Schwule Antifa Module aller Vereine vereinigt euch

Beim Spiel des deutschen Meisters BVB Dortmund gegen Werder Bremen manifestiert sich das tiefdumpfe, stinkend dumme und menschenfeindliche Wesen tonangebender Dortmund Fans in schwer homophonen Transparenten. Das ist schlimm. Noch schlimmer ist es allerdings, dass die (mediale) Öffentlichkeit diese an Volksverhetzung grenzende Aktion nicht einmal diskutieren will. Im ZDF Sportstudio rang sich Moderator Steinbrecher eine verschwurbelte Stellungnahme ab, nach der man diese Banner nicht zeigen wolle, um den Chaoten kein Forum geben zu können. Wahrscheinlich hatte kein Kameramann draufgehalten, weil kein Pyro dazu abgefackelt wurde.

Dabei ist das Thema dringend zu diskutieren:

„Lieber ne Gruppe in der Kritik, als Lutschertum und Homofick“; und auf einem angeblich weiteren Banner: „Gutmenschen, Schwuchtel, Alerta-Aktivist, wir haben euch im ›20 gegen 100‹ gezeigt, was Fußball ist.“ (via Pottblog)

Das bedeutet zweierlei. Zum einen, dass der betroffene Verein, der BVB, ein Naziproblem unter seinen Fans hat, und dass diese Menschenverächter echte Dortmunder Fans sind. Ähnlich, wie in Aachen hilft es da nur den Grundgesetzfeinden in der Kurve, wenn der Verein nicht auch politisch Stellung bezieht. Mit klaren Aussagen und Unterstützung der lokalen Fan- und Ultragruppen, die sich – auch politisch – eindeutig positionieren.

Man kann da von Werder Bremen eine Menge lernen in Dortmund. Vor allem, dass man in vielen Ultrabewegungen Verbündete findet, wenn der deutsche Fussball endlich begreift, dass die Bundesliga eine politische Dimension hat, und die Vereine die Verantwortung tragen.

Seit einiger Zeit diskutiere ich immer wieder beim Mittagessen im Ofeuer, wie sich die Hetero-Mehrheitsfraktion in den Kurven, vornehmlich in unserer, eindeutig positionieren kann. Die Idee, mit Fummel in die Kurve zu gehen, finde ich schonmal super. Aber letztlich egal wie, Hauptsache wir Fans nehmen es nun in die Hand: macht die Kurven bunt, seien wir mal schwul beim Buffen.

4 Gedanken zu „Schwule Antifa Module aller Vereine vereinigt euch

  1. Zum Thema bei @metalust:twitter –

    „Da ich an der “Fummel in die Kurven”-Idee nicht ganz unbeteiligt war, meines Wissens wurde sie von Einzelnen bei USP schon bei der Rostock-Fahrt umgesetzt, sei sie noch einmal erläutert: Es geht ja gar nicht darum, nun ein mögliches Klischee Schwule betreffend zu reproduzieren, “äußere Attitüden”. Sondern um die Erfahrung, die Heten machen, wenn sie jenseits des Männerballetts im Karneval inmitten der Macho-Welt Fussball aus der Cis-Rolle ausbrechen. Das kann durchaus lehreich sein.“

    https://metalust.wordpress.com/2012/03/19/political-correctness-die-wasweisichwievielte/#more-3507

  2. „Mit Fummel in  die Kurve“  bedient leider wieder Klieschees. Ich denke, damit benutzt man, wenn auch mit guter Absicht, eine Ausprägung von Sexualität, um eine andere zu unterstützen. Das kann nicht Sinn der Sache sein.  Irgendwo habe ich den Vorschlag gelesen T-Shirts zu tragen, mit dem Aufdruck: Ich bin schwul – Ich bin Homosexuell – Ich bin Lesbe, um eingige Beispiele zu nennen – das finde ich als Hetero sinnbringender, müssten aber die Betroffen entscheiden. Es wäre aber vielleicht auch möglich das ganze Stadion mit Regenbogenfahnen zu beflaggen. St. Pauli nicht braun-weiß und nicht in sozialromatischem rot, sondern in Regenbogen Farben, weil unser Stadion Raum für alle bieten soll – egal wie sie aussehen, egal wie sie lieben – egal ob Mann oder Frau. Einfach nur Fans sein.
  3. Alles richtig, nur mit „Fummel in die Kurven“, bitte nicht! Schwulsein lässt sich nicht auf äußere Attitüden beschränken. Mein Schwulsein in der Kurve bedeutet, dass ich ein bunter Farbtupfer unter vielen bin. Ich bin nur dann ein bisschen bunter, wenn ich nach einem Tor meinem Freund einen Kuss gebe und mich freue, wenn andere in anderen Momenten ein bisschen bunter sind und sich von mir unterscheiden.

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