Olympia Nein Danke? Sollten wir auf der JHV gegen Hamburgs Olympia-Teilnahme stimmen?

Nun haben wir doch noch einen brisanten Antrag auf der kommenden Mitgliderversammlung zu beschließen, neben der Wahl des Aufsichtsrates und des Präsidiums: soll sich die Mitgliedschaft gegen eine Olympiabewerbung Hamburgs positionieren?

Soll der Verein wirklich beauftragt werden sich „o?ffentlichkeitswirksam gegen eine Bewerbung der Stadt Hamburg um die Ausrichtung von Olympischen Sommerspielen“ auszusprechen?

Nun gibt es sicher einige gewichtige Gründe, gegen eine Olympiabewerbung zu sein, nicht zuletzt aus dem Grund, dass sich Hamburg noch am letzten Leuchtturmprojekt Elbphilharmonie einen Bruch zu heben droht. Auch der autokratische Altherrenklub im IOC darf durchaus unsympathisch und bekämpfenswert empfunden werden – aber als Marathon-Läufer damit zu argumentieren, dass

St. Pauli … keine millionenteuren Prestigeprojekte und Sportspektakel fu?r IOC-Funktiona?re und Handelskammerpra?sidenten (braucht), sondern mehr Sportsta?tten fu?r den Amateur- und Breitensport…

… wie es in dem Antrag heißt, verwundert mich ein wenig.

Ist es denn nicht eines der wichtigsten Pro-Argumente für eine Olympia-Ausrichtung, dass neue Sportstätten gebaut und alte saniert werden, auch auf St. Pauli oder für den FC St. Pauli nutzbar?

Ich verstehe davon bisher zu wenig, lasse mich auch gerne aufschlauen, aber ich weiss, dass es in den Gesprächen zur Präsidiumswahl und den Aufsichtsräten immer auch um die klamme und schlimme Sportstättensituation ging. Da sträube ich mich, dem designierten AR und Präsidium ohne ausführliche innere Debatte vor allem mit den Hallensport-treibenden Abteilungen, solch eine Entscheidung aufzudrücken.

Hilfe. Dilemma.

Foto:
Description
Français : L’Olympia, Paris 9em, France
Date 17 January 2009
Source Own work
Author KoS

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18 Antworten

  • Ich werde auf jeden Fall gegen den „NOLYMPIA“-Antrag stimmen. Obwohl ich selber eher gegen eine Olympia-Teilnahme bin. Für die Gründe ist das Kommentarfeld zu knapp :)
    http://millerntor.hamburg/2014/11/noli-turbare-circulos-meos/

    • Natürlich soll, kann und wird jeder St. Paulianer und jeder Hamburger selbst entscheiden, ob er für oder gegen Olympia, für oder gegen den Antrag ist. Aber, wie Sie selbst schreiben, lieber Herr Kluni, geht es bei dieser Bewerbung einzig darum, dass sinnlos Kohle verbrannt wird, die an anderer Stelle fehlt, beispielsweise bei Erhalt, Bau usw. von Sportstätten auf St. Pauli.

      Dass ein so großer Sportverein wie der FCSTP sich in einer solchen Frage positioniert, ist doch Pflicht. Und die Frage ist zu wichtig, sie allein dem persönlichen Ermessen der gewählten Vertretern („Olympia ist schön!“) zu überlassen. Wenn Olympia dann doch kommt, muss aber auch keiner zurücktreten. Dann müsste ja beantragt werden, dass die Vereinsvertreter Olympia unter allen Umständen verhindert müssen, ansonsten sie in die Wüste geschickt werden.

  • Aber wenn es doch ansonsten das Geld gar nicht gibt? Die Gelder sind doch ansonsten gar nicht in der Stadt. Den größten Teil des Kuchens zahlt der Bund. Und wo sollen die ganzen Olympiateilnehmer denn trainieren, wenn nicht in renovierten Sportstätten?
    Aber ganz grundsätzlich: ich finde es voll daneben, dass sich ein PROFI-Fußballverein in so eine Diskussion überhaupt einmischt. Andere Sportarten als Fußball haben doch fast gar keine Bühne mehr außer den Olympischen Spielen. Geh doch mal zu den Hamburger Olympiateilnehmer und sag denen sie sollen auf Olympia verzichten! Ach ja, und dann könnte man ja auch in der Zeit die man durch die Abschaffung der Olympischen Spiele gewinnt noch die Fußballspiele der A-Jugend im Fernsehen übertragen. Noch einfacher: Ich würde einfach alle anderen Sportarten außer Fußball abschaffen!

