„Fundamentalkritik“ Heute: Präsidium

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Mir wird immer wieder vorgeworfen, in meinem Blog zu einer Art „Fundamentalkritik“ zu neigen. Immer dagegen, selten irgendwofür. Das sei einfacher und Aufmerksamkeit-wirksamer. Und das stimmt natürlich auch. Blogger bloggen um gelesen zu werden. Das kann man ignorieren, ernsthaft dementieren wäre aber scheinheilig.

Zu meiner Art „Fundamentalkritik“ gehört Polemik und – in meinem Fall wichtig- der Blick von Außen. Ich kenne inzwischen eine Menge toller und auch anstrengender Menschen, die sich in den Tiefen unseres Vereins engagieren; trotz der schwer zu ertragenden Politik dort.

Heute will ich „eurem*“ Präsidium einmal aufmalen, wie ich es sehe.
Satirisch, persönlich und fundamental:

Unser Vorstand setzt sich satzungsgemäß aus dem Präsidenten und seinen Stellvertretern zusammen, die alle ehrenamtlich für den Verein tätig sind.
Am 14. November 2010 wurde das Präsidium durch die Mitgliederversammlung gewählt. Das Team setzt sich wie folgt zusammen: Stefan Orth (Präsident) / Jens Duve, Dr. Bernd-Georg Spies, Dr. Gernot Stenger, Tjark H. Woydt (Vizepräsidenten).

Stefan Orth:
Du fährst tatsächlich ein Auto mit einem Kennzeichen, das Deine Initialen trägt. Jeder im Verein, den ich spreche, findet, dass Du ein netter Kerl bist. Du tust keinem weh – und änderst Deine Meinung, eben deshalb vielleicht, permanent. Eine Haltung war Dir bisher noch nicht nachzuweisen.

Bis auf Zitate in Hamburger Boulevardmedien kommunizierst Du nicht bis gar nicht mit Deinen Mitgliedern. Zumindest kommt bei mir nix an.
Ehrlich, ob Du nun Präsident bist, oder in Paderborn kackt ne Kuh …?!

Bernd-Georg Spies
Dich sieht man immer seltener. Gibt ja auch wenig zu feiern derzeit, und noch weniger Gelegenheit die lockeren grauen Strähnen auf eine halbe Seite im Abendblatt zu lächeln. Vor allem seitdem ihr die Männer bei Springer so an der Nase herumgeführt habt im Frühjahr, dass sie euch – und Dir dem Schattenpräsidenten – einen eigenen Leitartikel schenkten.

Abgetaucht trifft es ganz gut, imho. War aber auch peinlich, dass Du Döspaddel neben Paderborn die medienwirksame Sicherheitstafel unterschrieben hast. So ein Foto lässt sich dummerweise schlecht dementieren – und Stress mit den Parteifreunden haste vermutlich seit der Schweinske-Cup Nummer sowieso. Warst Du das eigentlich, der damals gegen die tolle Stellungnahme des FCSP war?

Für Dich ist hier nix mehr zu holen. Bleib in Deckung und werde meinetwegen Senator in diesem SPD-Senat. Vielleicht ernennen Sie Dich ja zum Schirmherren der Reiterstaffel?

Und nun Du
Gernot Stenger:

Du hast mich enttäuscht. Als einziger, denn Deine Emotionen und Dein Mut, den Sozialromantikern entgegen zu treten, waren zwar inhaltlich falsch (imho) – aber zeigten ein erfrischendes Maß an Engagement, das sich bei den Verfahren vor dem DFB Sportgericht in Sachen Becherwurf zu einer Akzeptanz steigerte, bei der ich hoffte, Du könntest das Bindeglied werden, zwischen verfilzter Verbandsarroganz und dem, was St. Pauli ausmacht.

Leider, und das mag Dir so gar nicht vorgekommen sein, hast Du mit Deiner Rolle beim DFB-Sicherheitspapier die Seiten gewechselt. Am Ende hast Du vielleicht die Wahrnehmung der Dinge so lange verdreht, bis Du der einzige warst, der das Ergebnis noch als „St. Pauli Like“ gesehen hat. Schade!

Jens Duve:
War auch dabei, als das Jugendzentrum drei Sterne bekam. Also auf dem Pressefoto.

Tjark Woydt:
Macht in Anleihen. Ansonsten unauffällig.

* Der Autor gehört zum Club der 39, die das aktiuelle Präsidium nicht gewählt haben.

Kommentare 2

  • Ach wieso? Ich habe in dem Verein keinerlei Ambitionen, ausser ein kritischer, desorganisierter Fan zu sein. Außerdem ist mir das Hinterzimmer-Gequatsche zuwider, wenn nicht klar ist, welche Meinung jemand im Gesicht trägt (grundsätzlich habe ich nichts gegen Hinterzimmer- und Kneipengespräche, nur sollten sie öffentlichen Diskurs nicht ersetzen).

    Außerdem ganz ehrlich, habe ich, bei aller Polemik, nichts persönlich gegen die Herren, ich finde nur, dass sie – mindestens kommunikativ – einen schlechten Job machen. Hab ich dem einen von ihnen auch schon vis-a-vis gesagt.

    … und wenn sich an meiner Meinung gerieben wird, gut. Wenn nicht. Auch gut.

  • Na, dann weiß ich ja, aus welchem Blog bei der Rede des Präsidiums bei der kommenden JHV berichtet wird. Ich fürchte leider, dass das ein Schuss nach hinten war, das so unverblühmt zu schreiben.