohle nur ein Loser bin?

  • Also für mehr Vielfalt vielleicht, aber Toleranz ;) – Nee, „und das macht es für mich auch unter anderem aus St.Pauli-Fan zu sein, dass es immer egal war wo du herkamst, wer du bist, wie viel Geld man hat oder was auch immer, hauptsache man steht hinter dem FC und man ist Tolerant anderen gegenüber!“ – das ist ja nicht falsch, aber oft, zu oft ist hier die Debatte vorbei.

    Was bedeutet das denn wenn ich an der Elbchaussee lebe und Porsche fahre und Anhänger eines linken Fußballklubs bin? Haben wir das schon ausgiebig diskutiert? Geht das ok, wenn ich bspw (das bezieht sich nicht auf den Fahrer oben) Immobilien auf dem Kiez habe? Ich stelle diese Fragen ja als selbst „Betroffener“ – habe nur eine Familie statt Porsche (und manche können beides, auch ok)

    Ich finde das interessant, dass viel Gegenwehr kommt gerade. Vielleicht sehe das ja nur ich so, dass das Klischee lebt, das Fundament aber bröckelt.

    (und inzwischen weiss ich auch, wem der Porsche gehört, und es kommt nicht von ungefähr, dass ich den Fahrer über zwei Ecken kennen könnte – nein, das ist keine billige Effekthascherei hier – auch nicht persönlich gemeint – aber mal ehrlich, das sieht doch verführerisch klischeehaft aus, die Tasche so drapiert hinten .. )

    ps – und bei „Toleranz“ und Abgrenzung bin ich voll schizo – http://stpaulinu.de/supporters-in-action/wir-sind-st-pauli-hippies

    pps und ja, da gebe ich Dir recht, in die Scheinheligkeitsfalle kann man da schnell tappen.

  • Find’s auch irgendwie etwas scheinheilig…
    Darf man nur St.Pauli-Fan sein, wenn man ein armer, linker Student ist?
    Versteh‘ mich nicht falsch, ich finde die Entwicklung besonders auf der Haupt auch alles andere als schön, wenn zur 2. Halbzeit die Hälfte der Plätze noch leer ist, das und andere Probleme sind ja bekannt und ausreichend erläutert…
    Allerdings finde ich, und das macht es für mich auch unter anderem aus St.Pauli-Fan zu sein, dass es immer egal war wo du herkamst, wer du bist, wie viel Geld man hat oder was auch immer, hauptsache man steht hinter dem FC und man ist Tolerant anderen gegenüber! Und das ist doch das St.Pauli Gefühl was wir alle lieben und was uns immer etwas anders gemacht hat, oder nicht? ;)

    Hast du dich nicht vor kurzem für mehr Toleranz eingesetzt? ;)
    http://stpaulinu.de/visit-st-pauli/wir-sind-sankt-pauli

  • Ich fand das passte farblich so schön zusammen. Und natürlich darf man sich als St. Pauli Fan einen Porsche kaufen. Aber dann bitte nicht beschweren, wenn ich das da oben lustig finde – und bezeichnend für eine überfällige Debatte über Inhalte und Image …

  • Haben Porsche-Fahrer keine St.Pauli-Fan-Daseinsberechtigung? Ist St.Pauli inzwischen immer dagegen und darf nur von einem bestimmten sehr linkem Klientel geliebt und befeuert werden? Was ist los mit euch?