Derbysieger-Tag

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"0:1 - 16.01.2011" Derbysieger FC St. Pauli (Grafitti, Hamburg)
"0:1 - 16.02.2011" Derbysieger FC St. Pauli (Grafitti, Hamburg)

Der 16.02.2011 war ein naßkalter Tag. Es hat nicht geregnet, meine ich mich zu erinnern, als ich mich mit meinem Karten-Sponsor auf den Weg nach Mordor machte. Zuerst wollte ich gar nicht, lieber das Spiel am Millerntor erleben, beim Public Viewing. Im Nachhinein bin ich froh, doch dabei gewesen zu sein.

Die Stimmung vor dem Stadion habe ich als unerwartet entspannt empfunden. Die Wasserwerfer dampften in einer Seitenstraße, St. Paulianer und HSVer trotteten zu ihren Aufgängen. Spannung lag in der Luft, Derbystimmung. Na klar, ich habe auch damit gerechnet, dass wir verlieren – und so sah es ja auch die ganze Zeit aus.

Noch kurz vor Betreten der Dingens-Arena rief mich mein Hausarzt an, eine Raute, und wollte unbedingt wetten. Gut, sagte ich, um einen Kasten Bier, nur kein Astra bitte. „0:1“ – er lachte. 110 Minuten später begann sich mein Gesicht zu verkrampfen. Ein so breites Grinsen spannt ja nach einer Weile, vor allem, wenn es nicht weggeht. Tagelang.

Und heute kommen die Eindrücke zurück: Von Benes weißen Stelzen, die er immer magisch dahin hielt, wo sie gebraucht wurden. Stanis strubbelige graue Mütze. Die Ecke, Bolls Fuß, das Tor, die Explosion des FCSP-Blocks. Mein Herumspringen in der Westkurve, aber auch die noch wohlwollenden Gesichter der HSVer, die sicher nur an einen kosmetischen Kratzer dachten. Der Abpfiff. Benes Bogenschuss. Stanis rumpelstielzen. Die verwaiste Nordkurve mit all dem blau-schwarzen Plastikmüll. Ja das ist das beherrschende Bild. Diese leere Tribüne mit den Überbleibseln einer industriellen Choreo, die bleibt mir im Gedächtnis – und lässt mich grinsen. Immer wieder.

HSV: Was von der Plastik Choreo übrig blieb
HSV: Was von der Plastik Choreo übrig blieb

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