Das war zu Wenig, Peter

Zu dem Nazi-Hools Überfall auf den St. Pauli Block beim Schweinske Cup 2012 und dem nachfolgenden, äußerst umstrittenen Polizeieinsatz findet derzeit ein Diskurs in den Kommentaren der Medien statt. Mit von der Partie ist auch Peter Wenig vom Hamburger Abendblatt.

Die Frage, wer denn nun ins Lager der Täter gehört und wer sich zu den Opfern rechnen darf, wird nach schweren Krawallen regelmäßig intensiv diskutiert. Dies konnte nach den brutalen Auseinandersetzungen beim Alsterdorfer Hallenfußballturnier gar nicht anders sein. Und selbstredend ist es das gute Recht der Beteiligten, sich öffentlich zu Schuldvorwürfen zu äußern.

Dennoch muss sich der FC St. Pauli fragen, ob die gestrige Pressekonferenz wirklich eine gute Idee war. Die Verantwortlichen nutzten das Forum vor allem zu einer regelrechten Abrechnung mit der Polizei – also ausgerechnet mit den Beamten, die in Alsterdorf buchstäblich ihre Knochen hingehalten haben, um die eskalierende Gewalt irgendwie einzudämmen.

Peter Wenig scheint genauso wenig Vor Ort gewesen zu sein, wie der Autor dieses Kommentars, es herrscht also Wissensgleichheit. Ich habe keine Berichte gelesen, auch die ersten Berichte der Polizei sprechen von Verletzten vor allem auf Seiten der Besucher der Alsterdorfer Sporthalle. Wer die Augenzeugenberichte in Blogs, oder auch der Mopo verfolgt, der muss zu dem Schluss kommen, dass es vor allem Unbeteiligte waren, die ihre „Knochen“ von der Polizei haben sich eindrücken lassen müssen.

Schon seit Langem drängt sich der Eindruck auf, dass der Klub die klare Distanzierung von seinen Problemfans meidet, um keinen neuen Zwist mit den mächtigen Ultras zu riskieren.

… konstatiert Wenig und hat diese Erkenntnis exklusiv. In keinem anderen mir bekannten Verein, ist die Auseinandersetzung mit und in der eigenen Fanszene so intensiv, wie beim FC St. Pauli. Ich erinnere mich da sehr lebendig an den harten aber fairen Diskurs nach der Südkurvenblockade oder den Vergabe-Schwierigkeiten bei den Saison-Dauerkarten für die Süd.

Zu hinterfragen ist auch die Rolle des Sicherheitschefs Sven Brux, der gestern öffentlich erklärte: „Wenn einer Nazi-Sprüche macht, muss ihm klar sein, dass ihm das auch körperlich nicht guttun wird.“ Wer auf diese Weise gewaltbereiten Fans eine Art Persilschein ausstellt, ist nicht mehr Teil der Lösung, sondern längst Teil des Problems. Und genau genommen nicht mehr tragbar für diesen zentralen Job.

Sven Brux ist sicher ein Charakter, mit dem man prima streiten und der ob seiner Ecken und Kanten (auch sprachlichen) polarisieren kann – aber dass Peter Wenig nun Personalpolitik betreibt, indem er unseren Sicherheitsbeauftragten demontiert, geht zuweit.

Das war Zuviel Herr Wenig. Wollen sie in Springerscher Tradition in den FC St. Pauli hineinpolitisieren? Oder kommt der Angriff womöglich als Handlanger?

Ich kann mich dem weiteren Kommentar des Übersteigers auf ihren Kommentar nur anschließen. Wer so wenig Ahnung hat, dem steht Demut auch ganz gut, Herr Wenig!