  • Sind die Olympiasportstätten überhaupt breitensporttauglich? Benötigen wir ein eigenes Olympiastadion? Falls dies nicht zutrifft, bin ich dafür das Geld für bessere Dinge raus zu hauen – da haben wir ja noch genug Baustellen im sozialen Bereich.

  • Naja, Elphi und Maritimes Museum etc. hin oder her, es wird für so viel viel Geld ausgegeben, da muss nicht ausgerechnet eine vom Konzept her grenzenüberwindende und völkerverbindende Sportveranstaltung drunter leiden. Dem sollte gerade ein Sportverein stattgeben. Wenn schon eine vergleichsweise reiche Stadt wie Hamburg so denkt, dann wird es bald gar keine Olympischen Spiele mehr geben.

  • Naja, Elphi und Maritimes Museum etc. hin oder her, es wird für so viel viel Geld ausgegeben, da muss nicht ausgerechnet eine vom Konzept her grenzenüberwindende und völkerverbindende Sportveranstaltung drunter leiden. Dem sollte gerade ein Sportverein stattgeben. Wenn schon eine vergleichsweise reiche Stadt wie Hamburg so denkt, dann wird es bald gar keine Olympischen Spiele mehr geben.

  • Wenn ich die ganze „korrupte“ IOC Funktionärsriege sehe, dann würgt es mich. Und das ganze Grossmannsüchtige Funktionärs- und Politikervolk das sich im Glanz der Spiele auf Kosten anderer tummelt. Mal sehen ob es brauchbare Analysen zu der ökonomischdm Gesamtbilanz gibt, bei einer FIFA WM ist das Resultat für den Ausrichter jedenfalls deutlich negativ. Aber selbst wenn das Thema Imagegewinn für die Stadt unstrittig ist, was bedeutet das? Noch mehr Touristen, Gentrifizierung und so weiter. Vom möglichen Gewinn werden die Breite Masse und der Breitensport vmtl. wenig abbekommen. Ich verweise auf den zwar thematisch nicht ganz zurreffenden Blog „Gott hasst Hamburg“, der dann ganz neu geschrieben werden müsste. Die FIFA lässt grüssen. Dagegen! Ohne wenn und aber…

    • „Vom möglichen Gewinn werden die Breite Masse und der Breitensport vmtl. wenig abbekommen.“ – das wäre ja für den Verein die alles entscheidende Frage, oder?

    • Das wäre für Hamburg die entscheidende Frage, das wäre für 20359 die entscheidende Frage, das wäre für den FCSP die entscheidende Frage. Es dürfte vmtl. neue Sportstätten geben, aber was sind später die Betriebskosten und Bedingungen für die Nutzung durch die Vereine?

    • …wenn es Investitionen in die Stätten Kollau oder BK gäbe ( illusorisch ) dann änderte das ja nichts an der Argumentation aber der FCSP hätte eine andere Perspektive. Letztlich verpulvert die Stadt alles in den Neubauten und wenn Du gezielt Unterstützung brauchst ist das ganze Geld für die grosse Gala draufgegangen. Vielleicht sehe ich das ja zu negativ, aber die Erfahrung lehrt das m.E. und die Welt ist hier nicht besser geworden. Zeit mal für internationale Recherche im web rund um die letzten Turnierstätten. Wenn es dort gut oder schlecht gelaufen ist, dann hat sicher einer was drüber geschrieben. Ich kann nur kein Mandarin und so…

  • vielleicht mal so ne lange Liste erstellen , wo man noch alles gegen ist. Dann kann man das mal auf ein Schlag erledigen, damit es wieder um Inhalte des Vereins FC St. Pauli geht.

    • Die Situation der Sportstätten-Ausstattung im Viertel und für die sporttreibenden Abteilungen gehört zu den Inhalten des Vereins, der mehr ist als nur ein Profi-Fußballclub.

      In der Begründung wird ausführlich auf soziale und sportpolitische Aspekte / Auswirkungen einer Bewerbung eingegangen. Der Glaube, durch eine Bewerbung würden mehr Sportstätten für den Amateur- und Breitensport entstehen, wird nicht geteilt.

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